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Kurzhaarmittelgroß

Tonkanese

auch: Tonkinese, Tonkinesen-Katze, Tonk, Tonkinois, TON

Die Tonkanese verbindet Burma und Siam: mittelgroß, mit seidigem Mink-Fell und aquamarinblauen Augen – gesellig, verspielt und sehr auf ihre Menschen bezogen.

Tonkanese mit graubraunem Mink-Fell, etwas dunklerem Gesicht und hellen aquamarinfarbenen Augen liegt auf einem violetten Ausstellungskissen.

Steckbrief Tonkanese

Herkunft
Kanada und USA (aus Burma × Siam)
Fell
Kurzhaar
Größe
mittelgroß
Gewicht Katze
2,5–4 kg
Gewicht Kater
3,5–5,5 kg
Lebenserwartung
12–15 Jahre
Anerkannt bei
WCF, TICA, CFA, GCCF
Aktivität
sehr aktiv
Menschenbezug
sehr anhänglich
Stimme
sehr gesprächig
Fellpflege
kaum Aufwand
Mit Kindern
sehr gut
Mit anderen Tieren
sehr gut
Allein bleiben
schlecht
Reine Wohnung
gut geeignet
Für Einsteiger
mittel

Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?

Die Tonkanese – international meist „Tonkinese“ genannt – liegt genau zwischen ihren beiden Ursprungsrassen: nicht so gedrungen wie die Burma, nicht so lang und schlank wie die moderne Siam. Ihr kurzes, seidiges Fell zeigt meist das Mink-Muster, bei dem Gesicht, Ohren, Beine und Schwanz nur etwas dunkler sind als der Körper. Dazu kommen Augen in einem ungewöhnlichen Aquamarin.

Im Wesen ist die Tonkanese ein Gesellschaftstier durch und durch: verspielt, neugierig, gesprächig, begeistert von Besuch und von ihren Menschen. Das macht sie zu einer wunderbaren Familienkatze – und zu einer, die unter Einsamkeit leidet.

Herkunft und Geschichte

Die Geschichte der Tonkanese beginnt mit einer Katze namens Wong Mau, die 1930 aus Südostasien in die USA kam. Sie war klein, walnussbraun mit dunkleren Abzeichen – und wurde zur Stammmutter der Burma. Aus heutiger Sicht war Wong Mau selbst eine natürliche Tonkanese: Mit Siamkatzen verpaart, bekam sie Kitten in drei Typen – wie sie selbst, siamartig gezeichnete und einfarbig braune. Die einfarbigen wurden zur Burma, die ihr ähnlichen gerieten zunächst in Vergessenheit.

In den 1950er und 1960er Jahren begannen Züchter in Kanada und den USA, Burma und Siam gezielt zu kreuzen, um diesen Zwischentyp zu erhalten. Nach Angaben der CFA wurde die Rasse zuerst 1960 in Kanada anerkannt. Die CFA registriert sie seit 1982, der Championstatus für Mink-Tiere kam 1984, für Point- und einfarbige Tiere erst 2002. Heute führen WCF, TICA, CFA und GCCF die Tonkanese; die FIFe erkennt sie nicht an.

Aussehen

Die Tonkanese ist mittelgroß und muskulös, fühlt sich beim Hochheben überraschend schwer an. Der Kopf ist ein leicht gerundeter, modifizierter Keil mit sanftem Stopp, die Ohren sind mittelgroß mit ovalen Spitzen. Die Augen sind mandel- bis leicht rundlich geformt.

Das kurze, feine, eng anliegende Fell glänzt wie Seide. Genetisch trägt eine Mink-Tonkanese je eine Anlage für das Burma-Muster und für das Siam-Muster. Daraus folgen drei Varianten:

Muster Aussehen Augenfarbe
Mink Körper hell getönt, Abzeichen etwas dunkler, sanfter Übergang Aquamarin (blaugrün)
Point heller Körper mit deutlich dunkleren Abzeichen, wie bei der Siam Blau
Solid (Sepia) fast einfarbig, wie bei der Burma Grün bis Gold

Verpaart man zwei Mink-Tiere, fallen im Schnitt zur Hälfte Mink-, zu je einem Viertel Point- und Solid-Kitten. Alle drei sind vollwertige Tonkanesen und je nach Verband ausstellungsfähig. Übliche Farben sind Natural (Braun), Champagne (Chocolate), Blue und Platinum (Lilac), bei manchen Verbänden weitere.

Wesen und Charakter

Die CFA beschreibt Tonkanesen augenzwinkernd als „teils Welpe, teils Affe, teils Elefant“ – Letzteres wegen ihres polternden Galopps durch die Wohnung. Sie sind klug, lernen Tricks und apportieren, merken sich genau, was sie nicht dürfen, und tun es trotzdem, wenn niemand hinsieht. Sie reden gern, allerdings meist mit weicherer Stimme als die Siam.

Mit Kindern, Besuch, anderen Katzen und katzenfreundlichen Hunden kommen sie ausgesprochen gut zurecht. Genau diese Offenheit ist die Schattenseite: Eine Tonkanese braucht Gesellschaft. Allein gelassen oder unterfordert wird sie laut, unruhig oder erfindet eigene, meist unerwünschte Beschäftigungen.

Haltung

Die Tonkanese ist eine gute Wohnungskatze, wenn sie Kletterwege, Kratzmöglichkeiten und tägliche Spielzeit bekommt. Ein gesicherter Balkon oder Katzennetz ist eine Bereicherung. Ungesicherten Freigang sollten Sie wegen ihrer Zutraulichkeit gegenüber Fremden gut überlegen.

Eine Partnerkatze ist Pflicht – am besten eine ähnlich gesellige, etwa eine zweite Tonkanese oder eine Burma. Lange Arbeitstage ohne Menschen sind für diese Rasse auch mit Katzengesellschaft schwer; sie passt am besten in einen Haushalt, in dem oft jemand da ist.

Pflege und Ernährung

Das kurze Fell ist sehr pflegeleicht: Einmal pro Woche mit einem Gummistriegel oder der feuchten Hand darüber, fertig. Mehr Aufmerksamkeit verdienen Zähne und Zahnfleisch, da Burma- und Siamverwandte zu Zahnfleischentzündungen neigen. Gewöhnen Sie Ihre Katze früh an das Zähneputzen und an Maulkontrollen.

Füttern Sie ein hochwertiges, fleischreiches Alleinfutter, bevorzugt Nassfutter, und kontrollieren Sie das Gewicht. Tonkanesen sind gute Esser; Futterspiele helfen, Übergewicht vorzubeugen und Langeweile zu vertreiben.

Gesundheit

Die Tonkanese ist eine vergleichsweise robuste Rasse, erbt aber Risiken von beiden Elternrassen:

  • Burma-Hypokaliämie: Wiederkehrende Phasen von Muskelschwäche durch zu niedrigen Kaliumspiegel im Blut, typisch mit gesenktem Kopf und steifem Gang. 2012 wurde bei Burma- und Tonkanese-Katzen die Ursache gefunden, eine Mutation im Gen WNK4. Sie wird rezessiv vererbt; in einer Übersicht (Malik et al., 2015) war eine von 19 untersuchten Tonkanesen erkrankt. Der Gentest der Eltern ist einfach und sollte selbstverständlich sein. Die Erkrankung lässt sich mit Kaliumgaben behandeln, wenn sie erkannt wird.
  • PRA-rdAc: Netzhautschwund bis zur Erblindung, rezessiv vererbt. Die Mutation ist bei Siamkatzen weit verbreitet; wegen des Siam-Anteils ist ein Gentest auch bei der Tonkanese sinnvoll.
  • Augen bei Point-Tieren: Das Siam-Farbgen kann Schielen und Augenzittern verursachen. Das BMEL-Gutachten empfiehlt für Point-Katzen aller Rassen eine augenärztliche Untersuchung vor der Zucht.
  • Zahnfleisch: Gingivitis tritt in der Rasse häufiger auf; regelmäßige Zahnkontrollen sind wichtig.

Für wen passt die Tonkanese?

Passt gut, wenn Sie …

  • eine gesellige, verspielte und verschmuste Katze suchen,
  • in einer Familie mit Kindern, anderen Katzen oder einem katzenfreundlichen Hund leben,
  • viel zu Hause sind und zwei Katzen halten wollen,
  • eine gesprächige, aber nicht ganz so laute Katze wie die Siam möchten.

Passt eher nicht, wenn Sie …

  • lange außer Haus sind,
  • eine unabhängige, zurückhaltende Katze bevorzugen,
  • sehr lärmempfindlich sind.

Wer das Wesen mag und es noch kuscheliger möchte, sollte sich die Burma ansehen; wer es noch gesprächiger mag, die Siam.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Wählen Sie einen Züchter, der einem anerkannten Verband angeschlossen ist und einen Stammbaum ausstellt. Lassen Sie sich die Gentests beider Eltern zeigen (Burma-Hypokaliämie, PRA-rdAc) und fragen Sie nach Augen- und Zahnbefunden. Die Mutterkatze sollten Sie vor Ort sehen können. Seien Sie vorsichtig, wenn „Tonkanesen“ ohne Papiere angeboten werden: Eine Kreuzung aus irgendeiner Burma und irgendeiner Siam ist nicht dasselbe wie eine Tonkanese aus geplanten, gesundheitsgetesteten Linien.

Kitten ziehen frühestens mit zwölf Wochen aus, geimpft, entwurmt und gechippt. Warnsignale sind ein Preis deutlich unter dem Üblichen, keine Elterntiere zum Ansehen, fehlende Gesundheitsnachweise und eine Übergabe auf dem Parkplatz. Unsere Fragen an den Züchter helfen beim Gespräch; seriöse Adressen finden Sie unter Züchter der Tonkanese in Ihrer Nähe.

Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen

ErkrankungVorsorge in der Zucht
Burma-Hypokaliämie (Kaliummangel mit Muskelschwäche)Gentest der Elterntiere (WNK4-Mutation)
Progressive Retinaatrophie (PRA-rdAc)Gentest der Elterntiere auf die CEP290-Mutation (Siam-Erbe)
Schielen und Augenzittern bei Point-TierenAugenärztliche Untersuchung der Zuchttiere, wie das BMEL-Gutachten für Point-Katzen empfiehlt
Zahnfleischentzündung (Gingivitis)Kein Test – Zahnstatus der Elterntiere erfragen, beim Kitten regelmäßige Zahnkontrolle
Quellen und weiterführende Informationen (6)
  1. CFA: Tonkinese – Breed Profile
  2. Malik et al. (2015): Periodic hypokalaemic polymyopathy in Burmese and closely related cats. Journal of Feline Medicine and Surgery
  3. Gandolfi et al. (2012): First WNK4-Hypokalemia Animal Model Identified by Genome-Wide Association in Burmese Cats. PLOS ONE
  4. UC Davis Veterinary Genetics Laboratory: Burmese Hypokalemia
  5. Menotti-Raymond et al. (2010): Widespread retinal degenerative disease mutation (rdAc) discovered among a large number of popular cat breeds. The Veterinary Journal
  6. BMEL-Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (1999), bereitgestellt von der Bundestierärztekammer

Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026

Züchter der Tonkanese

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