Kurzhaarmittelgroß
Ägyptische Mau
auch: Egyptian Mau, Ägyptisch Mau, Mau, MAU
Die Ägyptische Mau ist eine getupfte, athletische Kurzhaarkatze mit stachelbeergrünen Augen – eng an ihre Menschen gebunden, Fremden gegenüber zurückhaltend.

Steckbrief Ägyptische Mau
- Herkunft
- Ägypten; als Rasse in Italien und den USA aufgebaut
- Fell
- Kurzhaar
- Größe
- mittelgroß
- Gewicht Katze
- 3–4 kg
- Gewicht Kater
- 4–5,5 kg
- Lebenserwartung
- 12–15 Jahre
- Anerkannt bei
- FIFe, WCF, TICA, CFA, GCCF
- Aktivität
- sehr aktiv
- Menschenbezug
- sehr anhänglich
- Stimme
- leise
- Fellpflege
- kaum Aufwand
- Mit Kindern
- mittel
- Mit anderen Tieren
- mittel
- Allein bleiben
- schlecht
- Reine Wohnung
- mittel
- Für Einsteiger
- mittel
Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?
Die Ägyptische Mau fällt sofort auf: ein mittelgroßer, muskulöser Körper, darüber ein Fell mit klar abgesetzten dunklen Tupfen und zwei große Augen in hellem Stachelbeergrün, die ihr einen leicht erstaunten Ausdruck geben. „Mau“ ist das altägyptische Wort für Katze.
Hinter dem eleganten Äußeren steckt eine bewegungsfreudige, sensible Katze, die sich sehr eng an ihre Menschen bindet und Fremden oft erst einmal aus dem Weg geht. In Deutschland ist die Rasse selten. Wer sich für sie interessiert, braucht Geduld bei der Suche – und sollte wissen, dass eine Mau kein Dekorationsstück ist, sondern Beschäftigung und einen ruhigen, verlässlichen Alltag braucht.
Herkunft und Geschichte
Getupfte Katzen sind auf altägyptischen Wandbildern und Papyri zu sehen; die CFA verweist auf Darstellungen, die bis etwa 1550 vor Christus zurückreichen. Daraus wird gern geschlossen, die Mau stamme in gerader Linie von den Katzen der Pharaonen ab. Belegt ist das nicht. Sicher ist nur, dass getupfte Hauskatzen in Ägypten seit Langem vorkommen und dass die heutige Rasse aus solchen Tieren aufgebaut wurde.
Die moderne Geschichte beginnt nach dem Zweiten Weltkrieg. Die im Exil in Rom lebende russische Prinzessin Nathalie Troubetskoy erhielt dort Katzen ägyptischer Herkunft und begann zu züchten. 1956 wanderte sie mit drei Maus in die USA aus und baute die Zucht dort unter dem Zwingernamen „Fatima“ weiter auf. Weil die Ausgangsbasis so schmal war, wurden später weitere Tiere aus Ägypten und Indien eingeführt.
Die CFA nahm die Rasse 1970 zur Registrierung an und vergab 1977 den Championstatus. Nach Großbritannien kamen die ersten Maus laut GCCF erst 1998, voll anerkannt wurde die Rasse dort 2006. Heute führen sie alle großen Verbände: FIFe, WCF, TICA, CFA und GCCF.
Aussehen
Die Mau ist mittelgroß, mittellang und gut bemuskelt, ohne schwer zu wirken. Die Hinterbeine sind etwas länger als die Vorderbeine, die Schulterblätter stehen hoch – das gibt ihr einen federnden Gang, den die CFA mit dem eines Geparden vergleicht. Typisch ist eine lockere Hautfalte zwischen Flanke und Hinterbein, die weite Schritte und Sprünge erleichtert.
Der Kopf ist ein leicht gerundeter Keil mit mittelgroßen bis großen Ohren. Die großen, mandelförmigen Augen sind stachelbeergrün und wie mit Kajal umrandet; auf der Stirn zeichnet sich ein „M“ ab. Bei jungen Tieren darf das Grün noch nicht voll entwickelt sein.
Das Fell ist kurz, dicht und anliegend. Die Tupfen sind unterschiedlich groß und zufällig über den Körper verteilt, an Beinen und Schwanz gehen sie in Ringe über, am Bauch sitzen sie wie Westenknöpfe. Für Ausstellungen anerkannt sind drei Farben:
- Silber: schwarze Tupfen auf hellem Silbergrund,
- Bronze: dunkelbraune Tupfen auf warmem Bronzegrund,
- Smoke: schwarze Tupfen auf rauchfarbenem Fell mit hellem Haaransatz.
Schwarze und verdünnt gefärbte Kitten kommen vor und können laut CFA registriert, aber nicht ausgestellt werden. Anders als bei der Bengal oder der Ocicat geht das Tupfenmuster der Mau nicht auf eine gezielte Kreuzung zurück.
Wesen und Charakter
Die Mau ist klug, aufmerksam und ihren Menschen sehr zugetan. Viele suchen sich eine Hauptbezugsperson, der sie durch die Wohnung folgen. Sie spielt ausdauernd, apportiert häufig und lässt sich mit etwas Geduld an Geschirr und Leine gewöhnen. Der GCCF beschreibt sie als energisch und athletisch, aber sanft im Umgang.
Ihre Stimme ist leise. Statt lautem Miauen hört man eher Gurren und Zwitschern, vor allem zur Begrüßung.
Die Schattenseite: Die Mau ist empfindsam. Die CFA nennt sie willensstark und gegenüber Fremden vorsichtig bis reserviert. Laute Haushalte, ständig wechselnder Besuch oder ein Umzug setzen ihr mehr zu als robusteren Rassen. Gut sozialisierte Tiere aus einer Zucht, in der die Kitten viel Menschenkontakt hatten, sind deutlich offener – fragen Sie danach. Mit rücksichtsvollen Kindern und mit anderen Katzen kommt sie nach einer ruhigen Eingewöhnung meist gut zurecht.
Oft liest man, die Mau sei die schnellste Hauskatze und erreiche fast 50 km/h. Auch der GCCF nennt sie die angeblich schnellste Rasse der Katzenszene. Eine veröffentlichte Messung dazu haben wir nicht gefunden; athletisch und sprungstark ist sie aber ohne Zweifel.
Haltung
Eine Mau braucht Bewegung und Höhe. Stabile, deckenhohe Kratzbäume, Wandbretter und erhöhte Rückzugsorte gehören zur Grundausstattung, tägliche Jagdspiele ebenso. In der Wohnung geht das gut, wenn genug Platz und Beschäftigung da sind; ein gesicherter Balkon oder ein vernetzter Garten ist ein großer Gewinn. Ungesicherter Freigang ist bei einer so seltenen und schreckhaften Katze riskant.
Halten Sie die Mau nicht allein. Eine zweite, ähnlich aktive Katze – eine weitere Mau, eine Abessinier oder eine lebhafte Hauskatze – leistet ihr Gesellschaft, wenn Sie außer Haus sind. Lange Arbeitstage ohne Partnerkatze verträgt die menschenbezogene Rasse schlecht.
Pflege und Ernährung
Das kurze Fell pflegt sich fast von selbst. Einmal pro Woche bürsten oder mit einem weichen Tuch abreiben genügt, im Fellwechsel etwas öfter.
Füttern Sie ein hochwertiges Alleinfutter mit hohem Fleischanteil, bevorzugt Nassfutter, und sorgen Sie dafür, dass die Katze genug trinkt – auch wegen der Harnwege. Der GCCF weist darauf hin, dass Maus einen gesunden Appetit haben und die Futtermenge im Blick bleiben sollte.
Gesundheit
Die Ägyptische Mau gilt als gesunde, natürliche Rasse. Ihr Genpool ist allerdings klein, und einige Punkte sollten Sie kennen:
- Pyruvatkinase-Defizienz (PK-Defizienz): Den roten Blutkörperchen fehlt ein Enzym, sie zerfallen vorzeitig; die Folge kann eine wiederkehrende Blutarmut sein. Die Mutation kommt bei der Mau vor, die Krankheit wird rezessiv vererbt und ist per Gentest erkennbar. Der GCCF merkt an, dass positiv getestete Maus bisher selten erkrankt erscheinen – getestet werden sollte trotzdem, damit keine betroffenen Kitten entstehen.
- Harnsteine: Die CFA nennt Urolithiasis als Problem, das bei der Rasse auftreten kann. Einen Gentest gibt es nicht. Ausreichend Flüssigkeit und Nassfutter sind sinnvolle Vorsorge.
- Nabelbruch: Nach Angaben des GCCF neigen einige Linien dazu. Ein Nabelbruch lässt sich meist bei der Kastration mitoperieren.
- Empfindliche Haut: Einzelne Tiere entwickeln laut GCCF starken Juckreiz an Kopf und Hals; die Ursache ist nicht geklärt.
Wie bei jeder Rasse ist ein Herzultraschall der Zuchttiere auf Hypertrophe Kardiomyopathie sinnvoll. Die CFA betont selbst, dass nicht für alle erblichen Erkrankungen Gentests verfügbar sind – umso wichtiger ist eine offene Auskunft des Züchters über seine Linien.
Zum Tierarzt sollten Sie umgehend, wenn Ihre Katze häufig und erfolglos zur Toilette geht, Blut im Urin hat oder beim Harnabsatz Schmerzen zeigt – bei Katern ist das ein Notfall. Auch blasse Schleimhäute, Mattigkeit oder anhaltender Juckreiz gehören abgeklärt.
Für wen passt die Ägyptische Mau?
Passt gut, wenn Sie …
- einen eher ruhigen, verlässlichen Haushalt führen,
- viel zu Hause sind und täglich Zeit zum Spielen haben,
- Platz für hohe Kratzbäume und Kletterwege bieten,
- zwei Katzen halten möchten und eine enge Bindung schätzen.
Passt eher nicht, wenn Sie …
- ein lautes, trubeliges Zuhause mit viel wechselndem Besuch haben,
- eine Katze suchen, die jeden Gast sofort begrüßt – dann eher Burma oder Ocicat,
- lange Arbeitstage haben und die Katze viel allein wäre,
- kurzfristig ein Kitten möchten: Die Rasse ist selten.
Wer vor allem das Tupfenmuster liebt, findet es auch bei der Ocicat und der Bengal – beide sind im Wesen allerdings forscher. Und getupfte oder getigerte Hauskatzen warten in vielen Tierheimen.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Kaufen Sie nur bei einem Züchter, der einem anerkannten Verband angehört und einen Stammbaum mitgibt. Lassen Sie sich die PK-Gentests beider Eltern zeigen und fragen Sie nach Herzuntersuchungen, nach Harnwegserkrankungen und Nabelbrüchen in der Linie. Weil der Genpool klein ist, lohnt die Frage, wie eng die Eltern verwandt sind.
Besuchen Sie die Zucht und achten Sie darauf, wie die Kitten auf Sie reagieren: Neugierige, zutrauliche Jungtiere sprechen für gute Sozialisierung, die bei dieser sensiblen Rasse besonders zählt. Kitten ziehen frühestens mit zwölf Wochen aus, geimpft, entwurmt und gechippt.
Warnsignale: „Mau“-Kitten ohne Papiere, ein auffällig niedriger Preis, keine Elterntiere zum Ansehen oder eine Übergabe auf dem Parkplatz. Getupfte Katzen ohne Stammbaum sind Hauskatzen, keine Ägyptischen Maus. Unsere Fragen an den Züchter helfen beim Gespräch; Adressen finden Sie unter Züchter der Ägyptischen Mau in Ihrer Nähe.
Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen
| Erkrankung | Vorsorge in der Zucht |
|---|---|
| Pyruvatkinase-Defizienz (PK-Defizienz) | Gentest der Elterntiere; Träger nur mit freien Partnern verpaaren |
| Harnsteine (Urolithiasis) | Kein Gentest – nach Harnwegserkrankungen in der Linie fragen |
| Nabelbruch in einzelnen Linien | Tierärztliche Untersuchung der Kitten vor der Abgabe |
| Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) – wie bei jeder Rasse möglich | Herzultraschall der Zuchttiere |
Quellen und weiterführende Informationen (5)
Von der Redaktion catterys.de · Stand: 12. Oktober 2026


