Wie lange ist eine Katze trächtig?
Katzen haben einen besonderen Zyklus: Der Eisprung wird erst durch den Deckakt ausgelöst. Oft braucht es dafür mehrere Deckakte, und eine rollige Katze kann sich über vier bis sechs Tage decken lassen – auch von verschiedenen Katern, wie International Cat Care beschreibt. Das Datum des Deckakts liegt deshalb recht nah am Eisprung, und der Termin lässt sich bei der Katze besser eingrenzen als bei der Hündin.
Das MSD Veterinary Manual, ein tiermedizinisches Standardwerk, nennt für die Geburt 64 bis 66 Tage nach dem Hormonanstieg, den der Deckakt auslöst. International Cat Care spricht von 63 bis 65 Tagen, also rund neun Wochen. Der Rechner zeigt deshalb Tag 63 bis 66 als wahrscheinlichsten Zeitraum. Haben Sie einen letzten Decktag eingetragen, reicht das Fenster vom 63. Tag nach dem ersten bis zum 66. Tag nach dem letzten Deckakt.
Zwei Grenzen sind wichtig: Kätzchen, die vor dem 61. Tag zur Welt kommen, sind in der Regel nicht lebensfähig. Und eine Trächtigkeit von mehr als 70 Tagen ab einem bekannten Deckdatum gilt als verlängert – dann gehört die Katze in die Praxis.
Der Zeitplan im Überblick
| Tag ab Deckakt | Was passiert |
|---|---|
| um Tag 14 | Die Embryonen nisten sich in der Gebärmutter ein. Äußerlich ist noch nichts zu sehen. |
| erste Wochen | Oft das erste sichtbare Zeichen: Die Zitzen werden deutlicher und rosiger. |
| 21–30 | Abtasten und Ultraschall können die Trächtigkeit bestätigen und zeigen, ob die Kitten leben. |
| danach | Die Katze nimmt nach und nach zu, der Bauch rundet sich. |
| ab 42–45 | Die Skelette der Kitten werden im Röntgenbild sichtbar. |
| ab 51 | Letzte zwei Wochen: Nestsuche beginnt, Wurfkiste aufstellen, Milchleiste füllt sich. |
| ab 55 | Beste Zeit, um die Zahl der Kitten im Röntgenbild zu bestimmen. |
| ab 61 | Ab hier sind Kitten in der Regel lebensfähig. |
| 63–66 | Wahrscheinlichster Geburtstermin. |
| über 70 | Verlängerte Trächtigkeit: Praxis anrufen. |
Quellen: MSD Veterinary Manual (Davidson; Scully) und International Cat Care. Die Röntgen-Tage stehen im MSD im gemeinsamen Kapitel für Hündin und Katze. Alle Angaben sind Richtwerte.
Die Wurfkiste vorbereiten
Den Nestbau zeigen Katzen laut International Cat Care meist in den letzten zwei Wochen. Bieten Sie dann an einem ruhigen, warmen und etwas abgedunkelten Ort eine Kiste mit Decken an – am besten dort, wo sich Ihre Katze ohnehin gern zurückzieht. Die Decken sollten weich sein, aber keine Falten oder Taschen bilden, in denen sich ein Kätzchen verfangen kann. Füttern Sie ab der bestätigten Trächtigkeit ein Futter für Wachstum (Kittenfutter), wie International Cat Care rät; mehr dazu im Ratgeber Futter für junge Katzen.
So verläuft eine normale Geburt
Kurz vorher wird die Katze unruhig, maunzt, schnurrt oder hechelt und putzt sich viel. In der ersten Phase öffnet sich der Geburtsweg, Pressen ist noch nicht zu sehen. Bei Erstgebärenden kann diese Phase bis zu 36 Stunden dauern. Sobald die Katze presst, kommt das Kätzchen normalerweise innerhalb von 30 Minuten. Zwischen zwei Kitten liegen meist 10 bis 60 Minuten. Nach jedem Kätzchen folgt die Nachgeburt – zählen Sie mit, ob zu jedem Kitten eine kommt.
Katzen können die Geburt auch unterbrechen: Sie ruhen, säugen die ersten Kitten und fressen normal, und erst Stunden später geht es weiter. Solange die Katze dabei entspannt wirkt, ist das normal. Presst sie erfolglos, wirkt sie erschöpft oder krank, gilt der Kasten oben – dann zählt Zeit. Versuchen Sie bitte nicht, Kitten herauszuziehen oder Medikamente zu geben.
Rassen mit höherem Risiko
Die meisten Katzen – vor allem Hauskatzen ohne Stammbaum – bringen ihre Jungen ohne Hilfe zur Welt. Häufiger schwierig ist die Geburt laut MSD Veterinary Manual bei Persern und Siamkatzen, laut International Cat Care unter anderem bei Britisch Kurzhaar, orientalischen Rassen, Heiliger Birma, Ragdoll, Abessinier und Somali. Planen Sie die Geburt dort von Anfang an mit der Praxis.
Trächtigkeit bestätigen lassen
Ein runder Bauch beweist noch keine Trächtigkeit. Ab etwa drei Wochen nach dem Deckakt kann die Praxis sie durch Abtasten oder Ultraschall bestätigen. Woran Sie selbst eine Trächtigkeit erkennen, lesen Sie im Ratgeber Woran erkenne ich, dass meine Katze schwanger ist? War die Verpaarung ungeplant, sprechen Sie möglichst bald mit Ihrer Tierarztpraxis – auch über eine Kastration, um weitere Würfe zu vermeiden.