Halblanghaarmittelgroß
Somali
auch: Somali-Katze, Somalikatze, Langhaar-Abessinier, Fuchskatze, SOM
Die Somali ist die halblanghaarige Schwester des Abessiniers: fuchsartig mit buschigem Schwanz und getickt schimmerndem Fell, ebenso beschäftigungshungrig.

Steckbrief Somali
- Herkunft
- USA, Kanada und Australien (aus Abessinier-Linien)
- Fell
- Halblanghaar
- Größe
- mittelgroß
- Gewicht Katze
- 3–4 kg
- Gewicht Kater
- 4–5,5 kg
- Lebenserwartung
- 12–15 Jahre
- Anerkannt bei
- FIFe, WCF, TICA, CFA, GCCF
- Aktivität
- sehr aktiv
- Menschenbezug
- sehr anhänglich
- Stimme
- leise
- Fellpflege
- kaum Aufwand
- Mit Kindern
- sehr gut
- Mit anderen Tieren
- sehr gut
- Allein bleiben
- schlecht
- Reine Wohnung
- mittel
- Für Einsteiger
- mittel
Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?
Wer eine Somali zum ersten Mal sieht, denkt oft an einen Fuchs: ein warm leuchtendes, fein getickt schimmerndes Fell, große Ohren mit Pinseln, eine Halskrause und ein dicker, buschiger Schwanz. Tatsächlich ist die Somali nichts anderes als ein Abessinier mit halblangem Fell.
Mit dem Fell hat sie auch das Temperament geerbt. Die Somali ist neugierig, klug und fast ständig in Bewegung. Sie will spielen, klettern, erkunden und mit ihren Menschen etwas unternehmen. Für Menschen, die eine ruhige Sofakatze suchen, ist sie genau die falsche Wahl – für aktive Haushalte eine wunderbare Begleiterin.
Herkunft und Geschichte
Wie das rezessive Langhaar-Gen in den Abessinier kam, ist nicht dokumentiert. Die CFA verweist darauf, dass den Zweiten Weltkrieg nur wenige Abessinier überlebten und Würfe damals oft Tiere unbekannter Abstammung einschlossen. In Abessinier-Würfen fielen danach immer wieder langhaarige Kitten, die meist still als Liebhabertiere abgegeben wurden.
In den 1960er Jahren begannen einzelne Züchter in Kanada, den USA und Australien, gezielt mit diesen Tieren zu arbeiten. Die Amerikanerin Evelyn Mague gab der Rasse ihren Namen – nach Somalia, dem Nachbarland Äthiopiens (früher Abessinien). Die CFA registriert Somalis seit 1976, den Championstatus erhielten sie 1979; die FIFe erkannte die Rasse 1981 an. Legenden über eine uralte afrikanische Herkunft gibt es beim Abessinier wie bei der Somali – belegt sind sie nicht.
Aussehen
Die Somali ist mittelgroß, elegant und muskulös, mit langen Beinen und einem langen, an der Basis dicken, buschigen Schwanz. Der Kopf ist ein leicht gerundeter Keil, die Ohren sind groß, an der Basis breit und idealerweise mit Pinseln. Die großen, mandelförmigen Augen sind bernsteinfarben, grün oder haselnussfarben und dunkel umrandet.
Das halblange Fell ist nach FIFe-Standard außerordentlich fein und sehr dicht, an Schultern kürzer, mit ausgeprägter Halskrause und „Hosen“. Jedes Haar trägt mehrere dunkle Bänder – das Ticking, das dem Fell seinen Schimmer gibt. Es entwickelt sich langsam; das endgültige Fell hat eine Somali oft erst mit etwa anderthalb bis zwei Jahren. Bekannteste Farben sind Wildfarben (Ruddy oder Usual), Sorrel (rötlich), Blau und Fawn, dazu je nach Verband Silbervarianten.
Wesen und Charakter
Die Somali ist aktiv, verspielt und intelligent. Sie öffnet Schranktüren, lernt Tricks, apportiert und spielt oft gern mit fließendem Wasser. Dabei ist sie sehr menschenbezogen: Sie folgt von Raum zu Raum, schmust auf ihre Art – mit Köpfchengeben und Kneten – und will überall mitmachen. Ihre Stimme setzt sie eher sparsam ein; sie teilt sich mehr über Körpersprache mit.
Schattenseiten: Die Somali ist nie „fertig“. Unterfordert räumt sie Regale ab, erfindet eigene Spiele oder wird unruhig. Stundenlanges Schmusen auf dem Schoß ist nicht ihre Sache, auch wenn sie ihre Menschen liebt. Mit Kindern, die gern spielen, und mit anderen aktiven Katzen versteht sie sich meist gut.
Haltung
Eine Somali braucht Platz und Beschäftigung: hohe, stabile Kletterwege, Kratzmöglichkeiten, wechselndes Spielzeug, Futterspiele und tägliche Spielzeit mit Ihnen. Ideal ist gesicherter Freigang oder ein großer gesicherter Balkon; reine Wohnungshaltung geht, wenn die Wohnung wirklich katzengerecht eingerichtet ist und jemand täglich intensiv mit ihr spielt.
Eine Partnerkatze ist Pflicht – am besten eine ebenso lebhafte, etwa eine zweite Somali oder ein Abessinier. Allein gelassen langweilt sich die Somali schnell; lange Arbeitstage verkraftet sie nur mit guter Katzengesellschaft und einer abwechslungsreichen Umgebung.
Pflege und Ernährung
Trotz des halblangen Fells ist die Pflege überschaubar: Die Unterwolle ist nicht so dicht wie bei Persern, das Fell verfilzt wenig. Einmal pro Woche gründlich kämmen genügt meist, im Fellwechsel öfter. Achten Sie auf Hosen und Halskrause.
Zähne und Zahnfleisch brauchen Aufmerksamkeit, da Abessinier-Linien zu Zahnfleischentzündungen neigen. Lassen Sie das Maul bei jedem Tierarztbesuch ansehen. Füttern Sie ein hochwertiges, fleischreiches Alleinfutter, bevorzugt Nassfutter, und bieten Sie einen Teil der Ration in Futterspielen an – das kommt dem Bewegungsdrang entgegen.
Gesundheit
Die Somali teilt die Erbkrankheiten des Abessiniers. Für die wichtigsten gibt es Gentests:
- Pyruvatkinase-Defizienz: Eine erbliche Blutarmut, weil den roten Blutkörperchen ein Enzym fehlt. Sie verläuft sehr unterschiedlich, von kaum merklich bis zu schweren Schüben mit Schwäche und Gelbsucht. Die Mutation wurde bei Abessinier und Somali zuerst beschrieben und wird rezessiv vererbt.
- PRA-rdAc: Ein langsamer Netzhautschwund, der meist im Alter von ein bis zwei Jahren beginnt und über Jahre zur Erblindung führt. Die ursächliche CEP290-Mutation wurde bei Abessinier und Somali entdeckt; sie wird rezessiv vererbt.
- PRA-rdy: Eine früh einsetzende, dominant vererbte Form des Netzhautschwunds (CRX-Gen). Schon ein Elternteil mit der Mutation kann sie weitergeben – Träger gehören nicht in die Zucht.
- Amyloidose: Bei Abessinier-Linien kommen Ablagerungen eines fehlgefalteten Eiweißes vor, vor allem in den Nieren, die zu Nierenversagen führen können. Einen Gentest gibt es nicht; fragen Sie nach Nierenerkrankungen in der Linie.
Außerdem werden in der Rasse Zahnfleischentzündungen und psychisch bedingtes übermäßiges Putzen beschrieben, Letzteres oft bei Langeweile oder Stress.
Für wen passt die Somali?
Passt gut, wenn Sie …
- eine aktive, kluge, verspielte Katze suchen und selbst gern mit ihr spielen und trainieren,
- gesicherten Freigang, einen großen Balkon oder eine sehr katzengerechte Wohnung haben,
- zwei Katzen halten wollen,
- in einer lebhaften Familie mit Kindern leben, die gern mit der Katze spielen.
Passt eher nicht, wenn Sie …
- eine ruhige Schoßkatze suchen,
- wenig Zeit haben oder lange außer Haus sind,
- Wert auf eine Wohnung legen, in der nichts herunterfällt.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Wählen Sie einen Züchter, der einem anerkannten Verband angeschlossen ist und einen Stammbaum ausstellt. Lassen Sie sich die Gentests beider Eltern zeigen: PK-Defizienz, PRA-rdAc und PRA-rdy. Fragen Sie nach Nieren- und Zahnproblemen in der Linie und sehen Sie sich die Mutterkatze vor Ort an.
Kitten ziehen frühestens mit zwölf Wochen aus, geimpft, entwurmt und gechippt. Warnsignale sind ein Preis deutlich unter dem Üblichen, keine Elterntiere zum Ansehen, fehlende Gesundheitsnachweise und eine Übergabe auf dem Parkplatz. Unsere Fragen an den Züchter helfen beim Gespräch; seriöse Adressen finden Sie unter Züchter der Somali in Ihrer Nähe.
Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen
| Erkrankung | Vorsorge in der Zucht |
|---|---|
| Pyruvatkinase-Defizienz (PK-Defizienz) | Gentest der Elterntiere (PKLR-Mutation) |
| Progressive Retinaatrophie rdAc (Netzhautschwund, rezessiv) | Gentest der Elterntiere auf die CEP290-Mutation |
| Progressive Retinaatrophie rdy (früh einsetzender Netzhautschwund, dominant) | Gentest der Elterntiere auf die CRX-Mutation; Träger nicht zur Zucht verwenden |
| Amyloidose (Eiweißablagerungen, v. a. in den Nieren) | Kein Gentest – nach Nierenerkrankungen und frühen Todesfällen in der Linie fragen |
Quellen und weiterführende Informationen (6)
- CFA: Somali – Breed Profile
- FIFe: Rassestandard Abessinier und Somali (ABY/SOM)
- UC Davis Veterinary Genetics Laboratory: Somali
- UC Davis Veterinary Genetics Laboratory: PRA (rdAc)
- Grahn et al. (2012): Erythrocyte Pyruvate Kinase Deficiency mutation identified in multiple breeds of domestic cats. BMC Veterinary Research
- UC Davis Veterinary Genetics Laboratory: Erythrocyte Pyruvate Kinase Deficiency
Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026


