Halblanghaargroß
Neva Masquerade
auch: Neva, Colourpoint-Sibirer, Sibirische Katze Colourpoint, Siberian Colorpoint, NEM
Die Neva Masquerade ist die Colourpoint-Variante der Sibirischen Katze: kräftig, halblanghaarig und blauäugig – nur bei manchen Verbänden eine eigene Rasse.

Steckbrief Neva Masquerade
- Herkunft
- Russland (Sankt Petersburg)
- Fell
- Halblanghaar
- Größe
- groß
- Gewicht Katze
- 4–6 kg
- Gewicht Kater
- 5,5–8 kg
- Lebenserwartung
- 12–16 Jahre
- Anerkannt bei
- FIFe, WCF
- Aktivität
- sehr aktiv
- Menschenbezug
- sehr anhänglich
- Stimme
- leise
- Fellpflege
- mittel
- Mit Kindern
- sehr gut
- Mit anderen Tieren
- sehr gut
- Allein bleiben
- mittel
- Reine Wohnung
- mittel
- Für Einsteiger
- sehr gut
Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?
Wer eine Neva Masquerade sieht, denkt oft zuerst an eine Heilige Birma oder eine Ragdoll: helles Fell, dunkle Maske, blaue Augen. Tatsächlich steckt aber eine ganz andere Katze dahinter – die Sibirische Katze, eine kräftige Naturrasse aus Russland, hier in der Colourpoint-Färbung.
Ob die Neva Masquerade eine eigene Rasse ist, hängt davon ab, wen man fragt. Für Sie als Halter ist das zweitrangig: Wesen, Haltung und Pflege entsprechen der Sibirischen Katze. Beim Kauf sollten Sie aber wissen, bei welchem Verband der Züchter registriert.
Herkunft und Geschichte
Halblanghaarige Katzen gibt es in Russland seit Langem; die Sibirische Katze wurde ab den 1980er-Jahren planmäßig gezüchtet. Colourpoint-Tiere tauchten in den Zuchten früh auf. Züchter in Sankt Petersburg bauten die Farbvariante gezielt aus und benannten sie nach dem Fluss Newa und nach der „Maske“ im Gesicht – daher „Neva Masquerade“.
Woher das Colourpoint-Gen stammt, ist umstritten. Kritiker vermuten Einkreuzungen von Siam- oder Pointkatzen, Befürworter halten es für ursprünglich in russischen Hauskatzen vorhanden. Belegen lässt sich beides nicht sicher.
Verbandsstatus – kurz geklärt:
| Verband | Status |
|---|---|
| FIFe | eigene Rasse, Kürzel NEM |
| WCF | eine Rasse mit der Sibirischen Katze („Siberian Cat / Neva Masquerade“) |
| TICA, CFA | keine eigene Rasse; Colourpoints sind als Farbe der Sibirischen Katze erlaubt |
Bei der FIFe sind Neva Masquerade und Sibirische Katze also zwei Rassen mit eigenem Stammbuch, bei den anderen Verbänden ist es eine Frage der Farbe.
Aussehen
Die Neva Masquerade ist mittelgroß bis groß, muskulös und schwer, mit rundem, kräftigem Körper. Wie die Sibirische Katze entwickelt sie sich langsam und ist erst mit etwa drei bis fünf Jahren voll ausgereift. Der Kopf ist breit und leicht gerundet, mit vollen Wangen, mittelgroßen Ohren und großen, leicht ovalen Augen, die bei dieser Variante immer blau sind.
Das dreilagige Fell ist dicht, wasserabweisend und bildet im Winter eine prächtige Halskrause. Die Abzeichen an Gesicht, Ohren, Beinen und Schwanz gibt es in Seal, Blue, Red und Cream, oft auch getigert (Tabby Point), mit Silber oder mit Weiß (Bicolour).
Wesen und Charakter
Die Rasse gilt als freundlich, ausgeglichen und verspielt. Sie sucht die Nähe ihrer Menschen, ist aber kein Anhängsel. Viele Tiere sind neugierig, mutig und geschickt; Wasser finden manche erstaunlich spannend.
Die Schattenseite: Eine Neva Masquerade braucht Beschäftigung und Bewegung. Unterfordert kann sie Unfug treiben, und in beengten Verhältnissen wirkt die kräftige Katze schnell unausgelastet.
Haltung
Ideal ist gesicherter Auslauf – ein vernetzter Garten, ein Gehege oder ein großer gesicherter Balkon. Reine Wohnungshaltung klappt, wenn es stabile, hohe Kratzbäume, Klettermöglichkeiten und tägliche Spieleinheiten gibt.
Halten Sie sie nicht allein: Eine gleich aktive Partnerkatze ist wichtig, dann übersteht die Rasse normale Arbeitstage meist gut. Mit Kindern und katzenfreundlichen Hunden kommt sie in der Regel gut aus.
Gute Beschäftigung für diese kräftige, kluge Katze sind Futterpuzzles, Such- und Jagdspiele mit der Katzenangel und wechselnde Kartons und Tunnel. Viele Tiere lassen sich an ein Geschirr gewöhnen; das ersetzt aber keinen gesicherten Auslauf, sondern ergänzt ihn. Wasser fasziniert manche Neva Masquerade – ein Trinkbrunnen oder eine flache Wasserschale zum Spielen wird oft begeistert angenommen.
Pflege und Ernährung
Das Fell verfilzt dank der Struktur weniger, als man denkt. Einmal pro Woche kämmen genügt außerhalb des Fellwechsels. Zweimal im Jahr, vor allem im Frühjahr, stößt die Katze sehr viel Unterwolle ab – dann täglich kämmen.
Bei der Ernährung gilt das Übliche: ein hochwertiges Alleinfuttermittel mit hohem Fleischanteil, im Wachstum lange ein Kittenfutter, danach Menge ans Gewicht anpassen.
Gesundheit
Für die Sibirische Katze und die Neva Masquerade sind wenige rassespezifische Erbkrankheiten belegt. Zwei Punkte sollte ein Züchter aber im Blick haben:
Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), die häufigste Herzerkrankung der Katze, kommt auch in dieser Rasse vor. Ein Gentest wie bei Maine Coon oder Ragdoll existiert nicht; die bekannten Varianten spielen außerhalb dieser beiden Rassen nach heutigem Stand kaum eine Rolle (O’Donnell et al., 2021). Deshalb ist der Herzultraschall der Zuchttiere, regelmäßig wiederholt, der einzige sinnvolle Schutz.
Pyruvatkinase-Mangel kann zu wiederkehrender Blutarmut führen. In der großen Untersuchung von Grahn et al. (2012) trugen mehrere Prozent der getesteten Sibirer die Veränderung; die Autoren empfehlen den Gentest ausdrücklich für diese Rasse.
Wann Sie zum Tierarzt sollten: bei schneller oder angestrengter Atmung in Ruhe, Atmen mit offenem Maul, plötzlicher Lähmung der Hinterbeine (Notfall), blassen Schleimhäuten, Mattigkeit oder Appetitverlust.
Für wen passt die Neva Masquerade?
Passt gut, wenn Sie …
- Platz, gesicherten Auslauf oder viel Kletterfläche bieten,
- eine freundliche, verspielte Familienkatze suchen,
- zwei Katzen halten möchten.
Passt eher nicht, wenn Sie …
- auf eine „Allergikerkatze“ hoffen – das ist ein Verkaufsargument, kein Befund,
- eine ruhige Schoßkatze erwarten,
- im Fellwechsel keine Zeit zum Kämmen haben.
Ruhiger im Temperament und ebenfalls blauäugig sind die Ragdoll und die Heilige Birma. Vergleichen können Sie die Rassen im Rassen-Vergleich.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Fragen Sie zuerst, bei welchem Verband der Züchter registriert ist und was im Stammbaum steht (Neva Masquerade oder Sibirische Katze, Colourpoint). Das ist keine Formsache: Es entscheidet, ob Sie später mit dem Tier ausstellen oder – bei einer Zuchtkatze – mit wem verpaaren dürfen.
Lassen Sie sich für beide Elterntiere den aktuellen Herzultraschall und den PK-Gentest zeigen. Kitten ziehen frühestens mit zwölf Wochen, geimpft und gechippt, aus. Vorsicht bei Angeboten deutlich unter dem üblichen Preisrahmen, bei „hypoallergen“-Versprechen, fehlenden Elterntieren oder einer Übergabe auf dem Parkplatz. Unsere Liste Fragen an den Züchter hilft beim Gespräch; Adressen finden Sie unter Züchter der Neva Masquerade in Ihrer Nähe.
Wer sich für eine Neva Masquerade entscheidet, bekommt die Robustheit der Sibirischen Katze in einem besonders auffälligen Kleid – und sollte bei der Züchterwahl genauso gründlich sein wie bei jeder anderen Rasse.
Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen
| Erkrankung | Vorsorge in der Zucht |
|---|---|
| Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) | Herzultraschall der Zuchttiere, regelmäßig wiederholt (kein rassespezifischer Gentest bekannt) |
| Pyruvatkinase-Mangel (PK-Mangel) | Gentest der Elterntiere auf die PKLR-Variante |
Quellen und weiterführende Informationen (4)
- FIFe: Anerkannte Rassen (Neva Masquerade, NEM)
- WCF: EMS-Code und Anerkennung der Rassen (Siberian Cat / Neva Masquerade)
- Grahn et al. (2012): Erythrocyte pyruvate kinase deficiency mutation identified in multiple breeds of domestic cats, BMC Vet Res
- O’Donnell et al. (2021): Known MYH7 and MYBPC3 variants absent in a diverse cohort of cats with HCM, Animal Genetics
Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026


