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Kurzhaarmittelgroß

Burma

auch: Burmese, Burmakatze, Europäische Burma, Amerikanische Burma, BUR

Die Burma ist eine kompakte, seidig glänzende Kurzhaarkatze mit Hundeseele: extrem menschenbezogen, verspielt und gesprächig – und nicht gern allein.

Blaue Burmakatze mit silbrig-grauem, kurzem Fell und gelben Augen sitzt kompakt auf einer Backsteinmauer.

Steckbrief Burma

Herkunft
Südostasien (Myanmar), Zucht in den USA und Großbritannien
Fell
Kurzhaar
Größe
mittelgroß
Gewicht Katze
3–4,5 kg
Gewicht Kater
4–6 kg
Lebenserwartung
13–17 Jahre
Anerkannt bei
FIFe, WCF, TICA, CFA, GCCF
Aktivität
sehr aktiv
Menschenbezug
sehr anhänglich
Stimme
sehr gesprächig
Fellpflege
kaum Aufwand
Mit Kindern
sehr gut
Mit anderen Tieren
sehr gut
Allein bleiben
schlecht
Reine Wohnung
gut geeignet
Für Einsteiger
mittel

Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?

Die Burma ist eine kleine Katze mit großer Persönlichkeit. Sie ist kompakter und schwerer, als sie aussieht – Züchter sprechen gern vom „Ziegelstein in Seide“ –, und ihr kurzes Fell glänzt wie Satin. Die großen, runden, goldgelben Augen geben ihr einen offenen, neugierigen Ausdruck.

Berühmt ist die Burma aber für ihr Wesen: Sie ist eine der menschenbezogensten Katzen überhaupt, folgt ihren Menschen wie ein Hund, redet mit ihnen und will bei allem dabei sein. Für Menschen, die das suchen, gibt es kaum eine bessere Gefährtin. Wer viel unterwegs ist, sollte sich eine andere Rasse suchen.

Herkunft und Geschichte

Die Geschichte der Burma beginnt 1930, als der amerikanische Arzt Joseph Thompson eine braune Katze namens „Wong Mau“ aus Südostasien nach San Francisco brachte. Aus heutiger Sicht war Wong Mau vermutlich ein Mischling aus Burma- und Siamtyp, also eher das, was man heute Tonkanese nennt. Durch Verpaarungen mit Siamkatzen und ihren Nachkommen entstand die Burma. Katzen dieses Typs sind in Südostasien schon aus alten Handschriften bekannt.

In den folgenden Jahrzehnten entwickelten sich zwei Richtungen. In den USA entstand ab den späten 1970er Jahren die rundere, kurznasigere „Contemporary“-Burma. In Großbritannien und im übrigen Europa blieb die Burma etwas schlanker und moderater; dieser Typ wird als Europäische Burma bezeichnet und bei der FIFe gezüchtet. Die WCF führt beide Typen als eigene Rassen, die CFA unterscheidet ebenfalls zwischen Burmese und European Burmese. Anerkannt ist die Burma bei FIFe, WCF, TICA, CFA und GCCF.

Aussehen

Die Burma ist mittelgroß, muskulös und kompakt, mit kräftigen Knochen, einer runden Brust und mittellangen Beinen. Sie wirkt beim Hochheben erstaunlich schwer. Der Kopf ist gerundet, bei der europäischen Burma mit einem sanft gerundeten Keil und einer mittellangen Nase, bei der amerikanischen runder und kürzer. Die mittelgroßen Ohren sind leicht nach vorn geneigt, die großen Augen gelb bis bernsteinfarben.

Das Fell ist sehr kurz, fein und seidig, liegt eng an und hat kaum Unterwolle. Typisch ist die Sepia-Färbung: Der Körper ist etwas heller als Gesicht, Ohren, Beine und Schwanz, aber viel gleichmäßiger als bei einer Siam. Die europäische Burma gibt es in Braun (Seal), Blau, Chocolate, Lilac, Rot, Creme und den entsprechenden Schildpatt-Farben. Kitten sind heller und färben mit dem Alter nach.

Wesen und Charakter

Die Burma ist eine Menschenkatze durch und durch. Sie begrüßt an der Tür, liegt auf dem Schoß, schläft im Bett und hilft beim Kochen, Arbeiten und Aufräumen. Viele Burmas apportieren, laufen an der Leine und lernen Tricks. Sie sind neugierig, selbstbewusst und kaum aus der Ruhe zu bringen – auch Besuch wird meist sofort begrüßt.

Die Burma redet gern, mit einer weicheren Stimme als die Siam, aber ausdauernd. Sie fordert Aufmerksamkeit deutlich ein und kann hartnäckig sein. Das Temperament bleibt bis ins Alter lebhaft. Mit rücksichtsvollen Kindern, anderen Katzen und katzenfreundlichen Hunden versteht sie sich in der Regel gut; manche Burmas neigen gegenüber anderen Katzen allerdings zu Dominanz. Die große Schwäche der Rasse: Alleinsein. Eine Burma, die lange allein ist, leidet – auch mit Partnerkatze vermisst sie ihre Menschen.

Haltung

Die Burma ist eine gute Wohnungskatze, wenn sie genug Beschäftigung und Gesellschaft hat. Kletter- und Kratzmöglichkeiten, Futterspiele, tägliche Spieleinheiten und ein gesicherter Balkon machen sie glücklich. Unbeaufsichtigter Freigang ist wegen ihrer Zutraulichkeit riskant.

Halten Sie sie unbedingt zu zweit, am besten mit einer weiteren Burma oder einer ähnlich sozialen Katze. Ideal ist ein Haushalt, in dem tagsüber oft jemand zu Hause ist.

Pflege und Ernährung

Das kurze, seidige Fell ist sehr pflegeleicht. Einmal pro Woche mit der Hand, einem weichen Handschuh oder einem Ledertuch darüberzustreichen genügt und bringt den Glanz zur Geltung. Die Burma haart wenig. Kontrollieren Sie Zähne und Zahnfleisch regelmäßig.

Ernährung ist bei der Burma ein Gesundheitsthema. In einer großen Studie mit Daten englischer Tierarztpraxen (O’Neill et al. 2016) hatten Burmas ein etwa dreimal höheres Risiko für Diabetes mellitus als Mischlinge. Übergewicht ist der wichtigste beeinflussbare Risikofaktor für Diabetes bei Katzen. Füttern Sie abgemessene Mengen eines hochwertigen Alleinfutters mit hohem Fleischanteil, bevorzugt Nassfutter, vermeiden Sie ständig gefüllte Trockenfutterschalen und halten Sie Ihre Burma schlank.

Gesundheit

Die Burma ist trotz einiger bekannter Erbkrankheiten eine langlebige Rasse: In einer Auswertung britischer Praxisdaten (Teng et al. 2024) hatte sie mit 14,4 Jahren ab Geburt die höchste Lebenserwartung der untersuchten Rassen. Für die wichtigsten Erbkrankheiten gibt es Gentests; LABOKLIN bietet sie als Burma-Paket an:

  • Hypokaliämie: Eine erbliche Störung, bei der der Kaliumspiegel im Blut schubweise absinkt. Betroffene Katzen zeigen Muskelschwäche, einen typisch gesenkten Kopf und einen steifen Gang. Sie wird rezessiv vererbt und lässt sich per Gentest ausschließen.
  • Gangliosidose (GM2): Eine schwere Speicherkrankheit des Nervensystems, die bei jungen Katzen zu fortschreitenden Bewegungsstörungen und zum Tod führt. Rezessiv, Gentest verfügbar.
  • Burma-Kopfdefekt: Eine Mutation im Gen ALX1 verursacht bei reinerbigen Kitten schwerste, nicht lebensfähige Fehlbildungen des Gesichtsschädels. Sie kommt vor allem in den amerikanischen „Contemporary“-Linien vor (Lyons et al. 2016). Zwei Träger dürfen nie miteinander verpaart werden.
  • Diabetes mellitus: Siehe oben – erhöhtes Risiko, kein Gentest, Gewichtskontrolle als Vorsorge.
  • Orofaziales Schmerzsyndrom (FOPS): Eine bei der Burma bekannte, sehr schmerzhafte Erkrankung, bei der Katzen plötzlich an Maul und Zunge kratzen oder lecken, oft ausgelöst durch Zahnwechsel oder Zahnprobleme. Die Ursache ist nicht vollständig geklärt, ein Test existiert nicht.

Außerdem kommen bei der Burma Flachbrust-Kitten vor, und die Blutgruppe der Elterntiere sollte bekannt sein. Bei sehr kurznasigen amerikanischen Linien kommen Atemprobleme und Tränenfluss hinzu – ein Grund mehr, den moderaten Typ zu bevorzugen.

Für wen passt die Burma?

Passt gut, wenn Sie …

  • viel zu Hause sind oder im Homeoffice arbeiten,
  • eine sehr anhängliche, verspielte und gesprächige Katze möchten,
  • zwei Katzen halten und täglich mit ihnen spielen,
  • konsequent auf Futtermenge und Gewicht achten.

Passt eher nicht, wenn Sie …

  • lange Arbeitstage haben oder viel reisen,
  • eine ruhige, unabhängige Katze suchen – dann eher Chartreux oder Britisch Kurzhaar,
  • auf eine Katze für Allergiker hoffen.

Aus der Burma sind weitere Rassen entstanden: die schwarze Bombay, die silbern schattierte Burmilla und die Tonkanese, eine Kreuzung mit der Siam.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Kaufen Sie nur bei einem Züchter, der einem anerkannten Verband angeschlossen ist und einen Stammbaum mitgibt. Lassen Sie sich für beide Eltern die Gentests auf Hypokaliämie und GM2 zeigen, bei amerikanischen Linien auch auf den Burma-Kopfdefekt, dazu die Blutgruppe. Fragen Sie nach Diabetes und FOPS in der Linie und sehen Sie sich die Mutterkatze vor Ort an – auch ihre Nase.

Kitten ziehen frühestens mit zwölf Wochen aus, geimpft, entwurmt und gechippt. Warnsignale: ein Preis deutlich unter dem üblichen Rahmen, keine Papiere, keine Elterntiere zum Ansehen oder eine Übergabe auf dem Parkplatz. Unsere Fragen an den Züchter helfen beim Gespräch; Adressen finden Sie unter Züchter der Burma in Ihrer Nähe.

Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen

ErkrankungVorsorge in der Zucht
Hypokaliämie (Kaliummangel mit Muskelschwäche)Gentest der Elterntiere
Gangliosidose (GM2)Gentest der Elterntiere
Burma-Kopfdefekt (Burmese Head Defect)Gentest der Elterntiere auf die ALX1-Mutation, vor allem bei amerikanischen Linien
Diabetes mellitusKein Test – schlank halten; bei viel Durst und Harnabsatz tierärztlich abklären lassen
Orofaziales Schmerzsyndrom (FOPS)Kein Test – Gesundheitsgeschichte der Linie beim Züchter erfragen
Quellen und weiterführende Informationen (7)
  1. FIFe: Anerkannte Rassen und Rassestandards (Burmese BUR)
  2. GCCF: Breed profile Burmese
  3. WCF: Rassestandards Kurzhaar-Rassen (Europäische Burma BUR, Amerikanische Burma AMB)
  4. LABOKLIN: Paket Burma (Blutgruppe, Hypokaliämie, Head Defect, Gangliosidose)
  5. Lyons et al. (2016): ALX1 variant associated with craniofacial structure and frontonasal dysplasia in Burmese cats. Developmental Biology
  6. O’Neill et al. (2016): Epidemiology of Diabetes Mellitus among 193,435 Cats Attending Primary-Care Veterinary Practices in England. Journal of Veterinary Internal Medicine
  7. Teng et al. (2024): Life tables of annual life expectancy and risk factors for mortality in cats in the UK. Journal of Feline Medicine and Surgery

Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026

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