Kurzhaarklein
Singapura
auch: Singapura-Katze, Singapurakatze, Kucinta, SIN
Die Singapura ist eine der kleinsten Rassekatzen: zierlich, sepia getickt, mit riesigen Augen – und dabei neugierig, verspielt und sehr menschenbezogen.

Steckbrief Singapura
- Herkunft
- Singapur; Rassezucht in den USA
- Fell
- Kurzhaar
- Größe
- klein
- Gewicht Katze
- 2–3 kg
- Gewicht Kater
- 2,5–3,5 kg
- Lebenserwartung
- 12–15 Jahre
- Anerkannt bei
- FIFe, WCF, TICA, CFA, GCCF
- Aktivität
- sehr aktiv
- Menschenbezug
- sehr anhänglich
- Stimme
- leise
- Fellpflege
- kaum Aufwand
- Mit Kindern
- mittel
- Mit anderen Tieren
- sehr gut
- Allein bleiben
- schlecht
- Reine Wohnung
- gut geeignet
- Für Einsteiger
- sehr gut
Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?
Die Singapura ist klein, aber alles andere als unauffällig: Riesige, leuchtende Augen, große Ohren und ein seidiges, fein getickt schimmerndes Fell in warmem Elfenbein und Sepia geben ihr ein fast koboldhaftes Aussehen. Mit rund zwei bis dreieinhalb Kilogramm gehört sie zu den kleinsten anerkannten Rassekatzen.
Im Wesen ist sie eine neugierige, verspielte Begleiterin, die bei allem helfen will, was ihre Menschen tun – dabei aber leise bleibt. Die Rasse ist in Deutschland selten, die Zuchtbasis klein. Wer eine Singapura möchte, braucht Geduld bei der Suche und sollte genau auf die Gesundheitsvorsorge des Züchters achten.
Herkunft und Geschichte
Die Singapura geht auf kleine, braun getickte Straßenkatzen aus Singapur zurück; „Singapura“ ist der malaiische Name des Stadtstaats. Dort wurde sie später unter dem Namen „Kucinta“ (Liebeskatze) zum Werbeträger. Die Rassezucht begründeten die Amerikaner Hal und Tommy Meadow: Als sie 1975 aus Singapur zurückkehrten, brachten sie nach Angaben der CFA fünf Katzen mit, 1980 kam eine weitere hinzu. Aus dieser sehr kleinen Gründerpopulation entstand die Rasse. Die CFA registriert sie seit 1981 und gab 1988 den Championstatus; die FIFe erkannte sie 2014 an.
Die Gründungsgeschichte ist nicht ganz unumstritten. In den 1990er Jahren kamen Zweifel auf, ob alle Gründertiere tatsächlich direkt aus Singapur stammten oder ob Rassekatzen wie Abessinier oder Burma beteiligt waren. Der Streit wurde nie abschließend geklärt; die Verbände behandeln die Singapura als natürliche Rasse.
Aussehen
Die Singapura ist klein bis mittelgroß, muskulös und für ihre Größe erstaunlich schwer. Der Kopf ist rund mit kurzer, breiter Schnauze, die Ohren sind groß, an der Basis breit und tief eingeschnitten. Die großen Augen sind nach FIFe-Standard leuchtend grün bis haselnussfarben, bei der CFA auch gelb, und dunkel umrandet – als wären sie mit Kajal nachgezogen.
Das kurze, feine, eng anliegende Fell gibt es in genau einer Farbe: Seal Sepia getickt. Jedes Haar trägt mehrere dunkle Bänder auf elfenbeinfarbenem Grund, was das Fell im Licht schimmern lässt. Hinter den Augen ziehen dunkle „Geparden“-Linien zum Gesicht, Bauch, Brust und Schnauze sind heller. Farbe und Ticking entwickeln sich bis ins Erwachsenenalter. Ähnlich getickt, aber größer und kräftiger rot ist der Abessinier.
Wesen und Charakter
Die Singapura ist neugierig, verspielt und sehr menschenbezogen. Sie untersucht jede Tasche, sitzt beim Kochen daneben und schläft abends gern unter der Decke. Ihr Spieltrieb hält oft bis ins hohe Alter an; eine Katze, die dekorativ auf dem Sofa liegt, ist sie nicht.
In vertrauter Umgebung ist sie selbstbewusst, auf größere Veränderungen reagiert sie aber manchmal vorsichtig und braucht Zeit. Ihre Stimme ist leise, sie meldet sich eher selten. Mit ruhigen, rücksichtsvollen Kindern kommt sie gut zurecht; für sehr wilde Kleinkinder ist die zierliche Katze weniger geeignet. Mit anderen Katzen ist sie meist verträglich.
Haltung
Die Singapura ist gut für die Wohnung geeignet, wenn sie genug Beschäftigung bekommt: Kletter- und Kratzmöglichkeiten, Verstecke in der Höhe, Futterspiele und tägliche Spielzeit mit Ihnen. Ein gesicherter Balkon ist eine schöne Ergänzung. Wegen ihres dünnen Fells mag sie es warm und sucht Heizung, Sonne und menschliche Nähe.
Eine Partnerkatze ist wichtig – idealerweise eine ähnlich aktive, nicht zu grobe. Allein bleibt die Singapura ungern; lange Arbeitstage ohne Menschen sind für sie auch mit Katzengesellschaft eine Belastung.
Pflege und Ernährung
Das kurze Fell ist pflegeleicht: Einmal pro Woche mit einem weichen Striegel darüberbürsten genügt. Ohren und Zähne sollten Sie regelmäßig ansehen.
Weil die Singapura so klein ist, fällt schon ein halbes Kilogramm zu viel ins Gewicht. Füttern Sie ein hochwertiges, fleischreiches Alleinfutter, bevorzugt Nassfutter, in abgemessenen Portionen, und kontrollieren Sie das Gewicht regelmäßig. Die übliche Futtermengen-Angabe auf der Packung ist für eine so kleine Katze oft zu hoch.
Gesundheit
Die Singapura ist keine übertypisierte Rasse, aber ihre winzige Gründerpopulation ist ein echtes Thema. Wenige Gründertiere bedeuten viel gemeinsames Erbgut und damit ein höheres Risiko, dass rezessive Erbkrankheiten zusammenkommen. Worauf Sie achten sollten:
- Pyruvatkinase-Defizienz: Eine erbliche Blutarmut durch einen Enzymmangel der roten Blutkörperchen, mit Schwäche, Appetitlosigkeit oder Gelbsucht in Schüben. Grahn und Kollegen fanden die Mutation 2012 bei der Singapura in nennenswerter Häufigkeit; UC Davis empfiehlt den Gentest. Sie wird rezessiv vererbt – zwei Träger dürfen nicht verpaart werden.
- Burma-Hypokaliämie: Episoden von Muskelschwäche durch zu niedrigen Kaliumspiegel, typisch mit gesenktem Kopf. Die ursächliche WNK4-Mutation ist vor allem von der Burma bekannt; UC Davis führt die Singapura unter den Rassen, für die der Test sinnvoll ist.
- Inzucht: Fragen Sie nach dem Inzuchtkoeffizienten der geplanten Verpaarung und ob der Züchter bewusst wenig verwandte Linien einsetzt.
Aus Halterkreisen wird außerdem über Geburtsprobleme bei Singapura-Katzen berichtet; belastbare Zahlen dazu fanden wir nicht. Ein erfahrener Züchter kann Ihnen dazu ehrlich Auskunft geben.
Für wen passt die Singapura?
Passt gut, wenn Sie …
- eine kleine, verspielte, menschenbezogene Wohnungskatze möchten,
- eine eher leise Katze suchen,
- Zeit zum Spielen haben und zwei Katzen halten wollen,
- in einem ruhigen Haushalt mit älteren Kindern oder ohne Kinder leben.
Passt eher nicht, wenn Sie …
- eine Katze suchen, die sich gern viel selbst überlassen bleibt,
- sehr kleine, wilde Kinder haben,
- schnell ein Kitten wollen – Wartezeiten von vielen Monaten sind bei dieser seltenen Rasse normal.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Wählen Sie einen Züchter, der einem anerkannten Verband angeschlossen ist und einen Stammbaum ausstellt. Lassen Sie sich die Gentests beider Elterntiere zeigen (PK-Defizienz, Burma-Hypokaliämie) und fragen Sie nach dem Inzuchtgrad. Die Mutterkatze sollten Sie vor Ort sehen können.
Weil die Rasse selten ist, werden gelegentlich getickte Mischlinge als „Singapura“ angeboten. Ohne Stammbaum eines anerkannten Verbands ist eine Katze keine Singapura. Kitten ziehen frühestens mit zwölf Wochen aus, geimpft, entwurmt und gechippt. Warnsignale sind ein Preis deutlich unter dem Üblichen, keine Elterntiere zum Ansehen, fehlende Gesundheitsnachweise und eine Übergabe auf dem Parkplatz. Unsere Fragen an den Züchter helfen beim Gespräch; seriöse Adressen finden Sie unter Züchter der Singapura in Ihrer Nähe.
Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen
| Erkrankung | Vorsorge in der Zucht |
|---|---|
| Pyruvatkinase-Defizienz (PK-Defizienz) | Gentest der Elterntiere (PKLR-Mutation) |
| Burma-Hypokaliämie (Kaliummangel mit Muskelschwäche) | Gentest der Elterntiere (WNK4-Mutation), den UC Davis auch für die Singapura empfiehlt |
| Folgen der kleinen Zuchtbasis (Inzucht) | Kein Test – nach dem Inzuchtkoeffizienten der Verpaarung und nach Outcross-Linien fragen |
Quellen und weiterführende Informationen (6)
- CFA: Singapura – Breed Profile
- FIFe: Rassestandard Singapura (SIN)
- UC Davis Veterinary Genetics Laboratory: Singapura
- UC Davis Veterinary Genetics Laboratory: Erythrocyte Pyruvate Kinase Deficiency
- UC Davis Veterinary Genetics Laboratory: Burmese Hypokalemia
- Grahn et al. (2012): Erythrocyte Pyruvate Kinase Deficiency mutation identified in multiple breeds of domestic cats. BMC Veterinary Research
Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026


