Zum Inhalt springen
catterys.deKatzenrassen & Züchter in Deutschland

Halblanghaarmittelgroß

Heilige Birma

auch: Birma, Birmakatze, Sacred Birman, Birman, Sacré de Birmanie, SBI

Die Heilige Birma verbindet blaue Augen, Point-Zeichnung und weiße Pfoten mit einem sanften, geselligen Wesen – eine der ausgeglichensten Familienkatzen.

Heilige Birma in Seal-Point mit tiefblauen Augen und weißer Vorderpfote liegt entspannt auf einem hellen, glänzenden Fliesenboden.

Steckbrief Heilige Birma

Herkunft
Frankreich (Name nach Birma, dem heutigen Myanmar)
Fell
Halblanghaar
Größe
mittelgroß
Gewicht Katze
3,5–5 kg
Gewicht Kater
5–7 kg
Lebenserwartung
13–16 Jahre
Anerkannt bei
FIFe, WCF, TICA, CFA, GCCF
Aktivität
gemütlich
Menschenbezug
sehr anhänglich
Stimme
leise
Fellpflege
mittel
Mit Kindern
sehr gut
Mit anderen Tieren
sehr gut
Allein bleiben
mittel
Reine Wohnung
gut geeignet
Für Einsteiger
sehr gut

Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?

Die Heilige Birma, oft einfach Birma genannt, ist eine der schönsten Verbindungen aus Aussehen und Wesen: tiefblaue Augen, ein seidiges, halblanges Fell mit dunklen Abzeichen – und vier schneeweiße Pfoten, als hätte sie Handschuhe angezogen. Dazu kommt ein sanftes, geselliges und ausgeglichenes Temperament.

Die Birma ist keine Katze der Extreme. Sie ist weder überdreht noch phlegmatisch, weder aufdringlich noch distanziert. Für Familien, Einsteiger und reine Wohnungshaltung gehört sie zu den empfehlenswertesten Rassen – wenn der Züchter die bekannten Erbkrankheiten ausschließt.

Herkunft und Geschichte

Um die Birma rankt sich eine der bekanntesten Katzenlegenden. Der Sage nach lebten im Tempel von Lao-Tsun in Birma heilige weiße Katzen. Als der Priester Mun-Ha starb, habe sein Kater Sinh die Pfoten auf ihn gelegt, sein Fell sei golden geworden, die Augen blau wie die der Tempelgöttin, nur die Pfoten, die den Priester berührten, seien weiß geblieben. Belege für diese Geschichte gibt es nicht.

Nachweisbar ist, dass die Rasse ab den 1920er Jahren in Frankreich gezüchtet und dort 1925 anerkannt wurde. Beteiligt waren vermutlich Siamkatzen und langhaarige Katzen; die genaue Herkunft der Gründertiere ist unklar. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Zucht fast erloschen und wurde mit wenigen verbliebenen Tieren und Einkreuzungen wieder aufgebaut. Heute ist die Heilige Birma bei FIFe, WCF, TICA, CFA und GCCF anerkannt.

Aussehen

Die Birma ist eine mittelgroße bis große, kräftige Katze mit einem länglichen, stämmigen Körper und kurzen, kräftigen Beinen. Der Kopf ist breit und rund mit vollen Wangen, einer mittellangen Nase ohne Stop und einem kräftigen Kinn. Die Ohren sind mittelgroß, die runden Augen immer tiefblau.

Das Fell ist halblang, seidig und hat wenig Unterwolle. Um den Hals bildet sich eine Halskrause, der Schwanz ist buschig. Typisch ist die Point-Zeichnung: ein heller, cremefarben bis goldig getönter Körper mit dunkleren Abzeichen an Gesicht, Ohren, Beinen und Schwanz. Anerkannt sind unter anderem Seal, Blue, Chocolate, Lilac, Red und Cream Point sowie Tortie- und Tabby-Points.

Das wichtigste Rassemerkmal sind die weißen Pfoten: Alle vier Pfoten tragen weiße „Handschuhe“, an den Hinterbeinen laufen sie hinten als spitze „Sporen“ die Fersen hinauf. Möglichst gleichmäßige Handschuhe sind züchterisch schwer zu erreichen – deshalb haben viele Birmas kleine Unregelmäßigkeiten, die für ein Familientier keine Rolle spielen.

Verwechselt wird die Birma oft mit der Ragdoll. Die Ragdoll ist größer und schwerer und kommt auch ohne weiße Pfoten oder mit viel Weiß vor.

Wesen und Charakter

Die Birma ist sanft, freundlich und sehr gesellig. Sie sucht die Nähe ihrer Menschen, begrüßt sie an der Tür und liegt gern auf dem Schoß oder daneben, ohne ständig Aufmerksamkeit einzufordern. Ihre Stimme ist leise und angenehm.

Sie spielt gern, aber in gemäßigtem Tempo, und ist neugierig, ohne Unruhe zu stiften. Mit Kindern, anderen Katzen und katzenfreundlichen Hunden kommt sie in der Regel sehr gut zurecht. Die Schattenseite der Gutmütigkeit: Die Birma ist wenig durchsetzungsstark und kann in einer Gruppe mit sehr dominanten Katzen zu kurz kommen. Auch Einsamkeit verträgt sie schlecht – sie ist ein Gesellschaftstier.

Haltung

Die Heilige Birma ist eine sehr gute Wohnungskatze. Freigang braucht sie nicht, ein gesicherter Balkon ist eine schöne Ergänzung. Wegen ihrer Zutraulichkeit ist unbeaufsichtigter Freigang eher riskant.

Halten Sie sie nicht allein, sondern mindestens zu zweit, am besten mit einer ähnlich sanften Katze. Mit einer Partnerkatze übersteht sie normale Arbeitstage. Kletter- und Kratzmöglichkeiten, ruhige Liegeplätze und tägliche Spieleinheiten gehören dazu, auch wenn die Birma keine Hochleistungssportlerin ist.

Pflege und Ernährung

Das halblange Fell ist pflegeleichter, als es aussieht, weil es wenig Unterwolle hat. Kämmen Sie Ihre Birma ein- bis zweimal pro Woche gründlich, vor allem an Halskrause, Achseln, Bauch und Hosen. Im Fellwechsel ist tägliches Kämmen sinnvoll, sonst schluckt die Katze viele Haare. Die weißen Pfoten dürfen ruhig schmutzig werden – baden ist nur in Ausnahmefällen nötig.

Bei der Ernährung gelten die üblichen Regeln: ein hochwertiges Alleinfutter mit hohem Fleischanteil, bevorzugt Nassfutter. Weil die Birma eher gemütlich ist, sollten Sie auf die Figur achten; unter dem Fell fällt Übergewicht spät auf.

Gesundheit

Die Heilige Birma gilt als langlebige Rasse. In einer Auswertung britischer Praxisdaten (Teng et al. 2024) hatte sie mit 14,4 Jahren ab Geburt zusammen mit der Burma die höchste Lebenserwartung der untersuchten Rassen – mehr als Mischlinge. Einige Erbkrankheiten sind aber bekannt, für die meisten gibt es Gentests. LABOKLIN bietet sie als Birma-Paket an:

  • Angeborene Haarlosigkeit mit kurzer Lebenserwartung (CHSLE): Betroffene Kitten kommen fast nackt zur Welt, ihnen fehlt der Thymus und damit ein Teil des Immunsystems. Das QUEN-Merkblatt zu Tasthaaren ordnet die Krankheit der höchsten Belastungsstufe zu; die meisten Tiere sterben früh an Infektionen. Sie wird rezessiv vererbt – ein Gentest der Eltern verhindert kranke Kitten sicher.
  • Polyzystische Nierenerkrankung (PKD): Zysten in den Nieren, dominant vererbt, vermutlich über frühere Einkreuzungen in die Rasse gekommen. Beide Eltern müssen negativ getestet sein.
  • Mucopolysaccharidose Typ VI (MPS VI): Eine Stoffwechselstörung, bei der sich bestimmte Zuckermoleküle ablagern und Knochen und Gelenke schädigen können. Gentest verfügbar.
  • Progressive Retinaatrophie (pd-PRA): Erbliche Netzhauterkrankung, die zur Erblindung führt; Gentest verfügbar.
  • Blutgruppe B: Laut LABOKLIN haben 11–20 % der Birmas Blutgruppe B. Die Blutgruppe der Eltern sollte bekannt sein, damit Kitten nicht an einer Unverträglichkeit mit der Muttermilch erkranken.

Harmlos ist dagegen eine Besonderheit vieler Birmas: auffällige Körnchen in bestimmten weißen Blutkörperchen, die im Blutbild auffallen können. Sie haben keinen Krankheitswert – sagen Sie Ihrer Tierarztpraxis aber Bescheid.

Für wen passt die Heilige Birma?

Passt gut, wenn Sie …

  • eine sanfte, gesellige Familienkatze suchen,
  • Einsteiger sind,
  • in einer Wohnung leben und zwei Katzen halten können,
  • gern regelmäßig, aber nicht täglich, Fell pflegen.

Passt eher nicht, wenn Sie …

  • eine sehr aktive, sportliche Katze suchen – dann eher Abessinier,
  • selten zu Hause sind,
  • auf eine Katze für Allergiker hoffen.

Ähnlich im Wesen, aber größer ist die Ragdoll; ebenfalls blauäugig, aber viel gesprächiger ist die Balinese.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Kaufen Sie nur bei einem Züchter, der einem anerkannten Verband angeschlossen ist und einen Stammbaum mitgibt. Lassen Sie sich für beide Eltern die Gentests auf CHSLE, PKD, MPS VI und pd-PRA sowie die Blutgruppe zeigen. Fragen Sie, ob die Zuchttiere zusätzlich per Herzultraschall untersucht wurden. Sehen Sie sich die Mutterkatze vor Ort an.

Kitten ziehen frühestens mit zwölf Wochen aus, geimpft, entwurmt und gechippt. Warnsignale: „Birma-Mix“ oder „Birma ohne Papiere“, ein Preis deutlich unter dem üblichen Rahmen, keine Elterntiere zum Ansehen oder eine Übergabe auf dem Parkplatz. Unsere Fragen an den Züchter helfen beim Gespräch; Adressen finden Sie unter Züchter der Heiligen Birma in Ihrer Nähe.

Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen

ErkrankungVorsorge in der Zucht
Angeborene Haarlosigkeit mit kurzer Lebenserwartung (CHSLE)Gentest der Elterntiere auf die Hypotrichose-Mutation
Polyzystische Nierenerkrankung (PKD)Gentest der Elterntiere auf die PKD1-Mutation
Mucopolysaccharidose Typ VI (MPS VI)Gentest der Elterntiere
Progressive Retinaatrophie (pd-PRA)Gentest der Elterntiere
Blutgruppe B – Risiko für Neugeborene (Neonatale Isoerythrolyse)Blutgruppenbestimmung der Elterntiere
Quellen und weiterführende Informationen (8)
  1. FIFe: Anerkannte Rassen und Rassestandards (Sacred Birman SBI)
  2. GCCF: Breed profile Birman
  3. WCF: Halblanghaar-Rassen (Heilige Birma SBI)
  4. LABOKLIN: Paket Heilige Birma (Blutgruppe, PKD, pd-PRA, Hypotrichose, MPS VI)
  5. LABOKLIN: Hypotrichose und Kurzlebigkeit
  6. LABOKLIN: A, B oder C? Neue Gentests zum Blutgruppensystem der Katze
  7. QUEN Qualzucht-Datenbank: Merkblatt Nr. 20 Katze Vibrissen (Abschnitt CHSLE)
  8. Teng et al. (2024): Life tables of annual life expectancy and risk factors for mortality in cats in the UK. Journal of Feline Medicine and Surgery

Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026

Züchter der Heilige Birma

28 geprüfte Catteries in Deutschland – jede nach unseren Aufnahmekriterien auf ihrer eigenen Website geprüft.

Alle anzeigen und nach Umkreis suchen

Auch im Tierheim warten Katzen

Immer wieder sind auch Rassekatzen wie die Heilige Birma dabei – und viele wunderbare Hauskatzen. Schauen Sie, wer in Ihrer Nähe ein Zuhause sucht.

Tierheime finden

Ähnliche Rassen