Zum Inhalt springen
catterys.deKatzenrassen & Züchter in Deutschland

Rassen im Überblick

Kleine Katzenrassen: welche Rassen wirklich klein bleiben

Welche Katzenrassen bleiben klein? Unsere Liste sortiert nach Gewicht, von Singapura bis Türkisch Angora – und erklärt, warum Munchkin und „Teacup“ fehlen.

Von der Redaktion catterys.deStand: 12. Oktober 2026

Singapura mit elfenbeinfarbenem, fein getickten Fell, großen Ohren und haselnussgrünen Augen blickt vor dunklem Hintergrund zur Seite.

Eine Katze, die klein bleibt – das wünschen sich viele: weil die Wohnung nicht groß ist, weil zierliche Katzen besonders anmutig wirken oder schlicht, weil das Kindchenschema anspricht. Hinter der Suche nach kleinen Katzenrassen stecken aber zwei sehr verschiedene Dinge. Es gibt Rassen, die von Natur aus leicht und feingliedrig gebaut sind. Und es gibt Züchtungen, die Kleinheit oder kurze Beine über einen Erbdefekt erzeugen. Die ersten stellen wir hier vor, vor den zweiten warnen wir.

Vorab eine Einordnung: Auch unter den Hauskatzen ohne Stammbaum gibt es viele zierliche Tiere, vor allem Kätzinnen. Wer eine kleine Katze sucht, wird oft schon im Tierheim fündig.

Wonach wir sortiert haben

Wir haben nach dem Gewicht ausgewachsener Kater sortiert, vom leichtesten zum schwersten, und zwar nach dem oberen Wert der Spanne aus unseren Rasseporträts. Aufgenommen haben wir alle Rassen, deren Kater typischerweise nicht schwerer als 5 kg werden. Bei Gleichstand steht die Rasse mit den leichteren Katzen vorn.

Nicht aufgenommen haben wir Rassen, bei denen das „kleine“ Aussehen auf einem Qualzuchtmerkmal beruht – dazu unten mehr. Zentimeterangaben nennen wir nicht: Die Rassestandards der Verbände enthalten keine Maße für Schulterhöhe oder Länge.

Die kleinen Katzenrassen in der Übersicht

Rasse Kater Katze Fell Aktivität (1–5)
Singapura 2,5–3,5 kg 2–3 kg kurz 4
Devon Rex 3–4,5 kg 2,5–3,5 kg Locken 4
Cornish Rex 3,5–4,5 kg 2,5–3,5 kg Locken 5
Japanese Bobtail 3,5–4,5 kg 2,5–3,5 kg kurz 5
Korat 3,5–4,5 kg 2,5–3,5 kg kurz 4
Türkisch Angora 3,5–5 kg 2,5–3,5 kg halblang 4
Balinese 3,5–5 kg 2,5–4 kg halblang 4
Havana 3,5–5 kg 2,5–4 kg kurz 3
LaPerm 3,5–5 kg 2,5–4 kg Locken 4

Zum Vergleich: Eine Maine Coon bringt als Kater 6–9 kg auf die Waage, also gut das Doppelte einer Singapura. Die schweren Rassen finden Sie in unserer Liste der großen Katzenrassen.

Knapp über der Grenze liegen schlanke Rassen wie Siam, Orientalisch Kurzhaar, Tonkanese und Abessinier, deren Kater bis etwa 5,5 kg erreichen. Sie wirken durch ihren feinen Körperbau oft kleiner, als sie sind.

Die Singapura: die kleinste anerkannte Rasse

Die Singapura stammt von Straßenkatzen aus Singapur ab; die Rassezucht beruht auf wenigen Tieren, die 1975 und 1980 in die USA kamen. Die CFA beschreibt sie als eine der kleinsten aller Rassekatzen und nennt für ausgewachsene Kater 6 bis 7 Pfund (rund 2,7–3,2 kg), für Katzen 4 bis 5 Pfund (rund 1,8–2,3 kg). Unser Porträt rechnet mit etwas breiteren Spannen.

Klein ist bei ihr nur der Körper. Im Wesen ist die Singapura neugierig, verspielt und will überall dabei sein. Wegen der schmalen Zuchtbasis sind die Gentests der Elterntiere und der Inzuchtgrad wichtiger als bei vielen anderen Rassen – und Wartezeiten von vielen Monaten sind normal.

Bei den Rex-Katzen genau hinsehen

Devon Rex, Cornish Rex und LaPerm stehen wegen ihres Gewichts in der Liste, nicht wegen ihres Fells. Das Lockenfell betrifft bei Rex-Katzen aber auch die Tasthaare: Sie sind oft gekräuselt und brechen leicht ab. Tasthaare sind für Katzen ein wichtiges Sinnesorgan. Wir stufen diese Rassen nicht als Qualzucht ein, raten aber, auf Elterntiere mit möglichst gut ausgebildeten Tasthaaren zu achten. Die Einzelheiten stehen in den Porträts.

Munchkin: nicht klein, sondern kurzbeinig

Die Munchkin taucht in fast jeder Liste kleiner Katzenrassen auf. Dort gehört sie nicht hin. Mit 3–4,5 kg bei den Katern ist ihr Körper nicht kleiner als der einer Devon Rex. Was sie niedrig macht, sind die Beine: Sie sind durch eine erbliche Störung des Knorpel- und Knochenwachstums verkürzt (Chondrodysplasie). In doppelter Kopie ist die Erbanlage tödlich.

Das Qualzuchtgutachten zu § 11b Tierschutzgesetz von 1999 empfiehlt, mit Merkmalträgern nicht zu züchten, weil die Tiere in ihren arttypischen Bewegungen eingeschränkt sind; sie können zum Beispiel weniger hoch springen, und mit weiteren Schäden wie Bandscheibenveränderungen muss gerechnet werden. catterys.de führt deshalb keine Munchkin-Züchter. Dasselbe gilt für ihre Abkömmlinge wie Bambino, Minuet (Napoleon), Kinkalow, Skookum, Lambkin oder Dwelf, bei denen die kurzen Beine oft noch mit weiteren Qualzuchtmerkmalen kombiniert werden.

Bezeichnend ist ein Rekord: Als kürzeste lebende Hauskatze führte Guinness World Records 2013 eine Munchkin mit 13,34 cm Schulterhöhe. Gemessen wurde hier kein kleiner Körper, sondern ein Erbdefekt.

„Teacup“-, „Mini“- und „Zwergkatzen“

Kein Zuchtverband kennt eine Teacup-Katze. Der Begriff stammt aus der Vermarktung und meint Katzen, die so klein wie möglich gezüchtet werden – in der Regel, indem besonders kleine Tiere miteinander verpaart werden. Häufig trifft es Perser.

In einem Beitrag des Tiergesundheitsportals PetMD nennen eine auf Katzen spezialisierte Tierärztin und eine Vertreterin der Humane Society of the United States die Risiken: Viele dieser Tiere seien die Schwächsten ihres Wurfs, bei denen körperlich etwas nicht stimme. Bei kleingezüchteten Persern verschärften sich die Probleme der Rasse, etwa an Atemwegen, Augen, Zähnen und Nieren. Dazu kommen empfindlichere Knochen und Gelenke und Schwierigkeiten, die Körperwärme zu halten. Manche „Mini-Katzen“ sind auch gar nicht gezüchtet, sondern durch Krankheit oder Mangelernährung im Wachstum zurückgeblieben.

Unser Rat: Finger weg von Anzeigen mit „Teacup“, „Mini“, „Zwergkatze“ oder „bleibt immer klein“. Wer so wirbt, verkauft ein Risiko – meist ohne Papiere, ohne Gesundheitsnachweise der Eltern und oft zu hohen Preisen. Woran Sie seriöse Abgaben erkennen, zeigt unsere Liste Fragen an den Züchter.

Klein heißt nicht pflegeleicht

Ein Blick auf die Aktivitätswerte in der Tabelle zeigt: Fast alle kleinen Rassen sind lebhaft. Leichte Katzen springen hoch, klettern gern und beschäftigen sich nicht von selbst. Darauf sollten Sie sich einstellen:

  • Gesellschaft: Singapura, Devon Rex, Korat und Balinese sind stark menschenbezogen und vertragen Alleinsein schlecht. Eine Partnerkatze gehört dazu.
  • Wärme: Das dünne Fell von Devon Rex und Cornish Rex isoliert schlecht. Beide frieren schneller als normal behaarte Katzen und brauchen warme Liegeplätze.
  • Futter genau abmessen: Bei einer Katze von drei Kilogramm ist ein halbes Kilo zu viel bereits deutliches Übergewicht. Die Mengenangaben auf Futterpackungen sind für so kleine Tiere oft zu hoch.
  • Gewicht im Blick behalten: Wiegen Sie regelmäßig. Verliert eine ohnehin leichte Katze Gewicht, frisst sie schlechter oder bleibt ein Kitten im Wachstum deutlich hinter den Geschwistern zurück, gehört sie zeitnah in die Tierarztpraxis.
  • Kinder: Zierliche Katzen sind kein Spielzeug. Für sehr wilde Kleinkinder ist etwa die Singapura weniger geeignet.

Die Rasse ist nur der Anfang

Das Gewicht sagt wenig darüber, ob eine Katze zu Ihrem Alltag passt. Ob Sie viel zu Hause sind, ob Kinder oder andere Tiere im Haushalt leben und wie viel Trubel herrscht, zählt mehr – und jedes Einzeltier weicht vom Rasseschnitt ab. Der Test Welche Katze passt zu mir? fragt genau das ab; im Rassen-Vergleich können Sie die kleinen Rassen nebeneinanderstellen. Wer einen Züchter sucht, findet geprüfte Adressen im Züchterverzeichnis, zum Beispiel für die Singapura.

Die kleinen und zierlichen Rassen im Porträt

  • Singapura mit elfenbeinfarbenem, fein getickten Fell, großen Ohren und haselnussgrünen Augen blickt vor dunklem Hintergrund zur Seite.
    Kurzhaar2–3,5 kg1 Züchter

    Singapura

    Kater 2,5–3,5 kg, Katzen 2–3 kg – die kleinste Rasse unserer Liste. Es gibt sie nur in einer Farbe, Sepia getickt; in Deutschland ist sie selten.

  • Blau-weiße Devon Rex mit sehr großen, tief angesetzten Ohren, gelbgrünen Augen und leicht gewelltem Fell vor dunklem Hintergrund
    Lockenfell (Rex)2,5–4,5 kg2 Züchter

    Devon Rex

    Kater 3–4,5 kg. Klein, verspielt und sehr anhänglich, mit weichem Lockenfell – die Tasthaare sind oft gekräuselt oder abgebrochen, darauf sollten Sie bei den Elterntieren achten.

  • Schlanke Cornish Rex mit gewelltem, weißem Fell, dunklem Schwanz, großen Ohren und blauen Augen sitzt vor violettem Hintergrund und hebt eine Pfote.
    Lockenfell (Rex)2,5–4,5 kg1 Züchter

    Cornish Rex

    Kater 3,5–4,5 kg, schlank und hochbeinig. Sehr aktiv (5 von 5) und wärmebedürftig; wegen der brüchigen Tasthaare stufen wir die Rasse als Grenzfall ein.

  • Weiße Japanese Bobtail mit rötlich gefärbtem Ohr liegt auf einer olivgrünen Sofalehne, hinten ist der kurze, puschelige Stummelschwanz zu sehen
    Kurzhaar2,5–4,5 kg

    Japanese Bobtail

    Kater 3,5–4,5 kg. Schlanke, sehr aktive Katze mit kurzem Pompon-Schwanz und leiser, melodischer Stimme.

  • Silberblaue Korat mit großen, hellgrünen Augen und hoch angesetzten Ohren liegt auf einem weißen Teppich und schaut direkt in die Kamera
    Kurzhaar2,5–4,5 kg3 Züchter

    Korat

    Kater 3,5–4,5 kg: klein, aber muskulös und überraschend schwer in der Hand. Silberblau, grünäugig und eng an ihre Menschen gebunden.

  • Weiße Türkisch Angora mit seidigem, halblangem Fell und hoch erhobenem, buschigem Schwanz läuft über eine Wiese.
    Halblanghaar2,5–5 kg4 Züchter

    Türkisch Angora

    Kater 3,5–5 kg, Katzen nur 2,5–3,5 kg. Feingliedrig mit seidigem, halblangem Fell ohne Unterwolle.

  • Schlanke Balinese mit hellem Körper, zart gefärbten Abzeichen an Ohren und Schwanz, blauen Augen und buschigem Schwanz auf dunkelblauem Samt.
    Halblanghaar2,5–5 kg3 Züchter

    Balinese

    Kater 3,5–5 kg. Die halblanghaarige Siam: schlank, leicht gebaut und ausgesprochen gesprächig.

  • Einfarbig schokoladenbraune Kurzhaarkatze mit grünen Augen liegt auf einem hellen Küchenboden vor einem roten Futternapf
    Kurzhaar2,5–5 kg

    Havana

    Kater 3,5–5 kg. Einfarbig braune, elegante Kurzhaarkatze mit grünen Augen – weltweit selten.

  • Dunkelbraune bis schwarze LaPerm mit halblangem, zerzaust gewelltem Fell, lockiger Halskrause und großen gelbgrünen Augen
    Lockenfell (Rex)2,5–5 kg

    LaPerm

    Kater 3,5–5 kg. Zierliche Lockenkatze aus Oregon, anhänglich und verspielt, dabei nicht besonders laut.

Häufige Fragen

Welche Katzenrasse ist die kleinste?

Unter den anerkannten Rassen gilt die Singapura als eine der kleinsten. Nach unserem Porträt wiegen Katzen etwa 2–3 kg und Kater 2,5–3,5 kg; die CFA nennt für Kater 6–7 Pfund und für Katzen 4–5 Pfund.

Welche Katzen bleiben klein?

Klein bleiben neben der Singapura vor allem Devon Rex, Cornish Rex, Japanese Bobtail und Korat. Auch viele Hauskatzen ohne Stammbaum wiegen ausgewachsen nur drei bis vier Kilogramm.

Ist die Munchkin eine kleine Katzenrasse?

Nein. Ihr Rumpf ist so groß wie bei anderen kleineren Katzen, nur die Beine sind durch eine erbliche Störung des Knorpel- und Knochenwachstums verkürzt. Das Qualzuchtgutachten zu § 11b Tierschutzgesetz rät von der Zucht ab; wir führen keine Züchter.

Was sind Teacup-Katzen?

Kein Verband erkennt „Teacup“-Katzen als Rasse an. Der Begriff bezeichnet Katzen, die möglichst klein gezüchtet werden, häufig Perser – oder schlicht Tiere, die wegen Krankheit oder Mangelernährung klein geblieben sind.

Sind kleine Katzenrassen besser für die Wohnung?

Nicht automatisch. Entscheidend ist das Temperament, nicht das Gewicht: Cornish Rex und Japanese Bobtail gehören zu den aktivsten Rassen überhaupt und brauchen viel Kletterfläche, Beschäftigung und eine Partnerkatze.

Quellen und weiterführende Informationen (5)
  1. CFA: Singapura – Breed Profile
  2. FIFe: Rassestandard Singapura (SIN)
  3. Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Sachverständigengruppe beim BML, 1999)
  4. Guinness World Records: Übersicht der Katzenrekorde (kürzeste lebende Hauskatze)
  5. PetMD: The Truth About Teacup Cats (mit Dr. Jane Brunt, CATalyst Council, und Katie Lisnik, Humane Society of the United States)