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Gesundheit

Katze hat Durchfall: Ursachen, Warnzeichen und wann es ein Notfall ist

Katze hat Durchfall? Mögliche Ursachen, die Warnzeichen für einen Notfall, was die Tierarztpraxis untersucht und was Sie selbst tun können – und was nicht.

Von der Redaktion catterys.deÜberarbeitet am 13. Oktober 2026

Graue Katze liegt ausgestreckt auf einer hellen Fläche und blickt zur Seite

Hat Ihre Katze einmal weichen Kot, ist sie aber munter, frisst und trinkt, steckt oft etwas Harmloses dahinter – ein neues Futter, Stress, etwas Unverträgliches. Hält der Durchfall länger als ein bis zwei Tage an oder kommen weitere Anzeichen hinzu, gehört die Katze in die Tierarztpraxis. Bei Kitten, bei Blut im Kot und bei einer matten Katze sollten Sie gar nicht erst abwarten.

Durchfall ist dabei keine eigene Krankheit, sondern ein Anzeichen, hinter dem sehr unterschiedliche Ursachen stehen können. Dieser Artikel hilft Ihnen einzuschätzen, wie dringend es ist, und erklärt, was die Praxis untersucht. Eine Diagnose können und wollen wir nicht stellen.

Wann Sie sofort zur Tierarztpraxis sollten

Diese Situationen sind ein Notfall – rufen Sie sofort Ihre Tierarztpraxis an, außerhalb der Sprechzeiten den tierärztlichen Notdienst:

  • Kitten mit Durchfall. Junge Tiere verlieren schnell viel Flüssigkeit, darauf weist ESCCAP Deutschland ausdrücklich hin.
  • Blut im Kot in größerer Menge oder schwarzer, teerartiger Kot. Letzterer kann nach dem MSD Veterinary Manual auf eine Blutung in Magen oder Dünndarm hindeuten.
  • Die Katze ist matt oder apathisch oder versteckt sich.
  • Sie erbricht zusätzlich oder kann kein Wasser bei sich behalten.
  • Sie frisst seit 24 Stunden nicht (kleine Kitten: seit 12 Stunden). Diese Grenzen nennt das Cornell Feline Health Center.
  • Der Durchfall ist wässrig und kommt in kurzen Abständen.
  • Sie hat deutliche Bauchschmerzen.
  • Sie könnte etwas Giftiges gefressen oder einen Fremdkörper verschluckt haben.
  • Ihre Katze ist alt oder chronisch krank (zum Beispiel Niere, Schilddrüse, Diabetes).

Für alle anderen Fälle gilt die Faustregel des Cornell Feline Health Center: Dauert der Durchfall länger als ein bis zwei Tage und zeigt die Katze Anzeichen wie Appetitlosigkeit, Mattigkeit oder Erbrechen, sollte sie so bald wie möglich untersucht werden. International Cat Care rät auch dann zur Praxis, wenn eine sonst muntere Katze mehr als ein paar Tage Durchfall hat. Kleine Blutspuren sind laut International Cat Care kein Notfall, sollten aber abgeklärt werden.

Was ist Durchfall – und was dabei im Körper passiert

Normaler Katzenkot ist braun, fest und geformt. Bei Durchfall wandert der Darminhalt schneller als üblich durch den Darm. Wasser, Nährstoffe und Mineralstoffe wie Kalium werden nicht ausreichend aufgenommen. Der Kot wird weich bis wässrig, oft heller oder dunkler, riecht stärker und kann Schleim oder Blut enthalten. Viele Katzen müssen häufiger zur Toilette, pressen oder schaffen es nicht rechtzeitig.

Gefährlich wird Durchfall vor allem durch den Flüssigkeitsverlust. Das MSD Veterinary Manual nennt Austrocknung, Störungen des Mineralstoffhaushalts und im schlimmsten Fall einen Kreislaufschock als mögliche Folgen. Je kleiner das Tier, desto schneller ist dieser Punkt erreicht – daher die Vorsicht bei Kitten.

Bei Freigängern, die ihr Geschäft draußen erledigen, fällt Durchfall oft erst spät auf. International Cat Care nennt als Hinweise Gewichtsverlust, verklebtes Fell unter dem Schwanz oder Missgeschicke im Haus.

Mögliche Ursachen

Meist harmlos und kurz

  • Plötzlicher Futterwechsel. Nach Cornell kann der Durchfall dann einige Tage dauern. Neues Futter wird deshalb schrittweise eingeführt.
  • Unverträgliches oder Verdorbenes. Viele erwachsene Katzen vertragen zum Beispiel Milchzucker schlecht – mehr dazu unter Dürfen Katzen Milch trinken?.
  • Stress, etwa eine lange Autofahrt oder ein Aufenthalt in der Tierpension.
  • Umstellung auf feste Nahrung bei Kitten.

Infektionen und Parasiten

  • Einzeller wie Giardien, vor allem bei jungen Katzen: Giardien bei der Katze.
  • Würmer, besonders bei Kitten: Katze entwurmen.
  • Viren, allen voran die Katzenseuche (Panleukopenie), die Cornell und das MSD Veterinary Manual als Ursache nennen. Gegen sie kann geimpft werden: Katzenseuche.
  • Bakterien. Starker, wässriger Durchfall kann nach dem MSD Veterinary Manual auf eine bakterielle Infektion hinweisen.

Erkrankungen des Darms

Ist das Futter nicht der Auslöser, liegt das Problem bei erwachsenen Katzen nach Cornell meist im Magen-Darm-Trakt selbst – am häufigsten als entzündliche, infektiöse oder tumoröse Erkrankung. Dazu gehören chronische Darmentzündungen und Tumoren wie das Lymphom.

Erkrankungen außerhalb des Darms

Anhaltender oder wiederkehrender Durchfall kann auch ein Zeichen für eine Erkrankung an ganz anderer Stelle sein. Cornell nennt:

Gifte und Fremdkörper

Auch giftige Pflanzen, Medikamente, Reinigungsmittel oder verschluckte Gegenstände können Durchfall auslösen, oft zusammen mit Erbrechen. Was Katzen nicht fressen dürfen, zeigt unser Werkzeug Darf meine Katze das fressen?. Bei Verdacht auf eine Vergiftung gilt: sofort anrufen, nicht abwarten.

Wie die Praxis untersucht

Je besser Sie beobachtet haben, desto schneller kommt die Praxis voran. International Cat Care empfiehlt, auf Häufigkeit, Farbe, Pressen, Blut und Schleim zu achten. Notieren Sie außerdem:

  • seit wann der Durchfall besteht und wie oft er auftritt,
  • ob sich Futter, Leckerli oder Umgebung geändert haben,
  • ob die Katze frisst, trinkt, erbricht, abgenommen hat,
  • Impfstatus, letzte Entwurmung, Freigang, Kontakt zu anderen Katzen.

Fragen Sie beim Anruf, ob Sie eine Kotprobe mitbringen sollen – meist ja. Ein Foto des Kots hilft ebenfalls.

Die Untersuchung beginnt mit Vorgeschichte und Abtasten des Bauchs. Bei einer munteren, fressenden Katze mit kurzem, leichtem Durchfall kann es nach International Cat Care dabei bleiben: Die Anzeichen werden behandelt und der Verlauf beobachtet. Ist der Durchfall schwer oder anhaltend, folgen je nach Fall:

  • Kotuntersuchung auf Parasiten und Krankheitserreger, oft mit Proben von mehreren Tagen,
  • Blut- und Urinuntersuchung (unter anderem Organwerte, Schilddrüse, Vitamin B12),
  • eine Futterumstellung als Test (Ausschlussdiät),
  • Röntgen und Ultraschall des Bauchs,
  • Endoskopie mit Gewebeproben unter Narkose, wenn der Verdacht auf eine chronische Darmentzündung oder einen Tumor besteht.

Behandlung im Überblick

Behandelt wird die Ursache – deshalb gibt es kein Mittel „gegen Durchfall“, das immer passt. International Cat Care unterscheidet:

Unterstützende Behandlung, die bei den meisten mittelschweren und schweren Fällen nötig ist:

  • Flüssigkeit, bei Austrocknung als Infusion; die Praxis kann auch eine Elektrolytlösung zum Trinken empfehlen.
  • Leicht verdauliches Futter, das die Praxis mit Ihnen auswählt.
  • Probiotika und Präbiotika, die die Darmflora unterstützen sollen.

Gezielte Behandlung je nach Befund: Mittel gegen Parasiten, eine Spezialdiät bei Futterunverträglichkeit, die Behandlung einer Schilddrüsenüberfunktion, entzündungshemmende Medikamente bei chronischer Darmentzündung, Vitamin B12 bei nachgewiesenem Mangel, bei Tumoren Operation oder Chemotherapie.

Antibiotika sind nicht die Standardantwort. Das MSD Veterinary Manual hält ihre Wirksamkeit bei Verdauungserkrankungen für unsicher und einen längeren Einsatz für möglicherweise schädlich; ob sie nötig sind, entscheidet die Praxis im Einzelfall.

Was Sie selbst tun können – und was nicht

Sinnvoll, während Sie auf den Termin warten oder bei einer munteren Katze mit leichtem Durchfall:

  • Frisches Wasser an mehreren Stellen anbieten.
  • Beim gewohnten Futter bleiben, keine Leckerli, keine Milch, keine Experimente.
  • Katzentoilette sauber halten und den Kot beobachten; bei mehreren Katzen herausfinden, welche betroffen ist.
  • Hände waschen nach dem Reinigen – einige Durchfallerreger können auch Menschen anstecken.
  • Kotprobe sammeln, falls die Praxis sie braucht.

Schonkost – etwa gekochtes Hühnerfleisch ohne Haut, Knochen und Gewürze – kann eine Unterstützung sein, wenn die Praxis dazu rät. Sie ist kein Alleinfutter und nichts für Wochen. Hintergründe finden Sie im Beitrag Schonkost für Katzen; bitte verstehen Sie ihn als Anregung für das Gespräch mit der Praxis, nicht als Behandlungsplan.

Bitte nicht:

  • Keine Medikamente für Menschen. Cornell warnt, dass frei verkäufliche Mittel Katzen schaden können. Besonders gefährlich sind Schmerzmittel: Nach International Cat Care kann schon der Teil einer einzigen Paracetamol-Tablette bei einer Katze zu schwerer Vergiftung und zum Tod führen. Auch Durchfallmittel für Menschen oder Reste alter Tierarzneien gehören nicht ohne tierärztliche Anweisung in die Katze.
  • Nicht hungern lassen. Der alte Rat, einen Tag lang nichts zu füttern, ist für Katzen riskant. Nach Cornell kann schon ein Tag ohne Futter eine erwachsene Katze ernsthaft belasten, ein Kitten deutlich früher. Warum das so ist, erklärt der Artikel Katze frisst nicht. Ob und wie lange Futter pausiert, entscheidet allein die Praxis.
  • Durchfall nicht einfach „stoppen“ wollen. Das MSD Veterinary Manual erinnert daran, dass Durchfall auch eine Abwehrreaktion sein kann, mit der der Körper Erreger und Giftstoffe loswird.

Vorbeugung

Nicht jeder Durchfall lässt sich verhindern, einiges aber schon:

  • Futter langsam umstellen: Anteil des neuen Futters über mehrere Tage steigern.
  • Impfschutz gegen Katzenseuche aktuell halten: Katze impfen.
  • Parasitenvorsorge passend zur Lebensweise.
  • Saubere Näpfe und Katzentoiletten – das MSD Veterinary Manual zählt Hygiene, regelmäßiges Reinigen der Katzentoilette, gutes Futter und eine stressarme Haltung zur Vorbeugung.
  • Giftiges und Verschluckbares wegräumen.

Prognose

Wie es ausgeht, hängt von der Ursache ab – eine pauschale Zahl gibt es nicht. International Cat Care beschreibt die Aussichten als gut, wenn sich die Ursache mit Futter oder Medikamenten behandeln lässt; viele Fälle heilen vollständig aus, manche Katzen brauchen eine Dauerbehandlung. Wichtig ist, anhaltenden Durchfall früh abklären zu lassen: Besteht er lange, können sich am Darm Veränderungen einstellen, die sich nicht mehr vollständig zurückbilden.

Kitten mit Durchfall

Bei frisch eingezogenen Kätzchen kommt einiges zusammen: Trennung, neue Umgebung, neues Futter – und ein Alter, in dem Darmparasiten wie Giardien und Spulwürmer besonders häufig sind. Geben Sie in den ersten Wochen möglichst das Futter weiter, das das Kitten kennt, und fragen Sie nach Entwurmungen, Impfungen und Kotuntersuchungen. Eine Liste dazu finden Sie unter Fragen an den Züchter. Und noch einmal, weil es wichtig ist: Ein Kitten mit Durchfall wird nicht beobachtet, sondern vorgestellt.

Häufige Fragen

Wie lange darf eine Katze Durchfall haben?

Bei einer erwachsenen, munteren Katze, die frisst und trinkt, können Sie ein bis zwei Tage beobachten. Hält der Durchfall länger an oder kommen Mattigkeit, Erbrechen oder Appetitlosigkeit hinzu, sollte sie nach Cornell so bald wie möglich untersucht werden. Kitten, alte und chronisch kranke Katzen gehören sofort in die Praxis.

Was kann ich meiner Katze bei Durchfall geben?

Frisches Wasser und ihr gewohntes Futter. Schonkost nur in Absprache mit der Praxis und nur kurz. Medikamente für Menschen sind tabu, und auch Tierarzneien sollten Sie nicht ohne Untersuchung geben, weil die Behandlung von der Ursache abhängt.

Ist Durchfall bei Katzen ansteckend?

Das kommt auf die Ursache an. Durchfall durch Futterwechsel oder Stress ist es nicht, Parasiten und Viren wie die Katzenseuche können dagegen auf andere Katzen übergehen. Manche Erreger können auch Menschen betreffen – achten Sie deshalb auf Hygiene, bis die Ursache geklärt ist.

Blut im Kot – muss ich sofort los?

Eine kleine Spur frischen Bluts ist laut International Cat Care kein Notfall, sollte aber zeitnah abgeklärt werden. Viel Blut, schwarzer, teerartiger Kot oder eine Katze, die dabei krank wirkt, sind ein Notfall.

Kann Futter die Ursache sein?

Ja, sehr häufig. Ein plötzlicher Wechsel, zu viele Leckerli, Milch oder Verdorbenes reichen aus. Hält der Durchfall trotz gewohntem Futter an, sollte die Praxis nach anderen Ursachen suchen – bis hin zu einer Ausschlussdiät bei Verdacht auf eine Futtermittelunverträglichkeit.

Quellen und weiterführende Informationen (6)
  1. Cornell Feline Health Center: Diarrhea
  2. International Cat Care: Diarrhoea in cats
  3. MSD Veterinary Manual (Cat Owners): Introduction to Digestive Disorders of Cats
  4. ESCCAP Deutschland: Giardien bei der Katze (Stand Mai 2022)
  5. Cornell Feline Health Center: Anorexia
  6. International Cat Care: Paracetamol poisoning in cats

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