Kurzhaarmittelgroß
Amerikanisch Kurzhaar
auch: American Shorthair, ASH, Amerikanische Kurzhaarkatze
Die Amerikanisch Kurzhaar ist eine robuste, ausgeglichene Arbeitskatze aus Nordamerika – in Europa selten, in den USA eine der beliebtesten Rassen.

Steckbrief Amerikanisch Kurzhaar
- Herkunft
- USA
- Fell
- Kurzhaar
- Größe
- mittelgroß
- Gewicht Katze
- 3,5–5,5 kg
- Gewicht Kater
- 5–7 kg
- Lebenserwartung
- 12–15 Jahre
- Anerkannt bei
- WCF, TICA, CFA
- Aktivität
- mittel
- Menschenbezug
- mittel
- Stimme
- leise
- Fellpflege
- kaum Aufwand
- Mit Kindern
- sehr gut
- Mit anderen Tieren
- sehr gut
- Allein bleiben
- gut
- Reine Wohnung
- gut geeignet
- Für Einsteiger
- sehr gut
Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?
Die Amerikanisch Kurzhaar ist die Katze, die Amerika mit aufgebaut hat: robust, muskulös, ausgeglichen und ohne Extreme. In den USA gehört sie seit Jahrzehnten zu den beliebtesten Rassen, in Deutschland ist sie ausgesprochen selten. Viele Menschen halten eine silbern getigerte Amerikanisch Kurzhaar zunächst für eine Britisch Kurzhaar oder eine Europäisch Kurzhaar.
Ihr Wesen ist das einer bodenständigen Hauskatze im besten Sinn: freundlich, anpassungsfähig, verspielt, aber nicht überdreht. Sie eignet sich gut für Familien und Einsteiger – vorausgesetzt, man findet einen seriösen Züchter.
Herkunft und Geschichte
Mit den europäischen Siedlern kamen ab dem 17. Jahrhundert Katzen nach Nordamerika, die auf Schiffen und Höfen Ratten und Mäuse jagten. Aus diesen kräftigen Gebrauchskatzen entwickelte sich über Generationen ein eigener Typ. Anfang des 20. Jahrhunderts begannen amerikanische Züchter, ihn gezielt zu erhalten; lange hieß die Rasse schlicht „Domestic Shorthair“. In den 1960er Jahren wurde sie in American Shorthair umbenannt, um sie klar von gewöhnlichen Hauskatzen abzugrenzen.
Heute ist die Amerikanisch Kurzhaar bei der CFA, der TICA und der WCF anerkannt. Die FIFe und der britische GCCF führen sie nicht. Das erklärt, warum man in Deutschland nur wenige Züchter findet.
Aussehen
Die Amerikanisch Kurzhaar ist eine mittelgroße bis große, kräftige Katze mit breiter Brust, muskulösen Beinen und einem mittellangen Schwanz. Sie soll wie eine sportliche Arbeitskatze wirken, nicht plump. Kater sind deutlich schwerer als Katzen; die Rasse wird erst mit drei bis vier Jahren ganz ausgewachsen.
Der Kopf ist groß, etwas länger als breit, mit vollen Wangen, einer mittellangen Nase und einem kräftigen Kinn. Die Ohren sind mittelgroß und leicht gerundet, die Augen groß und rund. Im Vergleich zur Britisch Kurzhaar ist das Gesicht weniger rund und die Nase länger.
Das kurze, dichte, eher harte Fell schützt vor Nässe und Kälte. Am bekanntesten ist Silver Classic Tabby: silbernes Grundfell mit schwarzer, marmorartiger Zeichnung und einem „Schmetterling“ auf den Schultern. Daneben gibt es viele weitere Farben und Muster, von Einfarbig über Schildpatt bis zu Mustern mit Weiß. In den meisten Standards nicht erlaubt sind Point-Zeichnung sowie die Farben Chocolate und Lilac. Die Augenfarbe passt zur Fellfarbe, bei Silber meist grün bis haselnussbraun.
Wesen und Charakter
Die Amerikanisch Kurzhaar ist ausgeglichen und freundlich. Sie mag ihre Menschen, sucht Kontakt und liegt gern in der Nähe, ohne ständig Aufmerksamkeit zu fordern. Viele Tiere sind gute Schoßkatzen, andere bevorzugen den Platz daneben. Sie ist eher leise.
In ihr steckt noch die Mäusejägerin: Sie spielt gern und ausdauernd, vor allem Jagdspiele, und bleibt bis ins Alter verspielt. Gleichzeitig ist sie anpassungsfähig und selten nervös. Mit rücksichtsvollen Kindern, anderen Katzen und katzenfreundlichen Hunden kommt sie meist gut zurecht – deshalb gilt sie in den USA als klassische Familienkatze.
Haltung
Die Amerikanisch Kurzhaar fühlt sich in einer Wohnung mit Kletter-, Kratz- und Spielmöglichkeiten wohl. Ein gesicherter Balkon oder ein vernetzter Garten ist eine schöne Ergänzung. Freigang ist möglich, wird aber wegen Straßenverkehr und Diebstahlrisiko bei Rassekatzen oft nicht empfohlen.
Wie fast jede Katze sollte sie nicht allein, sondern mindestens zu zweit gehalten werden. Mit einer Partnerkatze übersteht sie normale Arbeitstage gut. Tägliche Spieleinheiten sind wichtig, denn die Rasse neigt bei wenig Bewegung zu Übergewicht.
Pflege und Ernährung
Das kurze, dichte Fell ist sehr pflegeleicht. Einmal pro Woche mit einer Gummibürste oder einem Kamm durchzugehen genügt, im Fellwechsel etwas öfter. Kontrollieren Sie regelmäßig Ohren, Zähne und Krallen.
Die Amerikanisch Kurzhaar hat einen gesunden Appetit. Füttern Sie ein hochwertiges Alleinfutter mit hohem Fleischanteil, bevorzugt Nassfutter, in abgemessenen Mengen, und tasten Sie regelmäßig die Rippen. Die kräftige Statur verdeckt Übergewicht leicht.
Gesundheit
Durch ihre Herkunft aus einer breiten Hauskatzenpopulation gilt die Amerikanisch Kurzhaar als robuste Rasse ohne extreme Merkmale. Rassespezifische Gentests gibt es nach unserem Kenntnisstand nicht. Belastbare Studien zur Krankheitshäufigkeit in Europa fehlen, weil die Rasse hier so selten ist.
Das wichtigste Thema ist, wie bei vielen kräftigen Kurzhaarrassen, die Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM), eine Verdickung des Herzmuskels. Sie kann zu Herzschwäche, Blutgerinnseln und plötzlichem Tod führen. Weil es keinen Gentest gibt, sollten Zuchttiere per Herzultraschall von einem Kardiologen untersucht werden – wiederholt, denn HCM zeigt sich oft erst im Lauf der Jahre.
Achten Sie außerdem auf Zahngesundheit und Gewicht. Das sind bei jeder Katze die häufigsten Ursachen für vermeidbare Beschwerden.
Für wen passt die Amerikanisch Kurzhaar?
Passt gut, wenn Sie …
- eine unkomplizierte, freundliche Familienkatze suchen,
- Einsteiger sind,
- zwei Katzen halten und täglich mit ihnen spielen möchten,
- eine Katze ohne Extreme im Aussehen bevorzugen.
Passt eher nicht, wenn Sie …
- einen Züchter in der Nähe erwarten – die Rasse ist in Deutschland selten, Wartezeiten und Anfahrten sind üblich,
- eine sehr anhängliche, gesprächige Katze suchen – dann eher Burma oder Siam,
- auf eine Katze für Allergiker hoffen.
Ähnlich unkompliziert und hierzulande leichter zu finden sind die Europäisch Kurzhaar und die Britisch Kurzhaar.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Kaufen Sie nur bei einem Züchter, der einem anerkannten Verband angeschlossen ist und einen Stammbaum mitgibt. Gerade weil die Rasse selten ist, werden silbern getigerte Hauskatzen oder BKH-Mischlinge manchmal als „Amerikanisch Kurzhaar“ angeboten. Im Stammbaum sollte die Rasse als American Shorthair (ASH) eingetragen sein. Fragen Sie nach Herzultraschall-Befunden der Elterntiere und sehen Sie sich die Mutterkatze vor Ort an.
Kitten ziehen frühestens mit zwölf Wochen aus, geimpft, entwurmt und gechippt. Warnsignale: ein Preis deutlich unter dem üblichen Rahmen, keine Papiere, keine Elterntiere zum Ansehen oder eine Übergabe auf dem Parkplatz. Unsere Fragen an den Züchter helfen beim Gespräch; Adressen finden Sie unter Züchter der Amerikanisch Kurzhaar in Ihrer Nähe.
Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen
| Erkrankung | Vorsorge in der Zucht |
|---|---|
| Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) | Herzultraschall der Zuchttiere bei einem Kardiologen, regelmäßig wiederholt; einen Gentest für die Rasse gibt es nicht |
Quellen und weiterführende Informationen (3)
Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026


