Maine Coon
Maine-Coon-Farben: Farbgruppen, Tabby, Smoke und EMS-Codes
Black Tabby, Red, Blue Smoke oder Silver mit Weiß: die anerkannten Farben der Maine Coon in neun Farbgruppen – und wie Sie den EMS-Code lesen.

Die typische Maine Coon ist braun getigert, mit wildem Blick und Luchspinseln – so kennt man sie von Fotos. Tatsächlich ist das nur eine von sehr vielen Möglichkeiten. Der FIFe-Standard erlaubt bei dieser Rasse nahezu alle Farben, und er sagt auch deutlich, wie wichtig sie ist: In der Punkteskala zählen Farbe und Zeichnung ganze 5 von 100 Punkten. Körperbau, Kopf und Fell entscheiden, nicht die Farbe.
Wer ein Kitten sucht, steht trotzdem vor Bezeichnungen wie „Black Tabby Blotched“, „Blue Smoke“ oder „MCO d 09 22“. Diese Seite erklärt das System anhand der Standards von FIFe, CFA und GCCF.
Was erlaubt ist – und was nicht
Der FIFe-Standard (Ausgabe vom 1. Januar 2026) fasst es in einem Satz: Alle Farbvarietäten sind erlaubt, auch alle mit Weiß, mit Ausnahme von Abzeichen (Pointed) sowie der Farben Chocolate, Lilac, Cinnamon und Fawn.
Warum gerade diese Ausnahmen? Die CFA nennt den Grund in ihrem Standard: Katzen, deren Farbe auf eine Einkreuzung schließen lässt – Chocolate, Lavender (Lilac) oder die „Himalayan“-Zeichnung, also Point – werden disqualifiziert. Der britische GCCF hält es genauso: die meisten Farben, außer Chocolate, Lilac und Colourpoint.
Für Käufer heißt das: Eine „Maine Coon“ in Chocolate, Lilac oder mit Siam-Abzeichen entspricht keinem Standard der großen Verbände – auch wenn sie als Rarität angeboten wird. Das muss kein schlechtes Tier sein, aber es ist kein Grund für einen Aufpreis und ein guter Anlass, nach dem Stammbaum zu fragen.
Die Grundfarben
Übrig bleiben sechs Grundfarben. Blau ist die aufgehellte Form von Schwarz, Creme die von Rot – mehr dazu unter graue und blaue Katzen und rote Katzen.
| Deutsch | Englisch | EMS-Code |
|---|---|---|
| Schwarz | black | n |
| Blau | blue | a |
| Rot | red | d |
| Creme | cream | e |
| Schwarz-Schildpatt | black tortie, tortoiseshell | f |
| Blau-Schildpatt | blue tortie, blue-cream | g |
| Weiß | white | w |
Schildpatt – schwarz und rot gemischt, in der verdünnten Form blau und creme – kommt fast nur bei Katzen vor, nicht bei Katern. Mit Weiß heißt es in den USA „Calico“; hierzulande spricht man von Glückskatzen.
Tabby: gestromt, getigert, getupft, getickt
Die meisten Maine Coons tragen eine Tabby-Zeichnung. Die FIFe führt vier Varianten, die CFA beschreibt drei davon (classic, mackerel und ticked).
| Deutsch | Englisch | EMS-Code | So sieht es aus |
|---|---|---|---|
| Gestromt | classic oder blotched tabby | 22 | breite Bänder und Wirbel an den Flanken |
| Getigert | mackerel tabby | 23 | schmale, parallele Streifen |
| Getupft | spotted tabby | 24 | Tupfen statt Streifen |
| Getickt | ticked tabby | 25 | jedes Haar gebändert, kaum Zeichnung am Körper |
Eine Besonderheit der Namensgebung sorgt regelmäßig für Verwirrung: Die klassische „braun getigerte“ Maine Coon heißt im EMS-System Black Tabby (n 22 oder n 23), weil die Zeichnung schwarz ist – der Grund dazwischen ist braun. In den USA heißt dieselbe Katze „Brown Tabby“. Gemeint ist dasselbe. Die Katze auf dem Titelbild ist dagegen eine Red Classic Tabby (d 22). Wie Tabby-Zeichnungen entstehen, lesen Sie unter getigerte und Tabby-Katzen.
Smoke, Silber und Golden
Bei diesen Varianten ist der untere Teil jedes Haares aufgehellt.
- Smoke (EMS s ohne Tabby-Zahl): einfarbig wirkende Katze mit silberweißem Haaransatz. Die CFA beschreibt Black Smoke als weißes Unterfell, tief schwarz getippt. Besonders an Halskrause, Bauch und Hosen kommt das Helle zum Vorschein.
- Silber-Tabby (s mit 22–25): die Zeichnung steht auf silberweißem statt braunem Grund – etwa „Black Silver Tabby“ (ns 22). Rot mit Silber heißt bei der CFA „Cameo“.
- Shaded und Shell (11, 12): nur das obere Drittel oder die Spitze des Haares ist gefärbt, die Katze wirkt dadurch sehr hell.
- Golden (y): Die FIFe führt Golden in ihren Farbgruppen, als Shaded, Shell oder Tabby.
Mehr über die Genetik dahinter steht auf der Seite Silber und Smoke.
Mit Weiß – wie viel ist erlaubt?
Nach dem FIFe-Standard ist jeder Weißanteil zulässig: eine weiße Flamme im Gesicht, ein Medaillon, eine weiße Brust, Weiß am Bauch oder an den Pfoten. Im EMS-Code steht dafür eine Zahl:
| Deutsch | EMS-Code | Weißanteil laut WCF-Liste |
|---|---|---|
| Van | 01 | Farbe nur an Kopf und Schwanz |
| Harlekin | 02 | etwa fünf Sechstel Weiß |
| Bicolour | 03 | ein Drittel bis die Hälfte Weiß |
| Sonstiger Weißanteil | 09 | Medaillon, Pfoten, Brust – ohne feste Vorgabe, wo |
Die CFA ist hier strenger als die FIFe: Farben „mit Weiß“ müssen Weiß an Latz, Bauch und allen vier Pfoten haben, und einzelne weiße Knöpfe, Medaillons oder Flecken sind ein Disqualifikationsgrund. Dieselbe Katze mit kleinem weißem Brustfleck ist also in Europa standardgerecht und in einer CFA-Ausstellung nicht. Über das Tier sagt das nichts.
Die neun Farbgruppen der FIFe
Auf Ausstellungen der FIFe werden Maine Coons in neun Gruppen gerichtet:
| Gruppe | Farben | EMS-Beispiel |
|---|---|---|
| I | Schwarz, Blau – einfarbig | MCO n |
| II | Schwarz, Blau mit Weiß | MCO a 03 |
| III | Schwarz, Blau als Tabby („Agouti“) oder Golden | MCO n 22 |
| IV | wie III, mit Weiß | MCO n 09 23 |
| V | Rot, Creme, Schildpatt – einfarbig, Tabby oder Golden | MCO d 22 |
| VI | wie V, mit Weiß | MCO f 03 |
| VII | Smoke und Silber in allen Grundfarben | MCO ns |
| VIII | wie VII, mit Weiß | MCO ns 09 22 |
| IX | Weiß | MCO w 62 |
EMS-Codes lesen lernen
Der EMS-Code im Stammbaum folgt immer derselben Reihenfolge:
- Rassekürzel: MCO.
- Kleinbuchstabe für die Farbe: n, a, d, e, f, g oder w.
- Zusatzbuchstabe: s für Silber/Smoke, y für Golden.
- Weißanteil: 01, 02, 03 oder 09.
- Zeichnung: 11/12 für Shaded/Shell, 22–25 für die Tabby-Varianten.
- Augenfarbe (nur wo nötig): 61 blau, 62 orange, 63 verschiedenfarbig („odd eyed“), 64 grün.
Drei Beispiele zum Üben:
- MCO n 22 – Schwarz, gestromt: die klassische „braun getigerte“ Maine Coon.
- MCO as 09 23 – Blau mit Silber, etwas Weiß, getigert: „Blue Silver Mackerel Tabby mit Weiß“.
- MCO f 03 – Schwarz-Schildpatt Bicolour: eine dreifarbige Katze.
Fehlt die Tabby-Zahl, ist die Katze einfarbig (oder Smoke, wenn ein s dabeisteht). Steht im Stammbaum statt MCO das Kürzel XLH, ist das Tier nicht als Maine Coon registriert – so verfährt die FIFe zum Beispiel bei blauen Augen in nicht zugelassenen Farben.
Augenfarben
Die FIFe erlaubt bei jeder Fellfarbe alle Augenfarben außer Blau und wünscht sich eine klare Farbe. Die CFA nennt Grün, Gold, Grüngold und Kupfer, der GCCF Grün, Gold oder Kupfer. Eine feste Zuordnung von Augen- zu Fellfarbe wie bei der Britisch Kurzhaar gibt es nicht.
Blaue oder verschiedenfarbige Augen sind die Ausnahme: Die FIFe lässt sie nur bei weißen Tieren sowie bei Van und Harlekin zu, die CFA bei weißen Katzen und Katzen mit Weiß. Bei weißen Katzen sollten Sie wissen, dass sie häufiger taub sind – nach International Cat Care ist eine weiße Katze mit zwei blauen Augen drei- bis fünfmal so oft taub wie eine weiße mit zwei andersfarbigen Augen. Fragen Sie bei einem weißen Kitten, ob das Gehör tierärztlich geprüft wurde. Einzelheiten stehen unter Katzen mit blauen Augen.
Farbe beim Kitten
Zur Farbentwicklung von Maine-Coon-Kitten machen die Standards keine Angaben, und belastbare Untersuchungen dazu kennen wir nicht. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf Faustregeln aus Foren, sondern auf den Stammbaum: Dort steht der EMS-Code, den der Züchter beim Verein gemeldet hat. Gerade bei Smoke, bei Silber und bei Rot mit oder ohne Zeichnung lohnt die Nachfrage, wie sicher die Bestimmung ist – nach der CFA braucht eine Maine Coon ohnehin bis zu drei Jahre, bis sie ausgewachsen ist.
„Seltene Farben“ als Verkaufsargument
Wie häufig einzelne Farben sind, lässt sich nicht belegen: Die Verbände veröffentlichen keine Zahlen dazu. Sicher ist nur, was eine Farbe nicht leistet. Ein Zusammenhang zwischen Fellfarbe und Charakter ist nicht belegt, und die Erbkrankheiten der Rasse – HCM, SMA, Hüftdysplasie – hängen nicht an der Farbe. Ein Black-Smoke-Kitten braucht dieselben Nachweise der Eltern wie ein braun getigertes.
Misstrauisch sollten Sie werden, wenn die Farbe das Hauptargument einer Anzeige ist, womöglich zusammen mit „XXL“. Dann lohnt ein Blick auf die Seite zu Größe und Gewicht der Maine Coon. Wählen Sie erst den Züchter, dann die Farbe: Fragen für das Gespräch finden Sie unter Fragen an den Züchter, geprüfte Adressen unter Maine-Coon-Züchter in Ihrer Nähe.
Ebenfalls in vielen Farben gezüchtet werden die Norwegische Waldkatze und die Sibirische Katze. Und wer einfach eine große, getigerte Langhaarkatze sucht: Solche Tiere warten auch in Tierheimen. Einen Überblick über alle Fellfarben gibt die Seite Katzenfarben.
Häufige Fragen
Welche Farben gibt es bei der Maine Coon?
Schwarz, Blau, Rot, Creme, Schildpatt und Weiß – jeweils einfarbig, als Tabby, als Smoke oder Silber, bei der FIFe auch als Golden, und alles mit oder ohne Weiß. Die FIFe ordnet diese Vielfalt in neun Farbgruppen.
Welche Farben sind bei der Maine Coon nicht erlaubt?
Pointzeichnung (Abzeichen wie bei der Siam) sowie Chocolate, Lilac, Cinnamon und Fawn. Der CFA-Standard nennt Chocolate, Lavender und die Pointzeichnung ausdrücklich als Hinweis auf Einkreuzung und Disqualifikationsgrund.
Was bedeutet MCO n 22?
MCO ist das Kürzel für Maine Coon, n steht für Schwarz, 22 für gestromt. Gemeint ist die bekannteste Maine-Coon-Farbe: schwarze Zeichnung auf braunem Grund, in den USA „Brown Classic Tabby“ genannt.
Was ist eine Black-Smoke-Maine-Coon?
Eine schwarze Katze mit silberweißem Haaransatz, EMS-Code MCO ns. In Ruhe wirkt sie fast schwarz; in der Bewegung und an Halskrause und Hosen blitzt das helle Unterhaar durch.
Darf eine Maine Coon blaue Augen haben?
Nur, wenn sie weiß ist oder einen sehr hohen Weißanteil hat (Van, Harlekin). Der FIFe-Standard erlaubt sonst alle Augenfarben außer Blau; blauäugige Tiere anderer Farben werden nicht als Maine Coon registriert.
Welche Maine-Coon-Farbe ist die seltenste?
Dazu gibt es keine belastbare Statistik, denn die Verbände veröffentlichen keine Wurfzahlen nach Farbe. „Selten“ ist in Anzeigen ein Verkaufsargument und sagt nichts über Gesundheit, Größe oder Wesen.
Quellen und weiterführende Informationen (5)
- FIFe: Rassestandard Maine Coon (MCO) mit den neun Farbgruppen, Ausgabe 01.01.2026
- CFA: Maine Coon Cat – Breed Standard (Farbklassen, Tabby-Muster, Disqualifikationen)
- GCCF: Breed profile Maine Coon (Farben und Augenfarben)
- WCF: EMS-Code und Anerkennung der Rassen (Stand 06.06.2026)
- International Cat Care: Inherited deafness in white cats