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Giftige Pflanzen für Katzen

Welche Zimmer-, Garten- und Balkonpflanzen und welche Schnittblumen sind für Katzen giftig? 188 Pflanzen mit Einstufung, giftigen Teilen, Anzeichen und Quelle – plus katzenfreundliche Alternativen.

Pflanze suchen

Einstufung

188 Pflanzen

sehr giftig lebensgefährlich, schon kleine Mengen können tödlich sein

giftig kann eine ernste Vergiftung auslösen

leicht giftig meist Reizung von Maul, Magen, Darm oder Haut

ungiftig laut Quelle keine Vergiftung zu erwarten

Warum Katzen an Pflanzen knabbern

Grünzeug zu fressen ist für Katzen normal. Viele knabbern an Gras und Blättern, manche würgen danach Haarballen oder Pflanzenreste wieder aus. Freigänger finden draußen ihr Gras, Wohnungskatzen halten sich an das, was da ist – und das sind oft Zimmerpflanzen und Blumensträuße. Junge und gelangweilte Katzen spielen zudem mit raschelnden Blättern, herabhängenden Ranken und Blüten.

Deshalb lohnt der Blick auf jede Pflanze im Haushalt. Dieses Lexikon enthält 188 Pflanzen: 26 sehr giftige, 75 giftige, 35 leicht giftige und 52 ungiftige. Die Einstufungen stützen sich auf CliniTox, die toxikologische Pflanzendatenbank der Universität Zürich, und auf die Pflanzenliste der ASPCA Animal Poison Control für Katzen. Wo beide Quellen verschiedener Meinung sind, gilt bei uns die vorsichtigere Einstufung, und der Eintrag sagt, warum.

Nahaufnahme einer grau getigerten Langhaarkatze mit hellblauen Augen und rosa Nase
Neugierig und wählerisch zugleich: Was eine Katze in der Wohnung findet, probiert sie oft mit dem Maul aus.

Erste Hilfe: Was tun, wenn die Katze eine giftige Pflanze gefressen hat?

  • Ruhe bewahren und sofort anrufen – bei Ihrer Tierarztpraxis oder, nachts und am Wochenende, beim tierärztlichen Notdienst. Sagen Sie, welche Pflanze, welcher Teil, wie viel ungefähr und wann.
  • Pflanze mitnehmen oder fotografieren, am besten mit Etikett. Der botanische Name hilft der Praxis am meisten.
  • Reste aus dem Maul entfernen, wenn das gefahrlos geht, und Pollen oder Pflanzensaft mit einem feuchten Tuch aus dem Fell wischen, damit die Katze nichts mehr ableckt.
  • Nicht auf Anzeichen warten. Bei Lilien, Eibe, Oleander oder Herbstzeitlose zählt jede Stunde; manche Gifte machen erst nach Tagen krank.

Was Sie nicht tun sollten

  • Kein Erbrechen auslösen – weder mit Salzwasser noch mit anderen Hausmitteln. Ob das sinnvoll ist und wie, entscheidet allein die Praxis.
  • Keine Milch, kein Öl, keine Kohle aus der Hausapotheke auf eigene Faust geben.
  • Keine Menschenmedikamente – viele davon sind für Katzen selbst giftig.

Vorbeugen: So wird die Wohnung katzensicher

  • Bestand prüfen: Suchen Sie jede Pflanze im Haushalt hier heraus. Sehr giftige Pflanzen gehören nicht in eine Wohnung mit Katze – auch nicht „ganz oben“, denn Katzen klettern, und Blätter und Blüten fallen herunter.
  • Sträuße kontrollieren: Schnittblumen kommen oft als Geschenk ins Haus. Lilien stecken in vielen gemischten Sträußen; auch Tulpen, Narzissen, Chrysanthemen, Nelken und Eukalyptus sind nicht harmlos. Vasenwasser sollte die Katze nicht erreichen.
  • Zwiebeln und Knollen sicher lagern: Blumenzwiebeln von Tulpe, Narzisse, Hyazinthe und Amaryllis sind meist der giftigste Teil der Pflanze.
  • Balkon und Garten mitdenken: Oleander, Engelstrompete, Eibe, Thuja, Kirschlorbeer und Buchsbaum sind beliebte Kübel- und Heckenpflanzen – und giftig. Freigänger fressen zwar selten an Sträuchern, spielen aber mit herabgefallenen Beeren und Früchten.
  • Alternativen anbieten: Wer knabbern darf, knabbert weniger an Verbotenem.

Katzenfreundliche Pflanzen

Diese Pflanzen gelten laut den verlinkten Quellen als unbedenklich und werden von vielen Katzen gern angenommen:

  • Baldrian (Valeriana officinalis) – Duftreiz ähnlich der Katzenminze – als Pflanze oder getrocknete Wurzel im Spielzeug. Keine Baldrian-Präparate für Menschen geben.
  • Grünlilie (Chlorophytum comosum) – Trotz „Lilie“ im Namen ungiftig – die Grünlilie (Chlorophytum) ist keine echte Lilie. Viele Katzen knabbern gern daran; größere Mengen Grün können wie jedes Pflanzenmaterial den Magen verstimmen.
  • Katzengras (Avena sativa, Triticum aestivum, Hordeum vulgare u. a.) – Gute Alternative für Wohnungskatzen. Gemeint sind Getreidegräser wie Hafer, Weizen, Gerste oder Roggen, im Topf gezogen. Kein Gras von behandelten Rasenflächen anbieten.
  • Katzenminze (Nepeta cataria) – Beliebter Duftreiz. Die ASPCA führt sie zwar in ihrer Giftliste, beschreibt aber nur Magen-Darm-Beschwerden bei größeren Mengen; die Tierklinik Animal Medical Center (New York) nennt sie sicher.

Auch Usambaraveilchen, Weihnachtskaktus, Schmetterlingsorchidee, Goldfruchtpalme, Bergpalme, Korbmarante und Schwertfarn sind laut ASPCA ungiftig. Wichtig: Auch ungiftige Pflanzen können in größeren Mengen den Magen verstimmen – und Dünger, Blattglanzspray oder Pflanzenschutzmittel an der Pflanze gehören nicht in den Katzenmagen. Wie es beim Essen aussieht, steht in unserer Liste Darf meine Katze das fressen?.

Grenzen des Lexikons

Kein Pflanzenlexikon ist vollständig, und viele Pflanzen werden unter mehreren Namen verkauft. Fehlt eine Pflanze hier, heißt das nicht, dass sie ungefährlich ist. Die Einstufung beschreibt die typische Gefahr; im Einzelfall kann eine Katze empfindlicher reagieren, etwa wenn sie jung, alt oder krank ist. Wir sind keine Tierärzte – das Lexikon ersetzt weder die Untersuchung noch den Anruf in der Praxis.

Quellen und Rechengrundlagen (6)
  1. CliniTox – Institut für Veterinärpharmakologie und -toxikologie, Universität Zürich: Arznei- und Giftpflanzen
  2. CliniTox: Lilium sp. (Lilien) – speziesspezifisch sehr stark giftig für Katzen
  3. ASPCA Animal Poison Control: Plants Toxic and Non-Toxic to Cats
  4. U.S. Food and Drug Administration: Lovely Lilies and Curious Cats – A Dangerous Combination
  5. VCA Animal Hospitals: Grass Treats for Cats
  6. Animal Medical Center New York: Catnip and its Alternatives

Stand: 26. September 2026