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Leben mit Katze

Katze kastrieren: Zeitpunkt, Ablauf, Kosten und Risiken

Katze oder Kater kastrieren: ab wann es sinnvoll ist, wie die Operation abläuft, was sie nach der Gebührenordnung kostet und welche Risiken belegt sind.

Von der Redaktion catterys.deÜberarbeitet am 13. Oktober 2026

Rot getigerte Katze liegt entspannt auf der Seite vor Edelstahl-Boxen und streckt eine Vorderpfote über die Kante

Bei einer Kastration entfernt die Tierärztin oder der Tierarzt die Keimdrüsen: beim Kater die Hoden, bei der Katze die Eierstöcke, manchmal zusätzlich die Gebärmutter. Empfohlen wird der Eingriff vor oder um die Geschlechtsreife – International Cat Care nennt etwa vier Monate, der Deutsche Tierschutzbund vier bis sechs Monate. Die Operation selbst kostet nach der Gebührenordnung für Tierärzte (GOT) im einfachen Satz 30,32 € beim Kater und 56,48 € oder 89,00 € bei der Katze; Untersuchung, Narkose, Material und Mehrwertsteuer kommen hinzu.

Die Kastration ist der häufigste Eingriff bei Katzen überhaupt, und für Freigänger ist sie in immer mehr Orten vorgeschrieben. Hier steht, was dabei geschieht, wann der richtige Zeitpunkt ist und wie sich die Rechnung zusammensetzt.

Kastration oder Sterilisation?

Viele sagen, Kater würden kastriert und Katzen sterilisiert. Das stimmt nicht – es sind zwei verschiedene Eingriffe, und beide gibt es bei beiden Geschlechtern.

  • Kastration: Hoden oder Eierstöcke werden entfernt. Die Katze kann sich nicht mehr fortpflanzen und bildet keine Geschlechtshormone mehr. Rolligkeit, Streunen und Markieren lassen nach oder verschwinden.
  • Sterilisation: Nur die Ei- oder Samenleiter werden durchtrennt. Das Tier ist unfruchtbar, die Hormone bleiben aber. Eine sterilisierte Katze wird weiter rollig, ein sterilisierter Kater markiert und kämpft weiter. Durch Deckakt und Bisse bleibt nach dem Deutschen Tierschutzbund auch das Infektionsrisiko bestehen.

In der Praxis werden Katzen deshalb kastriert. Auch die Katzenschutzverordnungen verlangen das: Schleswig-Holstein etwa erkennt ausdrücklich weder eine Sterilisation noch eine „chemische Kastration“ an.

Der richtige Zeitpunkt

Katzen werden früh geschlechtsreif. International Cat Care nennt etwa vier Monate als frühesten Zeitpunkt, die Bundestierärztekammer vier bis sechs Monate. Kater sind nach dem Deutschen Tierschutzbund ab etwa sechs Monaten zeugungsfähig; bei einigen Rassen tritt die Geschlechtsreife erst zwischen dem neunten und zwölften Monat ein.

Daraus ergeben sich die Empfehlungen:

Quelle Empfehlung
International Cat Care routinemäßig mit etwa vier Monaten, vor der Geschlechtsreife
Deutscher Tierschutzbund ab dem vierten Lebensmonat sinnvoll, am besten um den Eintritt der Geschlechtsreife
Katzenschutzverordnungen (Berlin, Schleswig-Holstein) Pflicht für Freigänger ab fünf Monaten

Wichtig für Freigänger: Die Katze sollte kastriert sein, bevor sie zum ersten Mal unbeaufsichtigt hinausgeht. Dass eine Katze vorher einmal rollig gewesen sein oder Junge bekommen haben sollte, bezeichnet der Tierschutzbund als Mythos; gesundheitliche Vorteile habe sie davon nicht.

Bei großen, spät ausgewachsenen Rassen wie der Maine Coon rät International Cat Care, den Zeitpunkt mit der Tierarztpraxis zu besprechen. Auch viele Züchter regeln die Kastration im Kaufvertrag – fragen Sie danach.

Frühkastration: Was die Studien sagen

Im Tierschutz werden Kitten oft schon vor der Vermittlung kastriert, also mit acht bis zwölf Wochen. Zwei Untersuchungen dazu:

  • In einer belgischen Studie (Porters et al., 2014) wurden Kitten nach dem Zufallsprinzip mit 8 bis 12 Wochen oder mit 6 bis 8 Monaten kastriert. Komplikationen während und nach der Operation waren in beiden Gruppen sehr selten; der frühe Eingriff war nach dem Urteil der Autoren ebenso sicher und dauerte kürzer.
  • Eine amerikanische Langzeitauswertung (Spain et al., 2004) verfolgte 1.660 Tierheimkatzen bis zu elf Jahre. Wer vor 5,5 Monaten kastriert worden war, hatte später nicht häufiger ernste Erkrankungen oder Verhaltensprobleme. Früh kastrierte Kater hatten seltener Abszesse und markierten seltener; früh kastrierte Tiere beider Geschlechter galten etwas häufiger als scheu.

Für Halter mit einem einzelnen Kitten heißt das nicht, dass es besonders früh sein muss. Es heißt nur, dass ein Eingriff mit vier Monaten nach der Studienlage keinen Nachteil gegenüber dem früher üblichen Termin mit sechs bis acht Monaten hat.

So läuft die Kastration ab

Voruntersuchung. Weil die Katze eine Vollnarkose bekommt, wird sie vorher untersucht. Die Praxis prüft, ob sie narkosefähig ist, und bespricht mit Ihnen den Ablauf.

Nüchtern bleiben. Der Deutsche Tierschutzbund und die Bundestierärztekammer nennen acht bis zwölf Stunden ohne Futter vor der Narkose, damit die Katze nicht erbricht und Erbrochenes einatmet. Maßgeblich ist, was Ihre Praxis Ihnen für Ihre Katze sagt.

Die Operation. Sie dauert nach dem Tierschutzbund je nach Geschlecht etwa 30 bis 60 Minuten.

  • Kater: Die Hoden werden über einen kleinen Schnitt im Hodensack entfernt. Eine Naht ist nach International Cat Care nicht nötig.
  • Katze: Die Bauchhöhle wird geöffnet – am Bauch oder an der Flanke –, die Eierstöcke und gegebenenfalls die Gebärmutter werden entnommen (Ovarektomie oder Ovariohysterektomie). Deshalb ist der Eingriff aufwendiger. Die Wunde wird in mehreren Schichten vernäht.

Abholen. In der Regel geht die Katze am selben Tag nach Hause, sobald sie vollständig wach ist. Bei dieser Gelegenheit lässt sich gleich der Mikrochip setzen.

Nachsorge zu Hause

  • Ruhe und Wärme. Die Katze kann anfangs benommen sein. Laut International Cat Care sind die meisten am nächsten Tag wieder munter.
  • Erst nach einigen Stunden füttern, zunächst kleine Portionen.
  • Einige Tage schonen und im Haus behalten; wie lange, sagt Ihnen die Praxis.
  • Wunde schützen. Katzen tragen dafür einen Body oder eine Halskrause.
  • Kontrolle und Fäden. Hautfäden werden nach sieben bis zehn Tagen gezogen, sofern kein selbstauflösendes Material verwendet wurde.

Wann Sie die Tierarztpraxis anrufen sollten

Melden Sie sich, wenn Ihre Katze nach der Operation ungewöhnlich still bleibt, nicht frisst, stark an der Wunde leckt oder kratzt, wenn die Wunde rot, geschwollen oder nass ist oder sich öffnet. Blutungen, Atemnot oder eine Katze, die nicht richtig wach wird, sind ein Notfall – außerhalb der Sprechzeiten ist der tierärztliche Notdienst zuständig. Wir sind keine Tierärzte; im Zweifel gilt der Rat Ihrer Praxis.

Was kostet eine Kastration? Die Rechnung nach GOT

Tierärzte in Deutschland müssen nach der Gebührenordnung (GOT) abrechnen. Sie nennt für jede Leistung einen einfachen Satz; berechnet werden darf nach § 2 das Ein- bis Dreifache, je nach Schwierigkeit, Zeitaufwand, Zeitpunkt und örtlichen Verhältnissen. Im Notdienst sind es das Zwei- bis Vierfache und zusätzlich 50 € Notdienstgebühr.

Eine Kastration besteht auf der Rechnung aus mehreren Positionen:

GOT-Nr. Leistung einfach zweifach dreifach
16 Allgemeine Untersuchung mit Beratung 23,62 € 47,24 € 70,86 €
320 Injektionsnarkose intravenös 24,19 € 48,38 € 72,57 €
337 Inhalationsnarkose 61,57 € 123,14 € 184,71 €
378 Kastration Kater 30,32 € 60,64 € 90,96 €
601 Ovarektomie Kätzin (Eierstöcke) 56,48 € 112,96 € 169,44 €
605 Ovariohysterektomie Kätzin (Eierstöcke und Gebärmutter) 89,00 € 178,00 € 267,00 €
238 Implantation eines Transponders (Chip) 10,24 € 20,48 € 30,72 €
422 Fäden ziehen 8,21 € 16,42 € 24,63 €

Alle Beträge sind Nettowerte. Hinzu kommen Medikamente (Narkose- und Schmerzmittel), Verbrauchsmaterial, je nach Praxis die Narkoseüberwachung (GOT-Nr. 349/350: 52,96 € bzw. 59,18 € im einfachen Satz) und die Mehrwertsteuer von derzeit 19 Prozent.

Ein Rechenbeispiel, keine Preisangabe: Untersuchung, intravenöse Injektionsnarkose und Operation ergeben beim Kater 78,13 € im einfachen und 234,39 € im dreifachen Satz, bei der Katze mit Ovarektomie 104,29 € bis 312,87 € – jeweils netto und ohne Medikamente und Material. Die tatsächliche Rechnung liegt darüber. Liegt ein Hoden nicht im Hodensack, wird es teurer: Die GOT sieht für die Operation eines Kryptorchiden beim Kater 51,31 € (Hoden in der Leiste) oder 102,62 € (Hoden im Bauchraum) im einfachen Satz vor.

Fragen Sie vorab nach einem Kostenvoranschlag und danach, was er enthält. Unter dem einfachen Satz darf eine Praxis nur im begründeten Einzelfall und nach vorheriger Vereinbarung in Textform bleiben; eine Ausnahme macht die GOT für frei lebende Katzen, die für eine gemeinnützige Tierschutzeinrichtung kastriert und wieder freigelassen werden. Was eine Katze insgesamt kostet, zeigt der Katzenkosten-Rechner.

Vorteile und Risiken

Was für die Kastration spricht:

  • Kein ungewollter Nachwuchs. Das ist der Kern jeder Kastrationspflicht.
  • Längeres Leben. In einer britischen Auswertung (Teng et al., 2024) lebten kastrierte Katzen im Erwachsenenalter rund 1,1 Jahre länger als unkastrierte – siehe Wie alt werden Katzen?.
  • Weniger Gesäugetumoren. In einer Fall-Kontroll-Studie (Overley et al., 2005) hatten Katzen, die vor sechs Monaten kastriert wurden, ein um 91 Prozent geringeres Risiko für Gesäugekrebs als unkastrierte; bei Kastration vor dem ersten Geburtstag waren es 86 Prozent.
  • Keine Rolligkeit, keine hormonbedingten Erkrankungen der Gebärmutter. Was es mit der Rolligkeit auf sich hat, steht unter Katze rollig.
  • Weniger Streunen, Kämpfen und Markieren. Ganz verschwindet das Markieren nicht immer: Nach einer in der AAHA/AAFP-Leitlinie zitierten Studie markieren rund zehn Prozent der kastrierten Katzen weiterhin.

Was dagegen abzuwägen ist:

  • Narkose. In einer großen britischen Erhebung (Brodbelt et al., 2008; rund 79.000 Narkosen und Sedierungen bei Katzen) starben 0,24 Prozent der Tiere im Zusammenhang mit der Narkose, unter den gesunden Katzen 0,11 Prozent – etwa eine von 900. Die Daten stammen aus den Jahren 2002 bis 2004 und umfassen alle Eingriffe, nicht nur Kastrationen.
  • Übergewicht. Kastrierte Katzen nehmen leichter zu. In einer Münchner Untersuchung (Kienzle & Moik, 2011) waren 50 Prozent der kastrierten Kater und 38 Prozent der kastrierten Katzen zu schwer, bei den unkastrierten nur 7 und 3 Prozent. Die AAHA/AAFP-Leitlinie rät deshalb, die Futtermenge nach der Kastration anzupassen. Wie Sie den Körperzustand prüfen, steht unter Gewicht von Katzen und Kitten.
  • Fellveränderung. Bei Rassen mit Point-Zeichnung wie der Siam kann das Fell an der rasierten Stelle vorübergehend dunkler nachwachsen.

Kastrationspflicht für Freigänger

In Berlin gilt seit 2022 für das ganze Stadtgebiet, in Schleswig-Holstein seit dem 1. Juli 2026 für das ganze Land eine Katzenschutzverordnung; dazu kommen Hamburg und nach Zählung des Deutschen Tierschutzbundes insgesamt mehr als 3.300 Städte und Gemeinden. Wer seiner Katze dort unkontrollierten Freigang gibt, muss sie kastrieren, chippen und registrieren lassen. Ob Ihr Wohnort dazugehört und was genau verlangt wird, steht im Artikel zur Katzenschutzverordnung.

Häufige Fragen

Was kostet es, einen Kater kastrieren zu lassen?

Die Operation selbst kostet nach GOT 30,32 € im einfachen und 90,96 € im dreifachen Satz. Dazu kommen Untersuchung, Narkose, Medikamente, Material und Mehrwertsteuer. Einen verbindlichen Betrag kann nur Ihre Praxis nennen; fragen Sie nach einem Kostenvoranschlag.

Warum ist die Kastration einer Katze teurer als die eines Katers?

Weil bei der Katze die Bauchhöhle geöffnet wird. Die GOT sieht dafür 56,48 € (Eierstöcke) oder 89,00 € (Eierstöcke und Gebärmutter) im einfachen Satz vor, beim Kater 30,32 €.

Ab wann kann man einen Kater kastrieren?

International Cat Care empfiehlt für beide Geschlechter etwa vier Monate, der Deutsche Tierschutzbund vier bis sechs Monate. Die Katzenschutzverordnungen in Berlin und Schleswig-Holstein setzen die Grenze für Freigänger bei fünf Monaten.

Muss ich eine reine Wohnungskatze kastrieren lassen?

Eine Pflicht besteht nach den Katzenschutzverordnungen nur für Katzen mit unkontrolliertem Freigang. Für die Kastration sprechen aber auch bei Wohnungskatzen die Rolligkeit, das Markieren und das geringere Risiko für Gesäugetumoren. Besprechen Sie die Entscheidung mit Ihrer Tierarztpraxis.

Wie lange dauert es, bis die Katze wieder fit ist?

Die meisten Katzen sind laut International Cat Care am Tag nach der Operation wieder munter. Schonen sollte sich die Katze trotzdem einige Tage; Hautfäden werden nach sieben bis zehn Tagen gezogen.

Quellen und weiterführende Informationen (13)
  1. International Cat Care: Neutering your cat
  2. Deutscher Tierschutzbund: Alles rund um die Kastration von Katzen
  3. Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT), Fassung vom 22.11.2022 – Gebührenverzeichnis
  4. GOT: §§ 2 bis 5 (Gebührenhöhe, Notdienst, abweichende Gebührensätze)
  5. Bundestierärztekammer: Stellungnahme zur Kastration von wildlebenden Katzen (2011)
  6. Bundestierärztekammer: Presseinformation 07/2015 – Ist die Katze kastriert, darf sie aus dem Haus!
  7. Porters N. et al. (2014): Prepubertal gonadectomy in cats – different surgical techniques and comparison with gonadectomy at traditional age. Veterinary Record
  8. Spain C. V., Scarlett J. M., Houpt K. A. (2004): Long-term risks and benefits of early-age gonadectomy in cats. JAVMA 224
  9. Overley B. et al. (2005): Association between ovarihysterectomy and feline mammary carcinoma. Journal of Veterinary Internal Medicine 19
  10. Brodbelt D. C. et al. (2008): The risk of death – the confidential enquiry into perioperative small animal fatalities. Veterinary Anaesthesia and Analgesia
  11. Kienzle E., Moik K. (2011): A pilot study of the body weight of pure-bred client-owned adult cats. British Journal of Nutrition 106
  12. Teng K. T. et al. (2024): Life tables of annual life expectancy and risk factors for mortality in cats in the UK. JFMS
  13. Quimby J. et al. (2021): 2021 AAHA/AAFP Feline Life Stage Guidelines

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