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Ernährung

Das beste Katzenfutter? Woran Sie gutes Futter wirklich erkennen

Warum es das eine beste Katzenfutter nicht gibt und wie Sie an Deklaration, Fleischanteil, Zucker und Futterart erkennen, ob ein Futter zu Ihrer Katze passt.

Von der Redaktion catterys.deÜberarbeitet am 26. September 2026

Getigerte Katze mit grünen Augen beugt sich über verstreute Trockenfutterstücke auf einer Mauer

„Welches Katzenfutter ist das beste?“ – kaum eine Frage wird unter Katzenhaltern so leidenschaftlich diskutiert. In Foren und sozialen Medien kursieren Ranglisten, Testsieger und Warnungen vor angeblich gefährlichen Zutaten. Viele suchen deshalb nach den beliebtesten Marken, in der Hoffnung, dass viele zufriedene Käufer schon richtig liegen.

Die ehrliche Antwort lautet: Ein bestes Katzenfutter für alle Katzen gibt es nicht. Eine junge, aktive Freigängerin braucht etwas anderes als ein übergewichtiger Wohnungskater oder eine nierenkranke Seniorin. Und selbst das beste Futter nützt nichts, wenn die Katze es nicht frisst.

Eine Rangliste von Marken finden Sie hier deshalb nicht. Stattdessen zeigen wir Ihnen, woran Sie auf dem Etikett erkennen, ob ein Futter gut gemacht ist – egal, welcher Name vorn draufsteht.

Warum „beliebt“ nicht „gut“ bedeutet

Beliebtheit misst, was sich gut verkauft: bekannte Namen, gute Verfügbarkeit, ansprechende Werbung und ein Geschmack, den viele Katzen mögen. Über die Zusammensetzung sagt sie wenig aus. Die Weltorganisation der Kleintierärzte WSAVA weist darauf hin, dass Begriffe wie „premium“ oder „holistisch“ gesetzlich nicht geregelt sind und für die Beurteilung eines Futters kaum etwas bedeuten.

Umgekehrt ist ein teures Futter nicht automatisch besser. Auch ein günstiges Alleinfuttermittel kann den Bedarf einer gesunden Katze decken. Die Frage ist nicht „Welche Marke?“, sondern „Was steht auf dem Etikett – und passt es zu meiner Katze?“.

Schritt 1: Alleinfutter oder Ergänzungsfutter?

Die wichtigste Angabe steht oft klein auf der Rückseite. Nach der EU-Futtermittelverordnung 767/2009 muss jedes Katzenfutter als eines von beiden gekennzeichnet sein:

  • Alleinfuttermittel: Es reicht aufgrund seiner Zusammensetzung allein für die tägliche Ration aus.
  • Ergänzungsfuttermittel: Es reicht nur zusammen mit anderen Futtermitteln für eine tägliche Ration.

Viele Snacks, Pasten, Cremes, aber auch manche Nassfutterdosen mit hübschen Fleischstücken in Brühe sind Ergänzungsfutter. Die WSAVA empfiehlt, solche Produkte nur als kleinen Teil der Ration zu geben, höchstens etwa 10 %. Wer seine Katze überwiegend mit Ergänzungsfutter ernährt, riskiert auf Dauer eine Mangelversorgung.

Achten Sie außerdem auf die Lebensphase. Kitten brauchen ein Futter für Wachstum; mehr dazu in unserem Artikel über Kittenfutter. Für ältere Tiere lesen Sie unseren Beitrag zu Katzenfutter für Senioren.

Schritt 2: Die Zusammensetzung lesen

Unter der Überschrift „Zusammensetzung“ stehen die Zutaten – in absteigender Reihenfolge nach Gewicht. Was vorn steht, macht den größten Anteil aus. Dabei gibt es zwei Arten, die Zutaten anzugeben.

Offene Deklaration

Jede Zutat wird einzeln benannt, oft mit Prozentangabe, zum Beispiel: „Hühnerfleisch 40 %, Rinderherz 20 %, Hühnerleber 10 %, Karotten 4 % …“. So wissen Sie genau, was drin ist, und können gezielt Zutaten meiden, die Ihre Katze nicht verträgt.

Geschlossene Deklaration (nach Kategorien)

Statt einzelner Zutaten stehen Sammelbegriffe, die gesetzlich festgelegt sind, etwa „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“, „Getreide“, „Pflanzliche Nebenerzeugnisse“, „Mineralstoffe“ oder „Zucker“. Nach dem Kennzeichnungskodex der europäischen Heimtierfutterindustrie FEDIAF umfasst „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse“ alle Fleischteile geschlachteter warmblütiger Landtiere sowie alle Erzeugnisse aus der Verarbeitung der Tierkörper.

Das ist nicht per se schlecht: Innereien wie Herz, Leber oder Lunge sind wertvolle Nährstofflieferanten, und laut FEDIAF stammen alle tierischen Rohstoffe im Heimtierfutter von Tieren, die für den menschlichen Verzehr zugelassen waren. Der Nachteil ist, dass Sie nicht erkennen, welche Teile in welchem Verhältnis enthalten sind – und dass die Rezeptur wechseln kann, ohne dass sich das Etikett ändert. Für Katzen mit Futtermittelunverträglichkeit ist eine offene Deklaration deshalb meist die bessere Wahl.

Schritt 3: Den Namen richtig verstehen

Der Name auf der Vorderseite verrät nach festen Regeln, wie viel von einer Zutat mindestens enthalten ist. Der FEDIAF-Kodex legt fest:

Bezeichnung auf der Packung Mindestanteil der genannten Zutat
„aromatisiert mit Huhn“ unter 4 %
„mit Huhn“ mindestens 4 %
„reich an Huhn“ / „hoch in Huhn“ mindestens 14 %
„Huhn“ bzw. „Hühnermenü“ mindestens 26 %
„ausschließlich Huhn“ / „nur Huhn“ nur Huhn, abgesehen von nötigen Zusatzstoffen, Mineralstoffen und Wasser

Ein „Nassfutter mit Lachs“ kann also zu 96 % aus anderen Zutaten bestehen. Das ist legal und nicht zwingend schlecht – aber es lohnt sich, statt der Vorderseite die Zusammensetzung zu lesen.

Schritt 4: Worauf Sie bei einzelnen Zutaten achten

Fleischanteil

Katzen sind reine Fleischfresser. Das Cornell Feline Health Center betont, dass sie auf Nährstoffe angewiesen sind, die nur in tierischen Produkten vorkommen, und dass ihre natürliche Beute viel Eiweiß, mäßig Fett und nur wenig Kohlenhydrate enthält. Ein gutes Katzenfutter hat deshalb tierische Zutaten an erster Stelle und einen hohen Anteil davon.

Eine feste Prozentzahl, ab der ein Futter „gut“ ist, gibt es allerdings nicht. Aussagekräftiger als die Werbeaussage „viel Fleisch“ ist eine offene Deklaration mit konkreten Prozentangaben.

Zucker

Katzen können Süßes nicht schmecken: Forschende um Li zeigten 2005 in der Fachzeitschrift PLoS Genetics, dass ein Gen für den Süßrezeptor bei Katzen nicht funktioniert. Zugesetzter Zucker dient also nicht dem Geschmack der Katze. Er taucht in der geschlossenen Deklaration als Kategorie „Zucker“ auf, in der offenen etwa als Saccharose, Glukose, Melasse oder Karamell. Warum Sie darauf verzichten können und wie Sie versteckte Zucker finden, erklärt unser Artikel Katzenfutter ohne Zucker.

Getreide

Um Getreide wird besonders heftig gestritten. Sachlich betrachtet: Getreide ist für Katzen nicht giftig, und gut aufgeschlossene Stärke können sie in begrenzter Menge verwerten. Da Katzen aber auf tierisches Eiweiß ausgelegt sind, sollte Getreide nicht den Hauptbestandteil ausmachen. „Getreidefrei“ heißt umgekehrt nicht automatisch „kohlenhydratarm“ – oft ersetzen Kartoffeln, Erbsen oder andere Pflanzen das Getreide. Eine Auswertung von Mueller, Olivry und Prélaud (BMC Veterinary Research, 2016) fand bei Katzen mit bestätigter Futtermittelallergie am häufigsten Rind, Fisch und Huhn als Auslöser – nicht Getreide. Bei Verdacht auf eine Futtermittelallergie hilft nur eine tierärztlich begleitete Ausschlussdiät.

Zusatzstoffe

Vitamine, Spurenelemente und Aminosäuren wie Taurin werden zugesetzt, damit ein Futter vollständig ist – sie sind notwendig, nicht bedenklich. Unter „Zusatzstoffe“ stehen außerdem Konservierungs-, Farb- und Aromastoffe. Laut FEDIAF dürfen nur zugelassene Zusatzstoffe verwendet werden. Farbstoffe braucht die Katze nicht; sie sollen dem Menschen gefallen.

Analytische Bestandteile

Hier stehen Rohprotein, Fettgehalt, Rohfaser, Rohasche und bei Nassfutter die Feuchtigkeit. „Rohasche“ ist laut FEDIAF keine zugesetzte Asche, sondern der Mineralstoffanteil nach der Laboranalyse. Um Nass- und Trockenfutter zu vergleichen, müssen Sie die Werte auf die Trockenmasse umrechnen: Teilen Sie den Eiweißgehalt durch den Anteil der Trockenmasse (100 % minus Feuchtigkeit). Ein Nassfutter mit 10 % Protein bei 80 % Feuchtigkeit enthält also 50 % Protein in der Trockenmasse.

Nassfutter oder Trockenfutter?

Beides kann ein vollwertiges Alleinfuttermittel sein. Die Unterschiede liegen vor allem im Wasser und in der Energiedichte:

Nassfutter Trockenfutter
Feuchtigkeit (nach Cornell) mindestens 75 % 6–10 %
Wasseraufnahme ein großer Teil des Wassers kommt mit dem Futter Katze muss mehr trinken
Energiedichte niedriger, sättigt über das Volumen hoch – leicht überfüttert
Haltbarkeit nach dem Öffnen kurz, in den Kühlschrank lange, lässt sich stehen lassen
Kohlenhydrate meist weniger meist mehr (herstellungsbedingt)

International Cat Care empfiehlt, gesunde Katzen an Nass- und Trockenfutter zu gewöhnen, damit sie nicht auf eine Sorte festgelegt sind. Für Katzen, die wenig trinken, oder bei Neigung zu Harnwegsproblemen wird häufig mehr Nassfutter empfohlen – das sollten Sie mit Ihrer Tierarztpraxis besprechen.

Worauf achten? Die Übersicht

Prüfpunkt Gut Genauer hinsehen
Futterart „Alleinfuttermittel“ „Ergänzungsfuttermittel“ als Hauptmahlzeit
Lebensphase passt zum Alter der Katze Erwachsenenfutter für Kitten
Deklaration offen, mit Prozentangaben nur Kategorien, keine Prozente
Erste Zutat tierisch Getreide oder pflanzliche Nebenerzeugnisse
Name „reich an“, „Menü“, „nur“ „mit“ oder „aromatisiert mit“
Zucker nicht enthalten Zucker, Karamell, Melasse, Sirup
Farbstoffe keine zugesetzt
Hersteller nennt Ansprechpartner, beantwortet Fragen zur Rezeptur keine Auskunft
Die Katze frisst gern, hält Gewicht, guter Kot, glänzendes Fell frisst schlecht, nimmt ab oder zu

Die letzte Zeile ist die wichtigste. Die WSAVA rät außerdem, beim Hersteller nachzufragen, wer die Rezeptur entwickelt, ob Ernährungsfachleute beschäftigt sind und wie die Qualität kontrolliert wird. Seriöse Anbieter beantworten solche Fragen.

Futter wechseln – aber richtig

Wenn Sie ein neues Futter ausprobieren möchten, mischen Sie es über mehrere Tage schrittweise unter das bisherige. Ein ständiger Wechsel nur um der Abwechslung willen ist nicht nötig, eine gewisse Vielfalt an Sorten und Konsistenzen aber sinnvoll. Wie Sie Fressplatz, Fresszeiten und Wasserstellen einrichten, lesen Sie in unserem Beitrag Gesundes Katzenfutter – darauf müssen Sie achten. Und falls Sie wissen möchten, ob ein Lebensmittel vom eigenen Teller für die Katze geeignet ist, hilft unser Werkzeug Darf meine Katze das fressen?.

Wann Sie zum Tierarzt sollten

Das Futter ist bei vielen Beschwerden ein Teil der Lösung, aber keine Diagnose. Sprechen Sie mit Ihrer Tierarztpraxis, wenn:

  • Ihre Katze ungewollt ab- oder zunimmt,
  • sie länger als etwa einen Tag nichts frisst,
  • nach einer Futterumstellung Durchfall oder Erbrechen länger als einen Tag anhalten,
  • Sie eine Futtermittelallergie vermuten (Juckreiz, Hautprobleme, anhaltende Verdauungsbeschwerden),
  • Ihre Katze eine Erkrankung hat, etwa der Nieren, der Harnwege, Diabetes oder Übergewicht – dann kann ein tierärztliches Diätfutter nötig sein.

Das „beste“ Katzenfutter ist am Ende das, das den Bedarf Ihrer Katze deckt, das sie gern frisst und mit dem sie gesund und schlank bleibt. Mit einem geübten Blick auf das Etikett finden Sie es – ganz ohne Rangliste.

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163 Lebensmittel und 188 Pflanzen mit klarer Einstufung – dazu eine Notfallkarte für den Kühlschrank. 29 Seiten, kostenlos als PDF.

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Quellen und weiterführende Informationen (7)
  1. FEDIAF: Kodex für die gute Kennzeichnung von Heimtierfuttermitteln (2018)
  2. FEDIAF: Pet Food Labelling – A Guide for Customers (2018)
  3. WSAVA Global Nutrition Committee: Guidelines on Selecting Pet Foods (2021)
  4. Cornell Feline Health Center: Feeding Your Cat
  5. International Cat Care: Feeding your cat or kitten
  6. Mueller R. S., Olivry T., Prélaud P.: Common food allergen sources in dogs and cats (BMC Veterinary Research, 2016)
  7. Li X. et al.: Pseudogenization of a Sweet-Receptor Gene Accounts for Cats’ Indifference toward Sugar (PLoS Genetics, 2005)

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