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Gesundheit

Katze impfen: Welche Impfungen nötig sind, wann und was sie kosten

Welche Impfungen jede Katze braucht, was für Wohnungskatzen und Freigänger gilt, wie oft aufgefrischt wird und wie sich die Kosten nach GOT zusammensetzen.

Von der Redaktion catterys.deÜberarbeitet am 13. Oktober 2026

Graues Britisch-Kurzhaar-Kitten mit orangefarbenen Augen sitzt vor einem hellen Vorhang und blickt nach unten

Jede Katze sollte gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen geimpft sein – auch die reine Wohnungskatze. Das ist die Kernaussage der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet), deren Leitlinie in Deutschland den fachlichen Maßstab setzt. Alle weiteren Impfungen hängen davon ab, wie Ihre Katze lebt: Freigänger brauchen in der Regel zusätzlich den Schutz gegen Leukose, reisende Katzen die Tollwutimpfung.

Dieser Überblick erklärt den Impfplan vom Kitten bis zur erwachsenen Katze, ordnet Nebenwirkungen ehrlich ein und zeigt, wie sich die Kosten nach der Gebührenordnung für Tierärzte zusammensetzen. Wir sind keine Tierärzte: Welcher Impfstoff wann für Ihre Katze passt, legt die Praxis im Impfgespräch fest.

Core und Non-Core: zwei Gruppen von Impfungen

Die StIKo Vet unterscheidet Impfungen, die jede Katze braucht (Core), von solchen, die nur bei bestimmtem Risiko sinnvoll sind (Non-Core).

Impfung gegen Einstufung laut StIKo Vet Für wen
Katzenseuche (Panleukopenie) Core jede Katze
Katzenschnupfen: felines Herpesvirus Core jede Katze
Katzenschnupfen: felines Calicivirus Core jede Katze
Leukose (FeLV) Non-Core, empfohlen bei Risiko Freigänger, Kontakt zu Katzen mit unbekanntem Status
Tollwut Non-Core, empfohlen bei Risiko Reisen ins Ausland; sonst verzichtbar
Chlamydien Non-Core, im Einzelfall Bestände mit vielen Katzen und früheren Fällen
Bordetellen Non-Core, im Einzelfall nur bei besonderer Infektionsgefahr
FIP nicht empfohlen –

Mehr zu den Krankheiten: Katzenseuche, Katzenschnupfen, Leukose und FIP.

Grundimmunisierung beim Kitten

Alter Core (Seuche und Schnupfen) Zusätzlich bei Bedarf
8 Wochen 1. Impfung Leukose: 1. Impfung frühestens ab 8 Wochen, nach Test
12 Wochen 2. Impfung Leukose: 2. Impfung drei bis vier Wochen nach der ersten; Tollwut frühestens ab 12 Wochen
16 Wochen 3. Impfung –
15 Monate Abschluss der Grundimmunisierung Leukose: Impfung ein Jahr nach der Grundimmunisierung

Drei Termine in den ersten Lebensmonaten haben einen Grund: Kitten tragen Antikörper der Mutter, die sie schützen, aber zugleich den Impfstoff abfangen. Laut StIKo Vet können diese Antikörper bis etwa zur 20. Lebenswoche stören. Wann sie beim einzelnen Kitten verschwunden sind, weiß ohne Test niemand – deshalb wird mehrfach geimpft, und die Impfung mit 16 Wochen ist besonders wichtig. Wurde sie versäumt, empfiehlt die StIKo Vet eine Antikörperbestimmung oder eine zusätzliche Impfung gegen Panleukopenie.

Ältere Katze mit unbekanntem Impfstatus? Ab der 20. Lebenswoche genügt laut StIKo Vet bei Lebendimpfstoffen eine Impfung, bei inaktivierten Impfstoffen sind es zwei im Abstand von drei bis vier Wochen. Eine weitere Impfung nach etwa einem Jahr schließt die Grundimmunisierung ab.

Wiederholungsimpfungen: nicht mehr jedes Jahr alles

Die jährliche Rundum-Impfung ist überholt. Nach abgeschlossener Grundimmunisierung gilt laut StIKo Vet:

  • Katzenseuche, Herpes- und Calicivirus: Wiederholung im Abstand von bis zu drei Jahren; bei Katzenseuche sind auch längere Abstände möglich. Eine Antikörperbestimmung im Blut kann helfen zu entscheiden, ob eine Auffrischung gegen Katzenseuche nötig ist.
  • Leukose: nach Herstellerangabe; das European Advisory Board on Cat Diseases (ABCD) hält für Katzen ab drei bis vier Jahren Abstände von zwei bis drei Jahren für ausreichend. Ab etwa fünf bis sieben Jahren soll individuell entschieden werden, ob weitergeimpft wird.
  • Tollwut: nach Herstellerangabe; für Reisen muss die Auffrischung erfolgen, bevor die Gültigkeit der vorigen Impfung abläuft.
  • Chlamydien und Bordetellen: Der Schutz hält höchstens ein Jahr.

Für Katzen mit hohem Ansteckungsrisiko – Zucht, Pension, Tierheim – hält das ABCD beim Katzenschnupfen jährliche Auffrischungen für sinnvoll.

Braucht eine Wohnungskatze Impfungen?

Ja – die Core-Impfungen. Das Virus der Katzenseuche bleibt nach der ABCD-Leitlinie über Monate in der Umgebung ansteckend und wird an Schuhen und Kleidung in die Wohnung getragen. Auch die Erreger des Katzenschnupfens lassen sich einschleppen, und auch eine Wohnungskatze kann mit anderen Katzen in Berührung kommen: in der Tierarztpraxis, in der Pension, durch eine neue Mitbewohnerin oder nach einem Ausbruch durchs offene Fenster.

Verzichtbar sind für reine Wohnungskatzen ohne Kontakt zu fremden Katzen in der Regel Leukose und Tollwut. Ändert sich die Haltung, wird neu entschieden.

Tollwut: bei Reisen Pflicht

Deutschland ist frei von terrestrischer Tollwut. Die StIKo Vet stuft die Impfung deshalb als Non-Core ein; für Katzen, die Deutschland nicht verlassen, ist sie verzichtbar. Geimpfte Tiere sind allerdings nach der Tollwut-Verordnung bessergestellt, falls es doch einmal zu einem Verdachtsfall kommt – ein Punkt für das Impfgespräch bei Freigängern.

Für Reisen gelten feste Regeln der EU (Verordnung 576/2013):

  • Kennzeichnung: Mikrochip (oder eine vor dem 3. Juli 2011 angebrachte, gut lesbare Tätowierung).
  • Tollwutimpfung: frühestens im Alter von zwölf Wochen. Nach der Erstimpfung beginnt der gültige Schutz erst nach 21 Tagen.
  • EU-Heimtierausweis: Er wird von einer ermächtigten Tierarztpraxis ausgestellt und enthält Chipnummer und Impfeintrag.
  • Auffrischung: rechtzeitig vor Ablauf – sonst zählt die nächste Impfung wieder als Erstimpfung mit neuer Wartezeit.
  • Drittländer: Für die Einreise aus vielen Nicht-EU-Ländern wird zusätzlich ein Bluttest auf Tollwut-Antikörper verlangt (mindestens 0,5 IE/ml); die Blutprobe wird frühestens 30 Tage nach der Impfung genommen, die Reise ist frühestens drei Monate danach möglich.

Deutschland lässt die Einreise ungeimpfter Jungtiere nicht zu. Ein Kitten aus dem Ausland kann also frühestens mit 15 Wochen legal einreisen (zwölf Wochen plus 21 Tage).

Nebenwirkungen: was normal ist und was nicht

Häufig und harmlos sind laut International Cat Care:

  • Müdigkeit
  • weniger Appetit
  • Empfindlichkeit an der Injektionsstelle

Diese Reaktionen halten in der Regel nicht länger als wenige Tage an. Sprechen Sie mit der Praxis, wenn Ihre Katze nach einer Impfung erbricht, Durchfall oder Fieber bekommt, lahmt oder wenn sich an der Injektionsstelle ein Knoten bildet.

Das injektionsstellen-assoziierte Sarkom

Die schwerwiegendste bekannte Nebenwirkung ist ein bösartiger Bindegewebstumor, der sich an Stellen entwickeln kann, an denen eine Katze eine Injektion erhalten hat (feline injection-site sarcoma, FISS). Auslöser ist nach der StIKo Vet eine Entzündungsreaktion auf reizende Substanzen. Das betrifft nicht nur Impfstoffe: Das ABCD nennt auch bestimmte Langzeit-Medikamente als mögliche Auslöser.

Zur Häufigkeit gibt es unterschiedliche Angaben, die alle im Bereich „selten“ liegen:

  • StIKo Vet: etwa 1 von 10.000 Katzen
  • ABCD: Schätzungen aus den USA von 1 bis 4 je 10.000 geimpften Katzen; für Großbritannien 1 je 16.000 bis 50.000 in Praxen registrierten Katzen
  • International Cat Care: weniger als 1 je 20.000 verabreichte Impfungen

Der Tumor kann laut ABCD frühestens etwa vier Monate und bis zu zwei bis drei Jahre nach der Injektion auftreten. Er wächst aggressiv ins umliegende Gewebe und kehrt nach einer Operation häufig zurück; deshalb zählt die frühe Entdeckung.

Kleine Schwellungen an der Injektionsstelle kommen nach Impfungen vor und verschwinden meist von selbst. Für die Unterscheidung nennt das ABCD die 3-2-1-Regel – ein Knoten an der Injektionsstelle gehört untersucht, wenn er

  • 3 Monate nach der Impfung noch vorhanden ist,
  • größer als 2 Zentimeter ist oder
  • 1 Monat nach der Impfung noch wächst.

Auf Impfungen zu verzichten, empfehlen die Fachgremien deshalb nicht. Sie raten, so oft wie nötig und so selten wie möglich zu impfen, möglichst wenig reizende Impfstoffe zu wählen und an Stellen zu injizieren, an denen ein Tumor vollständig entfernt werden könnte: laut StIKo Vet und ABCD weit unten an den Gliedmaßen statt zwischen den Schulterblättern. Fragen Sie in der Praxis ruhig, wohin geimpft wird.

Wann Sie sofort zur Tierarztpraxis sollten

Nach einer Impfung sind diese Anzeichen ein Notfall:

  • Atemnot, Atmen mit offenem Maul
  • geschwollenes Gesicht, Schwellungen an Maul oder Augen
  • wiederholtes Erbrechen, Durchfall, Zusammenbrechen kurz nach der Impfung
  • Apathie oder 24 Stunden ohne Futter

Außerhalb der Sprechzeiten ist der tierärztliche Notdienst zuständig. Zeitnah vorstellen sollten Sie die Katze, wenn Mattigkeit oder Fieber länger als ein paar Tage anhalten oder ein Knoten an der Injektionsstelle unter die 3-2-1-Regel fällt. Geben Sie bei Fieber oder Schmerzen keine Mittel aus der Hausapotheke – Paracetamol und Ibuprofen sind für Katzen lebensgefährlich.

Wie häufig schwere allergische Sofortreaktionen sind, können wir nicht beziffern – in den genutzten Quellen fehlt dazu eine belastbare Zahl.

Was kostet es, eine Katze zu impfen?

Feste Impfpreise gibt es nicht. Tierärztinnen und Tierärzte rechnen nach der Gebührenordnung (GOT) ab, und zwar innerhalb eines Rahmens vom einfachen bis zum dreifachen Satz – je nach Aufwand, Zeitpunkt und örtlichen Verhältnissen. Eine Impfung besteht aus mehreren Positionen:

GOT-Nr. Leistung 1-facher Satz 3-facher Satz
16 Allgemeine Untersuchung mit Beratung, Katze 23,62 € 70,86 €
221 Injektion subkutan 11,50 € 34,50 €
87 Impfbescheinigung (falls berechnet) 6,16 € 18,48 €

Für Untersuchung und Injektion ergeben sich damit 35,12 Euro (einfach) bis 105,36 Euro (dreifach) netto, mit Impfbescheinigung 41,28 bis 123,84 Euro. Hinzu kommen in jedem Fall:

  • der Impfstoff – er wird als Arzneimittel gesondert berechnet und unterscheidet sich je nach Kombination (nur Core oder mit Leukose und Tollwut),
  • verbrauchtes Material,
  • die Mehrwertsteuer, die in den Gebührensätzen nicht enthalten ist.

Weitere Posten können anfallen: ein Leukose-Test vor der ersten FeLV-Impfung, das Setzen des Mikrochips für den EU-Heimtierausweis (GOT-Nr. 238, 10,24 Euro im einfachen Satz, zuzüglich Chip) oder eine Antikörperbestimmung im Labor.

Einen „typischen“ Endpreis nennen wir bewusst nicht: Er hängt von Satz, Impfstoff und Praxis ab. Fragen Sie vor dem Termin nach. Wie sich Impfungen in die jährlichen Ausgaben einfügen, zeigt der Katzenkosten-Rechner.

Impfpass und Kitten-Kauf

Der Impfpass ist beim Kitten-Kauf eines der wichtigsten Dokumente. Bei einer Abgabe mit zwölf Wochen sollten nach dem Schema der StIKo Vet zwei Core-Impfungen eingetragen sein, bei späterer Abgabe mit 16 Wochen drei. Prüfen Sie:

  • Stehen Datum, Impfstoff-Aufkleber mit Chargennummer sowie Stempel und Unterschrift der Tierarztpraxis im Pass?
  • Passen die Daten zum Alter des Kittens und zum Schema?
  • Ist das Kitten gechippt: Stimmt die eingetragene Nummer mit dem Chip überein?
  • Welche Termine stehen noch aus? Die Impfungen mit 16 Wochen und mit 15 Monaten sind meist Ihre Aufgabe.

Ein Kitten ohne Impfpass oder mit Einträgen ohne Praxisstempel ist ein Warnsignal. Bei Katzen aus dem Ausland muss zusätzlich der EU-Heimtierausweis mit gültiger Tollwutimpfung vorliegen. Eine vollständige Liste für das Gespräch finden Sie unter Fragen an den Züchter; was bei Tierheimkatzen üblich ist, steht im Artikel Katze aus dem Tierheim.

Häufige Fragen

Wie oft muss eine Katze geimpft werden?

Nach der Grundimmunisierung (8., 12. und 16. Woche, dann mit 15 Monaten) werden die Core-Impfungen laut StIKo Vet im Abstand von bis zu drei Jahren wiederholt. Leukose und Tollwut folgen den Angaben des Impfstoffherstellers; Chlamydien- und Bordetellen-Impfungen schützen höchstens ein Jahr.

Muss ich meine Wohnungskatze impfen lassen?

Gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen ja – das empfiehlt die StIKo Vet für jede Katze, weil die Erreger auch ohne Katzenkontakt in die Wohnung gelangen. Leukose und Tollwut sind für reine Wohnungskatzen in der Regel verzichtbar.

Ist die Tollwutimpfung für Katzen Pflicht?

Innerhalb Deutschlands nicht. Pflicht ist sie für Reisen: Ohne gültige Tollwutimpfung, Mikrochip und EU-Heimtierausweis darf eine Katze nicht in ein anderes EU-Land mitgenommen werden.

Was kostet die Grundimmunisierung insgesamt?

Jeder der vier Termine bis zum Alter von 15 Monaten wird einzeln nach GOT berechnet: Untersuchung und Injektion zusammen 35,12 Euro im einfachen bis 105,36 Euro im dreifachen Satz, jeweils zuzüglich Impfstoff, Material und Mehrwertsteuer. Einen Gesamtpreis kann nur Ihre Praxis nennen.

Quellen und weiterführende Informationen (8)
  1. StIKo Vet: Impftabelle Katze (Leitlinie zur Impfung von Kleintieren, 6. Auflage, Stand 06.01.2025)
  2. StIKo Vet: Stellungnahme zum Injektionsstellen-assoziierten Sarkom bei der Katze (29.09.2021)
  3. ABCD: Guideline for Feline Injection-Site Sarcoma (aktualisiert 08.02.2024, überprüft 25.03.2026)
  4. ABCD: Guideline for Feline Panleukopenia
  5. ABCD: Guideline for Feline Leukaemia Virus Infection
  6. International Cat Care: Vaccinating your cat
  7. Europäische Union, Your Europe: Reisen mit Haustieren und anderen Tieren in der EU
  8. Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT), Fassung vom 22.11.2022 – Gebührenverzeichnis

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