Halblanghaargroß
RagaMuffin
auch: Ragamuffin, RagaMuffin-Katze, Muffin, RGM
Die RagaMuffin ist eine große, sanfte Halblanghaarkatze aus der Ragdoll-Linie – in allen Farben und Augenfarben, sehr menschenbezogen und wohnungstauglich.

Steckbrief RagaMuffin
- Herkunft
- USA (Kalifornien)
- Fell
- Halblanghaar
- Größe
- groß
- Gewicht Katze
- 4–6,5 kg
- Gewicht Kater
- 6–9 kg
- Lebenserwartung
- 12–15 Jahre
- Anerkannt bei
- WCF, CFA, GCCF
- Aktivität
- gemütlich
- Menschenbezug
- sehr anhänglich
- Stimme
- leise
- Fellpflege
- mittel
- Mit Kindern
- sehr gut
- Mit anderen Tieren
- sehr gut
- Allein bleiben
- schlecht
- Reine Wohnung
- gut geeignet
- Für Einsteiger
- sehr gut
Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?
Die RagaMuffin ist die weniger bekannte Schwester der Ragdoll. Sie teilt deren Größe, das weiche Halblangfell und das auffallend sanfte Wesen, darf aber in jeder Farbe und mit jeder Augenfarbe gezüchtet werden – von Schwarz-Weiß über Tabby bis Schildpatt, mit grünen, goldenen oder blauen Augen.
In Deutschland ist die Rasse selten. Wer eine RagaMuffin sucht, braucht Geduld bei der Züchtersuche und sollte wissen, welche Gesundheitsnachweise wichtig sind.
Herkunft und Geschichte
Die Geschichte der RagaMuffin beginnt bei der Ragdoll. Deren Begründerin Ann Baker hatte den Namen Ragdoll schützen lassen und gab ihren Züchtern strenge Regeln vor. 1994 löste sich eine Gruppe von Züchtern aus ihrem Verband. Weil sie den Namen Ragdoll nicht verwenden durften, nannten sie ihre Katzen „RagaMuffin“ – im Englischen ein liebevoller Ausdruck für einen kleinen Strolch.
Um die schmale genetische Basis zu verbreitern, kreuzten die Züchter in der Anfangszeit Perser, Himalayan und langhaarige Hauskatzen ein, teils auch Ragdolls. Die CFA nahm die RagaMuffin 2003 zur Registrierung an und gewährte 2011 den Championstatus. Heute erkennen außerdem WCF und GCCF die Rasse an, FIFe und TICA dagegen nicht.
Aussehen
Die RagaMuffin ist groß und schwer, mit rechteckigem, kräftigem Körper, breiter Brust und einem typischen Fettpolster am Unterbauch. Sie entwickelt sich langsam und ist erst mit rund vier Jahren ganz ausgewachsen.
Der Kopf ist ein breiter, gerundeter Keil mit vollen Wangen und kurzer Nase mit leichtem Knick; die Ohren sind mittelgroß und leicht nach vorn geneigt. Die großen, walnussförmigen Augen verleihen ihr einen besonders sanften Ausdruck. Das halblange, seidige Fell ähnelt Kaninchenfell, ist am Hals und an den Hinterbeinen länger und neigt wenig zum Verfilzen.
Erlaubt sind fast alle Farben und Muster, auch Pointfarben. In der CFA dürfen Pointfarben allerdings nicht ausgestellt werden – hier liegt der deutlichste Unterschied zur Ragdoll, die immer ein Pointmuster und blaue Augen hat.
Wesen und Charakter
RagaMuffins gelten als ausgesprochen freundlich, gelassen und menschenbezogen. Sie lassen sich gern tragen, liegen auf dem Schoß, folgen ihren Menschen und kommen mit Kindern, anderen Katzen und freundlichen Hunden gut aus. Viele sind verspielt, aber nicht überdreht; laut sind sie selten.
Die Kehrseite dieser Sanftheit: Eine RagaMuffin ist eher Beobachterin als Kämpferin und kann sich in einem Haushalt mit sehr dominanten Katzen oder ungestümen Kindern schlecht behaupten. Allein gelassen vereinsamt sie schnell.
Weil RagaMuffins schwer sind und sich oft entspannt tragen lassen, sollten gerade Kinder lernen, sie richtig hochzunehmen: eine Hand unter der Brust, die andere unter dem Hinterteil, und nie an den Vorderbeinen hängend. Auch eine gelassene Katze kann sich verletzen, wenn sie aus den Armen fällt, und nicht jede möchte ständig getragen werden.
Haltung
Die RagaMuffin ist wie gemacht für die Wohnung: Sie braucht keinen Freigang, freut sich aber über einen gesicherten Balkon. Wichtig sind breite, stabile Liegeflächen und Kratzbäume, die ihr Gewicht tragen, dazu tägliche, ruhige Spieleinheiten.
Halten Sie sie mit einer Partnerkatze ähnlichen Temperaments, etwa einer weiteren RagaMuffin oder einer Ragdoll. Menschen, die viel zu Hause sind, passen am besten zu ihr.
Pflege und Ernährung
Das Fell verfilzt weniger als das eines Persers. Ein- bis zweimal pro Woche kämmen genügt meist; im Fellwechsel öfter und besonders an Hals, Achseln und „Hosen“.
Die RagaMuffin neigt zu Übergewicht. Das rassetypische Bauchpolster ist normal, darf aber nicht mit Fettleibigkeit verwechselt werden – fragen Sie Ihren Tierarzt nach dem Idealgewicht Ihrer Katze. Die Basis ist ein hochwertiges Alleinfuttermittel mit hohem Fleischanteil in abgewogener Menge.
Gesundheit
Für die RagaMuffin selbst gibt es kaum wissenschaftliche Daten; die Gesundheitsthemen ergeben sich aus ihrer Herkunft:
Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): Die häufigste Herzerkrankung der Katze. Weil RagaMuffins eng mit der Ragdoll verwandt sind, kann in manchen Linien die Ragdoll-Variante R820W im Gen MYBPC3 vorkommen; ein Gentest ist dann sinnvoll. Er erfasst aber nur diese eine Ursache, und HCM tritt bei Katzen häufig ohne bekannte Variante auf (O’Donnell et al., 2021). Entscheidend ist deshalb der regelmäßige Herzultraschall der Zuchttiere.
Polyzystische Nierenerkrankung (PKD): Durch die Perser-Einkreuzungen der Gründerzeit kann die dominant vererbte PKD1-Mutation in der Rasse vorkommen. Sie führt zu Nierenzysten und später oft zu Nierenversagen. Ein Gentest (Lyons et al., 2004) schließt sie zuverlässig aus.
Wann Sie zum Tierarzt sollten: bei schneller oder angestrengter Atmung in Ruhe, plötzlicher Lähmung der Hinterbeine (Notfall), vermehrtem Trinken und Urinieren, Gewichtsverlust oder Appetitlosigkeit.
Für wen passt die RagaMuffin?
Passt gut, wenn Sie …
- eine ruhige, verschmuste Katze für die Wohnung suchen,
- mit Kindern leben, die rücksichtsvoll mit Tieren umgehen,
- zwei Katzen halten und viel zu Hause sind,
- Geduld bei der Züchtersuche haben.
Passt eher nicht, wenn Sie …
- eine selbstständige Katze möchten, die gut allein bleibt,
- sehr aktiven Freigang bieten wollen,
- eine Katze möchten, die sich gegen dominante Artgenossen durchsetzt.
Blauäugig und mit Pointmuster ist die Ragdoll; ähnlich gelassen, aber kurzhaarig ist die Britisch Kurzhaar. Im Rassen-Vergleich sehen Sie die Unterschiede auf einen Blick.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Weil die RagaMuffin in Deutschland selten ist, werden gelegentlich Ragdoll-Mischlinge oder langhaarige Hauskatzen unter diesem Namen angeboten. Verlangen Sie deshalb einen Stammbaum eines anerkennenden Verbands (in Deutschland meist ein WCF-Verein) und lassen Sie sich für beide Elterntiere zeigen:
- einen aktuellen Herzultraschall,
- den PKD-Gentest,
- bei Ragdoll-Anteil den HCM-Gentest auf R820W.
Kitten sollten frühestens mit zwölf Wochen, geimpft, entwurmt und gechippt ausziehen. Warnsignale sind ein Preis deutlich unter dem üblichen Rahmen, fehlende Elterntiere, fehlende Testnachweise oder eine Übergabe auf dem Parkplatz. Welche Fragen Sie stellen sollten, zeigt unsere Liste Fragen an den Züchter. Adressen finden Sie unter Züchter der RagaMuffin in Ihrer Nähe.
Eine gut gezüchtete RagaMuffin ist eine sanfte, geduldige Mitbewohnerin, die ihre Menschen gern überallhin begleitet – vorausgesetzt, sie ist nicht allzu oft allein.
Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen
| Erkrankung | Vorsorge in der Zucht |
|---|---|
| Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) | Herzultraschall der Zuchttiere, regelmäßig wiederholt; bei Ragdoll-Anteil in der Linie zusätzlich Gentest auf die MYBPC3-Variante R820W |
| Polyzystische Nierenerkrankung (PKD) | Gentest der Elterntiere auf die PKD1-Mutation (Perser-Einkreuzungen in der Gründungszeit) |
Quellen und weiterführende Informationen (6)
- Cat Fanciers’ Association: RagaMuffin
- GCCF: RagaMuffin
- WCF: EMS-Code und Anerkennung der Rassen
- UC Davis Veterinary Genetics Laboratory: Hypertrophic Cardiomyopathy (HCM) in Ragdolls
- Lyons et al. (2004): Feline polycystic kidney disease mutation identified in PKD1, J Am Soc Nephrol
- O’Donnell et al. (2021): Known MYH7 and MYBPC3 variants absent in a diverse cohort of cats with HCM, Animal Genetics
Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026


