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Lockenfell (Rex)klein

Devon Rex

auch: Devon-Rex-Katze, Devon, DRX, Pudelkatze

Die Devon Rex ist eine kleine, verspielte Lockenkatze mit riesigen Ohren: Wesen, Pflege, wichtige Gentests und warum Sie auf die Tasthaare achten sollten.

Blau-weiße Devon Rex mit sehr großen, tief angesetzten Ohren, gelbgrünen Augen und leicht gewelltem Fell vor dunklem Hintergrund

Steckbrief Devon Rex

Herkunft
Großbritannien (Devon)
Fell
Lockenfell (Rex)
Größe
klein
Gewicht Katze
2,5–3,5 kg
Gewicht Kater
3–4,5 kg
Lebenserwartung
12–15 Jahre
Anerkannt bei
FIFe, WCF, TICA, CFA, GCCF
Aktivität
sehr aktiv
Menschenbezug
sehr anhänglich
Stimme
mittel
Fellpflege
kaum Aufwand
Mit Kindern
sehr gut
Mit anderen Tieren
sehr gut
Allein bleiben
schlecht
Reine Wohnung
gut geeignet
Für Einsteiger
mittel

Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?

Die Devon Rex sieht aus wie eine Figur aus einem Trickfilm: ein kleiner, schlanker Körper, ein Gesicht mit großen Augen und Ohren, die fast zu groß für den Kopf wirken, dazu ein weiches, gewelltes Fell. Im Umgang ist sie ebenso auffällig – neugierig, verspielt und außergewöhnlich menschenbezogen.

Hinter dem Lockenfell steckt eine Genmutation, die nicht nur das Körperhaar verändert, sondern auch die Tasthaare. Das macht die Devon Rex zu einer Rasse, bei der Sie beim Züchter genauer hinsehen sollten. Dieses Profil erklärt, was die Rasse ausmacht und welche Fragen wichtig sind.

Herkunft und Geschichte

Die Devon Rex stammt aus Buckfastleigh in der englischen Grafschaft Devon. 1960 fand die Katzenfreundin Beryl Cox dort einen lockigen Kater, den sie Kirlee nannte. Nach der Zuchtrichtlinie des britischen Verbands GCCF geht die ganze Rasse auf dieses eine Tier zurück. Weil man zunächst annahm, Kirlee trage dieselbe Mutation wie die wenige Jahre zuvor in Cornwall entstandene Cornish Rex, wurde er mit Cornish-Rex-Katzen verpaart – die Kitten hatten jedoch glattes Fell. Damit war klar: Es handelt sich um eine eigenständige Mutation.

In den folgenden Generationen wurde eng verwandt weitergezüchtet, um die Rasse zu festigen. Die GCCF-Richtlinie nennt diese Inzucht offen als Ursache mehrerer Gesundheitsprobleme und fordert heute gezielte Auskreuzungen mit zugelassenen Rassen. Genetisch ist die Devon-Locke inzwischen aufgeklärt: Sie beruht auf einer rezessiv vererbten Veränderung im Gen KRT71, einem Keratin-Gen (Gandolfi und Kollegen, 2010). Alle großen Verbände erkennen die Devon Rex an.

Aussehen

Die Devon Rex ist klein bis mittelgroß, schlank und dabei erstaunlich muskulös, mit breiter Brust und langen, schlanken Beinen. Der Kopf ist kurz und keilförmig mit markanten Wangenknochen, die Augen groß und oval. Unverwechselbar sind die sehr großen, tief angesetzten Ohren.

Das Fell ist kurz, fein und weich und liegt in lockeren Wellen; an Bauch, Brust und Hals ist es oft dünner. Bei jungen Tieren und im Fellwechsel kann es stellenweise sehr spärlich sein. Nahezu alle Farben und Muster sind zugelassen.

Wesen und Charakter

Devon Rex gelten als ausgesprochen menschenbezogen. Sie folgen ihren Menschen, sitzen auf der Schulter, schlüpfen unter die Decke und wollen bei allem dabei sein. Viele sind lange verspielt, lernen schnell und lassen sich gern mit Such- und Apportierspielen beschäftigen. Mit freundlichen Kindern, anderen Katzen und Hunden kommen die meisten gut zurecht.

Die Schattenseite dieser Anhänglichkeit: Eine Devon Rex leidet, wenn sie viel allein ist. Sie ist neugierig bis frech, räumt Regale ab und probiert Essbares vom Teller. Wer eine unabhängige, ruhige Katze möchte, ist mit ihr nicht glücklich.

Haltung

Das dünne Fell isoliert schlecht. Devon Rex frieren schneller als normal behaarte Katzen und brauchen warme Liegeplätze; im Sommer können helle Hautstellen Sonnenbrand bekommen. Reine Wohnungshaltung mit gesichertem Balkon ist für sie gut geeignet, unbeaufsichtigter Freigang bei Kälte und Nässe weniger.

Weil sie so sozial sind, sollten Devon Rex nicht allein gehalten werden. Eine ebenso verspielte Partnerkatze – gern eine zweite Devon oder eine andere aktive Rasse – und täglich Zeit zum Spielen sind Pflicht, keine Kür.

Pflege und Ernährung

Das Fell braucht wenig Pflege; zu viel Bürsten kann die feinen Haare brechen. Streicheln oder ein weicher Handschuh genügt. Aufmerksamkeit brauchen dagegen Ohren und Haut: Die großen Ohren sammeln Ohrenschmalz und sollten regelmäßig kontrolliert und bei Bedarf vorsichtig gereinigt werden. Fettige Stellen an Haut und Krallenbett sind häufig.

Devon Rex haben wegen des Wärmeverlusts oft einen regen Appetit. Füttern Sie ein hochwertiges Alleinfutter mit hohem Fleischanteil und kontrollieren Sie das Gewicht, denn bei so kleinen Katzen fallen schon wenige hundert Gramm zu viel ins Gewicht.

Gesundheit

Kongenitales myasthenes Syndrom (CMS)

Diese Erbkrankheit, früher „Spastizität“ oder „erbliche Myopathie“ genannt, schwächt die Übertragung von Nervenimpulsen auf die Muskeln. Betroffene Kitten zeigen Muskelschwäche, oft einen nach unten gebeugten Kopf und Hals, rasche Ermüdung und Probleme beim Schlucken. Ursache ist eine rezessiv vererbte Mutation im Gen COLQ (Gandolfi und Kollegen, 2015). Ein Gentest der Elterntiere verhindert kranke Würfe; beim GCCF werden Devon Rex nur noch ins aktive Register aufgenommen, wenn sie selbst oder ihre Linien auf CMS negativ getestet sind.

Blutgruppe B

Unter Devon Rex ist die Blutgruppe B deutlich häufiger als bei den meisten Katzen; International Cat Care nennt für einige Rassen, darunter die Devon Rex, Anteile von 25–50 %. Bekommt eine Mutter mit Blutgruppe B Kitten mit Blutgruppe A, können diese über die Erstmilch sterben (neonatale Isoerythrolyse). Seriöse Züchter kennen die Blutgruppen ihrer Tiere. Auch für Sie als Halter ist die Blutgruppe wichtig, falls Ihre Katze je eine Transfusion braucht.

Patellaluxation und HCM

Die GCCF-Richtlinie nennt Patellaluxation – eine Kniescheibe, die aus ihrer Führung springt – als eines der Probleme der Gründerjahre. Zuchttiere sollten an den Knien untersucht sein. Wie bei vielen Rassen ist außerdem ein regelmäßiger Herzultraschall auf Hypertrophe Kardiomyopathie sinnvoll.

Die Frage der Tasthaare

Die KRT71-Mutation verändert alle Haartypen, auch die Tasthaare (Vibrissen). Bei vielen Devon Rex sind sie gekräuselt, kurz oder abgebrochen, bei manchen fehlen sie fast ganz. Tasthaare sind für Katzen ein wichtiges Sinnesorgan, etwa zur Orientierung im Dunkeln und im Kontakt mit Artgenossen.

Das Gutachten zur Auslegung des Qualzuchtparagrafen § 11b Tierschutzgesetz (1999) empfiehlt ein Zuchtverbot für Katzen, bei denen die Tasthaare fehlen, und fordert die Verbände auf, die Standards so zu ändern, dass stark verkürzte oder gekräuselte Tasthaare vermieden werden. Das Qualzucht-Evidenz-Netzwerk QUEN, ein Zusammenschluss von Tierärzten und Juristen, geht weiter und stuft Rex-Katzen mit gestörten Tasthaaren in seinem Merkblatt von 2026 als Qualzucht ein. Eine Pauschalbewertung der ganzen Rasse durch Gerichte oder Behörden gibt es nach unserem Kenntnisstand bisher nicht.

Für Sie bedeutet das: Lassen Sie sich die Tasthaare beider Elterntiere zeigen. Ein Züchter, der gezielt auf funktionsfähige, möglichst lange Tasthaare achtet, nimmt das Problem ernst.

Für wen passt die Devon Rex?

Gut passt sie, wenn Sie

  • eine sehr anhängliche, verspielte Katze suchen, die Teil des Alltags sein will,
  • viel zu Hause sind und zwei Katzen halten möchten,
  • eine warme Wohnung mit gesichertem Balkon bieten,
  • bereit sind, Gesundheitsnachweise und Tasthaare der Eltern kritisch zu prüfen.

Eher nicht passt sie, wenn Sie

  • eine Katze für Allergiker suchen – das Versprechen „hypoallergen“ ist nicht haltbar,
  • lange Arbeitstage haben und die Katze viel allein wäre,
  • eine ruhige, unabhängige Katze bevorzugen.

Eine andere Lockenkatze mit anderer Genetik ist die Cornish Rex; mit ähnlichem Temperament, aber normalem Fell und Tasthaaren, lohnt ein Blick auf Orientalisch Kurzhaar oder Abessinier.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Kaufen Sie nur bei einem Vereinszüchter mit Stammbaum. Lassen Sie sich für beide Elterntiere den CMS-Gentest, die Blutgruppen, den Kniebefund und einen aktuellen Herzultraschall zeigen – und schauen Sie sich die Tasthaare an. Mutter und Kitten sollten Sie in ihrer gewohnten Umgebung erleben können. Ein Kitten zieht frühestens mit 12 Wochen um, geimpft, gechippt, entwurmt und mit Kaufvertrag.

Warnsignale sind ein Preis deutlich unter dem üblichen Rahmen, Werbung mit „allergikerfreundlich“, keine Elterntiere vor Ort und eine Übergabe auf dem Parkplatz. Weitere Fragen finden Sie unter Fragen an den Züchter, Anbieter unter Züchter der Devon Rex in Ihrer Nähe.

Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen

ErkrankungVorsorge in der Zucht
Kongenitales myasthenes Syndrom (CMS, früher „Spastizität“)Gentest der Elterntiere auf die COLQ-Mutation
Blutgruppenunverträglichkeit (hoher Anteil Blutgruppe B)Blutgruppenbestimmung aller Zuchttiere vor der Verpaarung
Patellaluxation (Kniescheibe springt heraus)Tierärztliche Untersuchung der Kniegelenke der Zuchttiere
Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)Regelmäßiger Herzultraschall der Zuchttiere
Gekräuselte, brüchige oder fehlende TasthaareTasthaare der Elterntiere ansehen; keine Zucht mit Tieren ohne funktionsfähige Tasthaare
Quellen und weiterführende Informationen (7)
  1. GCCF: Devon Rex Breeding Policy
  2. Gandolfi et al. (2015): A COLQ missense mutation in Sphynx and Devon Rex cats with congenital myasthenic syndrome
  3. Gandolfi et al. (2010): The naked truth – Sphynx and Devon Rex cat breed mutations in KRT71
  4. International Cat Care: Blood groups and blood incompatibility in cats
  5. Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Sachverständigengruppe beim BML, 1999)
  6. QUEN: Merkblatt Katze Merkmal/Typ Rex (Stand 05.06.2026)
  7. QUEN: Merkblatt Katze Vibrissen

Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026

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