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Ragdoll

Ragdoll: Preis – was ein Kitten vom Züchter kostet

Was kostet eine Ragdoll? Wir haben die Websites von 22 Catteries ausgewertet: Nur eine nennt ihren Preis. Was im Preis steckt und worauf Sie beim Herzen achten.

Von der Redaktion catterys.deStand: 12. Oktober 2026

Blue-bicolour-Ragdoll mit blauen Augen und weißem Latz liegt auf einem roten Sofa vor einer orangefarbenen Wand.

Unsere Preiserhebung: Ragdoll

Ausgewertete Catteries
22
davon mit Preisangabe auf der Website
1
Stand
12. Oktober 2026

Zu wenige Catteries nennen ihren Preis öffentlich, um daraus eine Spanne für diese Rasse abzuleiten – unter 5 Angaben nennen wir je Rasse keine Zahl.

Zur Einordnung: alle 8 ausgewerteten Rassen zusammen

Ausgewertete Catteries
214
Preisangaben für Liebhabertiere
29
Spanne
700 € bis 1.700 €
Die mittlere Hälfte liegt zwischen
1.200 € und 1.400 €
Mittlerer Preis (Median)
etwa 1.300 €

Ausgewertet haben wir die Websites der Catteries aus unserem Verzeichnis, alle mit Zuchtverein und Stammbaum. Die Erhebung ist nicht repräsentativ: Die meisten Züchter nennen ihren Preis nur auf Anfrage. Zwei Catteries schreiben, ihr Festpreis hänge von Farbe und Zeichnung ab, nennen ihn aber nur im Gespräch.

Was kostet eine Ragdoll? Die ehrliche Antwort lautet: Das steht fast nirgends. Wir haben am 12. Oktober 2026 die Websites aller Ragdoll-Catteries aus unserem Züchterverzeichnis durchgesehen – 23 Adressen. Eine Cattery hat die Zucht inzwischen aufgegeben; von den übrigen 22 nennt genau eine einen Preis für ein Kitten. Er gilt für ein Liebhabertier und liegt im niedrigen vierstelligen Bereich.

Eine Angabe ist keine Erhebung. Unter fünf nennen wir grundsätzlich keine Zahl, und Preise, die ohne Quelle im Netz kursieren, können wir nicht prüfen – wir übernehmen sie deshalb nicht. Was wir Ihnen stattdessen geben können: was die 22 Catteries über die Abgabe schreiben, was ein fairer Preis enthalten muss und woran Sie ein schlechtes Angebot erkennen.

Warum fast niemand seinen Preis nennt

21 der 22 Catteries schweigen zum eigenen Preis. Einige erklären, warum. Zwei schreiben, ihre Preise seien Festpreise, die je nach Abstammung, Farbe und Zeichnung variieren und „im persönlichen Gespräch mitgeteilt“ werden. Eine spricht gar nicht von einem Preis, sondern von einer Aufwandsentschädigung, über die sie im persönlichen Gespräch Auskunft gibt. Drei weitere veröffentlichen ausführliche Texte darüber, warum Rassekatzen so viel kosten – teils mit Kostenaufstellungen von den Zuchttieren bis zum Stammbaum –, ohne den eigenen Preis zu nennen.

Dahinter steht eine Haltung, die man respektieren kann: Viele Züchter möchten nicht nach dem Preis ausgesucht werden, sondern wissen, wohin ihr Kitten zieht. Für Sie heißt das: Fragen Sie bei zwei oder drei Züchtern in Ihrer Region höflich und konkret nach. Eine seriöse Cattery nennt ihren Preis dann ohne Umschweife – und sagt dazu, was darin enthalten ist.

Was im Preis steckt

Bei der Ragdoll entscheidet sich der Wert eines Kittens vor allem an einem Organ: dem Herzen. Die hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) ist die wichtigste Erbkrankheit der Rasse. Wie im Rassenporträt der Ragdoll beschrieben, gehört zur Vorsorge der Elterntiere:

  • der Gentest auf die rassetypische HCM-Variante (R820W im Gen MYBPC3),
  • ein Herzultraschall bei einem kardiologisch erfahrenen Tierarzt, regelmäßig wiederholt – der Gentest erfasst nur diese eine Ursache,
  • der Gentest auf rdAc-PRA, eine erbliche Netzhauterkrankung.

Auf den Websites fanden wir dazu wenig Genaues. Sieben der 22 Catteries erwähnen HCM-Untersuchungen ihrer Zuchttiere, aber nur drei schreiben ausdrücklich, dass die Herzen geschallt werden; die übrigen bleiben bei „getestet“. Die CFA schreibt, Züchter testeten heute routinemäßig auf HCM. Verlassen Sie sich nicht darauf: Lassen Sie sich für beide Eltern Gentest und Ultraschallbefund mit Datum zeigen.

Was die Catteries zur Abgabe selbst schreiben, haben wir mitgezählt:

Was die Website nennt Catteries (von 22)
Abgabealter 12
– davon frühestens mit 14 Wochen oder später 8
– davon ab 13 Wochen 2
– davon ab 12 Wochen 2
Impfungen gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen 12
Mikrochip 10
Stammbaum 10
Kitten zieht grundsätzlich kastriert aus 3
Kastration vor dem Auszug nach Absprache 3

Wer eine Angabe nicht auf der Website hat, bietet die Leistung deshalb nicht zwangsläufig nicht an – die Tabelle zeigt nur, was öffentlich zu lesen ist.

Auffällig ist das späte Abgabealter. Drei Catteries geben erst ab der 15. oder 16. Woche ab, zwei weitere nennen 14 bis 16 Wochen. Das passt zur Rasse: Nach der CFA reift die Ragdoll langsam und erreicht ihre volle Größe erst mit vier Jahren. Die FIFe schreibt in ihren Zucht- und Registrierungsregeln (Ausgabe 1. Juli 2026) ohnehin vor, dass Jungtiere nicht vor 14 Wochen abgegeben werden, vollständig geimpft und gechippt. Sechzehn Wochen Futter, Streu, Tierarzt und Betreuung für einen ganzen Wurf sind ein wesentlicher Teil des Preises.

Zur Reservierung verlangen zwei Catteries 300 Euro je Kitten, die auf den Kaufpreis angerechnet werden und verfallen, wenn Sie abspringen. Eine Anzahlung ist üblich und kein Warnsignal – solange Sie das Kitten und die Mutter vorher gesehen haben und ein Vertrag vorliegt.

Warum die Preise auseinandergehen

Liebhabertier oder Zuchttier. Ein Kitten mit Zuchtrecht kostet mehr. Eine Zahl dazu nennt keine der 22 Websites; zwei Catteries schreiben „Zuchtpreise auf Anfrage“.

Farbe und Zeichnung. Zwei Catteries nennen Farbe und „Version“ – also Colourpoint, Mitted oder Bicolour – ausdrücklich als Preisfaktor. Sachlich begründen lässt sich das kaum: Welche Zeichnung ein Kitten trägt, hat mit Gesundheit und Wesen nichts zu tun. Welche Farben anerkannt sind, zeigt unsere Übersicht der Farben der Ragdoll. „Mink“- oder „Sepia“-Ragdolls ohne blaue Augen, die gelegentlich als Besonderheit angeboten werden, entsprechen den Standards der großen Verbände nicht – ein Aufpreis dafür ist ein Aufpreis für ein Werbewort.

Kastration. Drei Catteries geben Liebhaberkitten grundsätzlich kastriert ab, eine davon ausdrücklich frühkastriert. Drei weitere bieten den Eingriff vor dem Auszug nach Absprache an; eine gibt die Tierarztkosten dafür eins zu eins weiter und verlangt andernfalls die Kastration bis zum siebten Lebensmonat. Eine Cattery händigt den Stammbaum erst nach dem Kastrationsnachweis aus. Ein scheinbar günstigeres Kitten kann am Ende mehr kosten.

Was sonst enthalten ist. Zwei oder drei Impfungen, Kotuntersuchung, Gesundheitszeugnis, EU-Heimtierausweis, Starterpaket, Bringen bis nach Hause: All das fanden wir je nach Cattery im Preis oder eben nicht.

Region und Verein. Dazu geben die Websites nichts her. Die 22 Catteries gehören zu ganz unterschiedlichen Vereinen; ob das den Preis beeinflusst, lässt sich aus einer einzigen Angabe nicht ablesen.

Billigangebote: Woran Sie Vermehrer erkennen

Die Ragdoll gehört zu den beliebtesten Rassen, und entsprechend häufig werden „Ragdolls“ ohne Papiere angeboten – deutlich billiger als beim Vereinszüchter. Warnsignale sind:

  • kein Stammbaum, „reinrassig, aber ohne Papiere“ oder Papiere nur gegen Aufpreis,
  • kein HCM-Gentest und kein Herzultraschall der Eltern,
  • Abgabe vor der zwölften Woche, ungeimpft oder ohne Chip,
  • Kitten mit grünen oder gelben Augen als „reinrassige Ragdoll“,
  • die Mutterkatze ist nicht zu sehen, Übergabe auf dem Parkplatz, Vorkasse ohne Besuch,
  • ständig Kitten, mehrere Rassen, Druck („nur noch heute“).

Gerade bei dieser Rasse ist billig riskant: Katzen mit zwei Kopien der HCM-Variante haben nach den im Porträt genannten Quellen ein hohes Risiko, schon jung schwer zu erkranken. Das Tierschutzgesetz verbietet in § 11b Zuchten, bei denen erblich bedingte Schäden oder Leiden zu erwarten sind – wer ungetestete Tiere verpaart, nimmt genau das in Kauf. Die ersparten Hunderter sind schnell beim Tierkardiologen. Welche Fragen Sie stellen sollten, steht in unserer Liste Fragen an den Züchter.

Laufende Kosten: Der Kaufpreis ist der kleinere Teil

Über ein Katzenleben kosten Futter, Streu, Vorsorge und Tierarzt ein Vielfaches des Kaufpreises. Bei der Ragdoll kommt stabiles Zubehör für eine große Katze hinzu – wie schwer sie wird, steht unter Größe und Gewicht der Ragdoll –, außerdem Fellpflege und eine Rücklage für Herzuntersuchungen. Rechnen Sie mit zwei Katzen: Als Einzeltier ist die anhängliche Ragdoll nicht glücklich. Ihre persönlichen Zahlen ermitteln Sie mit dem Katzenkosten-Rechner.

Alternative Tierschutz

Auch Ragdolls und Ragdoll-Mischlinge landen im Tierschutz – nach Trennungen, Allergien oder weil die Zeit fehlt. Tierheime vermitteln sie gegen eine Schutzgebühr, in der Regel kastriert, geimpft und gechippt. Drei der ausgewerteten Catteries führen zudem eine eigene Rubrik für erwachsene Tiere, die ein neues Zuhause suchen, etwa ehemalige Zuchtkatzen. Ein erwachsenes Tier hat einen Vorteil: Sie sehen, welchen Charakter Sie bekommen. Fragen Sie in den Tierheimen in Ihrer Nähe nach; Tipps dazu gibt der Ratgeber Katze aus dem Tierheim.

Wenn es ein Kitten sein soll: Unter Ragdoll-Züchter in Ihrer Nähe finden Sie geprüfte Züchter mit Vereinszugehörigkeit. Nehmen Sie sich Zeit für die Suche – und für die Frage nach dem Herzen.

Häufige Fragen

Was kostet eine Ragdoll vom Züchter?

Eine belastbare Zahl gibt es nicht: Von 22 Catteries aus unserem Verzeichnis nennt nur eine ihren Preis öffentlich, er liegt im niedrigen vierstelligen Bereich. Alle anderen nennen ihn erst auf Anfrage oder im persönlichen Gespräch.

Warum nennen Ragdoll-Züchter ihren Preis nicht?

Viele möchten Interessenten erst kennenlernen. Zwei Catteries schreiben, ihr Festpreis hänge von Abstammung, Farbe und Zeichnung ab und werde im Gespräch mitgeteilt; eine spricht statt von einem Preis von einer Aufwandsentschädigung.

Sind bestimmte Farben bei der Ragdoll teurer?

Zwei Catteries schreiben, dass Farbe und Zeichnung den Preis beeinflussen, nennen aber keine Beträge. Eine seltene Farbe sagt nichts über Gesundheit oder Wesen. „Mink“- oder „Sepia“-Ragdolls ohne blaue Augen entsprechen nicht den Standards der großen Verbände.

Ist die Kastration im Preis enthalten?

Das ist unterschiedlich. Drei Catteries geben ihre Liebhaberkitten grundsätzlich kastriert ab, drei weitere bieten die Kastration vor dem Auszug nach Absprache an, teils gegen Erstattung der Kosten. Fragen Sie nach, bevor Sie Preise vergleichen.

Warum ist eine Ragdoll ohne Papiere so viel billiger?

Weil meist fehlt, was Geld kostet: der HCM-Gentest und der Herzultraschall der Eltern, zwei Impfungen, Chip und eine Aufzucht von mindestens zwölf bis vierzehn Wochen. Ohne Stammbaum lässt sich nicht prüfen, ob die Eltern getestet wurden – oder ob es überhaupt eine Ragdoll ist.

Quellen und weiterführende Informationen (3)
  1. FIFe: Zucht- und Registrierungsregeln (Ausgabe 01.07.2026), 2.3.3 Jungtiere
  2. Cat Fanciers’ Association: Ragdoll
  3. Tierschutzgesetz § 11b (Qualzuchtverbot)