Kurzhaarmittelgroß
Korat
auch: Si-Sawat, Korat-Katze, KOR
Die Korat ist eine uralte Rasse aus Thailand mit silberblauem Fell und grünen Augen: anhänglich, lebhaft, pflegeleicht – und mit zwei wichtigen Gentests.

Steckbrief Korat
- Herkunft
- Thailand
- Fell
- Kurzhaar
- Größe
- mittelgroß
- Gewicht Katze
- 2,5–3,5 kg
- Gewicht Kater
- 3,5–4,5 kg
- Lebenserwartung
- 13–17 Jahre
- Anerkannt bei
- FIFe, WCF, TICA, CFA, GCCF
- Aktivität
- sehr aktiv
- Menschenbezug
- sehr anhänglich
- Stimme
- mittel
- Fellpflege
- kaum Aufwand
- Mit Kindern
- mittel
- Mit anderen Tieren
- mittel
- Allein bleiben
- schlecht
- Reine Wohnung
- gut geeignet
- Für Einsteiger
- sehr gut
Die Einschätzungen beschreiben Neigungen der Rasse, keine Garantie für die einzelne Katze. Welche Katze passt zu mir?
Die Korat gehört zu den ältesten bekannten Katzenrassen. In ihrer Heimat Thailand gilt die silberblaue Katze mit den großen grünen Augen seit Jahrhunderten als Glücksbringer – traditionell wurde sie Brautpaaren geschenkt. Ihr thailändischer Name „Si-Sawat“ beschreibt ihre Farbe, eine Mischung aus Grau und Blau.
Außerhalb Thailands ist sie selten geblieben. Wer eine Korat kennenlernt, trifft auf eine kleine, überraschend schwere, sehr menschenbezogene und lebhafte Katze. Dieses Profil zeigt, was sie ausmacht, für wen sie passt und welche Gentests ein guter Züchter vorweisen kann.
Herkunft und Geschichte
Die Korat ist in einer der bekanntesten thailändischen Katzenhandschriften beschrieben, den „Katzenbuch-Gedichten“ (Tamra Maew). Die Cat Fanciers’ Association (CFA) datiert diese Überlieferung in die Ayutthaya-Zeit (1350–1767). Ihren westlichen Namen trägt die Rasse nach der Provinz Korat (Nakhon Ratchasima) in Nordostthailand.
1959 brachte die Amerikanerin Jean Johnson die ersten beiden Korats in die USA; 1969 folgten neun weitere Tiere, um die Linien zu stärken. Der britische GCCF vergab 1984 den Championstatus. Heute führen alle großen Verbände die Rasse, stets nur in einer einzigen Farbe.
Aussehen
Die Korat ist mittelgroß, kompakt und muskulös – der GCCF beschreibt sie als „ungewöhnlich schwer für ihre Größe“. Von vorn betrachtet ist der Kopf herzförmig; die großen Ohren sind breit angesetzt, oben abgerundet und stehen hoch. Die Augen sind groß, rund und auffallend leuchtend.
Das Fell ist kurz, fein, glänzend und eng anliegend. Zulässig ist nur eine Farbe: Blau mit silbernen Haarspitzen, die dem Fell einen silbrigen Schimmer geben – besonders dort, wo das Haar kurz ist, etwa an Nase und Ohren. Die grüne Augenfarbe entwickelt sich langsam: Kitten und Jungtiere haben gelbe bis bernsteinfarbene Augen; das endgültige Grün ist nach der CFA meist erst mit zwei bis vier Jahren erreicht. Auch körperlich reift die Korat langsam.
Wesen und Charakter
Korats gelten als intelligent, verspielt und sehr anhänglich. Die CFA beschreibt sie als ausdrucksstarke Katzen, die sich gut mit ihren Menschen verständigen und viel Aufmerksamkeit einfordern. Sie bauen eine enge Bindung auf und folgen ihren Menschen gern.
Die Schattenseiten: Viele Korats wollen die „Chefin“ im Haus sein und reagieren eifersüchtig, wenn sie diese Rolle bedroht sehen. Mit anderen Tieren kommen sie meist gut aus, aber nicht mit jedem. Laute, hektische Haushalte mögen viele Korats nicht besonders – ruhige, respektvolle Kinder sind kein Problem, sehr lebhafte Kleinkinder eher.
Haltung
Die Korat eignet sich gut für die Wohnung, wenn sie genug Beschäftigung, Kletterplätze und tägliches Spiel bekommt. Ein katzensicher vernetzter Balkon oder Garten ist eine schöne Ergänzung.
Weil sie so menschenbezogen ist, sollte sie nicht lange allein sein. Eine Partnerkatze ist wichtig; wählen Sie sie mit Bedacht, denn eine selbstbewusste Korat versteht sich am besten mit einer freundlichen, nicht zu dominanten Gefährtin. Eine zweite Korat oder eine ähnlich aktive Kurzhaarkatze sind gute Kandidaten.
Pflege und Ernährung
Das kurze Fell ohne dichte Unterwolle ist sehr pflegeleicht. Einmal pro Woche mit der Hand oder einem weichen Handschuh über das Fell zu streichen, genügt. Kontrollieren Sie regelmäßig Zähne, Ohren und Krallen.
Beim Futter gelten die allgemeinen Regeln: ein Alleinfutter mit hohem Fleischanteil, ausreichend Flüssigkeit und eine Menge, die zu Gewicht und Aktivität passt. Weil die Korat schwer für ihre Größe ist, sollten Sie Übergewicht nicht an der Waage allein, sondern am Körper beurteilen – Rippen fühlbar, Taille sichtbar.
Gesundheit
Die Korat gilt als robuste, langlebige Naturrasse; laut GCCF erreichen viele ein Alter bis in die späten Teenagerjahre. Zwei schwere Erbkrankheiten sind für die Rasse aber bekannt – und für beide gibt es Gentests.
GM1- und GM2-Gangliosidose
Bei den Gangliosidosen fehlt ein Enzym, das bestimmte Fettstoffe in den Nervenzellen abbaut. Die Stoffe reichern sich an und zerstören das Nervensystem. Laut Langford Vets beginnt die GM1-Gangliosidose (Gen GLB1) etwa mit drei Monaten mit Zittern und Gangunsicherheit und endet mit neun bis zehn Monaten im Endstadium; die GM2-Gangliosidose (Gen HEXB) setzt schon mit etwa vier Wochen ein und verläuft noch schneller. Beide werden rezessiv vererbt: Ein Kitten erkrankt nur, wenn beide Eltern Träger sind.
Die Gentests erkennen gesunde Träger sicher. Seriöse Züchter testen alle Zuchttiere und verpaaren nie zwei Träger miteinander. Lassen Sie sich die Ergebnisse beider Elterntiere zeigen.
Allgemeine Vorsorge
Wie bei jeder Rasse ist ein Herzultraschall der Zuchttiere auf Hypertrophe Kardiomyopathie sinnvoll. Weil die Rasse klein ist, lohnt die Frage nach dem Inzuchtkoeffizienten.
Wann Sie zum Tierarzt sollten
Zeigt ein Kitten Zittern, einen unsicheren, breitbeinigen Gang oder Koordinationsprobleme, muss es sofort tierärztlich abgeklärt werden – auch wenn die Eltern angeblich getestet sind. Bei erwachsenen Korats gehören weniger Appetit, Rückzug, auffällig viel Trinken, Gewichtsverlust, Erbrechen, schnellere Atmung oder Probleme beim Wasserlassen in die Tierarztpraxis. Ein jährlicher Gesundheitscheck mit Blick auf Zähne, Gewicht und Herz ist sinnvoll.
Für wen passt die Korat?
Gut passt sie, wenn Sie
- eine anhängliche, lebhafte und kluge Kurzhaarkatze suchen,
- viel Zeit für Spiel und Nähe haben,
- einen eher ruhigen Haushalt bieten,
- eine pflegeleichte Wohnungskatze mit gesichertem Balkon bevorzugen.
Eher nicht passt sie, wenn Sie
- einen lauten, sehr turbulenten Haushalt mit kleinen Kindern haben,
- mehrere dominante Katzen halten,
- eine unabhängige Katze für lange Alleinzeiten suchen.
Ebenfalls blau, aber mit anderem Wesen und Körperbau sind die Russisch Blau und die Chartreux. Eine weitere thailändische Rasse ist die Thai.
Worauf Sie beim Kauf achten sollten
Kaufen Sie nur bei einem Vereinszüchter mit Stammbaum. Lassen Sie sich die GM1- und GM2-Gentests beider Elterntiere zeigen und fragen Sie nach Herzbefunden. Besuchen Sie Mutter und Kitten in ihrer gewohnten Umgebung. Wundern Sie sich nicht über gelbe Augen beim Kitten – das Grün kommt später. Ein Kitten zieht frühestens mit 12 Wochen um, geimpft, gechippt, entwurmt und mit Kaufvertrag.
Warnsignale sind „blaue Kitten“ ohne Papiere, die als Korat verkauft werden, ein Preis deutlich unter dem üblichen Rahmen, fehlende Elterntiere und eine Übergabe auf dem Parkplatz. Weitere Fragen finden Sie unter Fragen an den Züchter, Anbieter unter Züchter der Korat in Ihrer Nähe.
Gesundheit: danach sollten Sie den Züchter fragen
| Erkrankung | Vorsorge in der Zucht |
|---|---|
| GM1-Gangliosidose | Gentest der Elterntiere (GLB1) |
| GM2-Gangliosidose | Gentest der Elterntiere (HEXB) |
| Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) | Herzultraschall der Zuchttiere wie bei jeder Rasse sinnvoll |
Quellen und weiterführende Informationen (5)
Von der Redaktion catterys.de · Stand: 26. September 2026


