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Halblanghaargroß

Britisch Langhaar

auch: BLH, British Longhair, British Semi-Longhair, Britisch Halblanghaar

Die Britisch Langhaar hat das ruhige Wesen der Britisch Kurzhaar, trägt aber ein dichtes, halblanges Fell – und das braucht regelmäßig Kamm und Zeit.

Cremefarbene Britisch-Langhaar-Katze mit dichtem, halblangem Fell, üppiger Halskrause und buschigem Schwanz liegt auf einer Holzkommode.

Steckbrief Britisch Langhaar

Herkunft
Großbritannien
Fell
Halblanghaar
Größe
groß
Gewicht Katze
4–6 kg
Gewicht Kater
5,5–8 kg
Lebenserwartung
12–15 Jahre
Anerkannt bei
FIFe, WCF, TICA, GCCF
Aktivität
gemütlich
Menschenbezug
mittel
Stimme
leise
Fellpflege
täglich
Mit Kindern
sehr gut
Mit anderen Tieren
sehr gut
Allein bleiben
gut
Reine Wohnung
gut geeignet
Für Einsteiger
sehr gut

Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?

Die Britisch Langhaar, kurz BLH, sieht aus wie eine Britisch Kurzhaar im Wintermantel: derselbe runde Kopf, dieselben großen Augen, derselbe kompakte Körper – aber ein halblanges, üppiges Fell mit Halskrause und buschigem Schwanz. Im Wesen unterscheiden sich die beiden kaum.

Der große Unterschied liegt in der Pflege. Wer sich für eine BLH entscheidet, weil sie „so gemütlich“ ist, sollte ehrlich einplanen, dass dieses Fell regelmäßige Arbeit macht. Ansonsten gilt fast alles, was wir in unserem ausführlichen Profil der Britisch Kurzhaar beschreiben.

Herkunft und Geschichte

Die Britisch Langhaar ist ein Nebenprodukt der Kurzhaarzucht. Um die Britisch Kurzhaar nach den Weltkriegen zu erhalten, kreuzten Züchter Perser ein. Dadurch kam das Gen für langes Fell in die Rasse. Es wird rezessiv vererbt: Zwei kurzhaarige Eltern, die es beide tragen, können langhaarige Kitten bekommen.

Lange galten diese Kitten als unerwünscht. Erst in den letzten Jahrzehnten wurden sie als eigene Variante anerkannt – mit eigenem Namen und Standard. Heute führen die FIFe (Kürzel BLH), die WCF, die TICA und der britische GCCF die Britisch Langhaar. Die amerikanische CFA erkennt sie bisher nicht als eigene Rasse an.

Aussehen

Körperbau und Kopf entsprechen der Britisch Kurzhaar: mittelgroß bis groß, breite Brust, kurze, kräftige Beine, runder Kopf mit kleinen, weit auseinanderstehenden Ohren und großen, runden Augen. Die Nase ist kurz, soll aber keinen ausgeprägten Absatz haben.

Das Fell ist halblang, dicht und steht vom Körper ab, mit reichlich Unterwolle. Typisch sind eine Halskrause, „Hosen“ an den Hinterbeinen und ein voller, buschiger Schwanz. Das Fell soll nicht so lang und seidig sein wie beim Perser. Anerkannt sind dieselben vielen Farben wie bei der BKH – einfarbig, Schildpatt, Tabby, Silber und Golden, Colourpoint und mit Weiß. Die Augenfarbe richtet sich nach der Fellfarbe, meist Kupfer bis Orange.

Wesen und Charakter

Die BLH ist ruhig, ausgeglichen und leise. Sie liebt Gesellschaft, drängt sich aber selten auf. Viele Tiere liegen lieber neben als auf ihren Menschen und mögen es nicht, hochgehoben oder getragen zu werden. Junge Katzen spielen gern, mit dem Alter wird die BLH gemütlich.

Mit rücksichtsvollen Kindern, anderen Katzen und ruhigen Hunden kommt sie in der Regel gut aus. Sie ist keine Katze, die Unruhe stiftet oder ständig Beschäftigung einfordert – wer ein Temperamentsbündel sucht, ist hier falsch.

Haltung

Die BLH ist eine sehr gute Wohnungskatze. Freigang braucht sie nicht; im Freien würde sich im halblangen Fell ohnehin schnell Schmutz und Laub verfangen. Ein gesicherter Balkon ist schön. Halten Sie sie, wie fast jede Katze, mindestens zu zweit, am besten mit einer ähnlich ruhigen Partnerkatze. Tägliche Spieleinheiten sind wichtig, denn auch die BLH neigt zu Übergewicht.

Pflege und Ernährung

Das Fell ist der entscheidende Unterschied zur Kurzhaar. Wegen der dichten Unterwolle verfilzt es leichter, als es aussieht – vor allem hinter den Ohren, unter den Achseln, am Bauch und an den „Hosen“. Rechnen Sie damit, die BLH zwei- bis dreimal pro Woche gründlich mit einem grob- und einem feinzinkigen Kamm durchzukämmen. Im Fellwechsel im Frühjahr und Herbst ist tägliches Kämmen sinnvoll; der GCCF empfiehlt für die Langhaarvariante grundsätzlich tägliche Pflege. Gewöhnen Sie Ihre Katze von klein auf spielerisch daran.

Achten Sie auch auf den Bereich unter dem Schwanz: Lange Haare können dort verschmutzen. Bei der Ernährung gilt dasselbe wie bei der BKH: abgemessene Mengen eines hochwertigen Alleinfutters mit hohem Fleischanteil, bevorzugt Nassfutter, und regelmäßig die Rippen tasten. Unter dem vielen Fell fällt Übergewicht noch später auf als bei der Kurzhaar. Wer gern regelmäßig Haarballen findet, kann mit häufigerem Kämmen gegensteuern.

Gesundheit

Weil BLH und BKH genetisch eine Rasse sind, tragen sie dieselben Risiken. LABOKLIN bietet für beide ein gemeinsames Testpaket an.

  • Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM): Verdickung des Herzmuskels, die häufigste Herzerkrankung der Katze. Kein Gentest für die Rasse – nur der Herzultraschall der Zuchttiere, regelmäßig wiederholt, gibt Sicherheit.
  • Polyzystische Nierenerkrankung (PKD): Zysten in den Nieren, dominant vererbt, über die Perser-Einkreuzungen in die Rasse gekommen. Ein Gentest ist verfügbar; beide Elterntiere müssen negativ sein. Weil gerade das Langhaar-Gen aus Perserlinien stammt, ist dieser Test bei der BLH besonders wichtig.
  • Progressive Retinaatrophie (pd-PRA): Eine Netzhauterkrankung aus Perserlinien, die früh zur Erblindung führt. LABOKLIN listet die Britischen Rassen als betroffen; der Gentest ist Teil des Pakets.
  • Blutgruppe B: Ein beträchtlicher Teil der Britischen Katzen hat Blutgruppe B. Verpaart ein Züchter eine B-Katze mit einem A-Kater, droht den Kitten beim Säugen eine gefährliche Blutauflösung. Die Blutgruppe der Eltern muss bekannt sein.
  • Kurze Nase: Das QUEN-Merkblatt zur Britisch Kurzhaar ordnet die Rasse als kurzköpfig ein. Moderate Tiere haben damit keine Probleme; kritisch sind extrem kurze Nasen mit engen Nasenlöchern und tränenden Augen.

Das QUEN-Merkblatt nennt außerdem Übergewicht und Diabetes mellitus als gehäuft auftretende Probleme. Die beste Vorsorge liegt hier bei Ihnen: schlank halten und regelmäßig zur tierärztlichen Kontrolle.

Für wen passt die Britisch Langhaar?

Passt gut, wenn Sie …

  • eine ruhige, leise Wohnungskatze suchen,
  • gern und regelmäßig Zeit in Fellpflege investieren,
  • zwei Katzen halten können und nicht dauerhaft unterwegs sind,
  • Wert auf ein ausgeglichenes Familientier legen.

Passt eher nicht, wenn Sie …

  • keine Zeit oder Lust auf mehrmals wöchentliches Kämmen haben – dann ist die Britisch Kurzhaar die bessere Wahl,
  • eine Schmuse- und Tragekatze suchen – dann eher Heilige Birma oder Ragdoll,
  • auf eine Katze für Allergiker hoffen.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Kaufen Sie nur bei einem Züchter, der einem anerkannten Verband angeschlossen ist und einen Stammbaum mitgibt. Lassen Sie sich für beide Elterntiere den PKD-Gentest, einen aktuellen Herzultraschall-Befund, den pd-PRA-Test und die Blutgruppe zeigen. Sehen Sie sich Mutterkatze und Kater an, auch ihre Nasen und ihr Fell: Ein gut gepflegtes Fell der Elterntiere zeigt, dass der Züchter weiß, was diese Rasse braucht.

Kitten ziehen frühestens mit zwölf Wochen aus, geimpft, entwurmt und gechippt. Warnsignale: ein Preis deutlich unter dem üblichen Rahmen, keine Papiere, keine Elterntiere zum Ansehen, fehlende Befunde oder eine Übergabe auf dem Parkplatz. Unsere Fragen an den Züchter helfen beim Gespräch, seriöse Adressen finden Sie unter Züchter der Britisch Langhaar in Ihrer Nähe.

Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen

ErkrankungVorsorge in der Zucht
Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM)Herzultraschall der Zuchttiere bei einem Kardiologen, regelmäßig wiederholt; einen Gentest für die Rasse gibt es nicht
Polyzystische Nierenerkrankung (PKD)Gentest der Elterntiere auf die PKD1-Mutation (Erbe der Perser-Einkreuzungen)
Blutgruppe B – Risiko für Neugeborene (Neonatale Isoerythrolyse)Blutgruppenbestimmung der Elterntiere
Progressive Retinaatrophie (pd-PRA)Gentest der Elterntiere (Perser-Form der PRA)
Kurznasigkeit (Brachyzephalie) bei extremem TypKein Test – Nasenprofil und Nasenlöcher der Elterntiere ansehen
Quellen und weiterführende Informationen (6)
  1. FIFe: Anerkannte Rassen und Rassestandards (British Longhair BLH)
  2. GCCF: Breed profile British (Shorthair und Longhair)
  3. TICA: British Longhair
  4. LABOKLIN: Paket Britisch Kurz-/Langhaar (Blutgruppe, PKD, pd-PRA, ALPS)
  5. LABOKLIN: Progressive Retinaatrophie (pd-PRA)
  6. QUEN Qualzucht-Datenbank: Merkblatt Nr. 42 Katze Rasse Britisch Kurzhaar (Stand 09/2026)

Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026

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