Kurzhaarmittelgroß
Bombay
auch: Bombaykatze, Bombay Cat, BOM, Mini-Panther
Die Bombay ist eine glänzend schwarze Kurzhaarkatze mit kupferfarbenen Augen – verschmust, verspielt und sehr menschenbezogen, im Kern eine schwarze Burma.

Steckbrief Bombay
- Herkunft
- USA (Kentucky)
- Fell
- Kurzhaar
- Größe
- mittelgroß
- Gewicht Katze
- 3–4,5 kg
- Gewicht Kater
- 4–5,5 kg
- Lebenserwartung
- 12–16 Jahre
- Anerkannt bei
- FIFe, WCF, TICA, CFA, GCCF
- Aktivität
- mittel
- Menschenbezug
- sehr anhänglich
- Stimme
- mittel
- Fellpflege
- kaum Aufwand
- Mit Kindern
- sehr gut
- Mit anderen Tieren
- sehr gut
- Allein bleiben
- schlecht
- Reine Wohnung
- gut geeignet
- Für Einsteiger
- sehr gut
Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?
Die Bombay ist eine Katze wie aus schwarzem Lack: kurzes, eng anliegendes, glänzendes Fell, ein runder Kopf und große kupferfarbene Augen. Ihre Züchterin wollte einen „Mini-Panther“ für das Wohnzimmer schaffen – und das Aussehen erinnert tatsächlich an den Schwarzen Panther.
Im Wesen hat die Bombay dagegen nichts Wildes. Sie ist eine der verschmustesten und menschenbezogensten Kurzhaarrassen, verspielt und neugierig, und sie möchte am liebsten immer dabei sein. Das Erbe der Burma ist in ihrem Charakter deutlich zu spüren.
Herkunft und Geschichte
Die Bombay entstand in den 1950er und 1960er Jahren in Louisville, Kentucky. Die Züchterin Nikki Horner verpaarte Burmakatzen mit schwarzen Amerikanisch-Kurzhaar-Katzen, um eine Katze mit Burma-Körper und tiefschwarzem Fell zu erhalten. Der Name spielt auf den Indischen Leoparden an, dessen schwarze Form als Panther bekannt ist. Mit der Stadt Bombay hat die Rasse nichts zu tun.
Die amerikanische CFA erkennt die Bombay seit den 1970er Jahren an, später auch die TICA. In Großbritannien entstand unabhängig davon eine ähnliche Katze aus Burma und schwarzen Hauskatzen; der GCCF führt sie als schwarze Variante der Asian-Gruppe. Die WCF erkennt die Bombay an. Die FIFe hat sie erst vor Kurzem vorläufig anerkannt – Vereinszüchter unter dem FIFe-Dach sind in Deutschland deshalb noch rar.
Aussehen
Die Bombay ist eine mittelgroße, muskulöse Katze, die schwerer wirkt, als sie aussieht. Der Körper ist kompakt, die Beine sind mittellang, der Schwanz ist gerade und mittellang. Der Kopf ist rund, ohne scharfe Kanten, mit einer kurzen bis mittellangen Nase, vollen Wangen und mittelgroßen, leicht nach vorn geneigten Ohren. Extrem kurze Nasen, wie sie in manchen amerikanischen Linien vorkommen, sind nicht erwünscht.
Das Fell ist sehr kurz, fein und liegt eng an – es glänzt wie Satin oder Lack. Die einzige Farbe ist Schwarz, bis in die Haarwurzeln, mit schwarzer Nase und schwarzen Ballen. Die Augen sind kupfer- bis goldfarben; ein tiefes Kupfer gilt als ideal. Kitten sind oft noch etwas rostig im Fell und bekommen ihre endgültige Farbe und Augenfarbe erst im Lauf des ersten Lebensjahres.
Wesen und Charakter
Die Bombay ist eine ausgesprochene Menschenkatze. Sie folgt ihren Menschen, liegt gern auf dem Schoß oder unter der Decke und sucht Körperkontakt. Viele Bombays lernen schnell, holen Spielzeug zurück und lassen sich an Geschirr und Leine gewöhnen. Sie sind neugierig und verspielt, aber weniger stürmisch als eine Abessinier oder Bengal.
Ihre Stimme ist mäßig laut; sie meldet sich, wenn sie etwas möchte, ist aber nicht so redselig wie eine Siam. Mit rücksichtsvollen Kindern, anderen Katzen und katzenfreundlichen Hunden kommt sie meist gut zurecht. Wärme liebt sie: Sonnenplätze, Heizungen und Bettdecken sind ihre bevorzugten Orte. Die Kehrseite der Anhänglichkeit: Längeres Alleinsein verträgt sie schlecht.
Haltung
Die Bombay ist eine sehr gute Wohnungskatze. Freigang braucht sie nicht, ein gesicherter Balkon mit Sonnenplatz ist eine schöne Ergänzung. Halten Sie sie, wie fast jede Katze, mindestens zu zweit, am besten mit einer ähnlich sozialen Katze. Auch mit Partnerkatze bleibt sie auf ihre Menschen ausgerichtet; lange Arbeitstage ohne Ausgleich tun ihr nicht gut. Tägliche Spieleinheiten und Futterspiele halten sie beschäftigt und schlank.
Pflege und Ernährung
Das kurze, anliegende Fell ist sehr pflegeleicht. Einmal pro Woche mit einem weichen Handschuh oder einem Ledertuch darüberzustreichen bringt den Glanz zur Geltung. Die Bombay haart wenig. Kontrollieren Sie regelmäßig Zähne, Ohren und Krallen.
Die Bombay hat einen guten Appetit und neigt zu Übergewicht. Füttern Sie ein hochwertiges Alleinfutter mit hohem Fleischanteil, bevorzugt Nassfutter, in abgemessenen Mengen, und tasten Sie regelmäßig die Rippen.
Gesundheit
Die Bombay ist im Grundsatz robust, trägt aber das genetische Erbe der Burma. Welche Risiken wichtig sind, hängt davon ab, aus welcher Burma-Linie ein Tier stammt:
- Burma-Kopfdefekt (Burmese Head Defect): Eine Mutation im Gen ALX1 führt bei reinerbigen Kitten zu schweren, nicht lebensfähigen Fehlbildungen des Gesichtsschädels. Mischerbige Träger sind selbst gesund, haben aber oft ein kürzeres Gesicht. Die Mutation ist in den amerikanischen „Contemporary“-Burmalinien verbreitet, aus denen die amerikanische Bombay stammt (Lyons et al. 2016). Ein Gentest ist verfügbar; kein Züchter sollte zwei Träger miteinander verpaaren.
- Hypokaliämie: Eine erbliche Störung des Kaliumhaushalts, die zu Muskelschwäche mit gesenktem Kopf führt. Sie ist bei der Burma und verwandten Rassen bekannt und per Gentest ausschließbar. Für Bombays mit Burma-Anteil ist der Test sinnvoll.
- Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): Die häufigste Herzerkrankung der Katze kann auch bei der Bombay vorkommen. Einen rassespezifischen Gentest gibt es nicht; Zuchttiere sollten per Herzultraschall untersucht werden.
Achten Sie außerdem auf die Kopfform der Elterntiere. Sehr kurze Nasen mit engen Nasenlöchern und tränenden Augen sind kein Rassemerkmal, sondern ein Gesundheitsrisiko.
Für wen passt die Bombay?
Passt gut, wenn Sie …
- eine sehr anhängliche, verschmuste Wohnungskatze suchen,
- viel zu Hause sind oder zwei Katzen halten,
- gern mit Ihrer Katze spielen und trainieren,
- eine pflegeleichte Kurzhaarkatze möchten.
Passt eher nicht, wenn Sie …
- lange Arbeitstage haben,
- eine unabhängige Katze suchen, die ihre Ruhe haben will – dann eher Britisch Kurzhaar oder Chartreux,
- auf eine Katze für Allergiker hoffen.
Das Wesen der Bombay hat auch die Burma in vielen Farben; schwarz und schlanker ist die Orientalisch Kurzhaar.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Die Bombay ist in Deutschland selten. Kaufen Sie nur bei einem Züchter, der einem anerkannten Verband angeschlossen ist und einen Stammbaum mitgibt, in dem die Rasse als Bombay (BOM) oder – beim GCCF – als Asian eingetragen ist. Schwarze Hauskatzen mit hellen Augen werden gern als „Bombay“ verkauft. Lassen Sie sich für beide Eltern den Gentest auf den Burma-Kopfdefekt und, bei Burma-Anteil, auf Hypokaliämie zeigen und fragen Sie nach Herzultraschall-Befunden. Sehen Sie sich die Mutterkatze vor Ort an.
Kitten ziehen frühestens mit zwölf Wochen aus, geimpft, entwurmt und gechippt. Warnsignale: ein Preis deutlich unter dem üblichen Rahmen, keine Papiere, keine Elterntiere zum Ansehen oder eine Übergabe auf dem Parkplatz. Unsere Fragen an den Züchter helfen beim Gespräch; Adressen finden Sie unter Züchter der Bombay in Ihrer Nähe.
Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen
| Erkrankung | Vorsorge in der Zucht |
|---|---|
| Burma-Kopfdefekt (Burmese Head Defect) | Gentest der Elterntiere auf die ALX1-Mutation, vor allem bei Linien aus amerikanischer Burma-Zucht |
| Hypokaliämie (Kaliummangel mit Muskelschwäche) | Gentest der Elterntiere bei Linien mit Burma-Anteil |
| Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) | Herzultraschall der Zuchttiere, regelmäßig wiederholt |
Quellen und weiterführende Informationen (6)
- FIFe: Anerkannte Rassen (Bombay vorläufig anerkannt)
- CFA: Recognized Breeds (Bombay)
- GCCF: Breed profile Asian (Bombay als Asian Self Black)
- WCF: Rassestandards Kurzhaar-Rassen (Bombay BOM)
- Lyons et al. (2016): Aristaless-Like Homeobox protein 1 (ALX1) variant associated with craniofacial structure and frontonasal dysplasia in Burmese cats. Developmental Biology
- LABOKLIN: Hypokaliämie – betroffene Rassen
Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026


