Norwegische Waldkatze
Norwegische Waldkatze: Größe und Gewicht
Wie groß und schwer wird eine Norwegische Waldkatze? Belegte Gewichte von Katze und Kater, das späte Auswachsen und warum das Winterfell sie größer macht.

- Größe
- groß
- Gewicht Katze, ausgewachsen
- 3,5–5,5 kg
- Gewicht Kater, ausgewachsen
- 5–8 kg
Die Norwegische Waldkatze gehört zu den großen Katzenrassen – daran besteht kein Zweifel. Wie groß genau, ist schwerer zu beantworten, als die vielen Tabellen im Netz vermuten lassen. Denn ein guter Teil dessen, was man sieht, ist Fell, und die Rasse lässt sich mit dem Wachsen ungewöhnlich viel Zeit.
Hier steht, was die Verbände wirklich schreiben, was gewogen wurde und wo verlässliche Zahlen fehlen.
Wie groß und schwer wird eine Norwegische Waldkatze?
| Katze | Kater | |
|---|---|---|
| Typisches Gewicht, ausgewachsen | 3,5–5,5 kg | 5–8 kg |
| Angabe CFA und GCCF | 9–12 Pfund (etwa 4,1–5,4 kg) | 12–16 Pfund (etwa 5,4–7,3 kg) |
| Gewogen, idealer Körperzustand (Kienzle & Moik, 2011) | im Mittel 3,9 kg (34 Tiere) | im Mittel 5,1 kg (22 Tiere) |
Die dritte Zeile ist die wertvollste, weil sie nicht auf Schätzungen beruht. Zwei Forscherinnen der Universität München haben 539 Rassekatzen gewogen, überwiegend auf Ausstellungen in Süddeutschland, und nur Tiere mit idealem Körperzustand ausgewertet. Die Norwegische Waldkatze landete zusammen mit der Sibirischen Katze in der Klasse „groß“. Schwerer war nur die Maine Coon mit 6,1 kg bei den Katern und 4,8 kg bei den Katzen.
Die Mittelwerte liegen am unteren Rand der üblichen Spannen. Das hat einen Grund: Die meisten Ausstellungstiere waren zwischen einem und fünf Jahren alt, also oft noch nicht voll entwickelt, und gewertet wurden ausschließlich schlanke Katzen. Ein ausgewachsener, gut bemuskelter Kater von 7 kg ist nichts Ungewöhnliches – ein Kater von 9 oder 10 kg dagegen ist meist zu dick, nicht „besonders groß“.
Was im Rassestandard steht
Der FIFe-Standard kommt mit einem Wort aus: „groß“. Dazu beschreibt er den Körper als lang und kräftig gebaut mit kräftigem Knochenbau, die Beine als hoch, „wobei die Hinterbeine höher als die Vorderbeine sind“, und einen langen, buschigen Schwanz, der mindestens bis zu den Schulterblättern reichen soll, besser bis zum Nacken. Die CFA verlangt einen muskulösen, ausgewogenen Körper mit kräftigen Knochen; Kater sollen groß und eindrucksvoll sein, Katzen dürfen feiner und kleiner ausfallen.
Zentimeter oder Kilogramm nennt kein Standard. Angaben zu Schulterhöhe oder Körperlänge, die man überall liest, haben keine Quelle bei den Verbänden, und eine veröffentlichte Messreihe haben wir nicht gefunden. Wir geben deshalb keine Zentimeterwerte an.
Katze und Kater: ein deutlicher Unterschied
Kater sind bei dieser Rasse klar schwerer – in der Münchner Untersuchung im Mittel um gut ein Kilogramm, nach den Verbandsangaben um bis zu zwei. Der FIFe-Standard hält außerdem fest, dass erwachsene Kater breitere Köpfe haben können als Kätzinnen. Wer eine eher handliche Norwegerin sucht, ist mit einer Katze gut beraten; ein Wurfgeschwisterpaar aus Kater und Katze kann als Erwachsene sehr unterschiedlich aussehen.
Spät ausgewachsen: bis zu fünf Jahre
In den Anmerkungen des FIFe-Standards steht ein Satz, der für Halter wichtig ist: Das „sehr langsame Heranwachsen dieser Rasse“ sei zu berücksichtigen. Die CFA schreibt, die Rasse erreiche ihre volle Größe mit etwa fünf Jahren, der GCCF spricht von vier bis fünf Jahren.
Das heißt nicht, dass eine Norwegerin fünf Jahre lang gleichmäßig wächst. Den größten Teil von Länge und Gewicht legt sie wie andere Katzen im ersten und zweiten Lebensjahr zu. Danach kommen Brustkorb, Muskulatur, Kopfbreite und das volle Fell hinzu – ein Kater mit zwei Jahren wirkt oft noch schlaksig und ist mit vier ein anderes Tier. Wie viel Gewicht in den späten Jahren genau dazukommt, ist nicht untersucht; eine Zahl dazu wäre geraten.
Für den Alltag folgt daraus: Beurteilen Sie eine junge Norwegerin nicht nach dem Bild eines ausgewachsenen Katers, und füttern Sie sie nicht „groß“. Schneller wächst sie davon nicht, nur dicker.
Winterfell und Sommerfell: Wie viel ist Katze, wie viel Fell?
Kaum eine Rasse verändert ihr Aussehen übers Jahr so stark. Laut FIFe-Standard hat eine „voll im Fell stehende Katze“ eine Hemdbrust, eine volle Halskrause und Knickerbocker – die langen Hosen an den Hinterbeinen. Zugleich heißt es dort: Länge des Felles und Dichte des Unterfelles „variieren mit den Jahreszeiten“. Die CFA erklärt den Grund: Die dichte Unterwolle ist nur im Winter voll entwickelt.
Die Folge kennt jeder Halter. Im Januar sitzt ein mächtiges Tier mit Löwenmähne auf dem Fensterbrett, im Juli eine schlanke, fast kurzhaarig wirkende Katze mit buschigem Schwanz. Gewachsen oder geschrumpft ist sie nicht. Für Fotos in Anzeigen gilt dasselbe: Ein Kater im Winterfell sieht nach deutlich mehr aus, als er wiegt.
Auch Kitten täuschen. Nach dem Standard können Jungtiere bis zu sechs Monate brauchen, um die Grannenhaare zu entwickeln – das typische glänzende Deckhaar kommt also erst nach und nach.
Gewichtsentwicklung der Kitten
Eine belegte Wachstumstabelle für Norwegische Waldkatzen gibt es nicht. Die Monatstabellen im Netz sind Erfahrungswerte oder geschätzt; wir drucken keine ab. Belegt ist:
- Geburtsgewicht: In einer französischen Auswertung von 5.596 Rassekitten (Mugnier et al., 2023) wogen 806 Norwegische Waldkatzen aus 17 Zuchten bei der Geburt im Mittel 110 g. Das ist mehr als der Durchschnitt aller Rassen (102 g) und weniger als bei der Maine Coon (119 g). Unter 94 g stuften die Autoren Norweger-Kitten als untergewichtig mit erhöhtem Sterberisiko ein.
- Die ersten Wochen: Katzenwelpen nehmen laut einer Fachübersicht (Veronesi & Fusi, 2022) im Mittel 10 g am Tag zu (7–15 g), das sind 50 bis 100 g pro Woche; die Unterschiede hängen laut den Autorinnen vor allem von der Rasse ab.
- Ab der 8. Woche: Die WALTHAM-Wachstumskurven sind für Katzen mit einem Erwachsenengewicht von 2 bis 7 kg gedacht und wurden an Hauskatzen entwickelt. Für Norweger-Katzen passen sie der Größe nach, schwere Kater können darüber hinauswachsen. Die Autoren (Salt et al., 2022) schreiben selbst, dass Rassekatzen und halblanghaarige Katzen eigene Untersuchungen bräuchten. Nach diesen Kurven erreichen die meisten Hauskatzen ihr Erwachsenengewicht mit rund einem Jahr – die Norwegerin braucht nach übereinstimmender Aussage der Verbände länger.
Wiegen Sie Ihr Kitten regelmäßig und achten Sie auf einen gleichmäßigen Anstieg. Ihr Züchter kennt den Verlauf seiner Linien am besten und kann Ihnen die Gewichte früherer Würfe zeigen. Ein Kitten, das stehen bleibt oder abnimmt, gehört in die Tierarztpraxis.
Übergewicht: bei dieser Rasse häufig – und gut versteckt
Die Münchner Untersuchung liefert eine unbequeme Zahl: Von den kastrierten Norwegischen Waldkatzen auf den Ausstellungen waren 75 Prozent der Kater und 50 Prozent der Katzen übergewichtig. Die Autorinnen heben das eigens als hoch hervor; bei den Siam- und Orientalisch-Kurzhaar-Katzen waren es 25 und 1 Prozent. Tiere mit einem Body Condition Score von 6 wogen im Mittel schon 120 Prozent, mit 7 sogar 154 Prozent ihres Normalgewichts.
Unter Halskrause und Hosen sieht man das nicht. Verlassen Sie sich deshalb auf die Hände, nicht auf die Augen. Nach der 9-Punkte-Skala der WSAVA ist der Idealzustand (5) erreicht, wenn die Rippen mit leichter Fettschicht tastbar sind, hinter den Rippen eine Taille zu erkennen ist und kaum Bauchfett hängt. Fühlen Sie die Rippen nur noch mit Druck und ist der Bauch rund, liegt die Katze bei 7 oder darüber.
Wir sind keine Tierärzte. Lassen Sie das Idealgewicht Ihrer Katze in der Praxis bestimmen, wiegen Sie sie alle paar Wochen – am einfachsten auf dem Arm auf der Personenwaage – und stellen Sie sie vor, wenn sie ohne erkennbaren Grund zu- oder abnimmt.
Zubehör in passender Größe
Eine Katze von 5 bis 8 kg, die gern und hoch klettert, stellt Ansprüche an die Einrichtung:
- Kratzbaum: dicke Stämme, schwere Bodenplatte oder Deckenspanner, Liegeflächen, auf denen sich die Katze ganz ausstrecken kann.
- Katzentoilette: so lang, dass sie sich bequem darin drehen kann; viele Standardmodelle sind für einen ausgewachsenen Kater zu knapp.
- Transportbox: stabil und so groß, dass die Katze darin stehen und sich umdrehen kann; achten Sie auf die zugelassene Traglast.
- Katzenklappe und Netze: große Ausführung wählen und Balkonnetze so befestigen, dass sie einen kletternden Kater halten.
Mehr dazu in der Checkliste zur Erstausstattung.
„XXL-Norweger“: ein Verkaufsargument, kein Zuchtziel
Der Standard verlangt eine große, kräftige, ausgewogene Katze – keine möglichst schwere. Wer mit Rekordgewichten der Elterntiere wirbt, sagt nichts über Gesundheit und Wesen der Kitten und oft nur etwas über das Futter. Fragen Sie lieber nach Herzultraschall und Gentests der Eltern; was dazugehört, steht im Rassenporträt und in unseren Fragen an den Züchter.
Wie die Norwegerin neben anderen Waldkatzen und den großen Katzenrassen dasteht, zeigt auch der Rassen-Vergleich. Was ein Kitten kostet, haben wir für die Seite zum Preis der Norwegischen Waldkatze erhoben, und Adressen finden Sie unter Züchter der Norwegischen Waldkatze.
Ähnlich große Rassen
Halblanghaar3,5–8 kg16 ZüchterSibirische Katze
Die russische Waldkatze ist praktisch gleich schwer (Katzen 3,5–5,5 kg, Kater 5,5–8 kg), aber kompakter und runder gebaut, mit mittelhohen statt hohen Beinen.
Halblanghaar4–9 kg41 ZüchterMaine Coon
Die schwerste der drei Waldkatzen: Katzen 4–6,5 kg, Kater 6–9 kg. In der Münchner Wiegestudie die einzige Rasse der Klasse „riesig“.
Halblanghaar3,5–7,5 kgTürkisch Van
Ebenfalls halblanghaarig und kräftig, mit 3,5–5,5 kg (Katze) und 5–7,5 kg (Kater) fast so schwer wie die Norwegerin.
Halblanghaar4–9 kg22 ZüchterRagdoll
Schwerer und deutlich ruhiger: Katzen 4–6 kg, Kater 6–9 kg. Auch die Ragdoll wächst spät aus.
Häufige Fragen
Wie groß wird eine Norwegische Waldkatze?
Der FIFe-Standard beschreibt sie als groß, mit langem, kräftig gebautem Körper und hohen Beinen. Zentimetermaße für Schulterhöhe oder Länge nennt kein Rassestandard, und belegte Messreihen dazu gibt es nicht.
Wie schwer wird ein Norwegischer Waldkater?
Typisch sind 5 bis 8 kg. CFA und GCCF nennen 12 bis 16 Pfund, also etwa 5,4 bis 7,3 kg. In einer Münchner Untersuchung wogen 22 Kater in idealem Körperzustand im Mittel 5,1 kg.
Wie schwer wird eine weibliche Norwegische Waldkatze?
Typisch sind 3,5 bis 5,5 kg. CFA und GCCF nennen 9 bis 12 Pfund, also etwa 4,1 bis 5,4 kg; 34 gewogene Katzen in idealem Körperzustand kamen im Mittel auf 3,9 kg.
Wann ist eine Norwegische Waldkatze ausgewachsen?
Spät. Der FIFe-Standard weist ausdrücklich auf das sehr langsame Heranwachsen hin, die CFA nennt bis zu fünf Jahre, der GCCF vier bis fünf Jahre bis zur vollen Entwicklung. Den größten Teil ihres Gewichts erreicht sie früher.
Warum sieht meine Norwegische Waldkatze im Sommer kleiner aus?
Weil sie im Frühjahr die dichte Unterwolle abwirft. Länge des Fells und Dichte des Unterfells schwanken laut FIFe-Standard mit den Jahreszeiten; ohne Halskrause und Hosen wirkt dieselbe Katze deutlich schlanker.
Ist eine Norwegische Waldkatze größer als eine Maine Coon?
Nein, im Durchschnitt ist die Maine Coon schwerer. In der Münchner Wiegestudie wogen Maine-Coon-Kater in idealem Zustand im Mittel 6,1 kg, Norweger-Kater 5,1 kg.
Quellen und weiterführende Informationen (9)
- FIFe: Rassestandard Norwegische Waldkatze (NFO)
- CFA: Norwegian Forest Cat – Breed Profile und Standard
- GCCF: Breed profile Norwegian Forest Cat
- Kienzle & Moik (2011): A pilot study of the body weight of pure-bred client-owned adult cats. British Journal of Nutrition
- Mugnier, Gaillard & Chastant (2023): Association between Birth Weight and Mortality over the Two First Months after Birth in Feline Species. Animals
- Veronesi & Fusi (2022): Feline neonatology – from birth to commencement of weaning. Journal of Feline Medicine and Surgery
- WALTHAM Petcare Science Institute: Kitten Growth Charts
- Salt et al. (2022): Growth standard charts for monitoring bodyweight in intact domestic shorthair kittens from the USA. PLoS ONE
- WSAVA: Body Condition Score Katze (9-Punkte-Skala)