Maine Coon
Maine Coon: Preis – was ein Kitten vom Züchter kostet
Was kostet eine Maine Coon? Wir haben die Websites von 40 Catteries ausgewertet: Nur drei nennen ihren Preis. Was im Preis steckt und was „XXL“ bedeutet.

Unsere Preiserhebung: Maine Coon
- Ausgewertete Catteries
- 40
- davon mit Preisangabe auf der Website
- 3
- Stand
- 12. Oktober 2026
Zu wenige Catteries nennen ihren Preis öffentlich, um daraus eine Spanne für diese Rasse abzuleiten – unter 5 Angaben nennen wir je Rasse keine Zahl.
Zur Einordnung: alle 8 ausgewerteten Rassen zusammen
- Ausgewertete Catteries
- 214
- Preisangaben für Liebhabertiere
- 29
- Spanne
- 700 € bis 1.700 €
- Die mittlere Hälfte liegt zwischen
- 1.200 € und 1.400 €
- Mittlerer Preis (Median)
- etwa 1.300 €
Ausgewertet haben wir die Websites der Catteries aus unserem Verzeichnis, alle mit Zuchtverein und Stammbaum. Die Erhebung ist nicht repräsentativ: Die meisten Züchter nennen ihren Preis nur auf Anfrage. Keine der ausgewerteten Catteries wirbt mit „XXL“ oder nennt einen Aufpreis für besonders große Tiere.
Was kostet eine Maine Coon? Die ehrliche Antwort lautet: Das steht fast nirgends. Wir haben am 12. Oktober 2026 die Websites aller Maine-Coon-Catteries aus unserem Züchterverzeichnis durchgesehen – 41 Adressen, von denen 40 erreichbar waren. Nur drei nennen dort einen Preis für ein Kitten. Alle drei Angaben gelten für Liebhabertiere und liegen dicht beieinander im niedrigen vierstelligen Bereich.
Drei Angaben sind zu wenig, um daraus eine Spanne oder einen Mittelwert abzuleiten; unter fünf nennen wir grundsätzlich keine Zahl. Preisangaben, die ohne Quelle im Netz kursieren, können wir nicht prüfen und übernehmen sie deshalb nicht. Stattdessen zeigen wir, was wir tatsächlich gefunden haben, und erklären, woran Sie einen fairen Preis erkennen.
Warum fast niemand seinen Preis nennt
37 der 40 Catteries schweigen zum Preis oder verweisen auf das Gespräch. Einige begründen das: Der Preis richte sich „nach Verpaarung, Farbe und Entwicklung“ des Kittens, schreibt eine Cattery; eine andere nennt Abstammung, Geschlecht und die Abgabeart – Liebhabertier oder Zuchttier. Dahinter steht auch eine Haltung: Viele Züchter möchten Interessenten erst kennenlernen und nicht nach dem Preis ausgesucht werden.
Für Sie heißt das: Fragen Sie nach, am besten bei zwei oder drei Züchtern in Ihrer Region. Eine seriöse Cattery nennt ihren Preis auf eine höfliche, ernst gemeinte Anfrage ohne Umschweife – und sagt dazu, was darin enthalten ist.
Was im Preis steckt
Ein Kitten aus Vereinszucht ist nicht deshalb teurer, weil ein Papier dabei liegt, sondern wegen der Arbeit davor. Bei der Maine Coon gehört dazu vor allem die Gesundheitsvorsorge der Elterntiere:
- Herz: Gentest auf die HCM-Mutation A31P und zusätzlich ein Herzultraschall beim Tierkardiologen, der regelmäßig wiederholt wird. Der Gentest allein genügt nicht – nach Langford Vets erfasst er nur diese eine Mutation.
- Spinale Muskelatrophie (SMA): Gentest beider Eltern.
- Hüften: Röntgen mit offizieller Auswertung. In der Auswertung des US-Hüftregisters (Loder & Todhunter, 2018) waren 24,9 % der geröntgten Maine Coons von Hüftdysplasie betroffen.
Mehr dazu steht im Rassenporträt der Maine Coon. Auf den Websites fanden wir diese Untersuchungen häufig bei den einzelnen Zuchttieren vermerkt, oft mit Datum des letzten Herzultraschalls. Das ist ein gutes Zeichen – lassen Sie sich die Befunde trotzdem zeigen.
Was die Catteries zur Abgabe selbst schreiben, haben wir mitgezählt:
| Was die Website nennt | Catteries (von 40) |
|---|---|
| Abgabealter | 21 |
| – davon frühestens mit 14 Wochen oder später | 13 |
| – davon ab 13 Wochen | 5 |
| – davon ab 12 Wochen | 3 |
| Impfungen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen | 18 |
| Mikrochip | 15 |
| Stammbaum | 14 |
| Kitten zieht grundsätzlich kastriert aus | 3 |
| Frühkastration auf Wunsch | 2 |
| Kastration durch den Käufer als Vertragspflicht | 5 |
Wer eine Angabe nicht auf der Website hat, bietet die Leistung deshalb nicht zwangsläufig nicht an – die Tabelle zeigt nur, was öffentlich zu lesen ist. Das späte Abgabealter hat einen Grund: Die FIFe schreibt in ihren Zucht- und Registrierungsregeln (Ausgabe 1. Juli 2026) vor, dass Jungtiere nicht vor 14 Wochen abgegeben werden, vollständig geimpft und gechippt. Vierzehn Wochen Futter, Streu, Tierarzt und Betreuung für einen ganzen Wurf sind ein wesentlicher Teil des Preises.
Von den drei Catteries mit Preisangabe geben zwei das Kitten bereits kastriert ab, die Kastration ist dort im Preis enthalten. Die dritte verlangt die Kastration vom Käufer. Das zeigt, warum sich nackte Zahlen schlecht vergleichen lassen: Ein scheinbar günstigeres Kitten kann am Ende mehr kosten, wenn Kastration und Tollwutimpfung noch dazukommen.
Warum die Preise auseinandergehen
Liebhabertier oder Zuchttier. Ein Kitten mit Zuchtrecht kostet mehr als ein Liebhabertier. Eine Zahl dazu nennt keine der 40 Websites; eine Cattery schreibt, Preise für Zuchttiere gebe es nur auf persönliche Anfrage. Eine weitere gibt Zuchttiere ausschließlich an Züchter ab, die einem Verein angehören.
Was enthalten ist. Kastration, Tollwutimpfung, Versicherung für die ersten Wochen, persönliche Übergabe bei Ihnen zu Hause – all das fanden wir je nach Cattery im Preis oder eben nicht.
Farbe. Bei der Maine Coon ist fast jede Farbe anerkannt. Eine Cattery nennt die Farbe ausdrücklich als Preisfaktor. Sachlich begründet ist das nicht: Die Fellfarbe sagt nichts über Gesundheit oder Wesen. Ein Aufschlag für eine „seltene“ Farbe ist ein Verkaufsargument.
Steigende Kosten. Eine der drei Catteries mit Preisangabe hat ihren Preis 2026 angehoben und begründet das mit gestiegenen Kosten für Vorsorge und Unterhalt.
„XXL“ und „Riesen-Maine-Coon“: kein Grund für einen Aufpreis
Auf Kleinanzeigenportalen werden „XXL-Linien“ und „Riesen“ gern teurer angeboten. In unserer Erhebung kommt das nicht vor: Keine der 40 Catteries wirbt mit „XXL“ oder nennt einen Aufschlag für Größe. Zwei distanzieren sich sogar ausdrücklich davon.
Das passt zur Sachlage. Kein Zuchtverband kennt eine XXL-Maine-Coon; der FIFe-Standard beschreibt die Rasse schlicht als „groß“. Wie schwer ein Kitten einmal wird, kann niemand zusagen – ausgewachsen ist eine Maine Coon erst mit drei bis vier Jahren. Wer für ein Versprechen bezahlt, das sich erst Jahre später überprüfen lässt, bezahlt für ein Werbewort. Wenn ein Züchter mehr verlangt als andere, sollte er das mit Befunden begründen können: Herzultraschall, Hüftröntgen, Gentests. Kilogramm sind kein Gesundheitsnachweis.
Ähnlich verhält es sich mit überzähligen Zehen. Polydaktyle Maine Coons werden mitunter als Besonderheit vermarktet; das Gutachten zur Auslegung von § 11b Tierschutzgesetz (1999) empfiehlt für Merkmalträger dagegen ein Zuchtverbot. Ein Aufpreis dafür ist das Gegenteil eines Qualitätsmerkmals.
Billigangebote: woran Sie Vermehrer erkennen
Liegt ein Angebot deutlich unter dem, was Ihnen mehrere Vereinszüchter nennen, fehlt fast immer genau das, was Geld kostet. Warnsignale sind:
- kein Stammbaum oder „Papiere gegen Aufpreis“,
- keine schriftlichen Befunde der Eltern zu HCM, SMA und Hüften,
- Abgabe vor der zwölften Woche, ungeimpft oder ohne Chip,
- die Mutterkatze ist nicht zu sehen, Übergabe auf dem Parkplatz,
- Werbung mit „XXL“, „Riesen“ oder „seltenen Farben“,
- ständig verfügbare Würfe und Abgabe ohne persönliches Kennenlernen.
Ein niedriger Kaufpreis ist schnell aufgezehrt, wenn eine Erbkrankheit auftritt, die ein Test der Eltern verhindert hätte. § 11b Tierschutzgesetz verbietet die Zucht, wenn bei den Nachkommen erblich bedingte Schmerzen, Leiden oder Schäden zu erwarten sind – ohne Verein und ohne Befunde der Eltern kann aber niemand prüfen, ob darauf geachtet wurde. Welche Fragen Sie stellen und welche Unterlagen Sie sich zeigen lassen sollten, steht in unserer Liste Fragen an den Züchter.
Laufende Kosten: der größere Posten
Der Kaufpreis fällt einmal an, die Haltung zwölf bis fünfzehn Jahre lang. Eine Maine Coon frisst mehr als eine kleine Katze und braucht stabileres Zubehör: schwere Kratzbäume, große Katzenklos, eine große Transportbox. Dazu kommen Streu, Impfungen, Parasitenvorsorge und Rücklagen für die Tierarztpraxis – bei dieser Rasse auch für die Herzvorsorge. Und weil eine Maine Coon nicht allein gehalten werden sollte, rechnen Sie am besten gleich für zwei. Ihre persönlichen Zahlen ermitteln Sie mit dem Katzenkosten-Rechner; wie groß die Rasse wirklich wird, steht unter Größe und Gewicht der Maine Coon.
Alternative Tierschutz
Auch Maine Coons und Maine-Coon-Mischlinge landen im Tierheim, oft als erwachsene Tiere, deren Charakter man schon kennt. Die Schutzgebühr legt jedes Tierheim selbst fest; sie liegt weit unter dem Preis eines Zuchtkittens, und die Tiere sind in der Regel bereits kastriert, geimpft und gechippt. Einen Stammbaum und Befunde der Eltern gibt es dort nicht – dafür ein Tier, das ein Zuhause braucht. Ein Blick in die Tierheime lohnt sich, bevor Sie sich auf eine Warteliste setzen lassen.
Wenn es ein Kitten vom Züchter sein soll, finden Sie in unserem Verzeichnis geprüfte Züchter der Maine Coon – alle mit Zuchtverein und Stammbaum. Fragen Sie dort nach dem Preis und danach, was er enthält. Die Antwort auf die zweite Frage sagt mehr über die Cattery als die Zahl.
Häufige Fragen
Was kostet eine Maine Coon vom Züchter?
Eine belastbare Zahl gibt es nicht: Von 40 Catteries aus unserem Verzeichnis nennen nur drei ihren Preis öffentlich. Diese drei Angaben liegen im niedrigen vierstelligen Bereich. Alle anderen nennen den Preis erst auf Anfrage.
Warum nennen die meisten Züchter keinen Preis?
Viele möchten Interessenten zuerst kennenlernen und nicht über den Preis ausgewählt werden. Einige schreiben, der Preis hänge von Verpaarung, Abstammung, Geschlecht oder davon ab, ob das Tier als Liebhaber- oder Zuchttier abgegeben wird.
Kostet eine XXL-Maine-Coon mehr?
„XXL“ ist ein Werbebegriff, kein Rassestandard und keine eigene Linie. In unserer Erhebung wirbt keine einzige Cattery damit, zwei distanzieren sich ausdrücklich. Ein Aufpreis für versprochene Größe hat keine sachliche Grundlage.
Ist die Kastration im Preis enthalten?
Das ist unterschiedlich. Drei Catteries geben ihre Kitten grundsätzlich kastriert ab, zwei bieten die Frühkastration auf Wunsch an, fünf verlangen die Kastration später vom Käufer. Fragen Sie nach, bevor Sie Preise vergleichen.
Warum ist eine Maine Coon ohne Papiere so viel billiger?
Weil meist fehlt, was Geld kostet: Gentests und Herzultraschall der Eltern, Hüftröntgen, zwei Impfungen, Chip und eine Aufzucht von mindestens zwölf bis vierzehn Wochen. Ohne Stammbaum lässt sich zudem nicht prüfen, ob die Eltern getestet wurden.
Was kostet eine Maine Coon mit Zuchtrecht?
Dazu fanden wir auf keiner der 40 Websites eine Zahl. Eine Cattery schreibt ausdrücklich, Preise für Zuchttiere gebe es nur auf persönliche Anfrage; eine weitere gibt Zuchttiere nur an Züchter ab, die einem Verein angehören.
Quellen und weiterführende Informationen (5)
- FIFe: Zucht- und Registrierungsregeln (Ausgabe 01.07.2026), 2.3.3 Jungtiere
- Langford Vets: Maine Coon Hypertrophic Cardiomyopathy
- Loder & Todhunter (2018): Demographics of hip dysplasia in the Maine Coon cat
- Tierschutzgesetz § 11b (Qualzuchtverbot)
- Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Sachverständigengruppe beim BML, 1999)