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Gesundheit

Katzenfutter ohne Zucker: Warum Zucker im Napf überflüssig ist

Warum Katzen keinen Zucker brauchen, unter welchen Namen er im Futter steht und was über Zucker, Kohlenhydrate, Übergewicht und Diabetes bei Katzen bekannt ist.

Von der Redaktion catterys.deÜberarbeitet am 26. September 2026

Rot getigerte Katze liegt auf einer hellen Plüschdecke und blickt in die Kamera

Wer beim Einkaufen die Zutatenliste eines Katzenfutters liest, stolpert immer wieder über „Zucker“, „Karamell“ oder „Melasse“. Das irritiert zu Recht: Katzen sind Fleischfresser, und in einer Maus steckt kein Haushaltszucker. Viele Halterinnen und Halter suchen deshalb gezielt nach Katzenfutter ohne Zucker.

Aber ist Zucker im Futter wirklich schädlich, oder nur überflüssig? Und wie erkennen Sie ihn, wenn er unter anderen Namen auftaucht? Dieser Artikel ordnet das Thema sachlich ein – ohne Panikmache, aber auch ohne Verharmlosung.

Warum Katzen keinen Zucker brauchen

Katzen sind reine Fleischfresser. Das Cornell Feline Health Center beschreibt ihre natürliche Beute als reich an Eiweiß, mäßig fettreich und arm an Kohlenhydraten. Ihren Energiebedarf decken Katzen vor allem aus Eiweiß und Fett; ihren Blutzucker bauen sie überwiegend selbst aus Eiweißbausteinen auf. Zugesetzter Zucker ist für sie kein notwendiger Nährstoff.

Hinzu kommt eine Besonderheit, die Forschende 2005 in der Fachzeitschrift PLoS Genetics beschrieben haben: Bei Katzen ist das Gen Tas1r2, das für den Süßrezeptor gebraucht wird, durch Mutationen funktionslos. Das Team um Li fand denselben Defekt auch bei Tiger und Gepard. Katzen können Süßes also sehr wahrscheinlich gar nicht schmecken.

Daraus folgt: Zucker macht Katzenfutter für die Katze nicht leckerer. Wenn ein Hersteller ihn zusetzt, hat das andere Gründe.

Graues Kätzchen sitzt vor grünem Hintergrund unter einem Tannenzweig und blickt nach oben
Katzen fehlt ein funktionierender Süßrezeptor – Zucker im Futter ist für sie geschmacklich bedeutungslos.

Warum steht trotzdem Zucker im Futter?

Zucker ist als Futtermittel zugelassen und darf eingesetzt werden. Übliche Gründe sind technischer oder optischer Art:

  • Farbe: Karamell färbt Soßen und Stückchen appetitlich braun – für das Auge des Menschen. Karamell kann auch als Farbstoff unter den Zusatzstoffen stehen.
  • Konsistenz: Zucker kann Feuchtigkeit binden und die Beschaffenheit von Soßen, Stückchen oder halbfeuchtem Futter beeinflussen.
  • Bestandteil anderer Zutaten: Manche Zutaten bringen Zucker mit, etwa Obst, Melasse oder bestimmte pflanzliche Nebenerzeugnisse.

Ein Hinweis zur Einordnung: Die üblichen Mengen in einem Alleinfuttermittel sind meist gering. Dass ein kleiner Zuckeranteil allein eine gesunde, schlanke Katze krank macht, ist nicht belegt. Es gibt aber auch keinen Grund, ihn zu füttern. Wer die Wahl hat, greift daher zu einem Futter ohne zugesetzten Zucker.

So erkennen Sie Zucker in der Deklaration

Wie Zucker auf dem Etikett erscheint, hängt davon ab, wie der Hersteller die Zusammensetzung angibt.

Geschlossene Deklaration

Bei der Angabe nach Kategorien gibt es laut EU-Recht und dem Kennzeichnungskodex der FEDIAF eine eigene Kategorie „Zucker“ – sie umfasst „alle Zuckerarten“. Steht „Zucker“ in der Zusammensetzung, ist also welcher zugesetzt. Die Zutaten sind nach Gewicht absteigend sortiert; steht „Zucker“ weit hinten, ist der Anteil klein.

Offene Deklaration

Werden die Zutaten einzeln genannt, taucht Zucker unter seinem genauen Namen auf. Häufige Bezeichnungen:

Bezeichnung Was es ist
Zucker, Saccharose, Sukrose Haushaltszucker
Glukose, Dextrose, Traubenzucker Traubenzucker
Fruktose Fruchtzucker
Maltose, Malzzucker, Malzextrakt Zucker aus Malz
Laktose Milchzucker
Melasse zuckerreicher Sirup aus der Zuckerherstellung
Karamell, Zuckerkulör erhitzter Zucker, meist zum Färben
Sirup, Glukosesirup, Invertzuckersirup flüssige Zuckerzubereitungen

Nicht alles, was auf manchen Listen im Internet als „versteckter Zucker“ gilt, ist tatsächlich Zucker. Zellulose zum Beispiel ist ein Ballaststoff, den der Körper nicht zu Zucker abbaut. Rübenschnitzel (Trockenschnitzel) sind vor allem ein Ballaststoff aus der Zuckerrübe und werden meist nach dem Entzuckern verwendet. Glykogen ist die Speicherform von Kohlenhydraten in Leber und Muskeln und kommt natürlich in Fleisch vor. Diese Zutaten sind kein zugesetzter Zucker.

Auch Stärke aus Getreide, Kartoffeln oder Erbsen ist kein Zucker im Sinne der Deklaration, wird im Körper aber zu Glukose abgebaut. Wer den Kohlenhydratanteil insgesamt im Blick behalten möchte, muss deshalb nicht nur auf Zucker achten. Wie Sie eine Deklaration vollständig lesen, erklären wir im Artikel über gutes Katzenfutter.

„Ohne Zuckerzusatz“ auf der Packung

Diese Werbeaussage bedeutet, dass kein Zucker zugesetzt wurde. Natürlich enthaltener Zucker, etwa aus Früchten oder Gemüse, kann trotzdem vorhanden sein – bei einem fleischbasierten Katzenfutter ist das meist wenig. Maßgeblich ist immer die Zusammensetzung auf der Rückseite.

Zucker, Kohlenhydrate und Diabetes

Diabetes mellitus ist bei Katzen eine verbreitete Hormonerkrankung. Nach dem Cornell Feline Health Center sind die wichtigsten Risikofaktoren Übergewicht, höheres Alter, Bewegungsmangel, männliches Geschlecht und die Gabe von Kortison. Die aktuellen Leitlinien von International Cat Care (2025) beschreiben Übergewicht als Ursache einer Insulinresistenz, die den Insulinbedarf erhöht.

Für den Alltag heißt das: Der wichtigste Schutz vor Diabetes ist nicht der Verzicht auf eine Zeile in der Zutatenliste, sondern ein gesundes Körpergewicht. Zu viel Futter macht dick – egal, ob mit oder ohne Zucker. Cornell nennt Übergewicht das häufigste ernährungsbedingte Problem bei Katzen.

Ist eine Katze an Diabetes erkrankt, spielt das Futter eine große Rolle. Die iCatCare-Leitlinien von 2025 empfehlen für diabetische Katzen ein kohlenhydratarmes Futter (weniger als 25 % der Trockenmasse bzw. weniger als 15 % der umsetzbaren Energie) und nennen Nassfutter als einfachen Weg dorthin. Bei manchen Katzen kann die Krankheit mit Behandlung, Gewichtsabnahme und angepasster Ernährung in Remission gehen. Das Futter einer diabetischen Katze umzustellen, gehört aber immer in tierärztliche Hände, weil sich der Insulinbedarf dabei schnell ändern kann – eine eigenmächtige Umstellung kann zu gefährlicher Unterzuckerung führen.

Und die Zähne?

Karies, wie sie beim Menschen durch Zucker entsteht, spielt bei Katzen kaum eine Rolle. Ihre häufigen Zahnprobleme sind andere, vor allem Zahnfleischentzündungen, Zahnstein und sogenannte Resorptionen, bei denen der Zahn von innen abgebaut wird. Zucker im Futter ist dafür nach heutigem Wissen nicht die entscheidende Ursache. Regelmäßige Zahnkontrollen beim Tierarzt sind trotzdem wichtig.

Worauf Sie beim Kauf achten können

  • Zusammensetzung lesen, nicht nur die Vorderseite.
  • „Zucker“ oder einen der Namen aus der Tabelle in der Zutatenliste? Dann ist Zucker zugesetzt.
  • Alleinfuttermittel wählen, das zum Alter Ihrer Katze passt – siehe Kittenfutter und Futter für Senioren.
  • Tierische Zutaten vorn, Getreide und Stärke nicht als Hauptbestandteil.
  • Snacks und Leckerlis mitdenken: Auch sie enthalten manchmal Zucker oder Sirup. Cornell rät, dass Snacks höchstens 10–15 % der täglichen Kalorien ausmachen.
  • Nichts Süßes vom Tisch: Kuchen, Eis oder Schokolade gehören nicht in die Katze; Schokolade ist sogar giftig. Ob ein Lebensmittel erlaubt ist, zeigt unser Werkzeug Darf meine Katze das fressen?.

Nach bestimmten Herstellern oder Marken sortieren wir hier bewusst nicht. Welches zuckerfreie Futter passt, hängt von Ihrer Katze ab – und davon, was sie gern frisst.

Wann Sie zum Tierarzt sollten

Achten Sie auf typische Anzeichen eines Diabetes und lassen Sie Ihre Katze zeitnah untersuchen, wenn Sie Folgendes bemerken:

  • deutlich mehr Durst und auffällig große Urinklumpen im Katzenklo
  • Gewichtsverlust, obwohl die Katze gut oder sogar mehr frisst
  • ein veränderter Gang, bei dem die Katze mit den Hinterbeinen tiefer auftritt
  • Mattigkeit, Erbrechen oder Appetitlosigkeit

Wirkt eine Katze mit bekanntem Diabetes plötzlich wackelig, verwirrt oder krampft sie, kann eine Unterzuckerung vorliegen: Rufen Sie sofort Ihre Tierarztpraxis oder den tierärztlichen Notdienst an.

Auch bei Übergewicht lohnt sich ein Termin. Ein Abnehmplan sollte langsam und begleitet erfolgen, denn Katzen, die zu wenig fressen, können eine lebensgefährliche Leberverfettung entwickeln.

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Quellen und weiterführende Informationen (5)
  1. Li X. et al.: Pseudogenization of a Sweet-Receptor Gene Accounts for Cats’ Indifference toward Sugar (PLoS Genetics, 2005)
  2. FEDIAF: Kodex für die gute Kennzeichnung von Heimtierfuttermitteln (2018)
  3. iCatCare 2025 consensus guidelines on the diagnosis and management of diabetes mellitus in cats (Journal of Feline Medicine and Surgery, 2025)
  4. Cornell Feline Health Center: Feline Diabetes
  5. Cornell Feline Health Center: Feeding Your Cat

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