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Ernährung

Kittenfutter: So ernähren Sie junge Katzen richtig

Was Kitten brauchen, wie oft sie fressen sollten, woran Sie gutes Kittenfutter auf dem Etikett erkennen und ab wann der Wechsel zum Futter für Erwachsene passt.

Von der Redaktion catterys.deÜberarbeitet am 26. September 2026

Rot getigerte Katze liegt auf einer hellen Plüschdecke und blickt in die Kamera

Im ersten Lebensjahr wächst eine Katze vom handtellergroßen Neugeborenen zum fast ausgewachsenen Tier. Knochen, Muskeln, Organe und Immunsystem entwickeln sich in dieser Zeit rasant – und all das muss aus dem Napf kommen. Deshalb gibt es eigenes Futter für junge Katzen, im Handel meist als „Kitten“ oder „Junior“ bezeichnet.

Wer ein Kitten einziehen lässt, steht vor vielen Fragen: Welches Futter ist gut? Wie oft am Tag? Nass oder trocken? Und wann ist Schluss mit dem Kittenfutter? Dieser Artikel beantwortet diese Fragen nach dem aktuellen Stand der tierärztlichen Empfehlungen. Marken bewerten wir bewusst nicht – stattdessen zeigen wir Ihnen, woran Sie gutes Kittenfutter selbst erkennen.

Was Kitten anders brauchen als erwachsene Katzen

Der auffälligste Unterschied ist der Energiebedarf. Nach den Leitlinien der Tierärzteverbände AAHA und AAFP von 2021 braucht ein Kitten im Alter von zehn Wochen rund 200 kcal pro Kilogramm Körpergewicht am Tag, mit zehn Monaten sind es noch etwa 80 kcal je Kilogramm. Kein Wunder also, dass junge Katzen scheinbar ständig hungrig sind.

Graubraunes Kätzchen mit kupferfarbenen Augen blickt leicht nach unten
Im ersten Lebensjahr wächst ein Kitten rasant – und braucht pro Kilogramm Körpergewicht deutlich mehr Energie als eine erwachsene Katze.

Neben der Energie brauchen Kitten mehr Eiweiß sowie eine passende Versorgung mit Mineralstoffen wie Kalzium und Phosphor für das Knochenwachstum. Die europäischen Richtwerte der FEDIAF und die amerikanischen der AAFCO legen deshalb für die Lebensphase „Wachstum“ eigene Nährstoffwerte fest, die höher liegen als für erwachsene Katzen. Ein Futter für Erwachsene ist darauf nicht ausgelegt.

Hinzu kommt: Katzen sind reine Fleischfresser. Sie sind auf Nährstoffe angewiesen, die nur in tierischen Produkten vorkommen, betont das Cornell Feline Health Center. Vegetarisches oder veganes Futter ist für wachsende Katzen besonders riskant.

Von der Muttermilch zum festen Futter

Die ersten Wochen versorgt die Mutter ihre Kitten allein. Nach International Cat Care kann die Entwöhnung meist ab einem Alter von etwa 3–4 Wochen beginnen; dann bietet man kleine Mengen hochwertiges Kittenfutter an. Mit rund 8 Wochen ist die Entwöhnung in der Regel abgeschlossen.

Für den Anfang eignet sich Nassfutter für Kitten oder Trockenfutter für Kitten, das in Wasser gut eingeweicht wurde. Kuhmilch ist kein Ersatz für Muttermilch: Sie ist anders zusammengesetzt als Katzenmilch und führt bei vielen Katzen zu Durchfall. Muss ein Kitten mutterlos aufgezogen werden, gibt es spezielle Katzenaufzuchtmilch – das gehört aber in tierärztliche oder erfahrene Hände.

Vereinszüchterinnen und -züchter geben Kitten in der Regel frühestens mit etwa 12 Wochen ab, wenn sie längst selbstständig fressen. Fragen Sie beim Kauf, welches Futter das Kitten bisher bekommen hat, und füttern Sie zunächst genau dieses weiter. Welche Fragen Sie beim Besuch noch stellen sollten, finden Sie in unserer Liste Fragen an den Züchter.

Wie oft sollten Kitten fressen?

Kitten haben einen kleinen Magen, aber einen großen Bedarf. Deshalb sind viele kleine Mahlzeiten besser als wenige große. Das Cornell Feline Health Center empfiehlt:

Alter Mahlzeiten
bis 6 Monate meist drei Mahlzeiten am Tag oder kleine Portionen zur freien Verfügung
6–12 Monate in der Regel zwei Mahlzeiten am Tag

Diese Zahlen sind ein Mindestrahmen. Viele Katzen fressen von Natur aus lieber öfter kleine Portionen, und International Cat Care rät bei erwachsenen Katzen sogar dazu, die Tagesration auf mindestens fünf Portionen über 24 Stunden zu verteilen – etwa mit Futterautomaten oder Fummelbrettern. Wenn Ihr Kitten Futter zur freien Verfügung hat, behalten Sie im Blick, wie viel es frisst und ob es gleichmäßig zunimmt.

Die Futtermenge richtet sich nach den Angaben auf der Packung, nach dem Alter und vor allem nach der Entwicklung. Wiegen Sie Ihr Kitten anfangs wöchentlich: Ein gesundes Kitten nimmt stetig zu.

Woran Sie gutes Kittenfutter erkennen

Im Handel gibt es sehr viele Kittenfutter, und die Verpackungen versprechen viel. Worauf es tatsächlich ankommt, steht auf der Rückseite. Die Weltorganisation der Kleintierärzte WSAVA empfiehlt, vor allem auf diese Angaben zu achten:

Worauf achten Was es bedeutet
„Alleinfuttermittel für Kitten“ oder „für alle Lebensphasen“ Nur ein Alleinfuttermittel deckt nach EU-Recht den Tagesbedarf. Die Lebensphase muss Wachstum einschließen – laut WSAVA sind Futter „für alle Lebensphasen“ auf Wachstum und Fortpflanzung ausgelegt.
Kein „Ergänzungsfuttermittel“ als Hauptmahlzeit Ergänzungsfutter wie Snacks, Pasten oder Milch sollen laut WSAVA höchstens etwa 10 % der Ration ausmachen.
Tierische Zutaten vorn Die Zusammensetzung wird in absteigender Reihenfolge nach Gewicht angegeben.
Offene Deklaration Einzeln benannte Zutaten (z. B. „Hühnerherzen 20 %“) sagen mehr als Sammelbegriffe wie „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“.
Kein zugesetzter Zucker Katzen schmecken Süßes nicht; Zucker ist überflüssig. Mehr dazu in unserem Artikel Katzenfutter ohne Zucker.
Hersteller mit Ansprechpartner Die WSAVA rät, nachzufragen, wer das Futter zusammenstellt und ob Ernährungsfachleute beteiligt sind.

Ein häufiges Missverständnis betrifft den Namen. Ein „Kittenfutter mit Huhn“ muss nach dem Kennzeichnungskodex der europäischen Futterindustrie FEDIAF nur mindestens 4 % Huhn enthalten. Mehr über solche Formulierungen und das Lesen der Deklaration erfahren Sie in unserem Artikel über gutes Katzenfutter.

Nass oder trocken?

Beides kann ein vollwertiges Kittenfutter sein, wenn es ein Alleinfuttermittel für Wachstum ist. Nassfutter enthält nach Cornell mindestens 75 % Feuchtigkeit, Trockenfutter nur 6–10 %. Nassfutter liefert also viel Wasser mit, Trockenfutter ist energiedichter und lässt sich leicht portionieren. International Cat Care empfiehlt, gesunde Katzen an verschiedene Futterarten und Konsistenzen zu gewöhnen. Das hat einen praktischen Vorteil: Eine Katze, die als Kitten Abwechslung kennengelernt hat, lässt sich später leichter umstellen, etwa wenn ein Diätfutter nötig wird. Auch die AAHA/AAFP-Leitlinien raten dazu, Kitten verschiedene Texturen und Geschmacksrichtungen anzubieten.

Frisches Wasser muss immer bereitstehen, egal welches Futter Sie wählen.

Futter umstellen

Ein Futterwechsel sollte bei Kitten immer langsam erfolgen, weil der Darm empfindlich reagiert. Bewährt hat sich, das neue Futter über etwa eine bis zwei Wochen schrittweise unter das alte zu mischen und den Anteil täglich etwas zu erhöhen. Wird der Kot dabei weich oder erbricht das Kitten, gehen Sie einen Schritt zurück. Halten die Beschwerden länger als einen Tag an, rufen Sie in der Tierarztpraxis an.

Gerade in der ersten Zeit nach dem Einzug ist weniger mehr: Umzug, neue Menschen und neues Futter zugleich überfordern viele Kitten. Behalten Sie das gewohnte Futter mindestens in den ersten Tagen bei. Was Sie sonst noch vor dem Einzug besorgen sollten, zeigt unsere Checkliste Erstausstattung.

Ab wann gibt es Futter für erwachsene Katzen?

Nach den AAHA/AAFP-Leitlinien endet die Kittenphase mit etwa einem Jahr. Die Tierklinikkette VCA empfiehlt, zum Erwachsenenfutter zu wechseln, wenn die Katze ein Jahr alt ist oder ausgewachsen – je nachdem, was später eintritt. Als ausgewachsen gilt eine Katze, wenn sie etwa 80–90 % ihrer zu erwartenden Endgröße erreicht hat.

Die meisten Katzen sind mit 9–12 Monaten so weit. Große, spät reifende Rassen wie die Maine Coon oder die Norwegische Waldkatze brauchen länger; bei der Maine Coon nennt VCA bis zu 18 Monate. Besprechen Sie den richtigen Zeitpunkt am besten beim Impftermin in der Tierarztpraxis. Mehr über die Eigenheiten einzelner Rassen finden Sie in unserer Übersicht Katzenrassen.

Auch die Kastration spielt eine Rolle: Danach sinkt der Energiebedarf vieler Katzen, und sie nehmen leichter zu. Behalten Sie nach dem Eingriff das Gewicht besonders im Auge und passen Sie die Menge in Absprache mit der Praxis an. Kittenfutter ist energiereich – wer es zu lange füttert, riskiert Übergewicht.

Leckerlis und Menschenessen

Kitten betteln gern und lernen schnell, wo es etwas gibt. Leckerlis sind in Maßen in Ordnung; Cornell rät, dass Snacks nicht mehr als 10–15 % der täglichen Kalorien ausmachen. Vieles vom Menschentisch ist für Katzen ungeeignet oder sogar giftig. Ob ein Lebensmittel erlaubt ist, können Sie schnell mit unserem Werkzeug Darf meine Katze das fressen? prüfen.

Wann Sie zum Tierarzt sollten

Kitten haben wenig Reserven. Wenden Sie sich an Ihre Tierarztpraxis, wenn Sie Folgendes bemerken:

  • Das Kitten frisst nicht mehr oder deutlich weniger – bei sehr jungen Kitten noch am selben Tag.
  • Es nimmt nicht zu oder verliert Gewicht.
  • Durchfall oder Erbrechen, besonders wenn es mehrmals auftritt oder das Kitten matt wirkt.
  • Aufgeblähter Bauch, stumpfes Fell oder Würmer im Kot.
  • Das Kitten ist ungewöhnlich schläfrig, schwach oder fühlt sich kalt an – dann sofort, notfalls beim tierärztlichen Notdienst.

Die ersten Impfungen, die Entwurmung und die erste Gesundheitskontrolle sind ohnehin gute Gelegenheiten, um über Futter, Menge und Gewichtsentwicklung zu sprechen. So legen Sie im ersten Jahr den Grundstein für ein langes, gesundes Katzenleben.

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Giftliste für Katzen zum Ausdrucken

163 Lebensmittel und 188 Pflanzen mit klarer Einstufung – dazu eine Notfallkarte für den Kühlschrank. 29 Seiten, kostenlos als PDF.

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Quellen und weiterführende Informationen (7)
  1. AAHA/AAFP: 2021 Feline Life Stage Guidelines (Journal of Feline Medicine and Surgery, 2021)
  2. International Cat Care: Feeding your cat or kitten
  3. Cornell Feline Health Center: How often should you feed your cat?
  4. Cornell Feline Health Center: Feeding Your Cat
  5. VCA Animal Hospitals: When To Switch Kitten To Adult Food
  6. WSAVA Global Nutrition Committee: Guidelines on Selecting Pet Foods (2021)
  7. FEDIAF: Kodex für die gute Kennzeichnung von Heimtierfuttermitteln (2018)

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