Halblanghaarmittelgroß
Balinese
auch: Balinesenkatze, Langhaar-Siam, Javanese, BAL
Die Balinese ist eine halblanghaarige Siam: elegant, blauäugig, sehr gesprächig und eng an ihre Menschen gebunden – nichts für Leute, die viel unterwegs sind.

Steckbrief Balinese
- Herkunft
- USA
- Fell
- Halblanghaar
- Größe
- mittelgroß
- Gewicht Katze
- 2,5–4 kg
- Gewicht Kater
- 3,5–5 kg
- Lebenserwartung
- 12–15 Jahre
- Anerkannt bei
- FIFe, WCF, TICA, CFA, GCCF
- Aktivität
- sehr aktiv
- Menschenbezug
- sehr anhänglich
- Stimme
- sehr gesprächig
- Fellpflege
- kaum Aufwand
- Mit Kindern
- mittel
- Mit anderen Tieren
- sehr gut
- Allein bleiben
- schlecht
- Reine Wohnung
- gut geeignet
- Für Einsteiger
- mittel
Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?
Die Balinese ist eine Siam mit halblangem, seidigem Fell und einem federbuschigen Schwanz. Sie hat den schlanken, eleganten Körper, die leuchtend blauen Augen und die Point-Zeichnung ihrer kurzhaarigen Verwandten – und deren Temperament.
Das heißt: Die Balinese ist klug, verspielt, sehr gesprächig und hängt eng an ihren Menschen. Wer sich eine anmutige, aber stille Wohnungskatze wünscht, sollte sich die Rasse gut überlegen. Wer dagegen eine Katze sucht, die mitredet, mitmacht und überall dabei ist, findet in ihr eine wunderbare Gefährtin.
Herkunft und Geschichte
In Siamwürfen tauchten schon früh gelegentlich Kitten mit längerem Fell auf – vermutlich, weil einzelne Siamlinien das rezessive Langhaar-Gen trugen. In den 1950er Jahren begannen Züchterinnen in den USA, vor allem Helen Smith und Sylvia Holland, diese Tiere gezielt weiterzuzüchten. Der Name hat nichts mit der Insel Bali zu tun: Er soll an die Anmut balinesischer Tänzer erinnern.
Die Balinese ist heute bei FIFe, WCF, TICA, CFA und GCCF anerkannt. Die Verbände unterscheiden sich bei den erlaubten Farben. Die CFA hat die frühere „Javanese“, eine Balinese in weiteren Point-Farben, in die Balinese aufgenommen. Die TICA führt die Balinese in der Siam-Rassegruppe zusammen mit Siam, Orientalisch Kurzhaar und Orientalisch Langhaar.
Aussehen
Die Balinese ist mittelgroß, schlank und lang gestreckt, mit feinen Knochen, aber fester Muskulatur. Die Beine sind lang und schlank, die Hinterbeine etwas höher als die Vorderbeine, die Pfoten klein und oval. Der Kopf bildet einen langen Keil mit gerader Nase, die großen Ohren setzen diesen Keil fort. Die mandelförmigen Augen sind immer tiefblau.
Das Fell ist halblang, fein und seidig und liegt eng am Körper an. Es hat kaum Unterwolle und wirkt deshalb kürzer, als es ist. Am längsten ist das Haar am Schwanz, der wie eine Feder aussieht. Typisch ist die Point-Zeichnung: ein heller Körper mit dunkleren Abzeichen an Maske, Ohren, Beinen und Schwanz. Klassische Farben sind Seal, Blue, Chocolate und Lilac Point; je nach Verband sind auch Red, Cream, Tortie- und Tabby-Points (Lynx) anerkannt.
Nicht zu verwechseln ist die Balinese mit der Heiligen Birma: Die Birma ist kräftiger, hat einen runderen Kopf und weiße „Handschuhe“ an allen vier Pfoten.
Wesen und Charakter
Die Balinese ist eine ausgesprochene Menschenkatze. Sie folgt ihren Menschen durch die Wohnung, will beim Kochen, Arbeiten und Duschen dabei sein und schläft am liebsten mit im Bett. Sie ist intelligent, lernt schnell – auch Dinge, die sie nicht soll – und spielt ausdauernd, gern auch Apportierspiele.
Wie die Siam ist sie sehr gesprächig. Ihre Stimme ist etwas weicher als die mancher Siam, aber sie kommentiert gern und viel und fordert Aufmerksamkeit lautstark ein. Das ist Teil ihres Charmes, kann aber in hellhörigen Wohnungen oder für geräuschempfindliche Menschen anstrengend sein.
Die Kehrseite ihrer Anhänglichkeit: Viel Alleinsein verträgt die Balinese schlecht. Sie kann dann unruhig werden, viel rufen oder unerwünschtes Verhalten zeigen. Mit anderen Katzen kommt sie meist gut aus, oft auch mit katzenfreundlichen Hunden. Kinder, die rücksichtsvoll mit ihr spielen, mag sie; hektischen Trubel weniger.
Haltung
Die Balinese ist eine gute Wohnungskatze, braucht aber Beschäftigung: Kletter- und Kratzmöglichkeiten, Aussichtsplätze am Fenster, Futter- und Denkspiele und vor allem Zeit mit ihren Menschen. Ein gesicherter Balkon ist ein Gewinn.
Halten Sie sie unbedingt zu zweit, am besten mit einer ähnlich lebhaften und sozialen Katze – etwa einer weiteren Balinese, einer Siam oder einer Orientalin. Auch dann bleibt sie auf ihre Menschen fixiert. Wer täglich viele Stunden außer Haus ist, sollte eine andere Rasse wählen.
Pflege und Ernährung
Das halblange Fell sieht aufwendig aus, ist aber dank der fehlenden Unterwolle recht pflegeleicht. Einmal pro Woche mit einem feinen Kamm oder einer weichen Bürste durchzugehen genügt meist; im Fellwechsel etwas öfter. Filz bildet sich selten.
Achten Sie auf die Zähne: Bei Siamkatzen und ihren Verwandten sind Zahnfleisch- und Zahnprobleme ein häufiges Thema. Gewöhnen Sie Ihre Katze früh an das Zähneputzen und lassen Sie die Zähne bei jeder Vorsorgeuntersuchung ansehen. Bei der Ernährung gelten die üblichen Regeln: ein hochwertiges Alleinfutter mit hohem Fleischanteil, bevorzugt Nassfutter. Die schlanke Figur ist gewollt; eine Balinese sollte nicht rundlich werden, aber auch nicht knochig wirken.
Gesundheit
Weil die Balinese genetisch eine Siam ist, teilt sie deren Risiken:
- Progressive Retinaatrophie (rdAc-PRA): Eine erbliche Netzhauterkrankung, die zur Erblindung führt. Sie wird rezessiv vererbt; LABOKLIN führt die Balinese unter den betroffenen Rassen. Ein Gentest ist verfügbar, beide Eltern sollten frei oder zumindest nicht beide Träger sein.
- Amyloidose: Bei Siamlinien ist eine Ablagerung fehlgefalteter Eiweiße vor allem in der Leber beschrieben, die zu Leberversagen oder inneren Blutungen führen kann. Einen Gentest gibt es nicht. Fragen Sie den Züchter nach Erkrankungen in seinen Linien.
- Weitere Hinweise: Wie bei der Siam kommen gelegentlich leichtes Schielen und Augenzittern vor, eine Folge der Point-Genetik, die das Sehen meist kaum beeinträchtigt. Die Blutgruppe B wurde bei Siamkatzen laut LABOKLIN bisher nicht gefunden.
Achten Sie beim Kauf auch auf einen moderaten Typ. Extrem schmale Köpfe und sehr zierliche Körper gehören nicht zu einer gesunden Balinese.
Für wen passt die Balinese?
Passt gut, wenn Sie …
- viel zu Hause sind oder im Homeoffice arbeiten,
- eine sehr anhängliche, gesprächige Katze möchten, die überall dabei ist,
- zwei Katzen halten und täglich mit ihnen spielen,
- eine elegante Halblanghaarkatze mit wenig Pflegeaufwand suchen.
Passt eher nicht, wenn Sie …
- lange Arbeitstage haben,
- Ruhe schätzen oder in einer hellhörigen Wohnung leben – dann eher Heilige Birma oder Britisch Kurzhaar,
- auf eine Katze für Allergiker hoffen.
Die kurzhaarige Form ist die Siam; in allen Farben ohne Point-Zeichnung gibt es das Halblanghaar als Orientalisch Langhaar.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Kaufen Sie nur bei einem Züchter, der einem anerkannten Verband angeschlossen ist und einen Stammbaum mitgibt. Lassen Sie sich den rdAc-PRA-Gentest beider Eltern zeigen und fragen Sie nach Leber- und Nierenerkrankungen in den Linien. Erleben Sie die Mutterkatze vor Ort: Dann wissen Sie, wie gesprächig „gesprächig“ ist.
Kitten ziehen frühestens mit zwölf Wochen aus, geimpft, entwurmt und gechippt. Warnsignale: ein Preis deutlich unter dem üblichen Rahmen, „Langhaar-Siam“ ohne Papiere, keine Elterntiere zum Ansehen oder eine Übergabe auf dem Parkplatz. Unsere Fragen an den Züchter helfen beim Gespräch; Adressen finden Sie unter Züchter der Balinese in Ihrer Nähe.
Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen
| Erkrankung | Vorsorge in der Zucht |
|---|---|
| Progressive Retinaatrophie (rdAc-PRA) | Gentest der Elterntiere |
| Amyloidose (vor allem der Leber, aus Siam-Linien) | Kein Gentest – Gesundheitsgeschichte der Linie beim Züchter erfragen |
Quellen und weiterführende Informationen (6)
Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026


