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Kurzhaarmittelgroß

Ocicat

auch: Ocicat-Katze, Oci, OCI

Die Ocicat sieht aus wie eine kleine Wildkatze, ist aber eine reine Hauskatze aus Abessinier, Siam und Amerikanisch Kurzhaar – aktiv und sehr menschenbezogen.

Braun getüpfelte Ocicat mit dunklen Flecken auf hellem Grund steht im Profil auf einer Wiese.

Steckbrief Ocicat

Herkunft
USA (Michigan)
Fell
Kurzhaar
Größe
mittelgroß
Gewicht Katze
3–5 kg
Gewicht Kater
4,5–6,5 kg
Lebenserwartung
12–16 Jahre
Anerkannt bei
FIFe, WCF, TICA, CFA, GCCF
Aktivität
sehr aktiv
Menschenbezug
sehr anhänglich
Stimme
sehr gesprächig
Fellpflege
kaum Aufwand
Mit Kindern
sehr gut
Mit anderen Tieren
sehr gut
Allein bleiben
schlecht
Reine Wohnung
mittel
Für Einsteiger
mittel

Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?

Die Ocicat ist benannt nach dem Ozelot, einer südamerikanischen Wildkatze, und sieht ihm mit ihren kräftigen, daumenabdruckgroßen Tupfen tatsächlich ein wenig ähnlich. In ihrer Abstammung steckt aber kein einziges Wildtier: Sie ist eine reine Hauskatze, entstanden aus Abessinier, Siam und Amerikanisch Kurzhaar.

Wer eine Ocicat aufnimmt, bekommt eine athletische, lebhafte und sehr soziale Katze, die ihren Menschen auf Schritt und Tritt begleitet und viel Beschäftigung erwartet.

Herkunft und Geschichte

Die Rasse entstand durch Zufall. Die Züchterin Virginia Daly aus Berkley im US-Bundesstaat Michigan wollte 1964 eine Siamkatze mit Abessinier-Abzeichen züchten. Die erste Generation sah aus wie Abessinier, in der zweiten fiel jedoch ein elfenbeinfarbener Kater mit goldenen Tupfen: Tonga. Dalys Tochter nannte ihn „Ocicat“. Tonga wurde kastriert und als Heimtier abgegeben, doch weitere Verpaarungen seiner Eltern brachten erneut getüpfelte Kitten hervor, die zur Grundlage einer eigenen Zucht wurden.

Später wurde Amerikanisch Kurzhaar eingekreuzt, was der Rasse mehr Größe, Knochen und die Silberfarben brachte. Die CFA erkannte die Ocicat 1986 an und gewährte 1987 den Championstatus; heute führen sie alle großen Verbände.

Aussehen

Die Ocicat ist mittelgroß bis groß, sehr muskulös und athletisch, mit tiefer Brust, kräftigen Beinen und ovalen, kompakten Pfoten. Sie wirkt schwerer, als sie aussieht. Der Kopf ist ein modifizierter Keil mit breitem Fang, die Ohren sind mittelgroß bis groß, die mandelförmigen Augen dürfen alle Farben außer Blau haben.

Das kurze, glatte, satinglänzende Fell ist getickt, das heißt jedes Haar trägt mehrere Farbbänder. Die Tupfen sind in Reihen angeordnet, auf den Flanken oft um einen Mittelpunkt, der an einen Fingerabdruck erinnert. Typisch sind ein „M“ auf der Stirn, gebänderte Beine und ein Schwanz mit dunkler Spitze. Anerkannt sind zwölf Farben, darunter Tawny (braun), Chocolate, Cinnamon, Blue, Lilac und Fawn, jeweils auch in Silber.

Wesen und Charakter

Ocicats gelten als selbstbewusst, neugierig, verspielt und ausgesprochen menschenbezogen. Viele lernen Tricks, apportieren, laufen am Geschirr und lösen gern Futterpuzzles. Mit anderen Katzen und katzenfreundlichen Hunden verstehen sie sich meist gut. Sie sind gesprächig, wenn auch nicht so laut wie Siamkatzen.

Die Schattenseite: Eine Ocicat braucht viel Beschäftigung und Gesellschaft. Unterfordert oder allein gelassen, sucht sie sich eigene Aufgaben – Schränke öffnen, Dinge herunterwerfen, laut rufen. Sie ist keine Katze, die man „nebenbei“ hält.

Haltung

Ocicats können in der Wohnung leben, wenn diese viel bietet: stabile Kratzbäume bis zur Decke, Kletterwände, Tunnel, Fensterplätze und tägliche aktive Spielzeiten. Ein gesicherter Balkon oder ein Gehege sind sehr zu empfehlen. Klickertraining und Suchspiele sind eine gute Auslastung für den Kopf.

Bewährt haben sich feste Spielzeiten am Morgen und am Abend, wenn Katzen ohnehin am aktivsten sind: zehn bis fünfzehn Minuten mit der Katzenangel, bis die Katze sichtbar ausgepowert ist, danach eine kleine Mahlzeit. Wechseln Sie Spielzeug regelmäßig aus, damit es spannend bleibt, und bieten Sie Aufgaben an, bei denen die Ocicat nachdenken muss, etwa Leckerli in einem Fummelbrett.

Eine Partnerkatze mit ähnlich hohem Energielevel ist wichtig – eine zweite Ocicat oder eine andere aktive Rasse. Auch dann braucht die Ocicat Menschen, die viel Zeit mit ihr verbringen; lange Arbeitstage ohne Ansprache verträgt sie schlecht.

Pflege und Ernährung

Das kurze Fell ist pflegeleicht. Einmal pro Woche mit einem weichen Handschuh oder einem Gummistriegel darüberstreichen genügt; das bringt auch den Glanz hervor. Kontrollieren Sie regelmäßig Zähne und Ohren.

Ernährung: Die muskulöse, aktive Katze braucht ein hochwertiges Alleinfuttermittel mit hohem Fleischanteil. Weil sie gern frisst und bei zu wenig Bewegung zulegt, sind Futterspiele eine gute Idee.

Gesundheit

Die Ocicat gilt insgesamt als robuste Rasse. Durch ihre Vorfahren kann sie eine Erbkrankheit der Abessinier- und Siamlinien tragen:

Progressive Retinaatrophie (rdAc-PRA) ist eine rezessiv vererbte Netzhauterkrankung, die meist im jungen Erwachsenenalter beginnt und langsam zur Erblindung führt. Die UC Davis führt die Ocicat ausdrücklich unter den Rassen, für die der Gentest geeignet ist. Katzen mit zwei Kopien erkranken, Träger sind gesund; seriöse Züchter testen und verpaaren keine zwei Träger.

Pyruvatkinase-Mangel tritt bei Abessiniern gehäuft auf. In der großen Untersuchung von Grahn et al. (2012) war allerdings keine der 69 getesteten Ocicats Trägerin – für die Rasse spielt die Krankheit nach diesen Daten kaum eine Rolle. Fragen Sie trotzdem nach, falls ein Züchter Abessinier einkreuzt.

Wie bei allen Katzen können Zahnstein und Zahnfleischentzündungen auftreten; regelmäßige Kontrollen beim Tierarzt sind sinnvoll.

Wann Sie zum Tierarzt sollten: bei Unsicherheit im Dunkeln, Anstoßen an Möbeln oder erweiterten Pupillen (Hinweis auf Sehverlust), bei Mundgeruch, Fressproblemen, Mattigkeit oder Gewichtsverlust.

Für wen passt die Ocicat?

Passt gut, wenn Sie …

  • eine aktive, lernfreudige Katze suchen und gern mit ihr spielen und trainieren,
  • viel zu Hause sind oder zwei Katzen halten,
  • einen gesicherten Balkon oder ein Gehege bieten können,
  • den Wildkatzen-Look mögen, aber eine reine Hauskatze möchten.

Passt eher nicht, wenn Sie …

  • eine ruhige Schoßkatze erwarten,
  • lange Arbeitstage haben,
  • wenig Platz und wenig Zeit für Beschäftigung haben.

Ähnlich aktiv, aber schlanker sind die Abessinier und die Orientalisch Kurzhaar. Wer vor allem das getupfte Fell liebt, kann auch die Bengal vergleichen – am besten im Rassen-Vergleich.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Kaufen Sie nur bei Vereinszüchtern mit Stammbaum. Getüpfelte Katzen ohne Papiere werden gelegentlich als „Ocicat-Mix“ oder „Wildkatzen-Optik“ verkauft; die Rasse lässt sich aber nicht am Fell erkennen. Lassen Sie sich den rdAc-PRA-Gentest beider Elterntiere zeigen und achten Sie auf lebhafte, gut sozialisierte Kitten, die im Haus aufwachsen.

Die Abgabe sollte frühestens mit zwölf Wochen erfolgen, geimpft, entwurmt und gechippt. Warnsignale sind Preise deutlich unter dem üblichen Rahmen, fehlende Elterntiere oder eine Übergabe auf dem Parkplatz. Hilfreiche Fragen finden Sie in Fragen an den Züchter, Adressen unter Züchter der Ocicat in Ihrer Nähe.

Mit genug Zeit, Platz und Spielfreude ist die Ocicat eine begeisterte, treue Mitbewohnerin – eine Wildkatze nur im Aussehen, im Herzen ganz Hauskatze.

Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen

ErkrankungVorsorge in der Zucht
Progressive Retinaatrophie (rdAc-PRA)Gentest der Elterntiere auf die CEP290-Variante
Quellen und weiterführende Informationen (6)
  1. Cat Fanciers’ Association: Ocicat
  2. UC Davis Veterinary Genetics Laboratory: Ocicat
  3. UC Davis Veterinary Genetics Laboratory: Progressive Retinal Atrophy (rdAc)
  4. Grahn et al. (2012): Erythrocyte pyruvate kinase deficiency mutation identified in multiple breeds of domestic cats, BMC Vet Res
  5. WCF: EMS-Code und Anerkennung der Rassen
  6. FIFe: Anerkannte Rassen

Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026

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