Langhaarmittelgroß
Perser
auch: Perserkatze, Persian, Perser Langhaar, Colourpoint-Perser, Himalayan, Doll Face, PER
Die Perserkatze ist ruhig, sanft und braucht tägliche Fellpflege. Bei extrem kurzer Nase drohen Atem-, Augen- und Zahnprobleme – der Typ ist entscheidend.

Steckbrief Perser
- Herkunft
- Vorderer Orient (vermutlich Persien und Türkei), Zucht in Großbritannien
- Fell
- Langhaar
- Größe
- mittelgroß
- Gewicht Katze
- 3,5–5 kg
- Gewicht Kater
- 4,5–6,5 kg
- Lebenserwartung
- 12–15 Jahre
- Anerkannt bei
- FIFe, WCF, TICA, CFA, GCCF
- Aktivität
- gemütlich
- Menschenbezug
- mittel
- Stimme
- leise
- Fellpflege
- täglich
- Mit Kindern
- mittel
- Mit anderen Tieren
- mittel
- Allein bleiben
- gut
- Reine Wohnung
- gut geeignet
- Für Einsteiger
- für Erfahrene
Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?
Die Perserkatze ist der Inbegriff der Rassekatze: üppiges Langhaar, runder Kopf, große Augen und ein gelassenes Wesen. Über Jahrzehnte war sie die beliebteste Rasse der Welt, und in Deutschland ist sie bis heute weit verbreitet.
Gleichzeitig steht keine Rasse so deutlich für die Frage, wie weit Zucht auf Aussehen gehen darf. Bei vielen Persern ist die Nase im Lauf der Jahrzehnte immer kürzer geworden, bis hin zu Tieren, deren Nase auf Augenhöhe liegt. Diese Extremform bringt Atemnot, tränende Augen und Zahnprobleme mit sich. Wer eine Perserkatze möchte, sollte deshalb nicht nur auf die Farbe achten, sondern vor allem auf das Gesicht.
Herkunft und Geschichte
Langhaarige Katzen gelangten im 17. Jahrhundert aus dem Vorderen Orient nach Europa; genannt werden häufig Persien und die Türkei. Die genaue Herkunft ist nicht sicher belegt. Im 19. Jahrhundert wurden die Tiere in Großbritannien gezielt gezüchtet und auf den ersten Katzenausstellungen gezeigt; von dort verbreitete sich die Rasse in alle Welt.
Die frühen Perser hatten noch eine deutlich sichtbare Nase. Vor allem ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde auf Ausstellungen ein immer runderer Kopf mit immer kürzerer Nase prämiert – bis zur „Peke-Face“-Form, benannt nach dem Pekinesen. Als Gegenbewegung züchten heute einige Züchter bewusst den traditionellen Typ („Doll Face“) mit längerem Gesicht. Die Colourpoint-Perser mit Siam-Zeichnung heißen in Nordamerika auch „Himalayan“; die Kurzhaar-Variante ist die Exotic Shorthair.
Aussehen
Der Perser ist mittelgroß, gedrungen und schwer gebaut, mit kurzen, kräftigen Beinen und kurzem, buschigem Schwanz. Der Kopf ist rund und breit, mit kleinen, weit auseinanderstehenden Ohren und großen, runden Augen.
Das Fell ist sehr lang, fein und dicht, mit viel Unterwolle, und bildet eine große Halskrause. Anerkannt ist eine enorme Farbvielfalt: einfarbig, Schildpatt, Tabby, Silber und Golden (etwa Chinchilla), Smoke, mit Weiß und als Colourpoint. Die Augenfarbe hängt von der Fellfarbe ab.
Extremform und traditioneller Typ
Für die Gesundheit entscheidend ist die Kopfform. Das Qualzuchtgutachten der Sachverständigengruppe beim Bundeslandwirtschaftsministerium (BMEL) definiert die Extremform so: Der obere Rand des Nasenspiegels liegt deutlich höher als die unteren Augenlider. Für solche Tiere empfiehlt das Gutachten ein Zuchtverbot, ebenso für kurzköpfige Katzen mit Geburtsstörungen oder Veränderungen am Gesichtsschädel wie verkürztem Oberkiefer, verengten Tränennasenkanälen oder Atemwegen. Zugleich empfiehlt es den Verbänden, Standards zu ändern und längere Gesichter zu bevorzugen.
Das Gutachten stammt von 1999 und wurde seitdem nicht neu gefasst; es ist aber weiterhin die maßgebliche fachliche Auslegung von § 11b Tierschutzgesetz.
Wesen und Charakter
Perser gelten als ruhig, sanft und ausgeglichen. Sie lieben feste Abläufe und ruhige Liegeplätze, spielen gern, aber gemächlich, und sind sehr leise. Viele sind freundlich zu Menschen und anderen Tieren, ohne aufdringlich zu sein.
Ehrlich betrachtet ist ein Teil der sprichwörtlichen Ruhe auch eine Folge des Körpers: Tiere mit sehr kurzer Nase bekommen bei Anstrengung schlechter Luft und bewegen sich weniger. Eine Studie mit tausend Katzenhaltern (Farnworth et al., 2016) fand, dass kürzere Nasen mit mehr Atemgeräuschen und Atemproblemen und mit einem bewegungsärmeren Lebensstil zusammenhängen.
Haltung
Perser sind klassische Wohnungskatzen und kommen mit Ruhe gut zurecht. Freigang ist wegen des Fells und der geringen Wendigkeit wenig geeignet; ein gesicherter Balkon ist schön. Achten Sie im Sommer auf Hitze: Kurznasige Katzen können schlechter hecheln und Wärme abgeben.
Auch Perser sollten nicht allein leben. Eine ruhige Partnerkatze – etwa ein weiterer Perser oder eine gelassene Rasse – ist ideal. Mit Gesellschaft übersteht ein Perser normale Arbeitstage gut.
Pflege und Ernährung
Die Fellpflege ist der größte Aufwand dieser Rasse. Das lange, feine Fell verfilzt schnell und muss täglich gründlich gekämmt werden, besonders an Bauch, Achseln und hinter den Ohren. Verfilzungen lassen sich oft nur noch beim Tierarzt oder Groomer entfernen, manchmal nur durch Scheren. Viele Perser brauchen Hilfe beim Sauberhalten des Hinterteils. Die Augen sollten Sie täglich vorsichtig reinigen; starker Tränenfluss ist ein Hinweis auf verengte Tränenkanäle.
Ernährung: ein hochwertiges Alleinfuttermittel mit hohem Fleischanteil. Stark kurznasige Tiere haben manchmal Mühe, Futter aufzunehmen; flache Näpfe helfen. Wegen der geringen Bewegung neigen Perser zu Übergewicht.
Gesundheit
Polyzystische Nierenerkrankung (PKD): Bei dieser dominant vererbten Krankheit bilden sich Zysten in den Nieren, die später zum Nierenversagen führen können. Nach Lyons et al. (2004) waren damals rund 38 Prozent der Perser weltweit betroffen. Seit es den Gentest auf die PKD1-Mutation gibt, lässt sich die Krankheit in der Zucht vollständig vermeiden – ein seriöser Züchter setzt nur getestet freie Tiere ein.
Folgen der Kurzköpfigkeit: Das BMEL-Gutachten nennt Schwergeburten, erhöhte Totgeburtenrate, verkürzten Oberkiefer, verengte Nasenlöcher und Atemwege sowie verengte Tränennasenkanäle, besonders beim Peke-Face-Typ. Hinzu kommen Zahnfehlstellungen, Hautfalten im Gesicht mit Entzündungen und nach innen gerollte Augenlider (Entropium). Eine MRT-Studie (Huizing et al., 2017) fand bei Persern häufiger eine Enge im hinteren Schädelbereich als bei anderen Rassen. Je gemäßigter die Kopfform, desto geringer diese Risiken.
Progressive Retinaatrophie (PRA-pd): eine früh beginnende, rezessiv vererbte Netzhauterkrankung, die schon im Kittenalter zur Erblindung führt. Laut UC Davis gibt es einen Gentest.
Weiße Perser: Für weiße Tiere, deren Farbe durch das dominante Weiß-Gen W bestimmt ist, empfiehlt das BMEL-Gutachten wegen des Taubheitsrisikos ebenfalls ein Zuchtverbot; bei weißen Zuchttieren gehört ein Hörtest (BAER) dazu.
In britischen Praxisdaten (Teng et al., 2024) lag die Lebenserwartung ab Geburt bei Persern bei knapp elf Jahren – etwas unter dem Durchschnitt aller Katzen.
Wann Sie zum Tierarzt sollten: bei Atmen mit offenem Maul, lautem Schnarchen oder Atemnot, bei eitrigem oder dauerhaft starkem Augenausfluss, Blinzeln oder trüber Hornhaut, bei vermehrtem Trinken und Urinieren (Nieren!), Mundgeruch oder Fressproblemen.
Für wen passt die Perserkatze?
Passt gut, wenn Sie …
- eine ruhige Wohnungskatze suchen und viel zu Hause sind,
- täglich Zeit für Kämmen und Augenpflege einplanen,
- bereit sind, gezielt nach einem Züchter mit gemäßigtem Typ zu suchen.
Passt eher nicht, wenn Sie …
- eine verspielte, aktive Katze möchten,
- Fellpflege eher als lästige Pflicht sehen,
- keine Rücklagen für mögliche Tierarztkosten haben.
Ähnlich im Wesen, aber pflegeleichter sind die Britisch Kurzhaar und die Britisch Langhaar. Im Rassen-Vergleich finden Sie weitere Alternativen.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Sehen Sie sich die Elterntiere von vorn und von der Seite an: Die Nase sollte deutlich erkennbar sein, der obere Rand des Nasenspiegels nicht über dem unteren Augenlid liegen, die Nasenlöcher offen statt schlitzförmig, die Augen klar ohne dauernden Tränenfluss. Die Katzen sollten ruhig und geräuschlos atmen.
Lassen Sie sich außerdem zeigen:
- den PKD-Gentest beider Elterntiere (negativ),
- den PRA-pd-Gentest,
- Impfpass, Chip und Entwurmungsnachweise des Kittens.
Kaufen Sie nur bei Vereinszüchtern mit Stammbaum, und nehmen Sie das Kitten frühestens mit zwölf Wochen. Warnsignale sind besonders flache Gesichter, die als „besonders typvoll“ angepriesen werden, fehlende Testergebnisse, keine Elterntiere zu sehen, ein Preis deutlich unter dem Üblichen oder eine Übergabe auf dem Parkplatz. Weitere Fragen finden Sie in Fragen an den Züchter, Adressen unter Züchter der Perserkatze in Ihrer Nähe.
Ein gut gezüchteter Perser mit freier Nase ist ein sanfter, anhänglicher Mitbewohner. Mit Ihrer Kaufentscheidung bestimmen Sie mit, welche Perser in Zukunft gezüchtet werden.
Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen
| Erkrankung | Vorsorge in der Zucht |
|---|---|
| Polyzystische Nierenerkrankung (PKD) | Gentest der Elterntiere auf die PKD1-Mutation; Katzen mit Mutation nicht in der Zucht; ergänzend Nierenultraschall |
| Brachyzephalie-Folgen (Atemwege, Tränenkanäle, Zähne, Augenlider) | Keine extrem kurznasigen Elterntiere (oberer Rand des Nasenspiegels nicht über dem unteren Augenlidrand); tierärztliche Untersuchung von Nasenlöchern, Atmung, Augen und Gebiss vor der Zucht |
| Progressive Retinaatrophie (PRA-pd) | Gentest der Elterntiere auf die AIPL1-Variante |
Mehr dazu: PKD bei Katzen
Quellen und weiterführende Informationen (7)
- BMEL/Sachverständigengruppe: Gutachten zur Auslegung von § 11b TierSchG (Qualzuchtgutachten)
- BMLEH: Gutachten zur Auslegung von Paragraf 11b des Tierschutzgesetzes
- Farnworth et al. (2016): Flat Feline Faces – Is Brachycephaly Associated with Respiratory Abnormalities in the Domestic Cat?, PLoS One
- Lyons et al. (2004): Feline polycystic kidney disease mutation identified in PKD1, J Am Soc Nephrol
- UC Davis Veterinary Genetics Laboratory: Progressive Retinal Atrophy (PRA-pd) (Persian)
- Huizing et al. (2017): Shape of the feline cerebellum and occipital bone related to breed on MRI of 200 cats, JFMS
- Teng et al. (2024): Life tables of annual life expectancy and risk factors for mortality in cats in the UK, JFMS
Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026


