Kurzhaarmittelgroß
Havana
auch: Havana Brown, Havanna, Havana-Katze, Suffolk, HAV
Die Havana Brown ist eine seltene, schokobraune Kurzhaarkatze mit grünen Augen: anhänglich, verspielt, pflegeleicht – und je nach Verband anders eingeordnet.

Steckbrief Havana
- Herkunft
- Großbritannien, weiterentwickelt in den USA
- Fell
- Kurzhaar
- Größe
- mittelgroß
- Gewicht Katze
- 2,5–4 kg
- Gewicht Kater
- 3,5–5 kg
- Lebenserwartung
- 12–15 Jahre
- Anerkannt bei
- WCF, TICA, CFA
- Aktivität
- mittel
- Menschenbezug
- sehr anhänglich
- Stimme
- mittel
- Fellpflege
- kaum Aufwand
- Mit Kindern
- sehr gut
- Mit anderen Tieren
- sehr gut
- Allein bleiben
- schlecht
- Reine Wohnung
- gut geeignet
- Für Einsteiger
- sehr gut
Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?
Die Havana – international meist Havana Brown genannt – ist eine der wenigen Katzenrassen, die ganz über eine Farbe definiert sind: ein warmes, glänzendes Schokoladenbraun von der Nasenspitze bis zur Schwanzspitze, dazu leuchtend grüne Augen. Ihr Name erinnert der verbreiteten Erklärung nach an die Farbe kubanischer Zigarren oder an das gleichnamige Kaninchen; belegt ist keine der beiden Deutungen.
Hinter dem eleganten Äußeren steckt eine sehr menschenbezogene, verspielte Katze. Die Rasse ist allerdings selten und in den Verbänden unterschiedlich eingeordnet. Wer eine Havana sucht, sollte deshalb wissen, was genau er kauft.
Herkunft und Geschichte
Die Havana entstand nach dem Zweiten Weltkrieg in Großbritannien. Laut der Cat Fanciers’ Association (CFA) kreuzten englische Züchter in den 1950er-Jahren Siamkatzen mit schwarzen Hauskatzen, um eine einfarbig braune Katze zu erhalten. Einige dieser frühen Tiere gingen in die USA, wo Züchter den Typ mit der typischen Kopfform weiterentwickelten. Die CFA registrierte die Rasse 1959 und vergab 1964 den Championstatus.
In Europa nahm die Entwicklung einen anderen Weg: Die braunen Katzen wurden dort zunehmend mit Siam und Orientalen verpaart und gingen im orientalischen Typ auf. Deshalb gilt heute:
- WCF, TICA und CFA führen die Havana (Havana Brown) als eigene Rasse.
- FIFe kennt keine eigene Rasse Havana; „havanna“ bezeichnet dort die Farbe Chocolate bei der Orientalisch Kurzhaar.
- GCCF führt die braune Orientalin ebenfalls als Farbe und hat mit der Suffolk eine davon unabhängige Rasse.
Weil der Genpool sehr klein geworden war, erlaubt die CFA seit 2019 kontrollierte Auskreuzungen mit Orientalisch Kurzhaar, bestimmten Siam und ausgewählten Hauskatzen.
Aussehen
Die Havana ist mittelgroß, muskulös und eleganter als eine Hauskatze, aber nicht so extrem schlank wie eine moderne Siam. Ihr auffälligstes Merkmal ist die Kopfform: ein länglicher Kopf mit einer schmalen, deutlich abgesetzten Schnauze, die nach der CFA einen ausgeprägten Knick hinter den Schnurrhaarkissen zeigt. Die großen, nach vorn geneigten Ohren geben ihr einen aufmerksamen Ausdruck.
Die Augen sollen in einem lebhaften, gleichmäßigen Grün leuchten – je tiefer, desto besser. Das Fell ist kurz, glatt und glänzend, in warmem, gleichmäßigem Braun ohne Abzeichen. Auch Schnurrhaare und Nasenspiegel sind bräunlich.
Wesen und Charakter
Havanas gelten als intelligent, neugierig und sehr anhänglich. Die CFA beschreibt, dass sie gern mit den Pfoten Kontakt aufnehmen – sie tippen ihre Menschen an, um Aufmerksamkeit zu bekommen. Sie sind verspielt und aktiv, aber weniger rastlos als manche Orientalen, und ihre Stimme ist meist leiser als die einer Siam.
Mit Kindern und anderen Haustieren kommen sie in der Regel gut zurecht. Die Kehrseite ihrer Menschenbezogenheit: Eine Havana braucht Gesellschaft und leidet, wenn sie viel allein ist.
Haltung
Die Havana eignet sich gut für die Wohnung, wenn sie genug Beschäftigung, Kletter- und Aussichtsplätze bekommt; ein katzensicherer Balkon ist ideal. Sie liebt Spiele mit ihren Menschen, Futterspielzeug und kleine Tricks.
Halten Sie sie nicht allein. Eine verspielte, freundliche Partnerkatze – ob Havana, Orientale oder eine andere aktive Kurzhaarkatze – hilft über Arbeitstage hinweg, ersetzt aber nicht die Zeit mit Ihnen.
Pflege und Ernährung
Das kurze Fell ist sehr pflegeleicht. Einmal pro Woche mit einem weichen Handschuh oder einer Gummibürste über das Fell zu streichen, entfernt lose Haare und bringt den Glanz hervor. Kontrollieren Sie regelmäßig Ohren, Zähne und Krallen.
Beim Futter gelten die allgemeinen Regeln: ein Alleinfutter mit hohem Fleischanteil, ausreichend Flüssigkeit und eine Menge, die zu Gewicht und Aktivität passt. Eine sportliche Figur steht dieser Rasse gut.
Gesundheit
Für die Havana sind keine rassetypischen Erbkrankheiten gut belegt. Die CFA nennt in ihrem Rasseporträt keine speziellen Gesundheitsprobleme. Die größte Sorge vieler Züchter ist der sehr kleine Genpool: Wenn eine Rasse lange aus wenigen Tieren gezüchtet wird, steigt das Risiko für Inzucht, schwächere Abwehrkräfte und bislang unbekannte Erbfehler. Genau deshalb wurden die Auskreuzungsprogramme eingeführt.
Seriöse Züchter führen Zuchtbücher, achten auf den Inzuchtkoeffizienten und lassen ihre Tiere tierärztlich untersuchen; ein Herzultraschall auf Hypertrophe Kardiomyopathie ist wie bei jeder Rasse sinnvoll. Fragen Sie auch, ob im Stammbaum Auskreuzungen stehen und aus welchen Rassen – dann wissen Sie, welche Gentests (etwa aus der Siam-Linie) sinnvoll sein können.
Wann Sie zum Tierarzt sollten
Katzen verbergen Schmerzen lange. Lassen Sie Ihre Havana untersuchen, wenn sie weniger frisst, sich zurückzieht, auffällig viel trinkt, abnimmt, erbricht, hustet oder schneller atmet, lahmt oder sich beim Wasserlassen quält. Ein jährlicher Gesundheitscheck mit Blick auf Zähne, Gewicht und Herz ist sinnvoll, ab etwa zehn Jahren ergänzt um Blutwerte und Blutdruck.
Für wen passt die Havana?
Gut passt sie, wenn Sie
- eine verschmuste, verspielte und eher gesprächige Katze suchen,
- viel zu Hause sind und zwei Katzen halten möchten,
- eine pflegeleichte Kurzhaarkatze in Wohnungshaltung bevorzugen,
- bei einer seltenen Rasse Geduld für Wartezeiten mitbringen.
Eher nicht passt sie, wenn Sie
- eine unabhängige Katze für lange Alleinzeiten suchen,
- schnell und ohne Wartezeit ein Kitten möchten,
- eine sehr ruhige Katze bevorzugen.
Verwandt und im Wesen ähnlich sind die Orientalisch Kurzhaar und die Siam; ebenfalls einfarbig, aber schwarz und mit kupferfarbenen Augen ist die Bombay.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Kaufen Sie nur bei einem Züchter, der einem Verband angeschlossen ist, der die Havana führt, und der Stammbäume ausstellt. Fragen Sie konkret, ob es sich um eine Havana (Havana Brown) oder um eine chocolatefarbene Orientalin handelt – beides sind schöne Katzen, aber nicht dasselbe. Lassen Sie sich die Gesundheitsnachweise beider Elterntiere zeigen und besuchen Sie Mutter und Kitten in ihrer gewohnten Umgebung. Ein Kitten zieht frühestens mit 12 Wochen um, geimpft, gechippt, entwurmt und mit Kaufvertrag.
Weil die Rasse selten ist, sind braune Kitten ohne Papiere, auffällig niedrige Preise, fehlende Elterntiere und eine Übergabe auf dem Parkplatz besonders deutliche Warnsignale. Weitere Fragen finden Sie unter Fragen an den Züchter, Anbieter unter Züchter der Havana in Ihrer Nähe.
Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen
| Erkrankung | Vorsorge in der Zucht |
|---|---|
| Keine rassetypische Erbkrankheit belegt | Allgemeine Gesundheitsuntersuchung der Zuchttiere; Herzultraschall auf HCM wie bei jeder Rasse sinnvoll |
| Sehr kleiner Genpool | Nach Inzuchtkoeffizient und Auskreuzungen fragen; Stammbaum über mehrere Generationen zeigen lassen |
Quellen und weiterführende Informationen (4)
Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026


