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Maine Coon

Maine-Coon-Farben: Farbgruppen, Tabby, Smoke und EMS-Codes

Black Tabby, Red, Blue Smoke oder Silver mit Weiß: die anerkannten Farben der Maine Coon in neun Farbgruppen – und wie Sie den EMS-Code lesen.

Von der Redaktion catterys.deStand: 12. Oktober 2026

Rot gestromte Maine Coon mit buschigem Schwanz und Luchspinseln an den Ohren läuft über einen Rasen vor einem Blumenbeet.

Die typische Maine Coon ist braun getigert, mit wildem Blick und Luchspinseln – so kennt man sie von Fotos. Tatsächlich ist das nur eine von sehr vielen Möglichkeiten. Der FIFe-Standard erlaubt bei dieser Rasse nahezu alle Farben, und er sagt auch deutlich, wie wichtig sie ist: In der Punkteskala zählen Farbe und Zeichnung ganze 5 von 100 Punkten. Körperbau, Kopf und Fell entscheiden, nicht die Farbe.

Wer ein Kitten sucht, steht trotzdem vor Bezeichnungen wie „Black Tabby Blotched“, „Blue Smoke“ oder „MCO d 09 22“. Diese Seite erklärt das System anhand der Standards von FIFe, CFA und GCCF.

Was erlaubt ist – und was nicht

Der FIFe-Standard (Ausgabe vom 1. Januar 2026) fasst es in einem Satz: Alle Farbvarietäten sind erlaubt, auch alle mit Weiß, mit Ausnahme von Abzeichen (Pointed) sowie der Farben Chocolate, Lilac, Cinnamon und Fawn.

Warum gerade diese Ausnahmen? Die CFA nennt den Grund in ihrem Standard: Katzen, deren Farbe auf eine Einkreuzung schließen lässt – Chocolate, Lavender (Lilac) oder die „Himalayan“-Zeichnung, also Point – werden disqualifiziert. Der britische GCCF hält es genauso: die meisten Farben, außer Chocolate, Lilac und Colourpoint.

Für Käufer heißt das: Eine „Maine Coon“ in Chocolate, Lilac oder mit Siam-Abzeichen entspricht keinem Standard der großen Verbände – auch wenn sie als Rarität angeboten wird. Das muss kein schlechtes Tier sein, aber es ist kein Grund für einen Aufpreis und ein guter Anlass, nach dem Stammbaum zu fragen.

Die Grundfarben

Übrig bleiben sechs Grundfarben. Blau ist die aufgehellte Form von Schwarz, Creme die von Rot – mehr dazu unter graue und blaue Katzen und rote Katzen.

Deutsch Englisch EMS-Code
Schwarz black n
Blau blue a
Rot red d
Creme cream e
Schwarz-Schildpatt black tortie, tortoiseshell f
Blau-Schildpatt blue tortie, blue-cream g
Weiß white w

Schildpatt – schwarz und rot gemischt, in der verdünnten Form blau und creme – kommt fast nur bei Katzen vor, nicht bei Katern. Mit Weiß heißt es in den USA „Calico“; hierzulande spricht man von Glückskatzen.

Tabby: gestromt, getigert, getupft, getickt

Die meisten Maine Coons tragen eine Tabby-Zeichnung. Die FIFe führt vier Varianten, die CFA beschreibt drei davon (classic, mackerel und ticked).

Deutsch Englisch EMS-Code So sieht es aus
Gestromt classic oder blotched tabby 22 breite Bänder und Wirbel an den Flanken
Getigert mackerel tabby 23 schmale, parallele Streifen
Getupft spotted tabby 24 Tupfen statt Streifen
Getickt ticked tabby 25 jedes Haar gebändert, kaum Zeichnung am Körper

Eine Besonderheit der Namensgebung sorgt regelmäßig für Verwirrung: Die klassische „braun getigerte“ Maine Coon heißt im EMS-System Black Tabby (n 22 oder n 23), weil die Zeichnung schwarz ist – der Grund dazwischen ist braun. In den USA heißt dieselbe Katze „Brown Tabby“. Gemeint ist dasselbe. Die Katze auf dem Titelbild ist dagegen eine Red Classic Tabby (d 22). Wie Tabby-Zeichnungen entstehen, lesen Sie unter getigerte und Tabby-Katzen.

Smoke, Silber und Golden

Bei diesen Varianten ist der untere Teil jedes Haares aufgehellt.

  • Smoke (EMS s ohne Tabby-Zahl): einfarbig wirkende Katze mit silberweißem Haaransatz. Die CFA beschreibt Black Smoke als weißes Unterfell, tief schwarz getippt. Besonders an Halskrause, Bauch und Hosen kommt das Helle zum Vorschein.
  • Silber-Tabby (s mit 22–25): die Zeichnung steht auf silberweißem statt braunem Grund – etwa „Black Silver Tabby“ (ns 22). Rot mit Silber heißt bei der CFA „Cameo“.
  • Shaded und Shell (11, 12): nur das obere Drittel oder die Spitze des Haares ist gefärbt, die Katze wirkt dadurch sehr hell.
  • Golden (y): Die FIFe führt Golden in ihren Farbgruppen, als Shaded, Shell oder Tabby.
Junger Maine-Coon-Kater in Black Smoke mit dunklem Gesicht, gelbgrünen Augen und silbrig aufgehelltem Fell an Brust und Flanken liegt auf dunkelrotem Stoff.
Black Smoke (MCO ns): Das Gesicht wirkt schwarz, an Brust und Flanken schimmert das silberweiße Unterhaar durch.

Mehr über die Genetik dahinter steht auf der Seite Silber und Smoke.

Mit Weiß – wie viel ist erlaubt?

Nach dem FIFe-Standard ist jeder Weißanteil zulässig: eine weiße Flamme im Gesicht, ein Medaillon, eine weiße Brust, Weiß am Bauch oder an den Pfoten. Im EMS-Code steht dafür eine Zahl:

Deutsch EMS-Code Weißanteil laut WCF-Liste
Van 01 Farbe nur an Kopf und Schwanz
Harlekin 02 etwa fünf Sechstel Weiß
Bicolour 03 ein Drittel bis die Hälfte Weiß
Sonstiger Weißanteil 09 Medaillon, Pfoten, Brust – ohne feste Vorgabe, wo

Die CFA ist hier strenger als die FIFe: Farben „mit Weiß“ müssen Weiß an Latz, Bauch und allen vier Pfoten haben, und einzelne weiße Knöpfe, Medaillons oder Flecken sind ein Disqualifikationsgrund. Dieselbe Katze mit kleinem weißem Brustfleck ist also in Europa standardgerecht und in einer CFA-Ausstellung nicht. Über das Tier sagt das nichts.

Die neun Farbgruppen der FIFe

Auf Ausstellungen der FIFe werden Maine Coons in neun Gruppen gerichtet:

Gruppe Farben EMS-Beispiel
I Schwarz, Blau – einfarbig MCO n
II Schwarz, Blau mit Weiß MCO a 03
III Schwarz, Blau als Tabby („Agouti“) oder Golden MCO n 22
IV wie III, mit Weiß MCO n 09 23
V Rot, Creme, Schildpatt – einfarbig, Tabby oder Golden MCO d 22
VI wie V, mit Weiß MCO f 03
VII Smoke und Silber in allen Grundfarben MCO ns
VIII wie VII, mit Weiß MCO ns 09 22
IX Weiß MCO w 62

EMS-Codes lesen lernen

Der EMS-Code im Stammbaum folgt immer derselben Reihenfolge:

  1. Rassekürzel: MCO.
  2. Kleinbuchstabe für die Farbe: n, a, d, e, f, g oder w.
  3. Zusatzbuchstabe: s für Silber/Smoke, y für Golden.
  4. Weißanteil: 01, 02, 03 oder 09.
  5. Zeichnung: 11/12 für Shaded/Shell, 22–25 für die Tabby-Varianten.
  6. Augenfarbe (nur wo nötig): 61 blau, 62 orange, 63 verschiedenfarbig („odd eyed“), 64 grün.

Drei Beispiele zum Üben:

  • MCO n 22 – Schwarz, gestromt: die klassische „braun getigerte“ Maine Coon.
  • MCO as 09 23 – Blau mit Silber, etwas Weiß, getigert: „Blue Silver Mackerel Tabby mit Weiß“.
  • MCO f 03 – Schwarz-Schildpatt Bicolour: eine dreifarbige Katze.

Fehlt die Tabby-Zahl, ist die Katze einfarbig (oder Smoke, wenn ein s dabeisteht). Steht im Stammbaum statt MCO das Kürzel XLH, ist das Tier nicht als Maine Coon registriert – so verfährt die FIFe zum Beispiel bei blauen Augen in nicht zugelassenen Farben.

Augenfarben

Die FIFe erlaubt bei jeder Fellfarbe alle Augenfarben außer Blau und wünscht sich eine klare Farbe. Die CFA nennt Grün, Gold, Grüngold und Kupfer, der GCCF Grün, Gold oder Kupfer. Eine feste Zuordnung von Augen- zu Fellfarbe wie bei der Britisch Kurzhaar gibt es nicht.

Blaue oder verschiedenfarbige Augen sind die Ausnahme: Die FIFe lässt sie nur bei weißen Tieren sowie bei Van und Harlekin zu, die CFA bei weißen Katzen und Katzen mit Weiß. Bei weißen Katzen sollten Sie wissen, dass sie häufiger taub sind – nach International Cat Care ist eine weiße Katze mit zwei blauen Augen drei- bis fünfmal so oft taub wie eine weiße mit zwei andersfarbigen Augen. Fragen Sie bei einem weißen Kitten, ob das Gehör tierärztlich geprüft wurde. Einzelheiten stehen unter Katzen mit blauen Augen.

Farbe beim Kitten

Zur Farbentwicklung von Maine-Coon-Kitten machen die Standards keine Angaben, und belastbare Untersuchungen dazu kennen wir nicht. Verlassen Sie sich deshalb nicht auf Faustregeln aus Foren, sondern auf den Stammbaum: Dort steht der EMS-Code, den der Züchter beim Verein gemeldet hat. Gerade bei Smoke, bei Silber und bei Rot mit oder ohne Zeichnung lohnt die Nachfrage, wie sicher die Bestimmung ist – nach der CFA braucht eine Maine Coon ohnehin bis zu drei Jahre, bis sie ausgewachsen ist.

„Seltene Farben“ als Verkaufsargument

Wie häufig einzelne Farben sind, lässt sich nicht belegen: Die Verbände veröffentlichen keine Zahlen dazu. Sicher ist nur, was eine Farbe nicht leistet. Ein Zusammenhang zwischen Fellfarbe und Charakter ist nicht belegt, und die Erbkrankheiten der Rasse – HCM, SMA, Hüftdysplasie – hängen nicht an der Farbe. Ein Black-Smoke-Kitten braucht dieselben Nachweise der Eltern wie ein braun getigertes.

Misstrauisch sollten Sie werden, wenn die Farbe das Hauptargument einer Anzeige ist, womöglich zusammen mit „XXL“. Dann lohnt ein Blick auf die Seite zu Größe und Gewicht der Maine Coon. Wählen Sie erst den Züchter, dann die Farbe: Fragen für das Gespräch finden Sie unter Fragen an den Züchter, geprüfte Adressen unter Maine-Coon-Züchter in Ihrer Nähe.

Ebenfalls in vielen Farben gezüchtet werden die Norwegische Waldkatze und die Sibirische Katze. Und wer einfach eine große, getigerte Langhaarkatze sucht: Solche Tiere warten auch in Tierheimen. Einen Überblick über alle Fellfarben gibt die Seite Katzenfarben.

Häufige Fragen

Welche Farben gibt es bei der Maine Coon?

Schwarz, Blau, Rot, Creme, Schildpatt und Weiß – jeweils einfarbig, als Tabby, als Smoke oder Silber, bei der FIFe auch als Golden, und alles mit oder ohne Weiß. Die FIFe ordnet diese Vielfalt in neun Farbgruppen.

Welche Farben sind bei der Maine Coon nicht erlaubt?

Pointzeichnung (Abzeichen wie bei der Siam) sowie Chocolate, Lilac, Cinnamon und Fawn. Der CFA-Standard nennt Chocolate, Lavender und die Pointzeichnung ausdrücklich als Hinweis auf Einkreuzung und Disqualifikationsgrund.

Was bedeutet MCO n 22?

MCO ist das Kürzel für Maine Coon, n steht für Schwarz, 22 für gestromt. Gemeint ist die bekannteste Maine-Coon-Farbe: schwarze Zeichnung auf braunem Grund, in den USA „Brown Classic Tabby“ genannt.

Was ist eine Black-Smoke-Maine-Coon?

Eine schwarze Katze mit silberweißem Haaransatz, EMS-Code MCO ns. In Ruhe wirkt sie fast schwarz; in der Bewegung und an Halskrause und Hosen blitzt das helle Unterhaar durch.

Darf eine Maine Coon blaue Augen haben?

Nur, wenn sie weiß ist oder einen sehr hohen Weißanteil hat (Van, Harlekin). Der FIFe-Standard erlaubt sonst alle Augenfarben außer Blau; blauäugige Tiere anderer Farben werden nicht als Maine Coon registriert.

Welche Maine-Coon-Farbe ist die seltenste?

Dazu gibt es keine belastbare Statistik, denn die Verbände veröffentlichen keine Wurfzahlen nach Farbe. „Selten“ ist in Anzeigen ein Verkaufsargument und sagt nichts über Gesundheit, Größe oder Wesen.

Quellen und weiterführende Informationen (5)
  1. FIFe: Rassestandard Maine Coon (MCO) mit den neun Farbgruppen, Ausgabe 01.01.2026
  2. CFA: Maine Coon Cat – Breed Standard (Farbklassen, Tabby-Muster, Disqualifikationen)
  3. GCCF: Breed profile Maine Coon (Farben und Augenfarben)
  4. WCF: EMS-Code und Anerkennung der Rassen (Stand 06.06.2026)
  5. International Cat Care: Inherited deafness in white cats