Zum Inhalt springen
catterys.deKatzenrassen & Züchter in Deutschland

Leben mit Katze

Katzenbabys zu verschenken: Was Suchende und Abgebende wissen sollten

Katzenbabys zu verschenken – vom Bauernhof oder dringend abzugeben: was ein geschenktes Kitten wirklich kostet und wie Sie einen Wurf verantwortlich abgeben.

Von der Redaktion catterys.deÜberarbeitet am 13. Oktober 2026

Drei junge Kätzchen – zwei getigert-weiße und ein rot-weißes – schauen übereinander aus dem Türspalt eines Holzschuppens

Katzenbabys zu verschenken – solche Angebote gibt es jedes Jahr, vom Bauernhof ebenso wie aus der Nachbarschaft. Kostenlos ist ein solches Kitten trotzdem nicht: Impfungen, Chip und Kastration, die bei einem geschenkten Kätzchen meist fehlen, summieren sich nach der Gebührenordnung für Tierärzte schnell auf mehrere Hundert Euro. Und wer selbst einen Wurf abgeben muss, sollte ihn nicht verschenken, sondern frühestens mit zwölf Wochen und mit etwas Sorgfalt vermitteln – oder das Tierheim um Hilfe bitten.

Dieser Ratgeber ist für beide Seiten geschrieben: für alle, die ein Katzenbaby suchen, und für alle, die plötzlich fünf davon im Schuppen haben. Inserate finden Sie bei uns nicht; wir führen ein Tierheimverzeichnis und ein Verzeichnis geprüfter Züchter.

Wenn Sie ein Katzenbaby suchen

Warum „geschenkt“ selten günstig ist

Ein Kitten vom Züchter oder aus dem Tierheim bringt mit, was das geschenkte nicht hat: Impfungen, Entwurmung, Mikrochip, oft schon die Kastration. Holen Sie das nach, rechnet die Praxis nach der Gebührenordnung (GOT) ab – innerhalb eines Rahmens vom einfachen bis zum dreifachen Satz.

Leistung (GOT-Nummern) einfacher Satz dreifacher Satz
Ein Impftermin: Untersuchung (16) und Injektion (221) 35,12 € 105,36 €
Vier Impftermine der Grundimmunisierung 140,48 € 421,44 €
Mikrochip setzen (238) 10,24 € 30,72 €
Kastration Kater: Untersuchung (16), Injektionsnarkose (320), Operation (378) 78,13 € 234,39 €
Kastration Katze: Untersuchung (16), Injektionsnarkose (320), Ovarektomie (601) 104,29 € 312,87 €
Zusammen, Kater 228,85 € 686,55 €
Zusammen, Katze 255,01 € 765,03 €

Das ist ein Rechenbeispiel, keine Preisangabe. Alle Beträge sind Nettowerte und enthalten nur die tierärztlichen Leistungen. Hinzu kommen in jedem Fall die Impfstoffe, der Chip selbst, Narkose- und Schmerzmittel, Verbrauchsmaterial und 19 Prozent Mehrwertsteuer; die tatsächliche Rechnung liegt also darüber. Die vier Impftermine ergeben sich aus dem Schema der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet): 8., 12. und 16. Lebenswoche, Abschluss mit 15 Monaten. Die Einzelheiten stehen unter Katze impfen und Katze kastrieren.

Dazu kommen Wurmkuren, eine Kotuntersuchung, falls das Kitten Durchfall hat, und jede Behandlung, die ein krankes Kätzchen braucht. Was eine Katze über die Jahre kostet, zeigt der Katzenkosten-Rechner.

Risiken bei Bauernhof- und Kleinanzeigen-Kitten

Hofkatzen können wunderbare Hauskatzen werden. Die Risiken liegen nicht im Tier, sondern in dem, was bis zur Abgabe versäumt wurde:

  • Zu jung. Kitten sollen nach dem Deutschen Tierschutzbund mindestens zehn, besser zwölf Wochen bei Mutter und Geschwistern bleiben. Bei verschenkten Kitten achtet darauf niemand außer Ihnen. Fragen Sie nach dem Geburtsdatum – und warten Sie lieber noch ein paar Wochen.
  • Ungeimpft. Gegen Katzenseuche und Katzenschnupfen sollte laut StIKo Vet jede Katze geimpft sein. Ein Kitten ohne Impfpass ist ungeschützt, und beide Krankheiten treffen Jungtiere am härtesten. Verklebte Augen, Niesen oder Nasenausfluss sind kein Schönheitsfehler; mehr dazu unter Katzenschnupfen und Katzenseuche.
  • Parasiten. Katzenwelpen können sich laut ESCCAP schon über die Muttermilch mit Spulwürmern anstecken; empfohlen wird deshalb die Entwurmung ab der dritten Lebenswoche im Abstand von zwei Wochen. Bei Kitten, die draußen aufwachsen, können Flöhe, Ohrmilben und Giardien hinzukommen. Den passenden Plan nennt Ihre Praxis; die Grundlagen stehen unter Katze entwurmen.
  • Wenig Kontakt zu Menschen. Kitten, die im Stall ohne Menschen aufwachsen, bleiben manchmal scheu. Besuchen Sie den Wurf und achten Sie darauf, ob die Kleinen neugierig auf Sie zukommen.
  • Die Mutter bleibt unkastriert. Dann ist der nächste Wurf absehbar. Sprechen Sie es an.

Wie schlecht es Katzen ohne Betreuung gehen kann, zeigen Zahlen des Deutschen Tierschutzbundes zu Straßenkatzen: 99 Prozent sind krank, wenn Tierschutzvereine sie zum ersten Mal untersuchen lassen, und bis zu 75 Prozent ihrer Kitten erreichen den sechsten Lebensmonat nicht. Ein Hofkitten ist keine Straßenkatze – aber je weniger sich jemand um die Tiere kümmert, desto ähnlicher wird die Lage.

Wann Sie mit dem Kitten sofort zur Tierarztpraxis sollten

Stellen Sie jedes neue Kitten in den ersten Tagen in der Praxis vor, auch wenn es gesund wirkt. Ein Notfall ist ein Kitten, das

  • Durchfall hat oder erbricht,
  • nicht frisst oder nicht trinkt,
  • matt und teilnahmslos ist,
  • schwer atmet oder verklebte Augen und eine verstopfte Nase hat.

Kleine Kätzchen haben kaum Reserven. Außerhalb der Sprechzeiten ist der tierärztliche Notdienst zuständig. Wir sind keine Tierärzte; geben Sie keine Mittel aus der Hausapotheke und keine Wurmkur auf eigene Faust.

Die Alternative: Kitten aus dem Tierheim

Tierheime und Tierschutzvereine nehmen genau die Würfe auf, die niemand geplant hat. Sie vermitteln die Kitten gegen eine Schutzgebühr. Laut Deutschem Tierschutzbund deckt sie einen Teil der Kosten für Futter, Pflege, medizinische Versorgung, Impfungen und Kastration und spiegelt nicht den Wert des Tieres wider.

In den Beispielen, die wir für unseren Ratgeber Katze aus dem Tierheim zusammengetragen haben, lag die Schutzgebühr für eine kastrierte, geimpfte Katze zwischen 120 und 175 Euro. Legen Sie die Tabelle oben daneben: Ein Tierheimkitten ist unter dem Strich oft günstiger als ein geschenktes, das Sie selbst zur Praxis bringen. Dazu kennen die Pfleger den Charakter, und der Deutsche Tierschutzbund rät ohnehin, gleich zwei Katzen aufzunehmen, die sich verstehen. Adressen in Ihrer Nähe finden Sie im Tierheimverzeichnis.

Soll es eine bestimmte Rasse sein, führt der Weg über einen Vereinszüchter; wie Sie dabei vorgehen, steht unter Kitten kaufen.

Vorsicht bei „zu verschenken“-Anzeigen im Netz

Nicht hinter jedem Inserat steckt ein Wurf. Die Polizei Niedersachsen warnt vor einer Masche, bei der Katzen als „zu verschenken“ angeboten werden: Der Anbieter ist angeblich im Ausland, das Tier soll gebracht werden, und vorher werden Kosten für Transport, Tierarzt, Zoll oder eine Sicherheitsleistung fällig. Die Polizei rät, keine Vorkasse zu leisten und kein Tier zu übernehmen, das Sie nicht in seiner gewohnten Umgebung gesehen haben.

Wenn Sie Katzenbabys abgeben müssen

Die Katze hat unerwartet geworfen, oder auf dem Hof ist wieder ein Wurf da. Das lässt sich in Ordnung bringen – in dieser Reihenfolge.

1. Nicht vor der zwölften Woche

Lassen Sie die Kitten mindestens zehn, besser zwölf Wochen bei der Mutter, wie es der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt. Ein Inserat „dringend abzugeben“ für sechs Wochen alte Kätzchen löst kein Problem, sondern gibt es weiter. Nutzen Sie die Zeit:

  • Entwurmen ab der dritten Lebenswoche nach dem Plan Ihrer Praxis; die Mutter wird laut ESCCAP bei der ersten Behandlung mitbehandelt.
  • Impfen ab der achten Woche.
  • An Menschen gewöhnen: jeden Tag anfassen, spielen, Alltagsgeräusche.

2. Früh das Tierheim oder den Tierschutzverein ansprechen

Warten Sie nicht, bis die Kitten zwölf Wochen alt sind. Ein Tierheim braucht Vorlauf, um Plätze zu planen. Fragen Sie auch, ob es bei der Vermittlung hilft, während die Tiere noch bei Ihnen bleiben, und ob für die Aufnahme eine Gebühr anfällt – belastbare Zahlen dazu gibt es nicht, jedes Tierheim regelt das selbst. Adressen: Tierheime in Ihrer Nähe.

3. Selbst vermitteln – aber nicht verschenken

Wenn Sie die Kitten selbst vermitteln, verlangen Sie eine Schutzgebühr und schließen Sie einen kurzen schriftlichen Vertrag. Wer bereit ist, eine Schutzgebühr zu zahlen und einen Vertrag zu unterschreiben, hat sich die Anschaffung in der Regel überlegt. Bei „zu verschenken“ fehlt diese Hürde, und Sie erfahren oft nicht, wohin Ihr Kätzchen kommt. Deshalb:

  • Lernen Sie die Interessenten kennen, am besten bei sich zu Hause, und fragen Sie nach Wohnung, Freigang und anderen Tieren.
  • Geben Sie Impfpass und Entwurmungsdaten mit.
  • Vereinbaren Sie die Kastration. Kätzinnen können nach dem Deutschen Tierschutzbund schon im vierten oder fünften Lebensmonat geschlechtsreif werden.
  • Geben Sie Geschwister möglichst zu zweit ab.
  • Bieten Sie an, das Tier zurückzunehmen, wenn es nicht klappt.

Welche Fragen ein sorgfältiger Abgeber stellt und beantwortet, zeigt unsere Liste Fragen an den Züchter – sie passt in weiten Teilen auch auf einen Hofwurf.

4. Die Mutterkatze kastrieren lassen

Sonst stehen Sie bald wieder an derselben Stelle: Katzen können sich laut Deutschem Tierschutzbund mehrmals im Jahr fortpflanzen. Den Zeitpunkt nach dem Wurf legt die Tierarztpraxis fest. Was der Eingriff kostet, steht unter Katze kastrieren. Für Freigänger ist die Kastration in Berlin, Hamburg, Schleswig-Holstein und vielen Gemeinden ohnehin Pflicht – ob Ihr Wohnort dazugehört, klärt der Artikel zur Katzenschutzverordnung. Fragen Sie beim örtlichen Tierschutzverein, ob er bei Hofkatzen unterstützt.

5. Niemals aussetzen

§ 3 Tierschutzgesetz verbietet es, ein Tier, das in der Obhut des Menschen lebt, auszusetzen oder zurückzulassen, um es loszuwerden oder sich der Halterpflicht zu entziehen. Der Karton am Waldrand oder auf dem Parkplatz ist genau das. Der Verstoß ist nach § 18 eine Ordnungswidrigkeit, die mit bis zu 25.000 Euro Geldbuße geahndet werden kann. Für die Kitten ist es vor allem eines: lebensgefährlich.

Häufige Fragen

Wo finde ich Katzenbabys zu verschenken?

Über Aushänge, Kleinanzeigen und Höfe in der Umgebung – dort aber ohne jede Kontrolle von Alter, Impfung und Gesundheit. Verlässlicher sind Tierheime und Tierschutzvereine: Sie vermitteln Kitten gegen Schutzgebühr, tierärztlich versorgt. Adressen stehen im Tierheimverzeichnis.

Ab wann darf man Katzenbabys abgeben?

Frühestens mit zwölf Wochen. Der Deutsche Tierschutzbund nennt mindestens zehn, besser zwölf Wochen bei Mutter und Geschwistern; bis dahin lernen Kitten ihr Sozialverhalten, und die ersten beiden Impfungen sind möglich.

Was kostet ein geschenktes Kätzchen beim Tierarzt?

Vier Impftermine, Chip und Kastration ergeben nach der GOT im einfachen Satz 228,85 Euro (Kater) oder 255,01 Euro (Katze), im dreifachen Satz 686,55 oder 765,03 Euro – jeweils netto und ohne Impfstoffe, Medikamente und Material. Einen verbindlichen Betrag nennt nur Ihre Praxis.

Sind Katzenbabys vom Bauernhof gesund?

Das hängt davon ab, wie sich der Hof um seine Katzen kümmert. Wo Mutter und Kitten entwurmt, geimpft und an Menschen gewöhnt sind, spricht nichts gegen ein Hofkitten. Wo das fehlt, müssen Sie mit Würmern, Flöhen und Katzenschnupfen rechnen und das Kitten sofort in der Praxis vorstellen.

Ich muss Katzenbabys dringend abgeben – was tun?

Rufen Sie das nächste Tierheim oder den Tierschutzverein an und schildern Sie die Lage offen. Behalten Sie die Kitten, wenn irgend möglich, bis zur zwölften Woche bei der Mutter. Setzen Sie sie nicht aus – das ist verboten und für die Tiere lebensgefährlich.

Gratis-PDF

Kitten-Kauf-Leitfaden

Seriösen Züchter erkennen, Fragen für den Besuch, Kaufvertrag, Kosten und die ersten 30 Tage – mit Checklisten zum Ausdrucken. 30 Seiten, kostenlos als PDF.

Mit dem Absenden melden Sie sich für die E-Mails von catterys.de an: Sie erhalten das PDF und danach Tipps rund um Katzenhaltung, Gesundheit und Ernährung sowie passende Empfehlungen und Angebote (z. B. zu Futter und weiteren Ratgebern). Abmelden können Sie sich jederzeit mit einem Klick. Mehr in der Datenschutzerklärung.

Quellen und weiterführende Informationen (10)
  1. Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT), Fassung vom 22.11.2022 – Gebührenverzeichnis
  2. StIKo Vet: Impftabelle Katze (Leitlinie zur Impfung von Kleintieren)
  3. ESCCAP Deutschland: Wie oft Katzen entwurmen?
  4. Deutscher Tierschutzbund: Katzenhaltung
  5. Deutscher Tierschutzbund: Straßenkatzen
  6. Deutscher Tierschutzbund: Alles rund um die Kastration von Katzen
  7. Deutscher Tierschutzbund: Fragen zu Tierheimen und zur Tiervermittlung
  8. Tierschutzgesetz § 3 (Verbote, u. a. Aussetzen)
  9. Tierschutzgesetz § 18 (Ordnungswidrigkeiten, Geldbuße)
  10. Polizei Niedersachsen, Ratgeber Internetkriminalität: Tierverkauf über Kleinanzeigen (aktualisiert 21.09.2020)

Weiterlesen