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KurzhaarmittelgroßQualzucht

Manx

auch: Manx-Katze, Schwanzlose Katze, Manxkatze, Cymric (Langhaar-Manx), MAN

Die Manx von der Isle of Man ist freundlich und verspielt, doch ihre Schwanzlosigkeit geht mit Wirbelsäulenschäden einher – nach deutschem Recht eine Qualzucht.

Braun getigerte, schwanzlose Manx-Katze steht auf einer Sofalehne vor einem weißen Rollo, der Körper endet hinten rund ohne Schwanz

Steckbrief Manx

Herkunft
Isle of Man (Großbritannien)
Fell
Kurzhaar
Größe
mittelgroß
Gewicht Katze
3,5–4,5 kg
Gewicht Kater
4–5,5 kg
Lebenserwartung
12–15 Jahre
Anerkannt bei
FIFe, WCF, TICA, CFA, GCCF
Aktivität
mittel
Menschenbezug
sehr anhänglich
Stimme
leise
Fellpflege
kaum Aufwand
Mit Kindern
sehr gut
Mit anderen Tieren
sehr gut
Allein bleiben
mittel
Reine Wohnung
mittel
Für Einsteiger
für Erfahrene

Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?

Die Manx ist die bekannteste schwanzlose Katze der Welt. Sie stammt von der Isle of Man in der Irischen See, wo sie als Wahrzeichen gilt und auf Briefmarken und Münzen abgebildet wurde. Mit ihrem runden Körper, den kräftigen Hinterbeinen und dem fehlenden Schwanz sieht sie unverwechselbar aus, und ihr freundliches, verspieltes Wesen macht sie bei vielen Menschen beliebt.

Das Merkmal, das sie so besonders macht, ist aber zugleich ihr Problem. Das Gen für die Schwanzlosigkeit ist in doppelter Kopie tödlich und verursacht auch in einfacher Kopie häufig schwere Fehlbildungen. Nach dem deutschen Qualzuchtgutachten sollte die Manx nicht gezüchtet werden. catterys.de beschreibt die Rasse ehrlich, führt aber keine Züchter.

Herkunft und Geschichte

Schwanzlose Katzen sind auf der Isle of Man seit Jahrhunderten bekannt. Auf einer kleinen Insel mit begrenzter Katzenpopulation konnte sich eine spontane Mutation leicht ausbreiten. Um die Herkunft ranken sich Legenden – der Sage nach kam die Katze zu spät zur Arche Noah, und die Tür schlug ihr den Schwanz ab, oder sie stamme von schiffbrüchigen Katzen der spanischen Armada. Belegt ist keine dieser Geschichten.

Die Manx gehört zu den ältesten Ausstellungsrassen und wird heute von allen großen Verbänden anerkannt. Die langhaarige Form heißt je nach Verband Cymric oder Manx Langhaar. Die Verbände unterscheiden nach Schwanzlänge: „Rumpy“ (völlig schwanzlos), „Rumpy Riser“ (mit kleinem Schwanzansatz), „Stumpy“ (kurzer Stummel) und „Longie“ (mit längerem Schwanz).

Aussehen

Die Manx ist mittelgroß, kompakt und rund, mit kurzem Rücken und kräftigen, deutlich längeren Hinterbeinen, sodass das Hinterteil höher steht als die Schultern. Der Kopf ist rund mit vollen Wangen, die Augen sind groß und rund. Das Fell ist dicht und doppelt mit viel Unterwolle, bei der Cymric halblang. Viele Farben sind zugelassen.

Wesen und Charakter

Manx-Katzen gelten als freundlich, ausgeglichen und verspielt, oft sehr menschenbezogen und neugierig. Mit Kindern und anderen Haustieren kommen sie meist gut zurecht. Eine Manx ist ein lebendiger, sozialer Hausgenosse – das ändert aber nichts an der Belastung durch ihr Zuchtmerkmal.

Haltung

Die Haltung unterscheidet sich zunächst nicht von anderen Kurzhaarkatzen: Kletter- und Kratzmöglichkeiten, tägliches Spiel, eine Partnerkatze und idealerweise ein gesicherter Balkon oder Garten. Bei Tieren mit Folgeschäden des Manx-Syndroms kommen besondere Anforderungen hinzu: niedrige Katzenklos und Einstiege, rutschfeste Böden, manchmal Hilfe beim Absetzen von Urin und Kot und regelmäßige Tierarztkontrollen.

Pflege und Ernährung

Das dichte, doppelte Fell sollte ein- bis zweimal pro Woche gebürstet werden, im Fellwechsel häufiger, bei der Cymric entsprechend öfter. Manche Manx haben durch die Wirbelsäulenveränderungen Mühe, sich hinten selbst zu putzen; kontrollieren Sie den Analbereich regelmäßig und halten Sie ihn sauber.

Eine Ernährung mit hochwertigem Alleinfutter, ausreichend Flüssigkeit und gegebenenfalls ballaststoffreicher Unterstützung – nach Rücksprache mit der Tierarztpraxis – kann bei Verstopfungsneigung helfen. Übergewicht belastet Rücken und Hinterbeine zusätzlich.

Gesundheit und Qualzucht

Die Genetik der Schwanzlosigkeit

Die Schwanzlosigkeit der Manx wird durch Mutationen im Gen TBXT (T-Box, auch Brachyury) verursacht, das die Entwicklung des hinteren Körperabschnitts im Embryo steuert. Buckingham und Kollegen fanden 2013 in verschiedenen Manx-Linien vier unterschiedliche Mutationen in diesem Gen; 95 % der kurzschwänzigen Manx trugen eine davon in einfacher Kopie. Keine einzige Katze trug zwei mutierte Kopien. Das bestätigt, was schon lange bekannt ist: Embryonen mit doppelter Kopie sterben früh im Mutterleib. Deshalb werden Manx nie untereinander „reinerbig“ gezüchtet, und in jedem Manx-Wurf muss mit Verlusten gerechnet werden.

Die Kurzschwänze der Japanese Bobtail beruhen dagegen auf einer ganz anderen Genvariante (HES7), die nicht tödlich ist.

Das Manx-Syndrom

Das Gutachten zur Auslegung von § 11b Tierschutzgesetz (1999) beschreibt ausführlich, was das Manx-Gen neben der Schwanzlosigkeit bewirken kann: Manx-Katzen haben häufig Wirbelfehlbildungen, unabhängig von der Schwanzlänge, und besonders „Rumpy“- und „Stumpy“-Tiere neigen zu schweren Defekten an Becken und Rückenmark. Genannt werden unter anderem Spina bifida (ein unvollständig geschlossener Wirbelkanal), hoppelnder Gang bis zur Lähmung der Hinterbeine, Harn- und Kotinkontinenz, Enddarmvorfall und fehlende Afteröffnung. Völlig schwanzlose Tiere seien im Beckenbereich zudem extrem schmerzempfindlich.

Hinzu kommt der Verlust des Schwanzes selbst: Er dient Katzen zum Ausbalancieren beim Laufen, Springen und Klettern und ist ein wichtiges Mittel der Körpersprache.

Die Bewertung

Das Gutachten empfiehlt für Manx und Cymric ausdrücklich ein Zuchtverbot, weil sowohl bei der Verpaarung Manx mit Manx als auch Manx mit Nicht-Manx mit Missbildungen und damit mit Schmerzen, Leiden oder Schäden bei der Nachzucht zu rechnen ist. Auch das Qualzucht-Evidenz-Netzwerk QUEN führt die Manx in einem eigenen Merkblatt. Dass alle internationalen Verbände die Rasse anerkennen, ändert an dieser Bewertung nach deutschem Tierschutzrecht nichts.

Wann Sie zum Tierarzt sollten

Wenn Sie eine Manx halten, lassen Sie sie sofort untersuchen, wenn sie unsauber wird, Kot oder Urin verliert, Probleme beim Absetzen hat, hinten schwach wird oder schwankend läuft, oder wenn sie bei Berührung des Beckens Schmerzen zeigt.

Für wen passt die Manx?

Wenn Sie einer Manx aus einer Abgabe oder dem Tierschutz ein Zuhause geben, sollten Sie

  • bereit sein, mögliche Folgeschäden und Tierarztkosten zu tragen,
  • auf Hygiene und Ausscheidung Ihrer Katze besonders achten,
  • eine Partnerkatze und eine barrierearme Wohnung bieten.

Gesunde Alternativen

Wer den runden, kompakten Körperbau und das freundliche, verspielte Wesen der Manx mag, findet beides bei gesunden Rassen mit Schwanz: der Britisch Kurzhaar, der Europäisch Kurzhaar oder der Chartreux. Eine langhaarige, ebenso gesellige Alternative zur Cymric ist die Sibirische Katze.

Worauf Sie achten sollten

Wir raten vom Kauf einer Manx beim Züchter ab und führen keine Züchter dieser Rasse. Möchten Sie einer abgegebenen Manx helfen, fragen Sie nach Tierarztunterlagen, insbesondere nach neurologischen Befunden und nach der Sauberkeit des Tieres. Angebote „schwanzloser Kitten“ ohne Papiere, zu auffällig niedrigen Preisen, ohne Mutter vor Ort oder mit Übergabe auf dem Parkplatz sind klare Warnsignale. Allgemeine Fragen, die bei jeder Übernahme helfen, finden Sie unter Fragen an den Züchter.

Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen

ErkrankungVorsorge in der Zucht
Manx-Syndrom (Fehlbildungen von Kreuzbein, Wirbelsäule und Rückenmark, Spina bifida)Kein Test, der es sicher verhindert – das Risiko ist an das rasseprägende Gen gekoppelt
Harn- und Kotinkontinenz, Verstopfung, EnddarmproblemeTierärztliche Untersuchung der Kitten vor der Abgabe; Folge des Manx-Syndroms
Lähmungen und Gangstörungen der HinterbeineNeurologische Untersuchung; Folge des Manx-Syndroms
Quellen und weiterführende Informationen (5)
  1. Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Sachverständigengruppe beim BML, 1999)
  2. Buckingham et al. (2013): Multiple mutant T alleles cause haploinsufficiency of Brachyury and short tails in Manx cats
  3. OMIA: Tail, short (TBXT) in the domestic cat
  4. QUEN: Merkblatt Katze Schwanz/Manx-Syndrom
  5. WCF: EMS-Code und Anerkennung der Rassen (Stand 06.06.2026)

Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026

Eine Katze aus dem Tierschutz?

Auch Manx-Katzen landen im Tierheim – oft mit besonderem Pflegebedarf. Wenn Sie diese Rasse lieben, schauen Sie dort zuerst.

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