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Lockenfell (Rex)klein

Cornish Rex

auch: Cornish, Cornish-Rex-Katze, CRX

Die Cornish Rex hat ein kurzes, gewelltes Fell ohne Deckhaare und steckt voller Energie – ehrlich erklärt, auch was die Locken für ihre Tasthaare bedeuten.

Schlanke Cornish Rex mit gewelltem, weißem Fell, dunklem Schwanz, großen Ohren und blauen Augen sitzt vor violettem Hintergrund und hebt eine Pfote.

Steckbrief Cornish Rex

Herkunft
Großbritannien (Cornwall)
Fell
Lockenfell (Rex)
Größe
klein
Gewicht Katze
2,5–3,5 kg
Gewicht Kater
3,5–4,5 kg
Lebenserwartung
12–15 Jahre
Anerkannt bei
FIFe, WCF, TICA, CFA, GCCF
Aktivität
sehr aktiv
Menschenbezug
sehr anhänglich
Stimme
mittel
Fellpflege
kaum Aufwand
Mit Kindern
mittel
Mit anderen Tieren
sehr gut
Allein bleiben
schlecht
Reine Wohnung
gut geeignet
Für Einsteiger
mittel

Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?

Die Cornish Rex ist eine Katze wie ein Windhund: schlank, hochbeinig, mit einer gewölbten Rückenlinie, riesigen Ohren und einem kurzen Fell, das in gleichmäßigen Wellen liegt wie eine Dauerwelle. Streicht man darüber, fühlt es sich an wie Samt oder Persianer.

Ihr Temperament ist so ungewöhnlich wie ihr Aussehen: Die Cornish Rex ist verspielt, neugierig, akrobatisch und extrem menschenbezogen. Wer sie wählt, sollte aber auch wissen, was die besondere Fellmutation für die Katze bedeutet – für ihren Wärmehaushalt und für ihre Tasthaare. Dazu sagen wir unten offen, wie wir die Rasse einstufen.

Herkunft und Geschichte

1950 kam auf einem Bauernhof in Cornwall im Südwesten Englands ein Kater mit gewelltem Fell zur Welt. Seine Besitzerin Nina Ennismore nannte ihn „Kallibunker“ und verpaarte ihn mit seiner Mutter, einer glatthaarigen Hauskatze. Weil wieder gelockte Kitten fielen, war klar: Das Merkmal wird rezessiv vererbt, beide Eltern müssen das Gen tragen. Den Namen „Rex“ übernahm sie von gelockten Kaninchen.

Später kamen Tiere nach Nordamerika, wo die Rasse mit Siam- und Orientalen-Einschlag schlanker und eleganter wurde. Heute ist die Cornish Rex bei FIFe, WCF, TICA, CFA und GCCF anerkannt. Mit der Devon Rex, die zehn Jahre später in der Nachbarregion Devon auftauchte, ist sie trotz des ähnlichen Namens nicht verwandt: Beide Locken beruhen auf unterschiedlichen Genen.

Aussehen

Die Cornish Rex ist eine kleine bis mittelgroße, schlanke Katze mit feinen Knochen, aber fester Muskulatur. Der Rücken ist leicht gewölbt, der Bauch aufgezogen, die Beine sind lang und schlank, der Schwanz ist lang und dünn wie eine Peitsche. Der Kopf ist schmal und etwas länger als breit, mit einer römischen Nase, einem kräftigen Kinn und sehr großen, hoch angesetzten Ohren. Die Augen sind mittelgroß und oval.

Das Besondere ist das Fell: Der Cornish Rex fehlen die Deckhaare, es gibt nur feine Unterwolle, die kürzer und dünner ist als bei anderen Katzen. Diese Haare legen sich in dichte, gleichmäßige Wellen vom Kopf bis zur Schwanzspitze. Laut Qualzuchtgutachten erreichen die Haare bei Rexkatzen nur etwa 65 % der normalen Dicke und die halbe Länge. Auch Augenbrauen und Tasthaare sind gekräuselt oder gebogen. Anerkannt sind nahezu alle Farben und Muster, einschließlich Point-Zeichnung und Weiß.

Wesen und Charakter

Die Cornish Rex ist ein Energiebündel. Sie rennt, springt, klettert, holt Spielzeug zurück, öffnet Schränke und bleibt bis ins Alter verspielt. Gleichzeitig ist sie ausgesprochen anhänglich: Sie folgt ihren Menschen, sitzt auf der Schulter und schläft am liebsten unter der Bettdecke – nicht nur aus Zuneigung, sondern auch, weil sie Wärme sucht.

Sie meldet sich gern, ist aber meist nicht so laut wie eine Siam. Mit anderen Katzen und katzenfreundlichen Hunden kommt sie in der Regel gut zurecht. Kinder, die gern mitspielen und rücksichtsvoll sind, passen gut; für sehr kleine Kinder ist die zarte, schnell verletzliche Haut ein Nachteil. Die Schattenseite: Eine Cornish Rex, die viel allein ist oder sich langweilt, wird unglücklich und oft laut oder zerstörerisch.

Haltung

Die Cornish Rex ist eine Wohnungskatze. Ihr dünnes Fell schützt kaum vor Kälte, Nässe und Sonne; bei kühlem Wetter friert sie schnell, bei starker Sonne kann sie sich verbrennen. Ein gesicherter Balkon ist bei gutem Wetter schön, unbeaufsichtigter Freigang aber nicht zu empfehlen. Sorgen Sie für warme Liegeplätze, etwa Kuschelhöhlen oder Plätze an der Heizung.

Halten Sie sie unbedingt zu zweit, am besten mit einer ebenso aktiven und kuschelbedürftigen Katze, etwa einer zweiten Rex. Planen Sie täglich mehrere Spieleinheiten ein, dazu hohe Kratzbäume und Klettermöglichkeiten. Lange Arbeitstage ohne Ausgleich passen nicht zu dieser Rasse.

Pflege und Ernährung

Das Fell braucht wenig, aber die richtige Pflege. Bürsten ist unnötig und kann die empfindlichen Haare und die Haut schädigen; streichen Sie stattdessen mit der Hand oder einem weichen Tuch darüber. Weil das Fell wenig Talg aufnimmt, können Haut und Ohren fettig werden. Kontrollieren Sie Ohren und Krallenfalze regelmäßig und reinigen Sie sie bei Bedarf sanft. Häufiges Baden ist nicht nötig und trocknet die Haut aus.

Cornish Rex verbrauchen wegen ihrer Aktivität und des Wärmeverlusts viel Energie und haben oft einen erstaunlichen Appetit. Füttern Sie ein hochwertiges Alleinfutter mit hohem Fleischanteil, bevorzugt Nassfutter, und achten Sie trotzdem auf die Figur: Die schlanke Rasse soll schlank bleiben, aber nicht knochig wirken.

Gesundheit

Die Cornish Rex gilt als robuste Rasse. Einige Punkte sollten Sie kennen:

  • Hypokaliämie: Die erbliche Kaliumstoffwechselstörung mit Muskelschwäche und gesenktem Kopf listet LABOKLIN auch für die Cornish Rex. Gentest verfügbar.
  • Progressive Retinaatrophie (rdAc-PRA): Erbliche Netzhauterkrankung mit Erblindung, rezessiv vererbt; LABOKLIN führt die Cornish Rex unter den betroffenen Rassen.
  • Blutgruppe B: Laut LABOKLIN haben 20–45 % der Cornish Rex Blutgruppe B. Die Blutgruppe der Eltern muss bekannt sein, sonst droht Kitten eine gefährliche Blutauflösung beim Säugen.
  • Haut: Das dünne Fell schützt wenig; Kratzer, Sonnenbrand und Hautreizungen kommen häufiger vor. Das QUEN-Merkblatt zu Rexkatzen nennt außerdem Zahnresorptionen bei der Cornish Rex.

Die Tasthaare – ein ehrlicher Blick

Tasthaare (Vibrissen) sind für Katzen ein wichtiges Sinnesorgan: zur Orientierung im Dunkeln, beim Beutefang, beim Untersuchen von Gegenständen und im Kontakt mit Artgenossen. Bei der Cornish Rex sind sie wie das Fell gekräuselt. Das QUEN-Merkblatt zu Vibrissen (Stand Juni 2026) beschreibt, dass ein Großteil der Cornish Rex gebogene, verdrehte, kurze oder abgebrochene Tasthaare hat, und ordnet funktionsgestörte Tasthaare der höchsten Belastungskategorie zu.

Das Gutachten der Sachverständigengruppe zur Auslegung von § 11b Tierschutzgesetz von 1999 – vom Bundesministerium bis heute als Auslegungshilfe veröffentlicht – bewertet es als Körperschaden, wenn Tasthaare fehlen oder so umgestaltet sind, dass ihre Funktion verlorengeht. Ein Zuchtverbot empfiehlt es für Rexkatzen, denen die Tasthaare fehlen. Den Zuchtverbänden empfiehlt es zusätzlich, ihre Standards so zu ändern, dass Tiere mit stark verkürzten oder gekräuselten Tasthaaren vermieden werden.

Unsere Einstufung: Die Cornish Rex hat Tasthaare, wenn auch veränderte. Das rasseprägende Merkmal ist das gewellte Fell, nicht das Fehlen der Tasthaare. Wir stufen sie deshalb – anders als die tasthaarlose Sphynx – nicht als Qualzucht ein, sehen sie aber als Grenzfall. Für Sie heißt das: Sehen Sie sich die Tasthaare der Elterntiere genau an. Tiere ohne oder mit stark verkürzten, abgebrochenen Tasthaaren gehören nicht in die Zucht, und ein guter Züchter spricht das von sich aus an.

Für wen passt die Cornish Rex?

Passt gut, wenn Sie …

  • viel zu Hause sind und eine sehr verspielte, anhängliche Katze möchten,
  • zwei Katzen halten und täglich mit ihnen spielen,
  • eine warme Wohnung bieten und keinen Freigang planen,
  • sich bewusst mit der Tasthaar-Frage auseinandergesetzt haben.

Passt eher nicht, wenn Sie …

  • auf eine Katze für Allergiker hoffen – auch Rexkatzen bilden Fel d 1,
  • lange Arbeitstage haben,
  • eine ruhige Katze suchen – dann eher Heilige Birma,
  • grundsätzlich keine Rasse mit veränderten Tasthaaren wählen möchten; ähnlich schlank und temperamentvoll mit normalem Fell sind Orientalisch Kurzhaar und Siam.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Kaufen Sie nur bei einem Züchter, der einem anerkannten Verband angeschlossen ist und einen Stammbaum mitgibt. Lassen Sie sich für beide Eltern die Gentests auf Hypokaliämie und rdAc-PRA sowie die Blutgruppe zeigen, und sehen Sie sich deren Fell, Haut und Tasthaare an. Fragen Sie, wie der Züchter bei der Auswahl seiner Zuchttiere auf die Tasthaare achtet.

Kitten ziehen frühestens mit zwölf Wochen aus, geimpft, entwurmt und gechippt. Warnsignale: ein Preis deutlich unter dem üblichen Rahmen, Werbung mit „allergikerfreundlich“, keine Elterntiere zum Ansehen oder eine Übergabe auf dem Parkplatz. Unsere Fragen an den Züchter helfen beim Gespräch; Adressen finden Sie unter Züchter der Cornish Rex in Ihrer Nähe.

Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen

ErkrankungVorsorge in der Zucht
Veränderte, brüchige TasthaareKein Test – Tasthaare der Elterntiere ansehen; Tiere ohne oder mit stark verkürzten Tasthaaren nicht zur Zucht verwenden
Hypokaliämie (Kaliummangel mit Muskelschwäche)Gentest der Elterntiere
Progressive Retinaatrophie (rdAc-PRA)Gentest der Elterntiere
Blutgruppe B – Risiko für Neugeborene (Neonatale Isoerythrolyse)Blutgruppenbestimmung der Elterntiere
Quellen und weiterführende Informationen (8)
  1. FIFe: Anerkannte Rassen und Rassestandards (Cornish Rex CRX)
  2. GCCF: Breed profile Cornish Rex
  3. Sachverständigengruppe Tierschutz und Heimtierzucht (1999): Gutachten zur Auslegung von § 11b TierSchG, bereitgestellt von der Bundestierärztekammer
  4. QUEN Qualzucht-Datenbank: Merkblatt Nr. 43 Katze Merkmal/Typ Rex (Stand 06/2026)
  5. QUEN Qualzucht-Datenbank: Merkblatt Nr. 20 Katze Vibrissen (Stand 06/2026)
  6. LABOKLIN: Hypokaliämie – betroffene Rassen
  7. LABOKLIN: Progressive Retinaatrophie (rdAc-PRA) – betroffene Rassen
  8. LABOKLIN: A, B oder C? Neue Gentests zum Blutgruppensystem der Katze

Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026

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