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Rassen im Überblick

Seltene Katzenrassen: welche Rassen in Deutschland kaum gezüchtet werden

Welche Katzenrassen sind in Deutschland selten? Unsere Liste zeigt Rassen, für die wir kaum Züchter gefunden haben – und was das für Käufer bedeutet.

Von der Redaktion catterys.deStand: 12. Oktober 2026

Einfarbig schokoladenbraune Kurzhaarkatze mit grünen Augen liegt auf einem hellen Küchenboden vor einem roten Futternapf

Wer nach seltenen Katzenrassen sucht, möchte meist eine Katze, die nicht jeder hat. Das ist verständlich – nur ist „selten“ ein Wort, mit dem viel Schindluder getrieben wird. Listen im Netz nennen mal die eine, mal die andere Rasse „die seltenste der Welt“, fast immer ohne Beleg. Und in Kleinanzeigen dient „sehr selten“ vor allem dazu, den Preis zu begründen.

Wir machen es anders: Wir legen offen, woran wir Seltenheit festmachen, und sagen dazu, was dieses Kriterium nicht leisten kann.

Unser Kriterium – und seine Grenzen

Als selten gilt hier eine Rasse, für die unser Züchterverzeichnis keine oder nur eine Cattery in Deutschland führt. Aufgenommen werden dort nur Züchter mit Vereinszugehörigkeit und Stammbaum. Bei Gleichstand sortieren wir nach der Zahl der fünf großen Verbände (FIFe, WCF, TICA, CFA, GCCF), die die Rasse anerkennen – je weniger, desto weiter oben –, danach alphabetisch.

Das Kriterium hat Grenzen, die Sie kennen sollten:

  • Unser Verzeichnis ist nicht vollständig. Eine Null bedeutet, dass wir bisher keine Cattery gefunden und aufgenommen haben, nicht, dass es in Deutschland keine gibt.
  • Es ist eine Momentaufnahme vom Oktober 2026. Gerade bei kleinen Rassen hören Züchter auf oder fangen neu an.
  • Es misst Deutschland. Eine Rasse kann hier fehlen und in ihrem Herkunftsland verbreitet sein.

Registrierzahlen der Verbände wären das bessere Maß. Belastbare, vollständige Zahlen für Deutschland haben wir aber nicht gefunden. Die amerikanische CFA veröffentlicht jedes Jahr eine Rangliste nach Registrierungen, öffentlich jedoch nur die ersten zehn Plätze – über die seltenen Rassen am Ende der Liste sagt das nichts. Deshalb nennen wir keine Zahlen, die wir nicht belegen können.

Nicht in dieser Liste stehen Rassen, für die wir aus Tierschutzgründen grundsätzlich keine Züchter führen, etwa Sphynx, Scottish Fold, Munchkin, die immer dominant weiße Khao Manee, die sehr junge Lykoi oder Hybriden wie Savannah und Chausie. Dort ist die Null eine Entscheidung, kein Befund.

Die seltenen Rassen in der Übersicht

Rasse Catteries bei uns Anerkannt bei Herkunft
Europäisch Kurzhaar 0 FIFe, WCF Europa
Pixiebob 0 WCF, TICA USA
Havana 0 WCF, TICA, CFA Großbritannien, USA
Kurilen-Bobtail 0 FIFe, WCF, TICA Russland
Nebelung 0 WCF, TICA, GCCF USA
RagaMuffin 0 WCF, CFA, GCCF USA
Toyger 0 WCF, TICA, GCCF USA
American Curl 0 FIFe, WCF, TICA, CFA USA
Japanese Bobtail 0 FIFe, WCF, TICA, CFA Japan
Snowshoe 0 FIFe, WCF, TICA, GCCF USA
Tonkanese 0 WCF, TICA, CFA, GCCF Kanada, USA
Ägyptische Mau 0 alle fünf Ägypten
Bombay 0 alle fünf USA
Burmilla 0 alle fünf Großbritannien
LaPerm 0 alle fünf USA
Türkisch Van 0 alle fünf Türkei
Amerikanisch Kurzhaar 1 WCF, TICA, CFA USA
Cornish Rex 1 alle fünf Großbritannien
Ocicat 1 alle fünf USA
Selkirk Rex 1 alle fünf USA
Singapura 1 alle fünf Singapur, USA

Knapp dahinter liegen Rassen mit zwei Catteries in unserem Verzeichnis: Balinese, Burma, Devon Rex, Exotic Shorthair und Orientalisch Langhaar.

Zum Vergleich: Für die Britisch Kurzhaar führen wir 58 Catteries, für die Maine Coon 41. Welche Rassen am häufigsten sind, zeigt unsere Liste der beliebtesten Katzenrassen.

Warum eine Rasse selten ist

Hinter der Seltenheit stecken sehr unterschiedliche Gründe. Sie sagen mehr über eine Rasse als die bloße Zahl.

Wenige Verbände erkennen sie an. Die Nebelung fehlt bei FIFe und CFA, die RagaMuffin bei FIFe und TICA, die Toyger bei FIFe und CFA. Solchen Rassen fehlt damit ein Teil der Vereinslandschaft, in der gezüchtet und ausgestellt wird. Ein Sonderfall ist die Deutsch Langhaar: Sie ist nur bei der WCF anerkannt und sehr selten, wird aber in Deutschland gezüchtet – wir führen fünf Catteries.

Die Zuchtbasis ist klein. Die Havana gilt weltweit als selten; weil ihr Genpool sehr klein geworden war, erlaubt die CFA seit 2019 kontrollierte Auskreuzungen. Die Rassezucht der Singapura beruht auf wenigen Tieren, die 1975 und 1980 in die USA kamen.

Das Zuchtziel ist schwer zu treffen. Die Zeichnung der Snowshoe – Points, vier weiße Pfoten, oft ein weißes umgekehrtes V im Gesicht – lässt sich kaum gezielt züchten.

Es gibt ein Doppel ohne Papiere. Die Europäisch Kurzhaar sieht aus wie die Hauskatze von nebenan. Wer diesen Typ mag, holt sich selten eine Katze mit Stammbaum, sondern eine aus dem Tierheim – und das ist völlig in Ordnung. Ähnlich geht es der Chartreux: Die in Deutschland „Kartäuser“ genannten blauen Katzen sind meist Britisch Kurzhaar.

Die Rasse ist jung. Die Pixiebob wird erst seit 1986 gezüchtet, die Toyger seit Ende der 1980er Jahre; die TICA erkannte die Toyger 2007 voll an. Bis sich eine neue Rasse außerhalb ihres Ursprungslandes etabliert, vergehen oft Jahrzehnte.

Was Seltenheit für Sie als Käufer bedeutet

Wartezeit. Bei wenigen Züchtern und kleinen Würfen sind viele Monate normal. Wer „sofort verfügbar“ liest, sollte genau hinsehen.

Weite Wege. Oft sitzt die nächste Cattery im Ausland. Ein Besuch vor Ort bleibt trotzdem Pflicht: Sie sollten Mutter und Kitten in ihrer Umgebung sehen. Kitten ziehen frühestens mit zwölf Wochen um.

Verwechslung und Etikettenschwindel. Je seltener die Rasse, desto häufiger wird ihr Name auf ähnlich aussehende Katzen geklebt: braune Kitten als „Havana“, getickte Mischlinge als „Singapura“, langhaarige Hauskatzen als „RagaMuffin“, blaue Kurzhaarkatzen als „Kartäuser“. Ohne Stammbaum eines anerkannten Verbands ist eine Katze keine Rassekatze – ganz gleich, wie sie aussieht.

Inzucht im Blick behalten. Fragen Sie bei kleinen Rassen ausdrücklich nach dem Inzuchtgrad der geplanten Verpaarung und nach den Gentests und Untersuchungen der Elterntiere. Welche das je Rasse sind, steht in den Porträts; eine allgemeine Liste finden Sie unter Fragen an den Züchter.

Selten ist kein Wert an sich. Eine Katze wird nicht verschmuster, gesünder oder klüger, weil es wenige von ihr gibt. Für manche seltenen Rassen gibt es zudem kaum belastbare Gesundheitsdaten – schlicht, weil zu wenige Tiere untersucht wurden.

„Seltene Farben“: meist nur ein Verkaufsargument

Vom Wunsch nach einer seltenen Rasse ist es nicht weit zur „seltenen Farbe“. Hier ist Vorsicht angebracht. Oft handelt es sich um Farben, die der Standard der Rasse gar nicht vorsieht und die auf eine Einkreuzung hindeuten. Ein Beispiel aus unseren Porträts: Bei der Europäisch Kurzhaar sind Colourpoint, Chocolate, Lilac, Cinnamon und Fawn ausgeschlossen, bei der Norwegischen Waldkatze nach dem FIFe-Standard ebenfalls. Eine Farbe macht keine Katze wertvoller, und ein Aufpreis dafür ist kein Zeichen von Qualität. Mehr über Farben und ihre Vererbung lesen Sie unter Katzenfarben.

Skeptisch sollten Sie auch bei neuen „Rassen“ sein, die ein auffälliges Merkmal über die Gesundheit stellen – extrem kurze Beine, fehlendes Fell, gefaltete Ohren. Selten sind sie auch deshalb, weil mehrere Verbände sie nicht anerkennen – die FIFe zum Beispiel weder Scottish Fold noch Munchkin. Mehr dazu in unseren Seiten über Nacktkatzen und kleine Katzenrassen.

Braucht es überhaupt eine seltene Rasse?

Fragen Sie sich, was Sie eigentlich suchen. Ist es ein bestimmtes Wesen – ruhig, gesprächig, verspielt? Dann gibt es fast immer eine verbreitete Rasse, die es ebenso mitbringt, mit mehr Züchtern, mehr Auswahl und kürzeren Wegen. Der Test Welche Katze passt zu mir? geht vom Alltag aus statt vom Namen, und im Rassen-Vergleich sehen Sie, welche häufigere Rasse Ihrer Wunschrasse am nächsten kommt.

Und wenn es vor allem um das Besondere geht: Jede Hauskatze ist ein Einzelstück. Zeichnung, Charakter und Geschichte gibt es bei ihr genau einmal. In den Tierheimen warten viele davon – gelegentlich übrigens auch Rassekatzen.

Zwölf seltene Rassen im Porträt

  • Grau getigerte Kurzhaarkatze mit weißer Brust und weißen Pfoten sitzt auf einem Betonpfeiler vor blauem Himmel und Hausdächern
    Kurzhaar3,5–7 kg

    Europäisch Kurzhaar

    Die Rasse, die man am häufigsten zu sehen glaubt und am seltensten wirklich sieht: Rassekatze ist sie nur mit Stammbaum. Anerkannt bei FIFe und WCF, bei uns keine Cattery.

  • Braun getupfte Pixiebob mit kräftigem Körper, breiten Pfoten und gelbgrünen Augen liegt auf Steinboden vor einer bewachsenen Mauer; der kurze Schwanz ist verdeckt.
    Kurzhaar3,6–7,7 kg

    Pixiebob

    Kräftige, kurzschwänzige Hauskatze aus dem Nordwesten der USA, nur bei WCF und TICA anerkannt. Achten Sie auf normale Zehenzahl und einen beweglichen Schwanz.

  • Einfarbig schokoladenbraune Kurzhaarkatze mit grünen Augen liegt auf einem hellen Küchenboden vor einem roten Futternapf
    Kurzhaar2,5–5 kg

    Havana

    Einfarbig braun mit grünen Augen und weltweit selten: Die CFA erlaubt seit 2019 Auskreuzungen, um den Genpool zu erweitern. Die FIFe kennt „Havanna“ nur als Farbe der Orientalisch Kurzhaar.

  • Silbergrau getigerte Kurilen-Bobtail mit bernsteinfarbenen Augen und breitem Kopf liegt auf einer hellen Decke vor dunklem Hintergrund
    Halblanghaar3,5–7 kg

    Kurilen-Bobtail

    Natürlich entstandene Rasse von den Kurilen und Sachalin mit Pompon-Schwanz. Anerkannt bei FIFe, WCF und TICA, bei uns keine Cattery.

  • Junge blaugraue Nebelung-Katze mit grüngelben Augen und noch nicht voll entwickeltem Halblangfell sitzt vor Topfpflanzen im Garten.
    Halblanghaar3–6 kg

    Nebelung

    Die halblanghaarige Verwandte der Russisch Blau, immer blau mit Silberschimmer. Bei FIFe und CFA nicht anerkannt; in Deutschland gibt es nur wenige Züchter.

  • Schwarz-weiße RagaMuffin mit grünen Augen und langem, weichem Fell liegt im warmen Gegenlicht auf einem dunklen Regalbrett.
    Halblanghaar4–9 kg

    RagaMuffin

    Der Ragdoll in Größe und Wesen sehr ähnlich, aber in allen Farben erlaubt. Nicht bei FIFe und TICA anerkannt; in Deutschland vor allem über WCF-Vereine gezüchtet.

  • Toyger-Kater mit orangebraunem Fell und kräftigen dunklen Tigerstreifen liegt auf einem hellen Teppich und streckt eine Vorderpfote nach vorn.
    Kurzhaar3,5–7 kg

    Toyger

    Der „Spielzeugtiger“ mit senkrechten Streifen auf orangefarbenem Grund – eine reine Hauskatze. Anerkannt bei TICA, WCF und GCCF; FIFe und CFA führen sie nicht.

  • Braun getigerte American Curl mit nach hinten gebogenen Ohrspitzen liegt auf einem Tisch und blickt in die Kamera.
    Kurzhaar3–5,5 kg

    American Curl

    Alle Tiere stammen von einer Streunerin ab, die 1981 in Kalifornien aufgenommen wurde. Die nach hinten gebogenen Ohren sind empfindlich; Knorpelschäden wie bei der Scottish Fold sind nicht bekannt.

  • Weiße Japanese Bobtail mit rötlich gefärbtem Ohr liegt auf einer olivgrünen Sofalehne, hinten ist der kurze, puschelige Stummelschwanz zu sehen
    Kurzhaar2,5–4,5 kg

    Japanese Bobtail

    Alte japanische Landrasse mit geknicktem Pompon-Schwanz, berühmt in der dreifarbigen „Mi-ke“-Zeichnung. Sehr aktiv (5 von 5), in Deutschland kaum gezüchtet.

  • Snowshoe in Seal Point mit weißem umgekehrtem V auf der Nase und weißen Pfoten liegt auf einem hellen Steinboden.
    Kurzhaar2,5–5,5 kg

    Snowshoe

    Point-Katze mit vier weißen Pfoten. Die Zeichnung lässt sich kaum gezielt züchten – ein Grund, warum die Rasse selten geblieben ist.

  • Tonkanese mit graubraunem Mink-Fell, etwas dunklerem Gesicht und hellen aquamarinfarbenen Augen liegt auf einem violetten Ausstellungskissen.
    Kurzhaar2,5–5,5 kg

    Tonkanese

    Kreuzung aus Burma und Siam mit Mink-Muster und aquamarinfarbenen Augen. Bei der FIFe nicht anerkannt; extrem gesellig und nie allein zu halten.

  • Silberfarbene Ägyptische Mau mit schwarzen Tupfen, gelbgrünen Augen und geringeltem Schwanz steht auf einem pinkfarbenen Podest vor dunklem Hintergrund.
    Kurzhaar3–5,5 kg

    Ägyptische Mau

    Getupft in Silber, Bronze oder Smoke und bei allen fünf großen Verbänden anerkannt – in Deutschland trotzdem selten, Wartezeiten sind üblich.

Häufige Fragen

Was ist die seltenste Katzenrasse?

Das lässt sich nicht seriös sagen, weil es keine vollständige Zählung gibt. Als weltweit selten gelten zum Beispiel Havana und Nebelung; für mehr als ein Dutzend Rassen haben wir in Deutschland bisher keine Cattery gefunden.

Warum sind manche Katzenrassen so selten?

Meist kommen mehrere Gründe zusammen: Die Rasse ist jung, nur bei wenigen Verbänden anerkannt, beruht auf wenigen Gründertieren, oder ihr Aussehen lässt sich schwer gezielt züchten. Manche Rassen sind auch schlicht nie in Mode gekommen.

Sind seltene Katzenrassen teurer?

Eine belastbare Preiserhebung gibt es für diese Rassen nicht, deshalb nennen wir keine Zahlen. Seltenheit allein rechtfertigt keinen Aufpreis – entscheidend ist, was der Züchter an Gesundheitsvorsorge und Aufzucht leistet.

Sind seltene Rassen gesünder?

Nicht automatisch. Ein kleiner Genpool erhöht das Risiko für Inzucht. Bei der Havana hat die CFA deshalb 2019 Auskreuzungen erlaubt, und bei der Singapura zählt neben den Gentests auch der Inzuchtgrad.

Wie finde ich einen Züchter für eine seltene Rasse?

Über die Zuchtvereine der Verbände, die die Rasse anerkennen, und oft nur im Ausland. Verlangen Sie immer einen Stammbaum eines anerkannten Verbands, und rechnen Sie mit Wartezeiten von vielen Monaten.

Quellen und weiterführende Informationen (4)
  1. FIFe: anerkannte Rassen
  2. WCF: EMS-Code und Anerkennung der Rassen (Stand 06.06.2026)
  3. CFA: Most Popular Breeds (jährliche Rangliste nach Registrierungen, nur die ersten zehn Plätze)
  4. Gutachten zur Auslegung von § 11b des Tierschutzgesetzes (Sachverständigengruppe beim BML, 1999)