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Rassen im Überblick

Katzenrassen für Familien: welche Katzen zu Kindern passen

Welche Katzenrassen passen zu Kindern und anderen Haustieren? Die Liste nach unseren Rassenprofilen – mit den Regeln, die mehr zählen als jede Rasse.

Von der Redaktion catterys.deStand: 12. Oktober 2026

Kopfporträt einer braun getigerten Maine Coon mit hellgrünen Augen, langen Schnurrhaaren und dunklen Luchspinseln an den Ohrspitzen

Eine Familienkatze muss einiges aushalten können: Lärm, Besuch, plötzliche Bewegungen, Hände, die noch nicht wissen, wie man streichelt. Wer nach Katzenrassen für Kinder sucht, will deshalb vor allem eines wissen: Welche Katze bleibt gelassen, wenn es turbulent wird – und zieht sich zurück, statt die Krallen einzusetzen?

Es gibt Rassen, bei denen das wahrscheinlicher ist. Wir nennen sie, mit den Zahlen aus unseren Steckbriefen. Der zweite Teil dieser Seite ist aber der wichtigere: die Regeln, ohne die auch die geduldigste Ragdoll irgendwann unter dem Bett verschwindet.

Wonach wir sortiert haben

Zwei der neun Werte unserer Steckbriefe (jeweils 1 bis 5) tragen diese Liste:

  • Kinder – wie gelassen und geduldig die Rasse im Schnitt mit Kindern umgeht.
  • Andere Tiere – wie gut sie sich mit weiteren Katzen und mit Hunden verträgt.

In die Liste kommen zuerst alle Rassen mit dem Höchstwert 5 bei „Kinder“. Dahinter folgen Rassen mit einer 4, die zusätzlich entweder bei „andere Tiere“ oder bei der Anfängereignung eine 5 haben – Familien sind oft Ersthalter. Rassen, die wir als Qualzucht einstufen, nehmen wir nicht auf, auch wenn sie als kinderlieb gelten (Scottish Fold und Munchkin haben bei „Kinder“ eine 4). Die Werte sind eine Einordnung der Redaktion, keine Messung.

Katzenrassen für Familien in der Übersicht

Rasse Kinder Andere Tiere Aktivität Alleinbleiben Anfänger
Heilige Birma 5 5 2 3 5
Maine Coon 5 5 3 3 4
Ragdoll 5 5 2 2 4
RagaMuffin 5 5 2 2 4
Kurilen-Bobtail 5 4 4 3 5
Tonkanese 4 5 4 1 3
Britisch Kurzhaar 4 4 2 4 5
Amerikanisch Kurzhaar 4 4 3 4 5
Chartreux 4 4 3 4 5
Europäisch Kurzhaar 4 4 4 4 5

Werte von 1 (sehr gering) bis 5 (sehr hoch). Bei „Alleinbleiben“ bedeutet eine hohe Zahl, dass die Rasse einige Stunden ohne Menschen gut verkraftet.

Eine 4 bei „Kinder“ haben noch viele weitere Rassen, etwa Norwegische Waldkatze, Sibirische Katze, Britisch Langhaar, Burma oder Devon Rex. Die Liste ist also keine Ausschlussliste. Zurückhaltender bewertet – mit einer 3 – sind unter anderem Perser, Russisch Blau, Abessinier und Bengal: die einen, weil sie Trubel nicht mögen, die anderen, weil ihr Temperament kleine Kinder überfordert. Die Savannah hat eine 2.

Ruhige oder lebhafte Familie?

Die Spalte „Aktivität“ hilft bei der Feinauswahl. Birma, Ragdoll und Britisch Kurzhaar (Aktivität 2) passen in Familien, in denen es abends ruhig wird. Maine Coon, Kurilen-Bobtail und Europäisch Kurzhaar spielen ausdauernd und mögen Bewegung – gut für Schulkinder, die mit Federangel und Ball beschäftigen wollen. Ist tagsüber niemand zu Hause, lohnt ein Blick auf „Alleinbleiben“: Ragdoll, RagaMuffin und vor allem Tonkanese leiden dann.

Regeln für Kinder und Katzen

Die Regeln zu Aufsicht, Rückzug, Anfassen und Hygiene folgen den Empfehlungen der britischen Katzenschutzorganisation International Cat Care; die Hausregeln und die Hinweise zur Körpersprache haben wir aus der Praxis ergänzt. Sie gelten für jede Katze, mit und ohne Stammbaum.

Aufsicht

  • Babys und Kleinkinder nie unbeaufsichtigt mit der Katze lassen. Körperlicher Kontakt nur, wenn ein Erwachsener danebensitzt und eingreifen kann.
  • Das Zimmer des Babys bleibt für die Katze geschlossen, solange das Kind sehr klein ist; Körbchen und Kinderwagen sichert ein Netz.

Rückzug

  • Die Katze braucht viele Plätze außerhalb der Reichweite des Kindes: Regalbretter, Kratzbaum, Schrankoberseiten, Höhlen, Kartons.
  • Sobald das Kind krabbelt und läuft, schaffen Türgitter und erhöhte Ebenen Bereiche, in die es nicht folgen kann.
  • Dazu eine einfache Hausregel: Wo die Katze schläft, frisst oder auf der Toilette ist, wird sie nicht gestört.

Anfassen

  • Kinder streicheln mit der flachen Hand, an Kopf und Rücken – nicht an Pfoten und Bauch. Bei den ganz Kleinen führt ein Erwachsener die Hand.
  • Die Katze bestimmt, ob und wie lange gestreichelt wird. Geht sie weg, läuft niemand hinterher.
  • Nicht hochheben, nicht festhalten, nicht am Schwanz ziehen. Ältere Kinder lernen, wie man eine Katze richtig trägt – wenn sie es mag.

Körpersprache

Erklären Sie Kindern früh die Warnzeichen: angelegte Ohren, zuckender oder peitschender Schwanz, Wegducken, Fauchen. Dann heißt es: Hände weg, Abstand.

Hygiene

  • Hände waschen nach dem Streicheln, vor allem vor dem Essen.
  • Die Katzentoilette reinigen Erwachsene, mit Handschuhen oder anschließendem gründlichen Händewaschen; sie steht so, dass Kleinkinder nicht hineingreifen.
  • Katzen gehören nicht auf Arbeitsflächen in der Küche.
  • Die Gesundheitsvorsorge der Katze aktuell halten, vor allem die Floh- und Wurmbehandlung – den passenden Plan legt die Tierarztpraxis fest.

Beißt oder kratzt eine Katze ein Kind tiefer, sollte die Wunde ärztlich angesehen werden; Katzenbisse entzünden sich leicht. Und zeigt eine bislang freundliche Katze plötzlich Abwehr, lassen Sie sie tierärztlich untersuchen – oft stecken Schmerzen dahinter.

Was mehr zählt als die Rasse

Die Kinderstube der Katze. Katzen lernen den Umgang mit Menschen vor allem zwischen der zweiten und siebten Lebenswoche. Ein Leitfaden der EU-Plattform für Tierschutz fasst die Forschung so zusammen: Kitten, die in dieser Zeit täglich freundlich angefasst werden, und zwar von mehr als einer Person, sind später sicherer im Umgang mit Fremden. Für Familien heißt das: Fragen Sie den Züchter, ob die Kitten im Wohnbereich aufwachsen und Kinder kennen. Unsere Fragen an den Züchter helfen dabei.

Das einzelne Tier. Eine finnische Studie mit 5.726 Katzen (Salonen et al., 2019) fand deutliche Verhaltensunterschiede zwischen Rassen, schätzte die Erblichkeit aber nur auf 0,40 bis 0,53. Es gibt scheue Ragdolls und geduldige Bengalen.

Zwei Katzen. Der Deutsche Tierschutzbund empfiehlt für Wohnungskatzen die Haltung mit einem verträglichen Artgenossen. In Familien hat das einen zweiten Vorteil: Die Katzen spielen miteinander und sind weniger auf die Kinder angewiesen.

Erwachsen statt Kitten. Der Tierschutzbund rät, sich zuerst im Tierheim umzusehen. Dort sitzen viele Hauskatzen, deren Verhalten gegenüber Kindern das Personal einschätzen kann – oft stammen sie selbst aus Familien. Sagen Sie offen, wie alt Ihre Kinder sind. Adressen finden Sie im Tierheim-Verzeichnis, den Ablauf im Ratgeber Katze aus dem Tierheim.

Die Verantwortung. Eine Katze kann nach Angaben des Tierschutzbunds bis zu 20 Jahre alt werden. Das Kind, für das sie angeschafft wird, zieht in dieser Zeit womöglich aus. Tägliche Pflege, Tierarztkosten und Urlaubsbetreuung bleiben bei den Eltern; was das im Monat bedeutet, zeigt der Katzenkosten-Rechner.

Wie es weitergeht

Was zum Einzug bereitstehen sollte, steht in der Checkliste Erstausstattung; die ersten Tage beschreibt der Ratgeber Die erste Katze zieht ein. Welche Rasse zu Ihrem Alltag passt, zeigt der Test Welche Katze passt zu mir?; im Rassen-Vergleich lassen sich zwei Rassen gegenüberstellen. Geprüfte Adressen stehen im Züchterverzeichnis, zum Beispiel für die Heilige Birma, die Maine Coon und die Ragdoll.

Verwandte Listen: Katzenrassen für Anfänger, ruhige Katzenrassen, verschmuste Katzenrassen. Hat ein Familienmitglied eine Allergie, lesen Sie vorher Katzenrassen für Allergiker.

Familienkatzen im Porträt

  • Heilige Birma in Seal-Point mit tiefblauen Augen und weißer Vorderpfote liegt entspannt auf einem hellen, glänzenden Fliesenboden.
    Halblanghaar3,5–7 kg33 Züchter

    Heilige Birma

    Kinder 5, andere Tiere 5, Anfänger 5: ruhig (Aktivität 2), geduldig und gesellig – die ausgeglichenste Familienkatze unserer Tabelle und gut für die Wohnung (5).

  • Kopfporträt einer braun getigerten Maine Coon mit hellgrünen Augen, langen Schnurrhaaren und dunklen Luchspinseln an den Ohrspitzen
    Halblanghaar4–9 kg49 Züchter

    Maine Coon

    Kinder 5, andere Tiere 5: groß (Kater 6–9 kg), gutmütig und verspielt bis ins Alter. Braucht Platz und stabile Möbel (Wohnung 3); Elterntiere sollten herzuntersucht sein.

  • Blue-bicolour-Ragdoll mit blauen Augen und weißem Latz liegt auf einem roten Sofa vor einer orangefarbenen Wand.
    Halblanghaar4–9 kg24 Züchter

    Ragdoll

    Kinder 5, andere Tiere 5, Aktivität 2: sanft und sehr menschenbezogen. Gerade weil sie sich viel gefallen lässt, müssen Kinder bei ihr Grenzen lernen. Ungern allein (2).

  • Schwarz-weiße RagaMuffin mit grünen Augen und langem, weichem Fell liegt im warmen Gegenlicht auf einem dunklen Regalbrett.
    Halblanghaar4–9 kg

    RagaMuffin

    Werte wie die Ragdoll (Kinder 5, andere Tiere 5, Aktivität 2). In Deutschland kaum zu bekommen – wir führen derzeit keinen Züchter.

  • Silbergrau getigerte Kurilen-Bobtail mit bernsteinfarbenen Augen und breitem Kopf liegt auf einer hellen Decke vor dunklem Hintergrund
    Halblanghaar3,5–7 kg

    Kurilen-Bobtail

    Kinder 5, andere Tiere 4, Anfänger 5: robust, freundlich, verspielt (Aktivität 4). Passt zu lebhaften Familien mit Platz; in Deutschland sehr selten.

  • Tonkanese mit graubraunem Mink-Fell, etwas dunklerem Gesicht und hellen aquamarinfarbenen Augen liegt auf einem violetten Ausstellungskissen.
    Kurzhaar2,5–5,5 kg

    Tonkanese

    Kinder 4, andere Tiere 5: verspielt und kontaktfreudig, macht jedes Spiel mit. Dafür gesprächig (4) und sehr ungern allein (Alleinbleiben 1) – nur in Haushalte, in denen fast immer jemand da ist.

  • Blaue Britisch-Kurzhaar-Katze mit rundem Kopf, dichtem Plüschfell und kupferorangen Augen liegt auf einem Parkettboden.
    Kurzhaar3,5–8 kg71 Züchter

    Britisch Kurzhaar

    Kinder 4, andere Tiere 4, Anfänger 5: gelassen und geduldig, aber keine Katze zum Herumtragen. Sie zieht sich zurück, statt sich zu wehren – Kinder müssen das respektieren.

  • Kopfporträt einer silbern gestromten Amerikanisch-Kurzhaar-Katze mit gelbgrünen Augen vor dunklem Hintergrund.
    Kurzhaar3,5–7 kg1 Züchter

    Amerikanisch Kurzhaar

    Kinder 4, andere Tiere 4, Anfänger 5: ausgeglichen, robust und pflegeleicht (Pflege 1). In Deutschland selten.

  • Blaugraue Chartreux mit kräftigem Körper und kupfergelben Augen steht auf einem Richtertisch einer Katzenausstellung.
    Kurzhaar3,5–7,5 kg6 Züchter

    Chartreux

    Kinder 4, andere Tiere 4, Anfänger 5: leise (Gesprächigkeit 1), anhänglich und belastbar – eine ruhige Wahl für Familien mit Schulkindern.

  • Grau getigerte Kurzhaarkatze mit weißer Brust und weißen Pfoten sitzt auf einem Betonpfeiler vor blauem Himmel und Hausdächern
    Kurzhaar3,5–7 kg

    Europäisch Kurzhaar

    Kinder 4, andere Tiere 4, Anfänger 5: robust und unkompliziert, aber mit Freiheitsdrang (Wohnung 2). Für Familien mit Garten oder gesichertem Freigang.

Häufige Fragen

Welche Katzenrasse ist am besten für Kinder geeignet?

Den Höchstwert 5 für Kinderfreundlichkeit haben bei uns Heilige Birma, Maine Coon, Ragdoll, RagaMuffin und Kurilen-Bobtail. Wichtiger als die Rasse sind aber das einzelne Tier, seine Erfahrungen mit Kindern und klare Regeln im Haushalt.

Ab welchem Alter kann ein Kind eine Katze haben?

Ein festes Alter gibt es nicht. Babys und Kleinkinder dürfen nie unbeaufsichtigt mit einer Katze zusammen sein. Auch ältere Kinder können mithelfen, aber nicht die Verantwortung tragen – Futter, Tierarzt, Kosten und Aufsicht bleiben Sache der Eltern.

Kitten oder erwachsene Katze für eine Familie mit kleinen Kindern?

Häufig ist eine erwachsene, kindererfahrene Katze die bessere Wahl: Sie ist robuster, ihr Wesen ist bekannt, und sie weicht aus, statt zu kratzen. Kitten sind zerbrechlich, haben spitze Krallen und brauchen viel Ruhe – das überfordert kleine Kinder leicht.

Welche Katzenrassen vertragen sich mit Hunden?

Den Höchstwert 5 für die Verträglichkeit mit anderen Tieren haben bei uns Heilige Birma, Maine Coon, Ragdoll, RagaMuffin und Tonkanese. Ob es klappt, hängt aber vor allem vom Hund, von einer langsamen Zusammenführung und von Fluchtwegen für die Katze ab.

Sind Katzen für Babys gefährlich?

Bei vernünftiger Aufsicht nicht. International Cat Care empfiehlt, Katze und Baby nie allein zu lassen, das Kinderzimmer für die Katze zu sperren, solange das Baby sehr klein ist, und Kinderwagen oder Körbchen mit einem Netz zu sichern. Dazu gehören Händewaschen und die regelmäßige Parasitenvorsorge der Katze.

Quellen und weiterführende Informationen (4)
  1. International Cat Care: Cats and babies
  2. Deutscher Tierschutzbund: Katzenhaltung – die wichtigsten Tipps
  3. EU-Plattform für Tierschutz (2022): Supplementary guidance for cat breeders on the socialisation of kittens
  4. Salonen et al. (2019): Breed differences of heritable behaviour traits in cats. Scientific Reports