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Fellfarbe

Schwarz-weiße Katzen: Bicolor, Tuxedo, Harlekin und Van

Schwarz-weiße Katzen sind keine Rasse, sondern gescheckt. Wie die Weißscheckung entsteht, was Bicolor, Tuxedo, Harlekin, Van und Mitted bedeuten – mit Quellen.

Von der Redaktion catterys.deStand: 12. Oktober 2026

Kopfporträt einer schwarz-weißen Katze mit schwarzer Kappe, weißer Blesse, weißer Schnauze und gelben Augen.

Schwarzer Rücken, weiße Brust, weiße Pfoten: Schwarz-weiße Katzen gehören zu den häufigsten Katzen überhaupt. Sie heißen Kuhkatze, Smoking-Katze oder Tuxedo, tragen Masken, Kappen und Blessen – und keine gleicht der anderen. Eine Rasse ist Schwarz-Weiß nicht. Es ist eine Zeichnung, die bei Hauskatzen ebenso vorkommt wie bei vielen Rassekatzen.

Züchter sprechen von „Bicolour“ (zweifarbig) oder allgemein von „Farbe mit Weiß“. Dahinter steckt eine einzige Erbanlage, die Weißscheckung. Diese Seite erklärt, wie sie entsteht, warum die Flecken so unterschiedlich ausfallen und was die Fachbegriffe bedeuten.

So entsteht die Weißscheckung

Eine schwarz-weiße Katze ist genetisch eine schwarze Katze, der an manchen Stellen das Pigment fehlt. Das Schwarz selbst kommt zustande, wenn das Agouti-Gen ausfällt und die Tabby-Zeichnung dadurch überdeckt wird (mehr dazu unter Schwarze Katzen). Das Weiß ist keine Farbe, sondern das Fehlen von Farbe: In den weißen Bereichen gibt es keine Pigmentzellen.

Die Ursache hat eine Arbeitsgruppe um Victor David 2014 beschrieben. Sie liegt im Gen KIT, das unter anderem steuert, wie sich die Vorläufer der Pigmentzellen im Embryo ausbreiten und überleben. Bei gescheckten Katzen sitzt in diesem Gen ein eingefügtes Stück Erbgut, das von einem im Katzenerbgut verankerten (endogenen) Retrovirus stammt – gut 7.000 Bausteine lang. Es stört die Steuerung des Gens. Wo die Pigmentzellen deshalb nicht ankommen, bleibt das Fell weiß.

Die Studie liefert die wichtigsten Fakten zum Erbgang:

  • Eine Kopie genügt. Von 94 gescheckten Rassekatzen trugen 93 die Variante; 53 davon nur in einfacher Ausführung. Die Scheckung ist also dominant. Züchter schreiben das Allel als „S“ oder „ws“.
  • Zwei Kopien bedeuten meist mehr Weiß. Bei Türkisch Van und Japanese Bobtail, zwei Rassen mit sehr viel Weiß, trugen 13 von 16 untersuchten Tieren die Variante doppelt.
  • Genau vorhersagen lässt sich der Weißanteil nicht. Die Autoren beschreiben Geschwister mit derselben Erbanlage und deutlich verschiedenem Weißanteil. Weitere, noch unbekannte Gene reden mit.

Dieselbe Stelle im KIT-Gen ist auch für das dominante Weiß verantwortlich, bei dem die ganze Katze weiß ist. Dort sitzt nur ein kurzes Bruchstück desselben Virus-Erbguts. Es handelt sich also um zwei verwandte, aber verschiedene Varianten – mit verschiedenen Folgen, wie der Abschnitt zur Gesundheit zeigt. Mehr dazu unter Weiße Katzen.

Bicolour, Harlekin, Van: die Einteilung nach Weißanteil

Die Zuchtverbände ordnen gescheckte Katzen danach, wie viel vom Körper gefärbt ist. Im EMS-Code steht dafür eine Zahl hinter dem Farbbuchstaben; eine schwarz-weiße Katze ist zum Beispiel „n 03“. Die Definitionen stammen aus dem Allgemeinen Teil der FIFe-Standards.

Bezeichnung EMS-Code So sieht es aus
Mit beliebigem Weißanteil 09 etwas Weiß – Blesse, Medaillon, Brust, Bauch oder Pfoten –, laut FIFe bis höchstens ein Viertel
Bicolour 03 mindestens die Hälfte, höchstens drei Viertel gefärbt; Weiß an Beinen, Brust, Gesicht und Bauch
Harlekin 02 Farbflecken bedecken ein Viertel bis die Hälfte des Körpers, am liebsten als einzelne, weiß umrandete Flecken
Van 01 fast ganz weiß: zwei Farbflecken am Kopf, getrennt durch eine weiße Blesse, und ein farbiger Schwanz

Bei der Van-Zeichnung toleriert die FIFe zusätzlich bis zu drei kleine Farbflecken am Körper oder an den Beinen. Der Name stammt von der Türkisch Van, bei der diese Verteilung zum Rassestandard gehört.

Im Alltag gibt es weitere Namen, die in keinem Standard stehen:

  • Tuxedo oder Smoking: überwiegend schwarz, mit weißer Brust, weißen Pfoten und oft weißem Kinn oder weißer Schnauze. Je nach Weißanteil wäre das im EMS-Code 09 oder 03.
  • Kuhkatze: viel Weiß mit großen schwarzen Flecken – also Bicolour oder Harlekin.
  • Maske und Mantel: schwarzer Kopf und Rücken, weiße Unterseite.

Die Zeichnung muss übrigens nicht symmetrisch sein. Ausstellungsrichter wünschen sich harmonisch verteilte Flecken und bei Bicolour eine weiße Blesse im Gesicht; die Natur hält sich selten daran. Schiefe Bärtchen, einzelne schwarze Zehen oder ein Fleck am Kinn sind normal.

Mitted, Handschuhe und Snowshoe

Weiße Pfoten haben eigene Namen, vor allem bei Pointkatzen:

  • Mitted (Code 04) gibt es bei der FIFe nur für die Ragdoll: weiße „Handschuhe“ an den Vorderpfoten, weißes Kinn und ein weißer Streifen über den Bauch.
  • Die Snowshoe hat einen eigenen Code (05); verlangt werden vier weiße Füße.
  • Die Handschuhe der Heiligen Birma sehen ähnlich aus, haben aber eine andere Ursache. In der Studie von 2014 trug keine der untersuchten Birmas die gewöhnliche Scheckungs-Variante. Im selben Jahr beschrieb das Team um Michael Montague eine eigene, bis dahin unbekannte Variante im KIT-Gen als Ursache der Birma-Handschuhe.

Wie die Point-Zeichnung entsteht, auf der diese weißen Abzeichen sitzen, erklärt die Seite Point-Katzen.

Gesundheit: Schwarz-Weiß ist nicht Weiß

Rein weiße Katzen mit dem dominanten Weiß-Gen haben ein erhöhtes Risiko, taub zu sein, besonders mit blauen Augen. Für gescheckte Katzen ist das nicht belegt. In der KIT-Studie hörten die reinerbig gescheckten Katzen normal; die Autoren weisen selbst darauf hin, dass sie nur wenige solche Tiere testen konnten (drei). Ein erhöhtes Taubheitsrisiko für schwarz-weiße Katzen lässt sich daraus nicht ableiten – eine Garantie allerdings auch nicht.

Bei Katzen mit sehr viel Weiß – Van und Harlekin – führen die Standards auch blaue und verschiedenfarbige Augen. Was es damit auf sich hat, steht unter Blaue Augen. Wir sind keine Tierärzte: Reagiert Ihre Katze nicht auf Geräusche, lässt sich das in der Tierarztpraxis abklären.

Mythen und Charakter

Schwarz-weißen Katzen wird viel nachgesagt: besonders clever, besonders frech, besonders gesprächig. Belege gibt es dafür nicht.

Oft zitiert wird eine Online-Befragung der University of California in Davis (Stelow und Kollegen, 2016) mit 1.274 ausgewerteten Fragebögen. Halter von schwarz-weißen Katzen berichteten dort – wie Halter von Schildpatt- und grau-weißen Katzen – etwas häufiger von ruppigem Verhalten gegenüber Menschen. Die Autoren selbst halten fest, dass sich beim Anfassen und beim Tierarzt kaum Unterschiede zwischen den Farben zeigten. Und eine Umfrage misst Berichte von Haltern, kein Verhalten. Ein Grund, einer schwarz-weißen Katze zu misstrauen, ist das nicht.

Dass eine Scheckung, die im Embryo durch die Verteilung von Pigmentzellen entsteht, das Wesen formt, ist nicht belegt. Entscheidend sind Herkunft, Prägung und Haltung – und das einzelne Tier.

Bei welchen Rassen kommt Schwarz-Weiß vor?

Zeichnungen mit Weiß sind bei den meisten Rassen erlaubt, die mehrere Farben kennen: Britisch Kurzhaar, Maine Coon, Norwegische Waldkatze, Perser und viele mehr. Nicht zugelassen ist Weiß bei Rassen, die über eine einzige Farbe definiert sind, etwa Russisch Blau, Chartreux oder Bombay. Die Karten unten zeigen die wichtigsten Rassen mit Scheckung.

Wer eine schwarz-weiße Katze sucht, braucht aber keinen Züchter. Sie gehören zu den häufigsten Hauskatzen, und in den Tierheimen warten viele von ihnen. Unser Tierheim-Verzeichnis führt zu den Häusern in Ihrer Nähe; welche Katze zu Ihrem Alltag passt, klärt der Test Welche Katze passt zu mir?.

Alle Farben und Zeichnungen im Überblick finden Sie unter Katzenfarben. Verwandte Seiten: Schwarz, Weiß, Glückskatze – die dreifarbige Verwandte – und Blaue Augen.

Bei diesen Rassen ist die Zeichnung mit Weiß anerkannt

  • Braun getigerte Hauskatze mit gelbgrünen Augen und geringeltem Schwanz geht über eine verschneite Fläche und blickt zur Kamera.
    Kurzhaar3–6 kg

    Hauskatze

    Schwarz-Weiß gehört neben der Tigerung zu den häufigsten Zeichnungen der Hauskatze – die typische „Kuhkatze“ oder Tuxedo-Katze hat keinen Stammbaum.

  • Blaue Britisch-Kurzhaar-Katze mit rundem Kopf, dichtem Plüschfell und kupferorangen Augen liegt auf einem Parkettboden.
    Kurzhaar4–8 kg57 Züchter

    Britisch Kurzhaar

    Die FIFe führt die BKH als Bicolour (03), Harlekin (02) und Van (01) – auch in Schwarz mit Weiß. Verlangt werden klar abgegrenzte, gleichmäßig gefärbte Flecken.

  • Kopfporträt einer braun getigerten Maine Coon mit hellgrünen Augen, langen Schnurrhaaren und dunklen Luchspinseln an den Ohrspitzen
    Halblanghaar4–9 kg41 Züchter

    Maine Coon

    Hier ist jede Menge Weiß erlaubt, vom kleinen Brustfleck bis zu weißen Pfoten und weißem Bauch; die FIFe führt Schwarz mit Weiß in allen Abstufungen von 09 bis Van.

  • Schwarz getigerte Norwegische Waldkatze mit weißer Brust, Ohrpinseln und grünen Augen kauert im Schneefall auf einer Holzterrasse.
    Halblanghaar3,5–8 kg24 Züchter

    Norwegische Waldkatze

    Fast alle Farben sind zugelassen und oft mit Weiß kombiniert – Latz, Pfoten und Bauch sind bei schwarzen Tieren häufig weiß.

  • Grau getigerte Kurzhaarkatze mit weißer Brust und weißen Pfoten sitzt auf einem Betonpfeiler vor blauem Himmel und Hausdächern
    Kurzhaar3,5–7 kg

    Europäisch Kurzhaar

    Als Rasse nach dem Vorbild der Hauskatze lässt die Europäisch Kurzhaar Schwarz mit Weiß in den Stufen Van, Harlekin und Bicolour zu.

  • Golden schattierte Perserkatze mit grünen Augen, kurzer, aber nicht extrem flacher Nase und langem Fell liegt auf einer hellen Decke.
    Langhaar3,5–6,5 kg3 Züchter

    Perser

    Bicolour, Harlekin und Van sind bei der Perser anerkannt; im langen Fell wirken die Farbflächen weicher begrenzt.

  • Braun getigerte Exotic Shorthair mit weißer Brust, rundem Kopf, kurzer Nase und kupferfarbenen Augen steht auf einem Tisch bei einer Katzenausstellung
    Kurzhaar3–6,5 kg1 Züchter

    Exotic Shorthair

    Dieselben Zeichnungen mit Weiß wie beim Perser, nur im kurzen Plüschfell, in dem die Farbgrenzen schärfer zu sehen sind.

  • Weiße Türkisch Van mit roten Abzeichen an den Ohren, rotem Schwanz und einem blauen und einem bernsteinfarbenen Auge liegt auf einer bunten Decke.
    Halblanghaar3,5–7,5 kg

    Türkisch Van

    Die Namensgeberin der Van-Zeichnung: kreideweißer Körper, Farbe nur am Kopf und am Schwanz. Nach CFA dürfen höchstens 15 Prozent des Körpers gefärbt sein; häufiger als Schwarz ist Rot.

  • Weiße Japanese Bobtail mit rötlich gefärbtem Ohr liegt auf einer olivgrünen Sofalehne, hinten ist der kurze, puschelige Stummelschwanz zu sehen
    Kurzhaar2,5–4,5 kg

    Japanese Bobtail

    Eine Rasse mit traditionell viel Weiß; in der genetischen Studie von 2014 trugen die meisten untersuchten Tiere die Scheckungs-Variante doppelt.

  • Sibirische Katze in Braun-Tabby mit weißer Halskrause, weißen Pfoten und grünen Augen liegt auf einem geflochtenen Teppich.
    Halblanghaar3,5–8 kg16 Züchter

    Sibirische Katze

    Nahezu alle Farben sind zugelassen, auch mit Weiß – schwarz-weiße Sibirer tragen oft Latz, Pfoten und Blesse.

  • Blue-bicolour-Ragdoll mit blauen Augen und weißem Latz liegt auf einem roten Sofa vor einer orangefarbenen Wand.
    Halblanghaar4–9 kg22 Züchter

    Ragdoll

    Scheckung auf einer Pointkatze: „Mitted“ (Code 04) mit weißen Handschuhen und „Bicolour“ mit weißem umgekehrtem V im Gesicht – nicht schwarz-weiß, aber dieselbe Art von Zeichnung.

  • Heilige Birma in Seal-Point mit tiefblauen Augen und weißer Vorderpfote liegt entspannt auf einem hellen, glänzenden Fliesenboden.
    Halblanghaar3,5–7 kg28 Züchter

    Heilige Birma

    Vier weiße „Handschuhe“ auf einer Pointkatze. Sie gehen auf eine eigene Variante im selben Gen zurück, nicht auf die gewöhnliche Scheckung.

  • Snowshoe in Seal Point mit weißem umgekehrtem V auf der Nase und weißen Pfoten liegt auf einem hellen Steinboden.
    Kurzhaar2,5–5,5 kg

    Snowshoe

    Point-Zeichnung mit weißen Pfoten und oft einem weißen V im Gesicht; die FIFe hat dafür einen eigenen Code (05).

Häufige Fragen

Welche Rasse ist eine schwarz-weiße Katze?

In aller Regel keine. Schwarz-Weiß ist eine Zeichnung, die bei Hauskatzen sehr häufig vorkommt und bei vielen Rassen zugelassen ist. Eine eigene Rasse „Tuxedo“ oder „Kuhkatze“ gibt es nicht.

Was ist eine Tuxedo-Katze?

So nennt man im Englischen eine überwiegend schwarze Katze mit weißer Brust, weißen Pfoten und oft weißer Schnauze – wie ein Smoking mit Hemd. Es ist ein Alltagsbegriff, keine Klasse der Zuchtverbände.

Sind schwarz-weiße Katzen häufiger taub?

Dafür gibt es keinen Beleg. Das bekannte Taubheitsrisiko betrifft rein weiße Katzen mit dem dominanten Weiß-Gen. In der maßgeblichen Studie hörten die untersuchten gescheckten Katzen normal; die Zahl der getesteten Tiere war allerdings klein.

Können zwei einfarbig schwarze Katzen schwarz-weiße Kitten bekommen?

Nach dem bekannten Erbgang nicht: Die Weißscheckung ist dominant, mindestens ein Elternteil muss sie also selbst zeigen. Ein winziger weißer Fleck an Brust oder Bauch wird allerdings leicht übersehen.

Was ist eine Kuhkatze?

Ein liebevoller Spitzname für Katzen mit viel Weiß und großen schwarzen Flecken, die an das Fell einer Schwarzbunten erinnern. Die Verbände sprechen bei solchen Tieren von Bicolour oder Harlekin.

Quellen und weiterführende Informationen (9)
  1. David et al. (2014): Endogenous retrovirus insertion in the KIT oncogene determines white and white spotting in domestic cats, G3
  2. Montague et al. (2014): Comparative analysis of the domestic cat genome reveals genetic signatures underlying feline biology and domestication, PNAS
  3. Eizirik et al. (2003): Molecular genetics and evolution of melanism in the cat family, Current Biology
  4. FIFe: Allgemeiner Teil der Standards – Farbvarietäten mit Weiß (Van, Harlekin, Bicolour, Mitted, Snowshoe)
  5. FIFe: EMS-System (Farb- und Mustercodes)
  6. FIFe: Rassestandard Britisch Langhaar/Kurzhaar (BLH/BSH)
  7. FIFe: Rassestandard Europäisch Kurzhaar (EUR)
  8. FIFe: Rassestandard Exotic/Perser (EXO/PER)
  9. Stelow, Bain, Kass (2016): The Relationship Between Coat Color and Aggressive Behaviors in the Domestic Cat, JAAWS