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catterys.deKatzenrassen & Züchter in Deutschland

Seriösen Züchter erkennen

Die 19 wichtigsten Fragen für den Züchterbesuch, die Warnsignale für Vermehrer und was Qualzucht bedeutet – als Checkliste zum Abhaken und Ausdrucken.

Fragen für den Züchterbesuch

Haken Sie ab, was beim Besuch geklärt ist. Die Häkchen merkt sich nur diese Seite, solange sie offen ist – nichts wird gespeichert oder übertragen. Zum Mitnehmen einfach ausdrucken.

0 von 19 Fragen geklärt

Verein und Papiere
Gesundheit der Elterntiere
Das Kitten
Aufzucht und Umgebung
Vertrag und danach

Woran Sie einen seriösen Züchter erkennen

Ein guter Züchter verkauft keine Ware, sondern sucht ein Zuhause für seine Kitten. Er züchtet wenige Würfe, kennt jedes Tier, lässt die Elterntiere auf die Erbkrankheiten ihrer Rasse testen und beantwortet Ihre Fragen gern – auch die unbequemen. Umgekehrt stellt er Ihnen Fragen, weil er wissen möchte, wo sein Kitten hinkommt. Nehmen Sie sich für den Besuch Zeit, und schauen Sie sich lieber zwei Zuchten an als eine.

Das Wichtigste auf einen Blick: Mutter zu sehen, Aufzucht im Wohnbereich, Abgabe frühestens mit zwölf Wochen, geimpft, entwurmt und gechippt, Stammbaum vom Verein, Befunde der Elterntiere und ein schriftlicher Vertrag mit Rücknahmeregelung. Züchter, die sich auf catterys.de vorstellen, müssen unsere Aufnahmekriterien erfüllen; eine Übersicht finden Sie im Züchterverzeichnis.

Warnsignale für Vermehrer

Vermehrer produzieren Kitten mit möglichst geringem Aufwand. Die Tiere sind oft zu jung, krank oder schlecht an Menschen gewöhnt – und kosten später beim Tierarzt ein Vielfaches der Ersparnis. Diese Signale sollten Sie hellhörig machen:

WarnsignalTypischer SatzWarum es ein Problem ist
Kitten unter zwölf Wochen„Mit acht Wochen ist es doch schon selbstständig“Kitten brauchen Mutter und Geschwister, um Sozialverhalten zu lernen; die Grundimmunisierung ist noch nicht abgeschlossen.
Die Mutter ist „gerade nicht da“Kitten werden allein gezeigtOft stammen die Kitten nicht aus eigener Aufzucht.
Übergabe an der Autobahn oder Lieferung„Ich komme Ihnen entgegen“Sie sollen nicht sehen, wo und wie die Tiere leben.
Stammbaum gegen Aufpreis„Ohne Papiere günstiger“Echte Papiere kommen vom Verein und gehören zum Tier; ohne sie gibt es keine Kontrolle.
Keine Gesundheitstests„Unsere Katzen sind alle gesund“Erbkrankheiten zeigen sich oft erst später – ohne Befunde wissen Sie nichts.
Ständig Kitten, viele RassenAnzeigen auf vielen PortalenMasse spricht für Vermehrung statt Zucht.
Druck und Eile„Heute noch zahlen, sonst ist es weg“Wer seine Kitten gut vermitteln will, lässt Ihnen Zeit.
Nur Vorkasse, kein Besuch„Fotos müssen reichen“Ein häufiges Muster bei Betrug: Das Kitten existiert womöglich gar nicht.
Kein Vertrag, keine Rücknahme„Das brauchen wir nicht“Bei Problemen stehen Sie allein da.
Extreme Merkmale als Verkaufsargument„Besonders flache Nase“, „extra kurze Beine“, FaltohrenSolche Merkmale können Qualzucht sein und verstoßen gegen § 11b Tierschutzgesetz.

Gesundheitstests je nach Rasse

Viele Rassekatzen tragen ein erhöhtes Risiko für bestimmte Erbkrankheiten. Für einige gibt es Gentests, mit denen Züchter betroffene Tiere aus der Zucht nehmen können. Die folgende Tabelle nennt Beispiele nach den Empfehlungen des Feline Genetics Laboratory der University of Missouri und des Veterinary Genetics Laboratory der UC Davis. Sie ist nicht vollständig – fragen Sie den Züchter, welche Tests es für seine Rasse gibt, und lassen Sie sich die Befunde zeigen. Einen Überblick über alle Rassen finden Sie unter Katzenrassen.

RasseBeispiele für Gentests der Elterntiere
Maine CoonHypertrophe Kardiomyopathie (HCM, Mutation MYBPC3), Spinale Muskelatrophie (SMA)
RagdollHypertrophe Kardiomyopathie (HCM, Mutation MYBPC3)
PerserPolyzystische Nierenerkrankung (PKD1)
Exotic ShorthairPolyzystische Nierenerkrankung (PKD1)
Britisch KurzhaarPolyzystische Nierenerkrankung (PKD1, bei Perser-Abstammung)
AbessinierPyruvatkinase-Mangel (PK-Defizienz), erbliche Netzhautdegeneration (PRA)
SomaliPyruvatkinase-Mangel (PK-Defizienz), erbliche Netzhautdegeneration (PRA)
BengalPyruvatkinase-Mangel (PK-Defizienz), erbliche Netzhautdegeneration (PRA-b)
Norwegische WaldkatzeGlykogenspeicherkrankheit Typ IV (GSD IV)
BurmaGangliosidose (GM2), Hypokaliämie, Kopfmissbildung (Burmese Head Defect)
Devon RexKongenitales Myasthenie-Syndrom (Gen COLQ)
SphynxKongenitales Myasthenie-Syndrom (Gen COLQ)

Ein Gentest erkennt nur die bekannte Mutation. Die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) etwa kann auch ohne diese Mutation auftreten; bei betroffenen Rassen und Linien ist deshalb die Frage nach Herzultraschall-Befunden der Elterntiere sinnvoll. Wie oft solche Untersuchungen nötig sind, besprechen Züchter mit ihrer Tierarztpraxis.

Qualzucht: was das Tierschutzgesetz verbietet

Nach § 11b des Tierschutzgesetzes ist es verboten, Wirbeltiere zu züchten, wenn zu erwarten ist, dass bei den Nachkommen erblich bedingt Körperteile oder Organe fehlen, untauglich oder umgestaltet sind und dadurch Schmerzen, Leiden oder Schäden auftreten. Die zuständige Behörde kann in solchen Fällen sogar das Unfruchtbarmachen der Tiere anordnen.

Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) nennt als Qualzuchtmerkmale bei Katzen: Haarlosigkeit, extreme Kurzköpfigkeit, weiße Fellfarbe in Verbindung mit blauen Augen (wegen der damit verbundenen Taubheit), Faltohren, Kurzschwänzigkeit und Kurzbeinigkeit. Betroffen sind vor allem diese Rassen:

Merkmal (TVT)RassenWas dahintersteckt
HaarlosigkeitSphynx, Don Sphynx, PeterbaldOhne Fell fehlt der Schutz vor Kälte und Sonne; oft fehlen auch die Tasthaare, mit denen Katzen sich orientieren.
FaltohrenScottish FoldDas Faltohr beruht auf einer erblichen Störung von Knorpel und Knochen (Osteochondrodysplasie), die schmerzhafte Gelenkveränderungen verursachen kann.
KurzbeinigkeitMunchkinDie kurzen Beine beruhen auf einer erblichen Störung des Knochenwachstums.
KurzschwänzigkeitManxDie Erbanlage für Schwanzlosigkeit kann Fehlbildungen an Wirbelsäule und Rückenmark verursachen.
Extreme KurzköpfigkeitPerser, Exotic ShorthairBetrifft extrem flachgesichtige Linien: Atemprobleme, Tränenfluss, Zahnfehlstellungen. Nicht jede Katze dieser Rassen ist betroffen.
Weißes Fell mit blauen AugenrasseübergreifendHäufig mit angeborener Taubheit verbunden – rasseübergreifend.

Wer sich für eine dieser Rassen interessiert, sollte besonders genau hinschauen – und sich fragen, ob ein Merkmal, das dem Tier schaden kann, den Kauf wert ist. Ein seriöser Züchter spricht offen über diese Probleme und züchtet bewusst gegen Extreme. Denken Sie auch an Katzen aus dem Tierschutz: Viele warten dort auf ein Zuhause.

Nach dem Besuch

Schlafen Sie eine Nacht über die Entscheidung. Ein gutes Bauchgefühl ist wichtig, ersetzt aber keine Unterlagen. Wenn alles passt, hilft die Checkliste Erstausstattung bei der Vorbereitung auf den Einzug.

Quellen und Rechengrundlagen (4)
  1. Tierschutzgesetz § 11b – Verbot von Qualzüchtung (gesetze-im-internet.de)
  2. Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT): Merkblatt Nr. 189 – Mindestanforderungen an die Haltung von Katzen (Stand August 2024)
  3. University of Missouri, Feline Genetics and Comparative Medicine Laboratory: What breeds need what genetic tests?
  4. UC Davis Veterinary Genetics Laboratory: Polycystic Kidney Disease (PKD1)

Stand: 26. September 2026