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Kurzhaargroß

Chartreux

auch: Kartäuser, Kartäuserkatze, Chat des Chartreux, CHA

Die Chartreux ist die echte Kartäuserkatze: eine französische Rasse, nur in Blau, ruhig und leise – und nicht zu verwechseln mit der Britisch Kurzhaar.

Blaugraue Chartreux mit kräftigem Körper und kupfergelben Augen steht auf einem Richtertisch einer Katzenausstellung.

Steckbrief Chartreux

Herkunft
Frankreich
Fell
Kurzhaar
Größe
groß
Gewicht Katze
3,5–5 kg
Gewicht Kater
5–7,5 kg
Lebenserwartung
12–15 Jahre
Anerkannt bei
FIFe, WCF, TICA, CFA, GCCF
Aktivität
mittel
Menschenbezug
sehr anhänglich
Stimme
leise
Fellpflege
kaum Aufwand
Mit Kindern
sehr gut
Mit anderen Tieren
sehr gut
Allein bleiben
gut
Reine Wohnung
gut geeignet
Für Einsteiger
sehr gut

Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?

Die Chartreux ist eine der ältesten französischen Katzenrassen und in Deutschland zugleich eine der am häufigsten verwechselten. Wer hierzulande „Kartäuser“ sagt, meint meist eine blaue Britisch Kurzhaar. Die echte Kartäuserkatze ist die Chartreux – kräftig, blau, mit einem Gesichtsausdruck, den Liebhaber als „Lächeln“ beschreiben.

Sie ist eine ruhige, anpassungsfähige und auffallend leise Katze, die eng an ihre Menschen gebunden ist, ohne aufdringlich zu werden. Gleichzeitig steckt in ihr mehr Jägerin, als das gemütliche Äußere vermuten lässt.

Herkunft und Geschichte

Um die Herkunft ranken sich Legenden. Der Name erinnert an die Kartäusermönche, deren Mutterkloster La Grande Chartreuse in den französischen Alpen liegt. Der Sage nach sollen die Mönche die blauen Katzen gezüchtet haben – Belege dafür gibt es nicht. Eine andere verbreitete Erklärung führt den Namen auf einen wolligen Stoff zurück, an den das dichte Fell erinnert. Gesichert ist nur, dass der Naturforscher Buffon im 18. Jahrhundert einen „Chat des Chartreux“ beschrieb.

Die gezielte Zucht begann in den 1920er Jahren in Frankreich, bekannt sind vor allem die Schwestern Léger auf der Belle-Île vor der Bretagne. Die FIFe erkennt die Chartreux seit ihrer Gründung 1949 an. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Rasse zeitweise mit blauen Britisch Kurzhaar und Persern vermischt, was die Verwechslung bis heute nährt. Die FIFe hat beide Rassen danach wieder getrennt. Heute ist die Chartreux bei FIFe, WCF, TICA, CFA und GCCF anerkannt.

Aussehen

Die Chartreux ist eine mittelgroße bis große, kräftige Katze, die oft als „Kartoffel auf Streichhölzern“ beschrieben wird: ein massiger, muskulöser Körper auf vergleichsweise feinen, mittellangen Beinen. Kater sind deutlich schwerer und haben breitere Backen als Katzen. Die Rasse wird spät ausgewachsen, oft erst mit drei bis vier Jahren.

Der Kopf ist breit, aber nicht rund wie bei der BKH, sondern eher trapezförmig, mit vollen Wangen und einer schmaler zulaufenden Schnauze. Die Nase ist gerade und mittellang, ohne Stop. Zusammen mit der Schnauzenform entsteht das typische „Lächeln“. Die Augen sind groß und von dunkelgelb bis kupferfarben, ein leuchtendes Orange gilt als ideal.

Die einzige erlaubte Farbe ist Blau, in jeder Schattierung von hellem Aschblau bis zu dunklem Blaugrau, möglichst gleichmäßig. Das kurze, sehr dichte Fell hat viel Unterwolle, fühlt sich wollig an und „bricht“ an Hals und Flanken auf, wenn die Katze sich bewegt.

Chartreux oder Britisch Kurzhaar?

Chartreux Britisch Kurzhaar
Herkunft Frankreich Großbritannien
Farben nur Blau sehr viele
Kopf breit, trapezförmig, Nase gerade rund, Nase kurz mit leichter Einbuchtung
Beine mittellang, eher fein kurz, kräftig
Fell wollig, „bricht“ auf plüschig, steht ab

Wer ein Kitten als „Kartäuser“ angeboten bekommt, sollte nach dem Stammbaum fragen. Dort steht bei einer echten Chartreux das FIFe-Kürzel CHA oder die entsprechende Bezeichnung des jeweiligen Verbands.

Wesen und Charakter

Die Chartreux gilt als ruhig, ausgeglichen und sehr anpassungsfähig. Viele Tiere binden sich besonders eng an eine Bezugsperson, folgen ihr durch die Wohnung und wollen dabei sein, ohne ständig zu fordern. Sie ist ausgesprochen leise; statt zu miauen, zirpen oder gurren viele Chartreux nur.

Hinter der Gelassenheit steckt eine aufmerksame Jägerin. Chartreux spielen gern und ausdauernd, besonders Jagdspiele mit Federangel oder Spielmaus. Mit rücksichtsvollen Kindern, anderen Katzen und katzenfreundlichen Hunden kommen sie meist gut zurecht. Sehr hektische Haushalte liegen ihnen weniger – nicht, weil sie ängstlich wären, sondern weil sie Ruhe schätzen.

Haltung

Die Chartreux fühlt sich in der Wohnung wohl, wenn sie genug Kletter-, Kratz- und Spielmöglichkeiten hat. Ein gesicherter Balkon oder ein vernetztes Gartenstück kommt ihrem Jagdtrieb entgegen. Wie fast jede Katze sollte sie nicht allein, sondern mindestens zu zweit gehalten werden. Mit einer Partnerkatze übersteht sie normale Arbeitstage gut; lange Abwesenheit ihrer Bezugsperson mag sie trotzdem nicht.

Pflege und Ernährung

Das Fell ist kurz, aber sehr dicht. Außerhalb des Fellwechsels genügt es, einmal pro Woche mit einem Kamm oder einer Gummibürste durchzugehen. Im Fellwechsel verliert die Chartreux reichlich Unterwolle; dann ist Kämmen alle ein bis zwei Tage sinnvoll. Baden ist nicht nötig, das wasserabweisende Fell trocknet ohnehin schlecht.

Bei der Ernährung gelten die üblichen Regeln: ein hochwertiges Alleinfutter mit hohem Fleischanteil, bevorzugt Nassfutter, in abgemessenen Mengen. Die kompakte Statur und das dichte Fell verdecken Übergewicht leicht – tasten Sie regelmäßig die Rippen.

Gesundheit

Die Chartreux gilt als robuste Rasse ohne extremes Merkmal. Es gibt aber einige Punkte, die seriöse Züchter im Blick haben:

  • Polyzystische Nierenerkrankung (PKD): LABOKLIN führt die Chartreux unter den Rassen, für die der PKD-Gentest relevant ist – vermutlich ein Erbe der Nachkriegsjahre, als Perser und Britisch Kurzhaar in die Linien kamen. Die Erkrankung wird dominant vererbt; beide Eltern sollten negativ getestet sein.
  • Progressive Retinaatrophie (pd-PRA): Eine erbliche Netzhauterkrankung aus Perserlinien. Auch hierfür listet LABOKLIN die Chartreux; ein Gentest ist verfügbar.
  • Kniescheibenverrenkung (Patellaluxation): Sie wird für die Chartreux immer wieder genannt. Belastbare Zahlen zur Häufigkeit gibt es nicht. Betroffene Katzen lahmen zeitweise oder hüpfen auf einem Hinterbein. Züchter sollten die Kniegelenke ihrer Zuchttiere tierärztlich untersuchen lassen und betroffene Tiere nicht verpaaren.

Die Herzerkrankung HCM kann wie bei jeder Katze auftreten; ein rassespezifischer Gentest existiert nicht. Fragen Sie den Züchter, ob seine Zuchttiere per Herzultraschall untersucht wurden.

Für wen passt die Chartreux?

Passt gut, wenn Sie …

  • eine ruhige, leise, anhängliche Katze suchen,
  • Einsteiger sind und eine unkomplizierte Rasse möchten,
  • täglich Zeit für Jagd- und Spieleinheiten haben,
  • zwei Katzen halten können.

Passt eher nicht, wenn Sie …

  • eine Katze in einer anderen Farbe als Blau möchten – dann ist die Britisch Kurzhaar mit ähnlichem Wesen eine Alternative,
  • eine sehr gesprächige Katze suchen – dann eher Siam,
  • auf eine Katze für Allergiker hoffen.

Ebenfalls blau, aber schlanker und mit grünen Augen ist die Russisch Blau.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Die Chartreux ist in Deutschland selten, und genau deshalb werden unter ihrem deutschen Namen viele andere Katzen angeboten. Kaufen Sie nur bei einem Züchter, der einem anerkannten Verband angeschlossen ist und einen Stammbaum mitgibt, in dem die Rasse als Chartreux eingetragen ist. Lassen Sie sich die Gentests beider Eltern auf PKD und pd-PRA zeigen und fragen Sie nach Kniegelenk- und Herzuntersuchungen. Sehen Sie sich die Mutterkatze vor Ort an.

Kitten ziehen frühestens mit zwölf Wochen aus, geimpft, entwurmt und gechippt. Warnsignale: „Kartäuser ohne Papiere“, ein Preis deutlich unter dem üblichen Rahmen, keine Elterntiere zum Ansehen, fehlende Befunde oder eine Übergabe auf dem Parkplatz. Hilfe beim Gespräch bieten unsere Fragen an den Züchter; seriöse Adressen finden Sie unter Züchter der Chartreux in Ihrer Nähe.

Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen

ErkrankungVorsorge in der Zucht
Polyzystische Nierenerkrankung (PKD)Gentest der Elterntiere auf die PKD1-Mutation
Progressive Retinaatrophie (pd-PRA)Gentest der Elterntiere
Kniescheibenverrenkung (Patellaluxation)Tierärztliche Untersuchung der Kniegelenke der Zuchttiere; kein Gentest
Quellen und weiterführende Informationen (5)
  1. FIFe: Anerkannte Rassen und Rassestandards (Chartreux CHA)
  2. GCCF: Breed profile Chartreux
  3. WCF: Rassestandards Kurzhaar-Rassen
  4. LABOKLIN: Polyzystische Nierenerkrankung (PKD) – betroffene Rassen
  5. LABOKLIN: Progressive Retinaatrophie (pd-PRA) – betroffene Rassen

Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026

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