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Kurzhaarmittelgroß

Snowshoe

auch: Snowshoe-Katze, Snowshoe cat, Silver Laces, SNO

Die Snowshoe ist eine Point-Katze mit weißen „Schneeschuhen“ an den Pfoten – anhänglich, verspielt und gesellig, aber als Rasse selten und schwer zu züchten.

Snowshoe in Seal Point mit weißem umgekehrtem V auf der Nase und weißen Pfoten liegt auf einem hellen Steinboden.

Steckbrief Snowshoe

Herkunft
USA (Philadelphia)
Fell
Kurzhaar
Größe
mittelgroß
Gewicht Katze
2,5–4 kg
Gewicht Kater
3,5–5,5 kg
Lebenserwartung
12–15 Jahre
Anerkannt bei
FIFe, WCF, TICA, GCCF
Aktivität
mittel
Menschenbezug
sehr anhänglich
Stimme
mittel
Fellpflege
kaum Aufwand
Mit Kindern
sehr gut
Mit anderen Tieren
sehr gut
Allein bleiben
schlecht
Reine Wohnung
gut geeignet
Für Einsteiger
sehr gut

Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?

Die Snowshoe sieht aus wie eine Siamkatze, die durch frischen Schnee gelaufen ist: dunkle Maske, Ohren, Beine und Schwanz, dazu blaue Augen – und vier weiße Pfoten. Viele Tiere tragen zusätzlich ein weißes umgekehrtes V auf Nase und Schnauze. Der Name bedeutet wörtlich „Schneeschuh“.

Im Wesen ist die Snowshoe eine gesellige, verschmuste Katze, die gern mitmacht und redet, aber weniger laut und fordernd auftritt als die Siam. In Deutschland ist sie selten. Das liegt auch an ihrer Genetik: Die begehrte Zeichnung lässt sich kaum gezielt vererben, deshalb entstehen in jedem Wurf viele Kitten, die nicht dem Idealbild entsprechen.

Herkunft und Geschichte

Die Rasse geht nach der Zuchtrichtlinie der britischen GCCF auf die 1960er Jahre zurück. Dorothy Hinds-Daugherty, eine Siamzüchterin in Philadelphia, bekam drei Siamkitten mit weißen Pfoten und fand den Kontrast so reizvoll, dass sie eine neue Rasse aufbauen wollte. Weil sich die weißen Pfoten mit Siamkatzen allein nicht wiederholen ließen, kreuzte sie bicolor Amerikanisch Kurzhaar ein. So entstanden neben den „gestiefelten“ Tieren auch solche mit weißem V im Gesicht.

Das Interesse wuchs und schwand mehrfach. In den 1970er Jahren war Vikki Olander zeitweise die einzige Snowshoe-Züchterin der USA; mit neuen Mitstreitern belebte sie die Rasse wieder, die 1982 vom amerikanischen Verband CFF anerkannt wurde. In Großbritannien überlebte die Snowshoe Ende der 1990er Jahre nur mit fünf Tieren und Einkreuzungen von Ragdolls. Die FIFe erkannte die Rasse nach einer Vorstellung 2003 an und führt sie seit 2004 mit Championstatus, die GCCF gab ihr 2013 den Championstatus; auch WCF und TICA führen sie. Die CFA kennt die Snowshoe nicht.

Aussehen

Die Snowshoe ist mittelgroß, lang, muskulös und überraschend kräftig – der FIFe-Standard beschreibt sie als „Läufer, nicht Gewichtheber“. Sie ist kräftiger als die moderne Siam, aber nicht gedrungen. Der Kopf ist ein breiter, modifizierter Keil mit gerundeten Konturen und hoch angesetzten Wangenknochen, die Ohren sind mittelgroß bis ziemlich groß. Die walnussförmigen Augen sind immer blau.

Das kurze, glatte Fell zeigt das Siam-typische Point-Muster – am bekanntesten in Seal und Blue, bei der FIFe auch in Chocolate, Lilac, Red, Cream, Cinnamon, Fawn sowie als Schildpatt- und Tabby-Point –, kombiniert mit weißen Abzeichen. Nach FIFe-Standard müssen alle vier Pfoten weiß sein; bevorzugt wird das umgekehrte weiße V im Gesicht passend zu den weißen Füßen. Weißes Kinn, Brustlatz und Bauch sind normal. Genetisch steckt hinter dem Weiß der Scheckungsfaktor S in mischerbiger Form – dessen Ausprägung schwankt stark, weshalb identische Elterntiere sehr unterschiedlich gezeichnete Kitten haben. Farbverwandt, aber langhaarig und viel größer, sind Ragdoll und Heilige Birma.

Wesen und Charakter

Snowshoes gelten als sehr menschenbezogen: Sie folgen ihren Menschen, begrüßen Besuch, lassen sich gern tragen und schlafen im Bett. Viele lernen Apportieren oder das Öffnen von Türen. Sie sprechen gern, meist mit weicherer Stimme als die Siam.

Die Kehrseite der Anhänglichkeit: Allein gelassen oder unterfordert werden manche Snowshoes unruhig, rufen oder beschäftigen sich mit Dingen, die sie nicht sollen. Mit Kindern, anderen Katzen und freundlichen Hunden kommen die meisten gut aus. Einige Tiere reagieren empfindlich auf viel Trubel und brauchen Rückzugsorte.

Haltung

Die Snowshoe ist eine gute Wohnungskatze, wenn sie Kletter- und Kratzmöglichkeiten, Spielzeit und Aufmerksamkeit bekommt. Ein gesicherter Balkon oder Katzennetz bereichert den Alltag. Wie fast alle Katzen sollte sie mit einer Partnerkatze leben; lange Abwesenheiten ihrer Menschen verkraftet sie schlecht.

Weil ihr kurzes Fell wenig Unterwolle hat, liebt die Snowshoe Wärme. Ein Liegeplatz an der Heizung oder in der Sonne wird dankbar genutzt.

Pflege und Ernährung

Die Fellpflege ist einfach: Einmal pro Woche mit einem Gummistriegel oder einer weichen Bürste darüber, im Fellwechsel etwas öfter. Kontrollieren Sie regelmäßig Ohren, Krallen und Zähne.

Füttern Sie ein hochwertiges, fleischreiches Alleinfutter, bevorzugt Nassfutter, und behalten Sie die Figur im Blick. Beschäftigungsfutter wie Fummelbretter kommt dem verspielten Wesen entgegen.

Gesundheit

Für die Snowshoe sind keine rassetypischen Erbkrankheiten gut untersucht – das heißt nicht, dass es keine gibt, sondern dass die Rasse klein ist und kaum erforscht. Aus ihrer Herkunft ergeben sich aber sinnvolle Vorsorgeuntersuchungen:

  • Schielen und Augenzittern: Das Siam-Farbgen verändert die Verschaltung der Sehbahnen. Das BMEL-Gutachten von 1999 nennt Strabismus und Nystagmus bei Siamkatzen und empfiehlt, Point-Katzen aller Rassen vor der Zuchtzulassung augenärztlich zu untersuchen.
  • Hörschäden: Bei Katzen mit großflächiger weißer Scheckung durch das Gen S können laut BMEL-Gutachten Innenohrdefekte auftreten; es empfiehlt für überwiegend weiße Katzen eine audiometrische Untersuchung vor der Zucht. Snowshoes mit viel Weiß sollten deshalb einen Hörtest (BAER) haben.
  • PRA-rdAc: Weil die Rasse aus Siamlinien hervorging, und die Netzhautschwund-Mutation bei Siamkatzen häufig ist, ist ein Gentest der Zuchttiere sinnvoll – auch wenn Zahlen speziell für die Snowshoe fehlen.

Die GCCF-Zuchtrichtlinie betont außerdem die Bedeutung einer breiten Zuchtbasis mit geregelten Einkreuzungen, um Inzucht zu vermeiden. Fragen Sie den Züchter danach.

Für wen passt die Snowshoe?

Passt gut, wenn Sie …

  • eine verschmuste, gesellige Katze suchen, die gern redet, aber nicht schreit,
  • in einer Familie mit rücksichtsvollen Kindern oder weiteren Tieren leben,
  • Zeit zum Spielen haben und zwei Katzen halten möchten,
  • sich nicht an einer „perfekten“ Zeichnung festbeißen.

Passt eher nicht, wenn Sie …

  • eine Katze möchten, die viel allein bleiben kann,
  • ein Kitten mit ganz bestimmter Zeichnung zu einem festen Termin erwarten,
  • eine eigenständige, zurückhaltende Katze bevorzugen.

Wer das Wesen mag, aber ein langes Fell sucht, schaut sich die Ragdoll an; wer es noch gesprächiger mag, die Siam.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Wählen Sie einen Züchter, der einem anerkannten Verband angeschlossen ist und einen Stammbaum ausstellt. Fragen Sie nach Augenuntersuchung und PRA-Gentest der Eltern und – bei Tieren mit viel Weiß – nach einem Hörtest. Die Mutterkatze sollten Sie vor Ort sehen können. Nicht jede Point-Katze mit weißen Pfoten ist eine Snowshoe; ohne Stammbaum handelt es sich um einen Mischling.

Kitten ziehen frühestens mit zwölf Wochen aus, geimpft, entwurmt und gechippt. Warnsignale sind ein Preis deutlich unter dem Üblichen, keine Elterntiere zum Ansehen, fehlende Gesundheitsnachweise und eine Übergabe auf dem Parkplatz. Unsere Fragen an den Züchter helfen beim Gespräch; seriöse Adressen finden Sie unter Züchter der Snowshoe in Ihrer Nähe.

Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen

ErkrankungVorsorge in der Zucht
Schielen und Augenzittern (Strabismus, Nystagmus)Augenärztliche Untersuchung der Zuchttiere, wie das BMEL-Gutachten für Point-Katzen empfiehlt
Hörschäden bei viel Weiß im FellHörtest (BAER) der Zuchttiere mit großen weißen Flächen, wie das BMEL-Gutachten für überwiegend weiße Katzen empfiehlt
Progressive Retinaatrophie (PRA-rdAc)Gentest der Elterntiere auf die CEP290-Mutation, weil die Rasse aus Siamlinien stammt
Quellen und weiterführende Informationen (4)
  1. GCCF: Snowshoe Breeding Policy (Geschichte, Genetik, Zuchtempfehlungen)
  2. FIFe: Rassestandard Snowshoe (SNO)
  3. BMEL-Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (1999), bereitgestellt von der Bundestierärztekammer
  4. Menotti-Raymond et al. (2010): Widespread retinal degenerative disease mutation (rdAc) discovered among a large number of popular cat breeds. The Veterinary Journal

Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026

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